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MIXed Thoughts

Gestern abend um 18:00 Uhr startete die Mix 07, Microsofts Webentwickler-Konferenz. Ich hab mir Keynote live gegeben. Warum ich erst jetzt darüber schreibe? Ich bin kein Entwickler, ja bringe nicht einmal ein simples „Hello World“ zusammen. Daher war es nicht ganz einfach, dem Ganzen zu folgen bzw. die Tragweite der einen oder anderen Ankündigung voll zu verstehen. Ich war verwirrt, hab nicht alles verstanden und musste erst eine Nacht drüber schlafen, um mir ein rundes Bild davon zu machen.

Eines gleich vorweg: Meine großen Erwartungen wurden vollends enttäuscht. Es gab zum Web-Office weiter nur äußerst vage Aussagen, eine mögliche Übernahme von Yahoo scheint weiter kein Thema zu sein und von der lange erwarteten Podcast-Unterstützung war keine Rede.

Ray Ozzie:
Seine erste große Keynote (Videostream hier) war für mich eine einzige Enttäuschung: Null Charisma, viel Gestotter, kryptische Aussagen und keine konkreten Antworten auf die Fragen von Michael Arrington von TechCrunch am Ende der Keynote. Wie er selbst sagte: Er wird nie ein Bill Gates sein. Wie recht er hat. War schon Gates kein enthusiastischer Speaker, so ist es Ozzie noch viel weniger. Aber mit ein wenig Training wird’s vielleicht doch etwas. Wenn nicht, verkommt die IT-Welt zur OneMan-Show von Steve Jobs.

cc 2007 | fimoculous

Silverlight:
Auch wenn niemand bei Microsoft das Wort „Flash-Killer“ in den Mund nimmt, ist Silverlight absolut gegen Adobes Flash positioniert. Ein Killer ist es aber noch nicht. Ozzie meinte ganz am Anfang selbst, dass es erst der erst Teil einer größeren Story sein würde.

Was ist Silverlight?

Vor zwei Wochen wurde das Sammelsurium verschiedener Web-Technologien vorgestellt, zuvor war es unter der kryptischen Bezeichnung „Windows Presentation Foundation/Everywhere“ (WPF/E) bekannt. Damit ist es möglich, alle grafischen und multimedialen Fähigkeiten von Windows in abgespeckter Form auf andere Plattformen (alle Webbrowser, Macs, Handys etc.) zu bringen. Vorteil: Man braucht – wie bei Adobe Flash – nur ein kleines Browser-Plugin, um Filme im Web zu sehen oder toll aussehende und umfangreiche Web-Applikationen nutzen zu können.

Was spricht für Silverlight?

  • Silverlight kommt um Jahre zu spät und Microsoft wird mit aller Gewalt versuchen, hier Terrain aufzuholen. Daher darf man günstige oder gar kostenlose Entwicklungsumgebungen sowie viel Trainings-Material erwarten.
  • Es ist in eine bessere Entwicklerumgebung (Visual Studio) für Programmierer eingebunden. Aber auch die Werkzeuge von Adobe ist nicht schlecht und ob auch Grafiker auf die Grafik-Tools umsteigen wollen, darf bezweifelt werden.
  • .net-Support. Während der Keynote hat man – meiner Meinung nach – zu wenig darauf hingewiesen, dass die Sprachunterstützung weit größer ist. Neben Visual Basic und C# kann man nun auch in Ruby oder Python coden. Bei Flash gibt’s nur Action- bzw. Javascript.
  • Software plus Service: Gestern wurde auch ein neues live.com-Werbserive präsentiert: Bei silverlight.live.com bekommt man vier GB Speicherplatz, um seine Mediafiles zu hosten. Das Limit beträgt zehn Minuten, was darauf schließen lässt, dass es später gegen Gebühr auch eine Pro-Version ohne Einschränkungen geben wird. Vorteil gegenüber YouTube & Co.: Man hat volle Kontrolle über seine Files und kann etwa auch ein eigenes Branding einsetzen.
  • Scheinbar sind Silverlight-Anwendungen extrem kompakt. In einer Demo zu einer Videoschnitt-Applikation meinte man, dass die komplette App mitsamt den Multimedia-Files nur 50k überträgt.

