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Zehnmal mehr machen mit Evernote

Ich habe mitunter viele Geistesblitze, die ich mir immer aufschreiben muss, damit ich sie nicht gleich vergesse. Seit einiger Zeit nutze ich ein Art „virtuelles Gedächtnis“. Jahrelang nutzte ich deshalb Microsoft OneNote. Doch die Office-Anwendung hat einen Nachteil: Sie war bis vor kurzem auf Windows-Desktops beschränkt. Mittlerweile gibt es auch eine App für Windows Phone 7 sowie eine Web-App.

Weil ich aber Windows PCs wie Macs gleichermaßen nutze, ein iPhone habe und nicht mit dem Internet Explorer surfe, war OneNote immer nur eine Lösung mit Krücken. Fündig bin ich vor gut einem Jahr bei Evernote (www.evernote.com) geworden. Leser der Kleinen Zeitung und der Tiroler Tageszeitung wissen, dass ich den Dienst bei jeder Gelegenheit empfehle. Warum? Es ist einfach nur GENIAL. Anmerkung: Ich bin nicht von Evernote bezahlt oder sonst in irgendeiner Weise verbunden.

Neben der exzellenten Website gibt es auch native Anwendungen für Windows, Macs (Link in den Mac AppStore) und alle wichtigen Handybetriebssysteme.

OneNoteEvernote
Native Windows-AppOKOK
Native Mac-App OK
WebOKOK
App für Windows Phone 7OK
App für Windows Mobile 6.xOKOK
App für iPhone/iPod touchOK
App für iPadOK
App für AndroidOK
App für BlackberryOK
App für PalmOSOK
Browser-ErweiterungenOK

.
Neben der Plattform-Unabhängigkeit gibt es noch andere Gründe für Evernote:

  • Alles ist immer und überall in sync.
  • Man kann von allen Geräten aus neben Texten auch Fotos und Audionotizen (geht auch bei OneNote) in seine Notizbücher stellen.
  • Suche: Es gibt eine hervorragende Texterkennung, man kann sogar nach Text in Bildern suchen.
  • Dank offener APIs gibt es zahllose Erweiterungen und Drittanwendungen.

Preis:

Der Dienst ist wie die Programme kostenlos – allerdings nur bis zu einer gewissen Grenze. Doch nur die allerwenigsten Nutzer werden mehr als 60 MB pro Monat an Notizen reinstopfen. Ich nutze Evernote in letzter Zeit wirklich exzessiv und komme auf gerade einmal 20 MB – trotz einiger PDFs.

Rund zwei Prozent der Nutzer bezahlen den Premium-Zugang (rund 35 Euro pro Jahr), der mehr Speicher (1 GB pro Monat) bietet und die Suche in PDF-Dokumenten möglich macht, die man in die Notizbücher ziehen kann. Darüber hinaus kann man Notizbücher auch zur Bearbeitung mit anderen teilen. In der kostenlosen Version können andere nur lesen.

Ich bezahle den Premium-Zugang – allerdings ist es eher eine Art Spende für die geniale Arbeit des Start-ups.

Kurzer Rundgang durch Evernote:

Die WebApp sowie die Programme für Mac und PC sind allesamt sehr ähnlich aufgebaut:

  1. Liste der Notizbücher
  2. Notizzettel in einem Notizbuch, Liste der Suchergebnisse oder Trefferliste für Tags
  3. Listen von Schlagworten, gespeicherten Suchen etc.
  4. Inhaltsbereich mit WYSIWYG-Editor – auch Bilder lassen sich hier einbauen und anzeigen
  5. Metadaten- und Formatierungsleiste für die Notizen

10 Tipps & Tricks für Evernote

Notizen sind der Rohstoff für meine Arbeit. Auch all jene, die mit Information zu tun haben, sollten das so sehen. Mit Evernote kann jeder viel mehr als Notizen herausholen. Hier meine zehn besten Tipps & Tricks:

1. Sprachaufzeichnungen

Gerade, wenn man unterwegs ist, fällt einem das Tippen nicht immer leicht. Der Startbildschirm der mobilen Apps (linkes Bild) ist so gestaltet, dass man einfach nur auf das große Icon tapsen muss und schon kann man mit dem Diktat (rechter Screenshot) beginnen. Genial!

