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OpenBC ist Datenschutz egal

Ich bekomme ständig Einladungen von OpenBC. Das ist zwar nichts schlimmes, was mich aber wirklich ärgert, ist der lockere Umgang mit persönlichen Daten, die deren Mitglieder praktizieren und den Gründer Lars Hinrichs auch noch ausnützen.

Wie ich darauf komme?
An jeder Einladung findet sich am Ende eine Aufzählung von Mitgliedern, die man kennen sollte. Und peng: Bei jedem E-Mail kenne ich mindestens einen der fünf genannten Personen. Einmal hat mich ein Schweizer eingeladen, der mit Sicherheit keinen Bekannten in Klagenfurt hat. Was war? Ich hab wieder Leute gekannt.

Woher die gute Trefferquote?
Ich hab natürlich keine Ahnung, wie das zustande kommt, hier eine Vermutung: Weil mich andere Mitglieder auf ihren Listen haben. OpenBC schlägt vor, dass man gleich seine ganze Outlook-Kontaktdatenbank hochlädt und so mit dem System teilt.

Was dabei rauskommt ist einfach: Ein System, ein Club oder was auch immer, das weiß, wer wen kennt. Je mehr Daten in dem System sind, desto mehr weiß das System auch über diejenigen, die gar nicht drinnen sind. Wie kommen die Leute, die mit sowas nichts zu tun haben wollen dazu, dass jeder ihr Beziehungsgeflecht – zumindest teilweise – ansehen kann. Wie komme ich dazu?

Also, liebe OpenBC-Mitglieder: Bitte löscht doch meine Kontaktdaten und die aller anderen, die nicht bei euch im „offenen Geschäfts-Club“ sind.

Wenn mich wer erreichen will: eMail und Handynummer findet sich rechts oben unter „About“. Und wer mich nicht in Google & Co. finden kann, sucht mich eh nicht.

Bloggercon zum Nachhören

Vorletzte Woche fand in San Francisco die Bloggercon statt. Nomen es omen: bei der von Dave Winer begründete „Un-Conference“ dreht sich alles ums Webloggen.

Weil es kein kommerzielle Konferenz war, gibt es auch alle Beiträge zum Nachhören. Am besten haben mir die Sessions Citizen Journalism, Making Money und Tools gefallen. Macht euch selbst ein Ohr! Und wer neugierig ist, wie es dort ausgeschaut hat, kann sich auf Flickr ein Bild machen.

Eine Europäische Partei

Hab grad im Ö1 Mittagsjournal eine interessante Geschichte gehört. Newropeans ist eine eben gegründete Partei, die sich ganz Europa verschrieben hat. Das Spannende dabei: Ihre Parteizentrale befindet sich lediglich im Web.

Newropeans wurde vom 45-jährigen Franzosen Franck Biancheri gegründet. Er ist übrigens einer der Begründer des Erasmus-Programms, mit dem bereits über eine Million europäischer Studenten im Ausland studieren konnten.

Die Partei sieht sich als Antwort zur Krise inder EU, in die die Union durch die gescheiterten Verfassungsreferenden in Frankreich und den Niederlanden gerutscht ist. Ihre Hauptanliegen: Die Demokratisierung der EU und ihrer Institutionen, mehr Bürgernähe und Transparenz. Kandidieren werden die Newropeans übrigens nur zu Wahlen zum Europaparlament, erstmals also 2009.