Gewichtige Argumente sprechen jedoch weiter für Flash:

  • Reiferes Produkt: Macromedia Shockwave, der erste Vorgänger von Flash kam 1995, also vor zwölf Jahren. Das macht die Technik nicht nur ausgereifter, sondern bringt auch die größere Entwicklergemeinde mit sich.
  • Adobe hat eindeutig in eine bessere Design-Umgebung. Die komplett neue CS3-Suite integriert alle Teile des Print-, Online- und Videoworkflows.
  • Beharrende Kräfte: Wer einmal eine Design-App wie Photoshop oder Illustrator genutzt hat, bleibt dabei. Komplett umlernen tut man einfach nicht gerne.
  • Das Flasch-Plugin hat eine enorme Installations-Basis: Es sol schon mehr als 500 Millionen Mal installiert worden sein.
  • Sicher kein Zufall: Vor zwei Wochen hat Adobe bekannt gegeben, dass man Flex – das Sammelsurium aller Technologien rund um Flash – unter die GPL stellen wird. Microsoft gab zwar gestern auch bekannt, einige Teile des .net-Frameworks als OpenSource freizugeben, doch gegen gehen Adobes Pläne viel weiter.

Genug der Theorie: Hier gibt’s Demos zu ein paar coolen Apps, die mit Silverlight umgesetzt wurden. So kann man sich eher ein Bild machen.

Fazit: Abgesehen, dass die Welt auf Silverlight bestimmt nicht gewartet, kommt es um Jahre zu spät. Aber immerhin: Mehr Auswahl ist immer gut. Es bleibt abzuwarten, wie gut das im Expression Studio im neuen Visual Studio (Codename Orcas, erscheint Ende 2007) implementiert ist und wie schnell die Plugins verteilt werden.

Wie gesagt: Ich bin kein Hardcore-Developer. Falls ich also etwas falsch verstanden habe, schreibt mir in die Kommentare.

Weitere Mix-Themen:
Das war vorerste einmal die Keynote. Es könnte bei der Mix weiter spannend bleiben. Im Laufe der Konferenz gibt’s eine Vorstellung des IIS7, Microsofts neuer Webserver. Ebenfalls interessant könnten die Sessions zu den Live.com-APIs werden. Alle Sessions werden übrigens auf Video aufgezeichnet und nach und nach ins Netz gestellt. Es gibt daher keine Notwendigkeit, selbst nach Las Vegas zu fahren …

Microsofts Offline-Web-Office

„Google Mail ist im Moment leider nicht verfügbar. Bitte versuchen Sie in einigen Minuten erneut …“
Nun: Dieser Moment dauert schon fast sechs Stunden.

Während bei Gmail den ganzen Nachmittag über nichts ging, war der Mail-Dienst der Google-Apps quick lebendig. Hm …

google-apps

Ist ein Online-Office (oder zumindest die Gratis-Version davon) vielleicht doch nicht so erstrebenswert. Firmenkunden bezahlen 50 Dollar pro Nutzer, wenn Sie das Google-Office nutzen wollen. Dafür wird ihnen 99,9 Prozent Uptime garantiert. Kann Google das nicht einhalten, so muss man Kompensationen zurück zahlen. Davon scheinen auch die Nutzer der kostenlosen Google Apps zu profitieren.

Beim normalen Mail-Dienst Gmail ist das nicht der Fall – dort kann Google seine Nutzer so lange abdrehen, wie man will. Oder besser: so lange, bis man echte Image-Schäden bekommt und die Nutzer flüchten.

Es gibt übrigens ein Lebenszeichen von Ray Ozzie! Er  meinte Anfang der Woche in einer Analysten-Konferenz von Goldman Sachs, der Erfolg des Anzeigengeschäfts von Google wäre ein Weckruf für Microsoft gewesen. Imitieren wolle man den Suchmaschinen-Giganten allerings nicht. Ozzie verneinte dabei Gerüchte, Microsoft arbeite an einer Web-basierten Version seiner Büro-Software.