Evernote zeichnet in WAV auf und geht mit dem Speicherplatz sehr sparsam um. Eine knappe Stunde verständliches Audio belegt gerade einmal vier Megabyte.

Anwendungen hierfür wären:

  • Die schnelle Notiz beim Autofahren. Ich weiß: das sollte man nicht machen. So ist es aber immer noch besser als einen Text zu tippen.
  • Interviews
  • Vorlesungen mitschneiden

2. Texterkennung in Fotos

Über die App oder am Desktop bzw. der Website lassen sich auch Bilder hochladen. Befindet sich darin Text, wird dieser per OCR automatisch erkannt. Bislang habe ich damit nur gute Erfahrungen gemacht, es klappt alles zuverlässig. Manchmal kann es jedoch ein paar Minuten dauern, bis die Zeichenerkennung drüber gegangen ist.

Anwendungen hierfür wären:

  • Gescannte Unterlagen aller Art
  • Schilder aller Art
  • Erinnerung an die gute Weinflasche bei der Party

3. Orte für Notizen

So manche Notiz ist leichter zu finden, wenn man weiß, wo man sie begonnen hat. Evernote ergänzt die Notizen – so man dies will – um die aktuelle Position. Auf Smartphones wird dafür das GPS genutzt, am Desktop lässt sich die Position manuell hinzufügen.

Anwendungen hierfür wären:

  • Konferenz-Notizen kann man so leichter nachvollziehen.
  • Wohnungs-Besichtigungen: Wo war die Wohnung noch einmal, wo man Fotos und Notizen gemacht hat?
  • Urlaubserinnerungen und -notizen sind gleich einem Ort zuzuordnen.

4. Hilfreiche Webschnipsel

Während OneNote nur den Internet Explorer unterstützt, gibt es bei Evernote Erweiterungen für jeden Browser. Bei der Installation wird das Plugin für den IE unter Windows und den Safari am Mac bereits eingerichtet. Erweiterungen für Firefox und Chrome gibt es zum Download. Wird ein Browser nicht unterstützt, kommt ein Javascript-Bookmarklet zum Einsatz.

Ein Klick auf die Symbolleiste reicht aus, um die Seite zu „bookmarken“. Will man nur einen Teil der Seite, kann man vorher den entsprechenden Abschnitt markieren und nur dieser wird übernommen.

Anwendungen hierfür wären:

  • Ausführliche Internet-Recherchen
  • Alternativen für Bookmarking-Dienste wie das von der Sperre bedrohte del.icio.us von Yahoo.

5. Mit der Power von Google

Was nützen Notizen, wenn man nicht danach suchen könnte. Zwar bietet Evernote von sich aus (in der App, am Handy und im Web) einen hervorragenden Suchdienst an. Allerdings ist einem oft gar nicht bewusst, welche Schätze sich im Notizbuch überhaupt befinden.

Die Browserplugins bieten eine so genannte „Parallelsuche“ an. Gibt man etwas in die Suchbox von Google ein, bekommt man auch Treffer aus dem Evernote-Notizbuch geliefert. Das bedeutet nicht, dass die Daten von Google indiziert werden. Das Browserplugin durchsucht gleichzeitig die Notizbücher am Evernote-Server und liefert nur eine Trefferzahl zurück. Ein Link führt dann zur Evernote Web-Anwendung, wo die betreffenden Notizen angezeigt werden.

Dazu sind ein paar Einstellungen nötig – vier Klicks um genau zu sein: Rechte Maustaste auf das Plugin-Icon » Optionen » Haken bei „Parallel Suche verwenden“ setzen » Sichern. Fertig!

Wer an einem Thema intensiv arbeitet, wird oft nach den gleichen Schlagwörtern suchen. Auch wer hin und wieder komplexere Abfragen macht, wird sich über die Speichermöglichkeit davon freuen.