Wie der Spiegel schreibt, haltet Ozzie nicht viel davon, dass ein Web-Office vollständig im Browser läuft. Als einen der Nachteile webbasierter Anwendungen gab er an, dass diese offline nicht funktionieren. Hm … da ist was dran.

Wie könnte ein Mittelding aussehen? Hier meine Theorie: Das neue Works könnte dem iTunes-Modell folgen – ein Software-Programm als Web-Client. Die einzelnen Dateien wären offline gecached und so stets abrufbar.

Wo steckt dieser Mann?

cc|JD Lassica Wer hat diesen Mann gesehen oder weiß, wo er sich im Moment aufhält?

Diese „Fahndung“ betrifft Ray Ozzie, Chief Technical Architect von Microsoft und als solcher Bill Gates‘ Nachfolger.

Es ist verdächtig still um ihn geworden. Seit Monaten hört man nicht ein Sterbenswörtchen von einem Mann, dessen Job es ist, in der Öffentlichkeit zu stehen, Vordenker zu sein und eine möglichst enge Bindung mit den vielen Entwicklern zu haben. Vergleichsweise häufig war dagegen Bill Gates präsent und das obwohl er schon im nächsten Jahr zurück tritt. Und Ozzies Blog ist seit fast einem Jahr verwaist.

Was ist da los?
Gut, Ozzie war nie wirklich extrovertiert, und häufig in der Öffentlichkeit präsent. Es könnte aber auch sein, dass der oberste Web-Vordenker von Microsoft  etwas Großes ausheckt.

Die „Mix07“ steht bevor!
Bald schon (vom 30 April bis 2. Mai) findet die Mix07 in Las Vegas statt und Ozzie wird die Keynote halten. Auf dieser Konferenz (ich finde, sie ist eine der spannendsten im Jahr) dreht sich alles um die Microsoft-Version des Web 2.0. Gut möglich, dass dort die eine oder andere inhaltliche Bombe platzt.

Mir bietet das wieder einmal die Gelegenheit, kräftig zu spekulieren. Freu!
Also: Was könnte da kommen?

  • Das Web-Works kommt!
    Googles Weboffice ist sicher noch nicht ausgereift, aber es zeigt, wohin die Richtung geht. Es ist ein offenes Geheimnis, dass auch Microsoft daran arbeitet. Die Zeit scheint zwar noch nicht reif für ein Web-Office, aber die abgespeckte Consumer-Version Works könnte durchaus ihren Weg ins Netz finden.
  • Microsofts Foto-Dienst:
    Meint es der Software-Riese wirklich ernst, führt kein Weg an einem Online-Foto-Dienst vorbei. Es kann ja nicht sein, dass man das komplette Feld Flickr & Co. überlässt.
    Was ich mir gut vorstellen kann: Einfache Dienste werden kostenlos, für mehr Speicher braucht man Windows Vista Ultimate.
  • Die Windows Live-Festplatte:
    Die Werbehinweise zur Ultimate Edition sagen ja, dass es zusätzliche (Web-)Services dafür geben wird. Was liegt da mehr auf der Hand, als der schon seit langem erwartete Web-Storage?
  • Podcasting-Support:
    Der Windows Media Player wird über kurz oder lang RSS verstehen müssen! Wenn nicht, schadet Microsoft damit nicht nur den Podcastern, sondern auch sich: Die Verbreitung von iTunes wird so weiter steigen.
  • News zum Internet Explorer 8:
    Man hat gelernt in Redmond. Die starke Position des Firefox-Browsers hat Microsoft in Bezug auf den eigenen Internet-Explorer umdenken lassen. Nachdem die letzte Version im Herbst 2006 fertiggestellt wurde, bastelt man sicher schon an der neuen. Sehr wahrscheinlich werden erste Design-Merkmale des nächsten Browsers (er soll 2008 kommen) gezeigt.
  • Expression Tools:
    Der WebDesigner aus der Expression-Reihe ist ja schon fertig (gratis Testversion), jetzt fehlen noch die anderen Werkzeuge. Expression Blend ist ein 3D-Designprogramm, Expression Design Pixel- und Vektor-Zeichner, Expression Media verwaltet Medien-Dateien (Fotos, Videos, Sounds etc.).
  • Media-Center:
    Für das Windows Media Center wird es sicher eine ganze Menge die eine oder andere neue Anwendung geben. Web-Videos und Video-Podcasts werden noch mehr abheben, wenn sie ins Wohnzimmer einziehen.
  • Ein komplettes Web-Framework:
    Irgendwas wird in Richtung einfacherer Web-Entwicklung kommen. Gut möglich, dass im kommenden Visual Studio (Codename Orcas) Tools integriert sind, mit denen Web-Applikationen so einfach zu basteln sind wie Lego (oder Ruby on Rails).
  • Eine vernünftige Marken-Strategie:
    Man kann da kaum zuschauen. Einmal kommen Services unter der Windows Live-Brand heraus, dann wieder unter dem MSN-Label. Fast schon witzig war das Chaos um die Neubenennung von Hotmail. Bis dato hieß es MSN-Hotmail, dann sollte es Windows Live Mail heißen, jetzt scheint Windows Live Hotmail die letzte Weisheit zu sein. Dass Microsofts Web-Videodienst als MSN Soapbox firmiert und der Digg-Clone MSN-Reporter genannt wird, trägt auch nicht gerade dazu bei, dass man ein klares Bild hat.
    Es wird Zeit, dass man sich endlich auf etwas einigt!
  • Die große Yahoo-Show:
    Oder platzt dort eine ganz andere Bombe? Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Microsoft Yahoo kaufen wird. Wird das etwa in Las Vegas angekündigt?
  • Die Robbie Bach-Show:
    Was macht der Chef der Sparte Entertainment & Devices auf der Mix, wo das doch eine Web-Entwickler-Konferenz ist? Keine Ahnung, aber dass Robbie Bach auftritt, hat sicher mit dem Zune zu tun. Oder nicht nur? Gibt’s vielleicht Neues rund um Webservices für die Xbox360?

Schade, dass Las Vegas nicht um die Ecke liegt, denn es scheint wirklich spannend zu werden und außerdem gibt’s für jeden Teilnehmer auch noch ein kleines Geschenk. Das verkleinert die Kosten von 1200 Dollar zwar nicht wirklich, aber immerhin …

Und noch etwas: Wer nicht hinfahren kann oder sich auf die Mix07 vorbereiten will, kann ja bei der Mix-University vorbeischauen. Da gibt’s eine ganze Menge Nachhilfe für Web-Entwickler.

Der Preis, ein Geek zu sein

Ich behaupte einmal, ein sehr fundiertes Halbwissen zu haben 🙂 Und meine Sucht ist teuer: Ich will immer das Neueste haben und der Preis dafür ist unendlich viel Zeit. Immer, wenn ich mir in den Kopf gesetzt habe – neue Features für meine persönliche Produktivität zu brauchen, artet das in heilloser Zeitverschwendung aus. Nach dem Verhältnis von Nutzen zu Aufwand frage ich schon lange nicht mehr.

Mein ServerNeben mir steht ein kleiner Server, auf dem der Small Business Server 2003 R2 ist. Wohl nichts auf der Welt hat mir mehr Zeit gekostet als dieses kleine Mistding.

Der Grund: Ich kenn mich halt nicht wirklich damit aus. Irgendwann im letzten Sommer hab ich es aufgegeben, einen Exchange-Server selbst zu betreiben. Ich brauch das, um Desktop, Notebook und PDA stets aktuell zu halten. Der Server wurde durch ein kleines SAN (Netzwerk-Festplatte) abgelöst. Doch dann kam Vista und das SAN von Netgear (SC 101, mittlerweile schon verschenkt) brauchte Treiber, die es nicht gab. Also musste der Server wieder her.