Rechts neben der Suchbox befindet sich ein Dreieck. Klickt man auf dieses, öffnet sich die untenstehende Sucherweiterung. Mit einem Klick auf die Diskette wird die Suchfrage gespeichert und steht in der linken Spalte mit einem Mausklick immer bereit.

6. ToDo-Listen

Zugegeben: Am Anfang war ich skeptisch, als ich die ToDo-Listen erkundete. Auch wenn für ToDo-Listen im eigentlichen Sinne immer noch Spezialisten besser sind, gibt es dennoch Anwendungen dafür.

Am Ort, wo eine Checkbox hin soll, klickt man auf das Icon am rechten Rand der Formatierungsleiste. Alternativ kommt man auch mit Tastaturkürzeln zum Ziel: Strg+Shift+C beim Windows, cmd+Shift+T am Mac.

Welche Anwendungen wären damit möglich?

  • Einkaufslisten, die man abhaken kann
  • Packliste für den Urlaub. So weiß der bürokratische Urlauber stets, was er im Gepäck hat drinnen hat.
  • Checklisten für Veranstaltungen
  • „Normale“ ToDo-Listen – auch wenn es dafür bessere Lösungen gibt.

7. Gemeinsam statt einsam

Manchmal muss man gemeinsam an Notizen arbeiten. Wie bereits erwähnt: In der Gratis-Version kann man Notizbücher nur Read-Only anderen zugänglich machen. Beim Premium-Account ist auch ein Bearbeiten möglich.

Das Freigeben von Notizbüchern ist kinderleicht: Rechte Maustaste auf das Notizbuch » Eigenschaften » Optionen für Sharing und Zusammenarbeit anklicken.

Danach hat man zwei Möglichkeiten:

  1. Veröffentlichen (siehe Screenshot unten): Man wählt die Freigabe-Url aus und fügt eine Beschreibung hinzu. Fertig.
  2. Zusammenarbeit: Hier gibt man die E-Mail-Adresse des Kollegen ein, wählt die Freigabe art (nur ansehen oder ändern) aus und fügt eine Nachricht hinzu. Fertig!

Freigegebene Evernote-Notizbücher kann man auch der Allgemeinheit zugänglich machen. Hier könnte man das Wordpress-Plugin EverPress nutzen.

Anwendungen dafür:

  • Alle Arten der Zusammenarbeit an Texten. Als Alternative dazu (man spart sich den Premium-Account) bietet sich Google Docs an.
  • Reisetagebücher, die man bequem vom Handy aus oder in der App führen kann.

8. WordPress und Evernote

Als Blogger will ich meine Inhalte soweit wie möglich verbreiten. Praktisch finde ich daher die Möglichkeit, Webseiten als Clipping für Evernote automatisch bereit zu stellen. Auf dieser Website etwa gibt es links unter jedem Artikel ein kleines Evernote-Clip-Icon:

Klickt ein Evernote-Nutzer darauf, öffnet sich der Import-Dialog auch dann, wenn das Browserplugins nicht installiert ist. Mit einem weiteren Klick ist der Blogbeitrag im Notizbuch. Praktisch! Verantwortlich dafür ist hier hier das WordPress-Blugin WP Evernote Site Memory.

9. Von Twitter & E-Mail nach Evernote

Neben der direkten Art, Notizen einzugeben, gibt es noch zwei alternative Methoden.

Jeder Evernote-Nutzer bekommt eine @m.evernote.com-Mail-Adresse. Schickt man an diese eine Mail, kommen die Daten im Notizbuch an. Der Text im Betreff ist der Name der neuen Notiz, das @ bestimmt in welches Notizbuch es kommen soll und mit den Hashtags legt man die Schlagwörter (Tags) fest.

Achtung! Der E-Mail-Dienst streikt bei mir gerade (6.1.2011, 16:59 Uhr).