Gleichzeitig dachte ich mir, man müsste doch mit der neuesten Sharepoint-Version spielen können. Schließlich bin ich der Sharepoint-Chef bei uns in der Firma. Gesagt getan: Nach einem ganzen Tag hab ich das Ding zu Laufen bekommen. Ständige Fehlermeldungen verhinderten das Setup. Erst nach einer Zeit bin ich drauf gekommen, dass man die alten Sharepoint Services deinstallieren muss.

Vor drei, vier Wochen kündigte 1&1 an, die Preise für seinen Hosted Exchange drastisch zu erhöhen, weshalb ich mich dran machte, auch Heim-Exchange wieder eine Chance zu geben. Welch ein Desaster! Seit 10 Uhr morgens sitze ich dabei, jetzt hab ich die ganze Kiste endgültig abgeschossen. Was ist passiert?

  • Hab mir die Features des neuen Exchange 2007 angeschaut! War begeistert. Insbesondere die neue Web-Oberfläche ist genial. Also musste das Ding drauf.
  • Testversion besorgt – läuft angeblich auch nach der Testperiode weiter und ist auch als 32-Bit-Version erhältlich – allerdings ohne Unterstützung (aber wer braucht die schon?!?!)
  • Installiert
  • Ging nicht, weil man irgendwas am Domain-Controler ändern muss. Nur was und wie?
  • Nach stundenlangem Studium diverser Foren – die Lösung: Exchange 2003 muss wieder rauf
  • Weil ich die neueste R2-Version hab, dachte ich, das Service Pack 2 wäre schon dabei. Zumindest hat Windows Update nichts Gegenteiliges vermeldet. Denkste!
  • Update auf 2007 geht nicht – wieder Foren lesen!
  • Vergewissere mich, dass SP2 vom Exchange 2003 nicht installiert ist. Installiere es.
  • Postfächer löschen, Exchange 2007 drüber installieren.
  • Geht nicht. SMTP- und NNTP-Dienste müssen noch deinstalliert werden und eine Einstellung am – eigentlich nicht mehr gebrauchten – Exchange 2003 vorgenommen werden.
  • Dann Exchange 2007 installieren. Geht wieder nicht.
  • 2003 erst deinstallieren.
  • Dann Exchange 2007 installieren. Klappt soweit – bis zur Fehlermeldung mit der ID: 2147463160.
  • Nach mehreren Versuchen gebe ich es auf. Exchange 2007 muss runter.
  • Geht aber nicht. Der gleiche Fehler, der die Installation abbracht, beendet stets auch die Deinstallation.
  • Egal, installiere halt wieder Exchange 2003 und gebe das Service Pack 2 drauf.
  • Jetzt geht endgültig gar nix mehr.

Wundern tut’s mich nicht und ich bin mir auch irgendwie sicher, dass Microsoft nix dafür kann. Ich müsste halt nur vorher lesen.

Die Lehre daraus: Halbwissen ist kein Wissen. Lass die Finger davon, zücke die Kreditkarte und miete dich bei einem Profi ein. Nur schade, dass keiner noch die 2007er-Versionen von Sharepoint und Exchange hostet 🙁 … Also weiter warten …

Vista ist keine billige Kopie!

Nicht erst seit dem Launch von Windows Vista wird heftig darüber diskutiert, ob es denn ein billiger Abklatsch von MacOS X ist. Meine Meinung: absolut nicht! Und einer meiner großen Vorbilder als Technik-Journalist, David Pogue von der New York Times gibt mir dabei Recht!

Mein Amazon-Index

Der niedrige Dollar macht Urlaube und Einkäufe in der US-Währung für Europäer gerade günstig. Andererseits verdienen sich Konzerne, die in Dollar bilanzieren ein Körberlgeld, indem sie einfach ihre Preise in Europa nich anpassen.

Gerade bei Elektronik ist sind Preise recht gut vergleichbar: Ein iPod ist ein iPod, egal ob man ihn in New York oder in Klagenfurt kauft. Die Transportkosten spielen keine Rolle, zumal diese Produkte ohnehin nicht in den USA, sondern meist in China hergestellt werden.

Ich bin auf eine Reihe von Artikel gestoßen, die sich darüber beklagen, dass etwa die Preisdiskrepanz bei Windows Vista zwischen den USA und dem Rest der Welt eklatant ist. Das hat mich dazu gebracht, mir meinen eigenen Amazon-Index durchzurechnen. Auf amazon.com und amazon.de habe ich die Preise gleicher Produkte verglichen. Hier das Ergebnis:

Das Ergebnis: Durchschnittlich sind elektronische Gadgets um 35 Prozent teurer. Lediglich zwei Produkte – ich habe willkürlich ausgesucht, was mir in den Kopf kam – waren im deutschen Store billiger.

Die Rekord-Differenz betraf das schon erwähnte Windows Vista. Nun kann man argumentieren, dass das lokalisieren teuer ist. Doch so ganz lasse ich das nicht gelten, denn auch die US-Version von Vista Ultimate wird sich über Sprachpakete lokalisieren lassen – ganz ohne Zusatzkosten!

Vista und die Sache mit den Treibern

Eigentlich habe ich die finale Version von Windows Vista schon seit gut einer Woche. Installiert ist sie (am Desktop) auch schon. Weil mir allerdings noch die Treiber/die Software für zwei extrem wichtige Teile fehlen, bin ich noch unter XP unterwegs.

Bei einem Stück ist jetzt Entwarnung angesagt, denn es gibt eine tolle Anleitung von Georg Binder am österrichischen Vista Blog, wie man die Vodafone Datenkarte unter Vista nutzt. Mit dabei sind auch Screenshots.

Jetzt warte ich noch, bis mir jemand sagt, wie ich das „Spielzeug“ von Netgear (SC 101) zum Laufen bringe.

Office 2007 ist draußen!!!

Vorige Woche wurde die Entwicklung an Office 2007 und Windows Vista abgeschlossen. als Download über die MSDN-Library!

Aus der MSDN-Library

Kann es gar nicht mehr erwarten, die Bits in die Hände zu bekommen. Warum?

Ich arbeite seit Dezember 2005 mit den Beta-Versionen von Office und muss sagen, dass den Redmondern wirklich ein Riesen-Wurf gelungen ist. Die Benutzeroberfläche ist mutig, weil revolutionär. Es gibt keine Menüs mehr, die wurden durch den Ribbon – eine große, kontextabhängige Buttonleiste oben – abgelöst. Das Tolle: Ein Legacy-Mode ist nicht mehr vorhanden, man kann also nicht mehr zu den alten Menüs zurück schalten. Alles ist komplett neu, aber durchaus gelungen. Endlich hat es Microsoft einmal Altlasten komplett über Bord geworfen.

Office Word 2007

Office Excel 2007

Office 2007 Powerpoint

Man muss sich zwar umgewöhnen, aber das geht recht zackig. Nach ein paar Stunden will man den Ribbon nicht mehr missen. Und das Beste: Man findet alles viel einfacher. Microsoft bemerkte, dass ein Großteil der nachgefragten Features ohnehin schon im Produkt waren. Viele Nutzer fanden sie nur einfach nicht. Der Spruch: Bessere Ergebnisse in weniger Zeit dürfte völlig gerechtfertigt sein, denn die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen – seien es nun die neuen Stilvorlagen, neue Bildeffekte für eingefügte Fotos, die bedingten Formatierungen in Excel oder die vielfältigen Formen für Diagramme und Charts.

Von Vista muss ich mich erst überzeugen lassen. Auch hier habe ich schon länger mit Beta-Versionen gearbeitet. Bei so manchen Dingen habe ich mich nach dem Sinn der Änderungen gefragt bzw. Sachen schwer gefunden, die früher nur einen Klick entfernt waren. Aber das wird sich wohl auch noch geben. Schließlich habe ich mit den Office-Builds schon lange gearbeitet, mit Vista in Ermangelung so mancher Treiber allerdings nicht.

Und dann kommt noch was anderes hinzu: Die Erwartungshaltung ist bei Vista weit größer als bei Office 2007, schließlich wird an ersterem schon seit fast sechs Jahren gearbeitet. Auch der PR-Push von Microsoft ist bei beiden Produkten gänzlich unterschiedlich. Vista wurde stets gut kommuniziert (auch alle Streichungen an dem Produkt). Office 2007 dagegen war vor einem Jahr eine Riesenüberraschung.