Notizen kann man auch per Twitter schicken oder weiterleiten:

  1. Man folgt dem Account @myEN
  2. Dieser folgt einem gleich zurück, was ein paar Minuten dauern kann
  3. Danach schickt man eine beliebige Direktnachricht – z.B.: „d myen hello“
  4. Als Antwort bekommt man einen Link, den man anklickt. Fertig!
  5. Fortan kann man Direktnachrichten an @myEN schicken und der Inhalt kommt in der Evernote-Inbox heraus.

10. Inbox als Standard-Notizbuch

Fügt man Inhalte in seine Notizensammlung (über Browser, E-Mail oder Twitter) hinzu, kommen alle neuen Einträge im Standardnotizbuch an. Idealerweise wählt man vorher eine Art Inbox, aus der man diese Info-Fetzen dann weiter verteilt.

Und so geht’s: Man legt ein neues Notizbuch an und wählt die Option „Als Standardnotizbuch verwenden“. Fertig!

Bonus-Tipp: Papierkorb und Versionierung

Zwei Funktionen dienen als Rettungsanker, wenn einmal etwas schief geht. Einerseits wäre da einmal der Papierkorb – erreichbar links unter den Notizbüchern. Hier kommt alles rein, was man löscht und bleibt dort so lange, bis man den Papierkorb leert.

Und es gibt eine Versionierung, man kann also immer wieder zurück zu einer alten Version der Notiz. Erreichbar ist dies über die „Notiz-Historie“.

What’s missing?

Eine rundum perfekte Sache? Fast. Ein paar Dinge gehen mir ab:

  • Passwortgeschützte Notizen, einfach zur Sicherheit.
    Update: Verschlüsselung wurde zwischenzeitlich eingeführt: Weitere Infos dazu in der Evernote Knowledgebase. Danke an Stephanie Messner für den Tipp.
  • Liste von Notizen, die man am meisten oder ganz selten angesehen hat. Das wäre eine große Hilfe beim Ausmisten, was bei Notizen von Zeit zu Zeit nötig ist.
  • Geo IP: Auch am Desktop oder Notebook wäre es fein, wenn man (so man das will) nicht manuell den Ort eingeben müsste.
  • Umwandlung von Sprachaufzeichnungen in Text
  • Tabellen im Text wären auch nett

Wer nutzt sonst noch Evernote? Zufrieden?

Office 2010 – Screenshots

Anhand der Screenshots kann man schon eine ganze Menge über die kommenden Features lernen. Hier folgen Screenshot-Galerien für alle wichtigen Office-Anwendungen.

ACHTUNG! Die Screenshots stammen von der Technical Preview. Diese Vorabversion ist noch lange nicht feature-complete!

Der Artikel wird nach und nach aktualisiert. Eine ausführliche Review folgt – wie gesagt.

Word 2010

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Office 2010 Setup

Es ist soweit! Office 2010 ist da. Zumindest die Technical Preview, die eigentlich erst für Juli geplant war ist jedoch gestern ins Web gelangt. Zumindest ein Tester der Private Beta muss eine Kopie gestreut haben. Und so ist sie über (mehr oder weniger) seriöse Quellen auch zu bekommen. Aber ACHTUNG! Der Download ist nicht legal, es besteht ein gewisses Risiko!

Zur Bedeutung von Office

Jedes Mal wenn Microsoft eine neue Windows- oder Office-Version auf den Markt bringt, bedeutet das neue Funktionen und neue Dienste. Die wahre Bedeutung eines solchen Launches kommt aus der enormen Verbreitung von Office. Ein klein wenig mehr Produktivität für den einzelnen Office-Worker wirkt sich in einem ungehören Produktivitätsschub für alle aus.

So gesehen können Launches neuer Office- und Windows-Versionen gar nicht hoch genug bewertet werden.

In den nächsten Tagen (heute geht es sich nicht mehr aus) werden hier ausführliche Reviews aller Office-Anwendungen und Screenshot-Galerien folgen. Einstweilen das Setup:

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Office 14 im Web

Lange musste man warten, bis Microsoft auch ein Office-Angebot im Web machte. Vermutlich hat man sich in Redmond damit schwerer getan als etwa bei Google, weil ein Großteil des Umsatzes von Windows und Office kommt. Aber es war eigentlich immer nur eine Frage des Wann und nicht des Ob.

Nun ist es soweit: Heute auf der PDC wurde es endlich vorgestellt.

One more thing: Office Web Apps

Was kann das WebOffice von Microsoft?
Nach offizieller Aussage sind es „lightweight versions of Office“. Ausprobieren kann man es noch nicht, aber die Demo während der zweiten Keynote war schon aufschlussreich genug, um einiges zu erahnen.

Vorerst wird es vier Office Web-Apps geben: Word, Excel, Powerpoint und OneNote. Sie alle sehen aus, als wären sie vom Featureset her umfangreicher als die Angebote etwa von Google oder anderen und einfacher zu bedienen (Ribbon inklusive). Von Powerpoint gab es keine Demo, auf der Presse-Site gibt es dennoch auch einen Screenshot. Im kurzen Intro-Video ist davon allerdings auch keine Rede.

word  excel
powerpoint  onenote

Im „Insert“-Ribbon befindet sich auch die vom normalen Office 2007 bekannten „Smart-Arts“. Auch etwas „fortgeschrittenere“ Features wie bedingte Formatierungen in Excel sind mit dabei.

Excel Online

Die Dokumente oder Teile daraus können auch in andere Websites oder Blogs eingebettet werden. Das würde etwa bei Grafiken oder Charts Sinn machen. Der Clou daran: Wenn man die Zahlen eines Diagramms in seinem Web-Office ändert, wirkt sich das auch auf eingebettete Charts aus, die dann umgehend aktualisiert werden.

Word auf Silverlight

Die Office Web Apps basieren zu einem Gutteil auf Microsofts Silverlight-Technik. Das heißt, dass auch Dinge wie Deep Zoom (das schnelle Zoomen in große Datenmengen) möglich ist. Wie man am Bild oben erkennt, stimmt selbst bei ein paar hundert Prozent noch die Auflösung.

OneNote 14 und Online-OneNote

Gemeinsames Arbeiten an Dokumenten ist damit ebenso möglich. So kann etwa ein Nutzer Dinge in der Desktop-App von OneNote (in Version 14 übrigens auch mit Ribbons) eingeben, die dann umgehend auf der Web-Version auftauchen. Auch von der mobilen Variante von OneNote (Demo auf Windows Mobile) lassen sich Dinge bearbeiten. Auch ein Handy-Foto lässt sich so ins Notizbuch einfügen.

Über die Web-Apps hat man ferner Zugriff auf alle Dokumente, die man via Mesh synchronisiert hat. Diese erscheinen nämlich auch im Office Live Workspace, der zentrale Hub der Web-Apps.

Office Workspace

Wann kommt es?
Die Office WebApps sind Teil vom kommenden Office 14 (13 wurde aus bestimmten Gründen übergangen). Zum Erscheinungsdatum hat man sich hier in L.A. noch nicht geäußert. Es könnte aber in der zweiten Hälfte 2009 soweit sein.

Noch heuer soll der Betatest (Technical Review Programm) starten. Anmelden wird man sich in Kürze auf Office Live Workspace können.

Was wird es kosten?
Dazu hat niemand etwas gesagt. Allerdings hörte man von einigen Microsofties, dass es natürlich kostenlos sein wird – allerdings wird man Werbung „ertragen müssen“. Interessant: Für Firmen wird es auch eine Bezahlvariante ohne Werbung geben.

Die Cloud ist wichtiger als Windows

Noch 18 Tage bis zur Professional Developers Conference (PDC) von Microsoft. Während alle erwarten, dass der Vista-Nachfolger “Windows 7” dort die Hauptrolle spielt, glaube ich dass es eher Microsofts Web-Strategie ist.

mannequin

Warum? Nur 22 der insgesamt 179 Sessions handeln von Windows 7, aber 33 von “Cloud Services”.