Und schlussendlich spielt noch hinein, dass man 90 Prozent seiner Zeit ohnehin in einer Applikation verbringt. Daher halte ich die Diskussion Mac/Windows auch vollkommen übrig.

Vista ist fertig, und?

Windows Vista und und Office 2007 sind fertig. Jetzt wurde in Redmond erstmal ein wenig gefeiert.

Party Vista 2

Party Vista 1

Party OneNote

Aber wie geht es weiter?

  • Vista ist noch lange nicht fertig, eigentlich ist nur die Codebasis final. Nach wie vor trifft man sich im „Shiproom“, um noch verbleibende Fehler zu korrigieren. Erst in den nächsten Tagen ist man mit den Business-Versionen komplett fertig. Die Consumer-Versionen werden noch etwas länger dauern.
  • Dennoch gibt es die RTM-Builds bereits in Tauschbörsen. Zumindes hat Piratebay Links auf Bittorent-Files. Aber Achtung: Nicht runterladen, da könnten auch Viren drinnen sein!
  • Bereits in den nächsten Tagen (exakt eine Woche nach dem RTM am vergangenen Mittwoch) werden erste Entwickler die Bits von MSDN herunter laden können.
  • Gleichzeitig gehen die Bits in die Fabrik, wo die CDs gepresst und die neuen Boxen hergestllt werden.
  • Privatkunden bekommen Vista erst ab dem 30. Jänner 2007.
  • Für große Firmen (Kunden des Volumenlizenz-Programms) soll das Betriebssystem dann am 30.11. zur Verfügung stehen.
  • Ich schätze, dass sowohl von Office 2007 und Windows Vista Evaluations-Versionen ins Netz gestellt werden – noch heuer.
  • Das Beta-Programm vom Service Pack 1 für Windows Vista soll schon begonnen haben – es soll noch 2007 kommen, denn die meisten Firmen machen das Upgrade erst wenn das SP1 am Markt ist.

Jänner 2007. Warum so spät?
Daran trifft Microsoft vermutlich keine Schuld. Der Grund dafür dürfte vor allem daran liegen, dass noch viele Treiber nicht fertig sind. Die Hersteller von Computerteilen und -zubehör sind ganz einfach noch nicht so weit. Sie dürften Druck auf Microsoft ausgeübt haben, denn kein Anbieter will es sich schließlich leisten, dass seine Produkte im Elektromarkt stehen und nicht für Vista taugen.

Auch meinten die OEMs, noch ausgiebig testen zu müssen. Dell, HP & Co. brauchen Zeit, um PCs auf den Markt zu bringen, die voll auf Vista abgestimmt sind.

Ein weiterer Grund wird darin liegen, dass viele Verbindungen von Vista ins Web (in die Live.com-Dienste) noch nicht fertig sind. So ist vom Fotodienst noch keine Spur und den wird Microsoft ja wohl sicher in die RTM integriert haben.

Das nenne ich Einsatz!

Windows Vista LogoDie Microsofties in Redmond sind kurz davon, Windows Vista fertig zu stellen. Und just gab es auch noch Stromausfälle in genau den Gebäuden, wo die Entwickler werken. Dennoch schuften die weiter. Bin gespannt, ob sich die Mühe lohnt.

Beim Launch-Event am 16. November in Wien kann ich leider nicht dabei sein, eine (Tor)Tour in die Bundeshauptstadt wird mir aber wohl nicht erspart bleiben, um mir Vista zeigen zu lassen. Hoffe, es gibt sich die Gelegenheit. Bin schon gespannt, wie ein Regenschirm.

Bin übrigens grad in London, Wifi ist teuer und ich hab mir eine recht Präsentation von One’s neuem 4 zu 0 Music-Tarif gegeben. Klingt interessant – wie immer ist nicht alles koscher, wenn es um DRM geht. Mehr dazu aber später, muss jetzt einmal arbeiten.