Und “Office 14”? Allgemein war erwartet worden, dass auch die künftige Office-Version vorgestellt werden könnte. Das wird aber wohl gar kein großes Thema sein, weil es gerade einmal vier Sessions dazu gibt.

Das wird die Windows-Wolke

Microsoft CEO Steve Ballmer kündigte diese Woche in London etwas ganz ominöses an: Ein Windows für die Cloud. Darin könnten alle möglichen Anwendungen laufen, die auf .net basieren. Alles, was dazu nötig sei, wäre ein Browser, der .net verstehen würde. Im Prinzip sind das die Internet Explorer 6, 7 und 8 sowie der Firefox auf Windows und Mac — jeweils mit dem Silverlight-Plugin.

Damit hätte Microsoft auch sein Online-Office, wie dieser weltexklusive 🙂 Screenshot zeigt: Word über Windows Live Mesh.

windows-cloud

Ist die Idee abwegig? Ganz und gar nicht! Microsoft hat schon einmal gemeint, Windows Live Mesh werde die Basis für alle künftigen Anwendungen — online wie offline — darstellen.

Was ist Mesh?
Im Prinzip ist es derzeit noch ein Dienst, mit dem man Dateien mit mehreren Geräten (derzeit: Windows-PCs, später auch Macs und Handys) synchronisieren kann. Der Mechanismus dahinter basiert auf einem erweiterten RSS und nennt sich Feedsync.

Wenn man sich den Mesh-Webdesktop anschaut, wird klar, dass dort nicht nur explorer-ähnliche Fenster laufen können. Die Leiste am unteren Rand des Browserfensters erinnert stark an die Startleiste von Windows und bietet exakt dessen Funktionalität: Sie verwaltet die Fenster.

Und in den Statusfenstern rechts der eigentlichen Dateifenster könnte in der kostenlosen Variante Werbung dargestellt werden.

Microsoft’s Web Office:
Was läge näher, um neben dem Mesh-Explorer auch andere Programme laufen zu lassen? Das Web-Office wäre ein Teil von Mesh. Ich glaube, dass mit Ballmers Ankündigung ein Browser-Office von Microsoft näher ist, als wir meinen. Vielleicht kommt es schon zur PDC …

Dass Microsoft schon lange was im Köcher hat, zeigt der Webpage-Creator von Popfly. Mit dabei ist der auch hier der Ribbon von Office 2007.

popfly

Bleibt noch die Frage, was Microsoft mit dem Office Live Workspace vor hat. Der wäre dann endgültig redundant und unnütz.

So sieht Microsofts Web-Office aus

Beim BarCamp Vienna gabs heute eine Session zu Popfly, Microsofts Mashup-Editor nach dem Vorbild von Yahoo Pipes. Was mach so ein Teil? Es holt sich Datenquellen, kombiniert diese und macht was Neues draus.

Beispiel: Ein RSS-Feed mit News aus dem Ort sucht sich von Flickr Fotos mit Tags der Ortsnamen und gibt einen kombinierten Feed aus.

Das Gute: Sogar ich schaffe das – dabei kann ich doch gar nicht programmieren!

Aber Popfly kann mehr: Man kann dort nach dem Modell von Google Pages einfache Webseiten machen. Ok, ich würde wohl nie meine eigene Website auf Popfly hosten. Aber die UI kann etwas.

Es ist ein Vorausblick in die Zukunft, wenn Microsoft irgendwann einmal ein Weboffice bringen will. Können tun sie’s. Hier die Screenshots:

popfly-editor1

Sieht fast aus wie Word, oder?

popfly-editor2

Auch die Ribbons aus Office 2007 sind dabei.

popfly-editor3

Und sogar an eine Vorschau der Styles ist gedacht.

Hier der Vergleich zu Google Docs.

google-docs

Wann kommt das Microsoft Web-Office?
So spät wie möglich. Wenn ein Word im Style von Popfly daher kommt, warum sollten viele noch das Produkt kaufen? In Zeiten von ubiquitärem Internet-Zugang (Wlan, Mobilfunk, bald WiMax) wird es bald möglich, bald nur noch im Browser zu arbeiten. Ich meine, das wird schneller der Fall sein, als wir denken.

Microsoft scheint darauf vorbereitet und die Gerüchte, wonach es die Codbasis für ein Weboffice schon gibt, könnte stimmen. Sie werden wohl noch so lange wie möglich darauf warten, um ihr (altes und immer älter werdendes) Geschäftsmodell zu retten.

Der Popfly-Editor zeigt aber sehr gut, wohin die Reise geht und was uns in Zukunft erwartet. Wer das ausprobieren will, kann sich anmelden. Die Popfly-Alpha ist derzeit aber noch „semi-closed“, ich kann ein paar Leute einladen – das geht dann schneller, als wenn man sich selbst anmeldet.

barcampvienna

Microsofts X-Deasaster

Mit Office 2007 änderte Microsoft das Dateiformat für seine Office-Applikationen Word, Excel, Powerpoint & Co. Nebenbei wurden auch die Dateiendungen geändert: .docx statt .doc, .xslx statt .xls und so weiter. Das neue Format, Office Open XML, soll gleich einige Vorteile bieten. Im Grunde genommen ist es eine umbenannte ZIP-Datei, die XML-Formatvorlagen und Inhalte enthält.

Das neue Dateiformat wird immer mehr zum Ärgernis für mich und wohl auch viele andere Nutzer. It’s a real pain in the a..!

Hier ein paar Beispiele:

  • Datei-Portabilität:
    Meine beste Freundin zum Kauf eines Computers zu überzeugen war schwer genug. Unlängst musste ich mich kleinlaut entschuldigen, ihr das Studentenpaket von Office 2007 eingeredet zu haben.
    Mit dem Memorystick und einem Bewerbungsschreiben bewaffnet, ging es auf den Weg zu einer Freundin. Die hatte nur weder Office 2007 noch einen Webzugang, um den Konverter herunter zu laden.
    Wie erklärt man es jemanden, der kaum Ahnung von Computern hat, dass jemand in Redmond in neuen Word-Dateien die Zukunft sieht? Der Ärger war gewaltig!
  • Microsofts Glaube an die Zukunft:
    Erst vor ein paar Tagen stellte Microsoft eine Preview für das Anfang nächsten Jahres erscheinende MacOffice 2008 ins Web. Und siehe da: Auf einigen Screenshots gibt’s noch alte Dateikennungen. Also .ppt und nicht .pptx oder .xls und nicht .xlsx. Lediglich die Screenshots von MacWord haben docx-Dateierweiterungen. Und das obwohl sie endlich auch unterstützt werden.
    macppt 
  • Konvertierungs-Programme:
    Seit wann ist Office 2007 am Markt? Für Firmen gab es das Büropaket seit Anfang Dezember 2006, Privatkunden konnten ab Ende Jänner 2007 zugreifen. Bis jetzt hat es Microsoft noch nicht geschafft, eine finale Version eines Konverters unter MacOS zustande zu bringen. Seit 31. Juli ist eine Beta der Version 0.2 (sic!) draußen! Andere Programmierer waren da schneller als der eigentliche Hersteller …
  • Standardisierungs-Panne:
    Der Software-Riese will Office Open XML als Standard bei der ISO durchbringen. Kein Wunder, hängt davon extrem viel ab. Einige Regierungsstellen in den USA haben bereits angekündigt, nur noch Software zu nutzen, das sich an Standards hält. Setzt sich das konkurrenzierende OpenDocument-Format (bekannt aus OpenOffice) durch, müsste Microsoft dieses offene Format auch unterstützen.
    Im Zuge der Abstimmungen im ISO-Gremium tauchten immer wieder Gerüchte auf, wonach Microsoft die Abstimmungen in einzelnen Ländern manipulieren würde. Dazu sollten befreundete (Partner-)Unternehmen aufgerufen worden sein, sich um eine Mitgliedschaft in diesen Gremien zu bewerben. Die Sache ging dennoch daneben – Anfang September scheiterte der Standardisierungsversuch vorerst.

Aber es gibt eine Lösung! Man kann immer noch standardmäßig das alte Dateiformat auswählen.

Dazu klickt man auf den Office-Button ganz links oben, wählt im aufpoppenden Menü ganz unten die Optionen des jeweiligen Office-Programms. Dort im Reiter kann man dann das Standard-Dateiformat auswählen.

office-einstellungen

Screen-Realestate

Immer wenn jemand gemeint hat, dass ein zweiter Bildschirm einen enormen Zuwachs an Produktivität mit sich bringt, habe ich das nie so ganz glauben können. Aber es ist stimmt. Unglaublich, wie viel schneller man ist, wenn man nicht jedes Mal Paletten in Photoshop verschieben, ständig Features hinter Fenstern suchen oder dauernd zwischen Programmen umschalten muss.

Das Ergebnis sieht man heute in meinem Blog. Arbeit hat selten so viel Spaß gemacht. By the way: That’s my office, Georg Holzers Privat-Redaktion.

My office

Office 2007 ist draußen!!!

Vorige Woche wurde die Entwicklung an Office 2007 und Windows Vista abgeschlossen. als Download über die MSDN-Library!

Aus der MSDN-Library

Kann es gar nicht mehr erwarten, die Bits in die Hände zu bekommen. Warum?

Ich arbeite seit Dezember 2005 mit den Beta-Versionen von Office und muss sagen, dass den Redmondern wirklich ein Riesen-Wurf gelungen ist. Die Benutzeroberfläche ist mutig, weil revolutionär. Es gibt keine Menüs mehr, die wurden durch den Ribbon – eine große, kontextabhängige Buttonleiste oben – abgelöst. Das Tolle: Ein Legacy-Mode ist nicht mehr vorhanden, man kann also nicht mehr zu den alten Menüs zurück schalten. Alles ist komplett neu, aber durchaus gelungen. Endlich hat es Microsoft einmal Altlasten komplett über Bord geworfen.

Office Word 2007

Office Excel 2007

Office 2007 Powerpoint

Man muss sich zwar umgewöhnen, aber das geht recht zackig. Nach ein paar Stunden will man den Ribbon nicht mehr missen. Und das Beste: Man findet alles viel einfacher. Microsoft bemerkte, dass ein Großteil der nachgefragten Features ohnehin schon im Produkt waren. Viele Nutzer fanden sie nur einfach nicht. Der Spruch: Bessere Ergebnisse in weniger Zeit dürfte völlig gerechtfertigt sein, denn die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen – seien es nun die neuen Stilvorlagen, neue Bildeffekte für eingefügte Fotos, die bedingten Formatierungen in Excel oder die vielfältigen Formen für Diagramme und Charts.

Von Vista muss ich mich erst überzeugen lassen. Auch hier habe ich schon länger mit Beta-Versionen gearbeitet. Bei so manchen Dingen habe ich mich nach dem Sinn der Änderungen gefragt bzw. Sachen schwer gefunden, die früher nur einen Klick entfernt waren. Aber das wird sich wohl auch noch geben. Schließlich habe ich mit den Office-Builds schon lange gearbeitet, mit Vista in Ermangelung so mancher Treiber allerdings nicht.

Und dann kommt noch was anderes hinzu: Die Erwartungshaltung ist bei Vista weit größer als bei Office 2007, schließlich wird an ersterem schon seit fast sechs Jahren gearbeitet. Auch der PR-Push von Microsoft ist bei beiden Produkten gänzlich unterschiedlich. Vista wurde stets gut kommuniziert (auch alle Streichungen an dem Produkt). Office 2007 dagegen war vor einem Jahr eine Riesenüberraschung.

Und schlussendlich spielt noch hinein, dass man 90 Prozent seiner Zeit ohnehin in einer Applikation verbringt. Daher halte ich die Diskussion Mac/Windows auch vollkommen übrig.