Beiträge

Hochzeit mit Hindernissen

Die geringste Freude an den österreichischen Neuwahlen drüfte man beim heimischen Mobilfunkbetreiber One haben. Für den bevorstehenden Markenwechsel von One auf Orange kommen sie im denkbar ungüngstigsten Moment. Das könnte Folgen haben, denn die volle Medien-Aufmerksamkeit und der gebuchte Anzeigenplatz gehören in den nächsten Wochen ganz der Politik.

Der ehemalige Haupteigentümerin von One, die deutsche E.On, wollte jahrelang ihr Aktienpaket abstoßen, fand aber keinen Käufer für den drittgrößten heimischen Mobilfunkbetreiber. Im Vorjahr war es soweit: Miteigentümer Orange (France Telecom) baute seine Anteile aus, die Private Equity-Firma Mid Europa Partners stieg mit ein.

Seitdem One mit dem iPhone wirbt, findet sich unter dem Logo der Schriftzug „Partner von Orange“. Es ist kein Geheimnis, dass der Markenwechsel unmittelbar vor der Türe steht.

Eigentlich wollte man mit der Kampagne Anfang September starten, doch dabei müsste man sich die Aufmerksamkeit mit der Politik teilen. Weil auch die Parteien auf Teufel komm raus in praktisch allen Medien werben, wird der Platz eng.

Zu viel Zeit darf sich One aber auch nicht lassen. Beginnt die Kampagne erst Ende September – also nach den Wahlen – wird die Kommunikation entsprechend schwerer. Spätestens mit dem Beginn des Handy-Weihnachtsgeschäfts – in Österreich ist das Ende Oktober – muss die neue Marke (Name, Logo, Corporate Design, Image etc.) bei den Kunden angekommen und die Verbindung zu One geschafft sein.

Zur Erinnerung: Österreich hat schon einmal einen Markenwechsel mit anschließender Vernichtung eines Milliardenwertes im Mobilfunk hinter sich: 2001/2002 übernahm T-Mobile mit max.mobil die damalige Nummer zwei. Binnen kürzester Zeit war der Name verschwunden, im allgemeinen Sprachgebrauch lebt „Max“ aber immer noch weiter.

Die anderen Mobilfunker – A1, T-Mobile (mit Telering) und 3 – werden wohl alles daran setzen, dass der Markenwechsel in die Hose geht und ihrerseits so viel Aufmerksamkeit wie möglich suchen. Glaubt man einschlägigen Kreisen, werden die Mobilfunker heuer im Herbst alles buchen, was sie an Anzeigenfläche nur irgendwo bekommen können. Eine beispiellose Anzeigenschlacht, Medien freuen dürfte, Orange aber die Show stehlen könnte.

Bleibt noch die Frage, wie sich das Kapital verhält. Mit Mid Europa Partnes ist schließlich eine Private Equity-Firma Mehrheitseigentümer. Die wollen kein langfristiges Engagement, sondern Geld sehen. Gut möglich, dass an den Gerüchten etwas dran ist, wonach One noch vor dem Markenwechsel an Hutchison – in Österreich mit 3 am Markt – verkauft wird. One-Chef Michael Krammer hat das zwar dementiert, aber alleine die Existenz solcher Gerüchte ist ein Zeichen.

Solange Mid Europa dabei ist, werden auch Investitionen für One/Orange schwierig. Weil sich am österreichischen Handymarkt ohnehin recht wenig verdienen lässt, wird es fürs eingesetzte Kapital wohl andere Prioritäten geben als den Netzausbau.

Die Krux dabei: Je mehr UMTS-Kunden ein Betreiber hat, desto mehr muss er ins Netz investieren. Das Prinzip der Zellatmung macht Mobilfunkzellen kleiner, je mehr Nutzer sich darin befinden. Währen die Lücken dazwischen ständig geschlossen werden müssen, geizt Mid aber mit dem dafür nötigen Geld …

iPhone-Tarife günster als in Deutschland

Die Angst vor anfänglich horrenden iPhone-Tarifen wie in Deutschland war unbegründet. Gut, 399 bzw. 499 Euro sind viel Geld. Aber ich denke, dass bald sehr viele iPhone-Nutzer herum laufen werden.

Hier die Tarifübersicht von T-Mobile Austria:

Tarif Classic Supreme
Inklusiv-Minuten 1000 in alle Netze 1000 netzintern
1000 ins Festnetz
1000 in andere Netze
SMS 0 inkludiert
25 Cent pro Stück
1000 inkludiert
Visual Voicemail inkludiert inkludiert
Datenvolumen 3 GB
darüber: 10 Cent/MB
3 GB
darüber: 10 Cent/MB
Aktivierungsgebühr: ?? will be updated ?? will be updated
Preis pro Monat: 39 Euro 55 Euro

Mit dabei ist bei beiden Tarifen noch die Nutzung von 165 T-Mobile Hotspots in Österreich.

Kaufen kann man das iPhone nur in 39 T-Mobile-Shops und im Web auf t-mobile.at

Ein Webserver für jedes Handy!

Drei Jahre ist es her, da bin ich in Cannes die Strandpromenade entlang gegangen und hab mir überlegt, woran ich meine Berichterstattung über die 3GSM aufhängen könnte. Ich habe dann anlässlich der weltgrößten Handymesse einen Blick in die mobile Zukunft gewagt: In fünf Jahren, so meinte ich vor drei Jahren, werde jedes Handy einen Webserver haben.

lifeblog Die Idee dazu hatte ich nach einer Präsentation von Nokias Lifeblog. Das ist eine Software, die eine Art multimediales Tagebuch führt. Alle SMS- und MMS-Nachrichten, alle geschossenen Fotos, gedrehten Videos und aufgenommenen Sound-Clips werden automatisch in einem hübschen PC-Programm gesammelt. So entsteht über die Zeit ein nettes Fotoalbum mit digitalen Ergänzungen. Organisiert wird alles in einer Zeitreihe.

Es gibt zwar Add-Ins für Blog-Tools wie Typepad oder WordPress und Fotos lassen sich auch zu Flickr schicken – aber im Grunde ist es immer noch eine Desktop-Applikation.

Fotos und Videos von der Handycam könnte man doch Freunden per RSS direkt vom Handy zur Verfügung stellen, dachte ich mir damals. Ein Webserver auf jedem Handy, das wär‘ doch was!

Und genau so etwas gibt’s jetzt. Nokia hat für seine S60-Serie eine Portierung der von MySQL, Apache und der Scriptsprache PHP angekündigt und will sie am 10. Jänner bei einem IEEE-Kongress vorstellen.

e90

In Anlehnung an das Serverpaket LAMP (Linux, Apache, MySQL und PHP) nennen die Finnen das PAMP (Personal Apache …). Laut Nokia-Ingenieuren laufe sogar das Contentmanagement-System Drupal ohne Modifikationen auf einem E90 Communicator.

In Zeiten immer größerer und günstigerer Bandbreiten wird so etwas möglich. Man darf auf die Anwendungen gespannt sein, die das mitbringen wird.

via Heise

gPhone: Handy aus dem Baukasten

Auch wenn die Gerüchte zum Schluss gestimmt haben: Google hat wieder einmal alle überrascht. Anstatt ein gPhone auf den Markt zu werfen, greift man Microsoft und Nokia frontal an. Und nebenbei ändert man auch noch die Spielregeln der Mobilfunkbranche.

Das sagenhafte Google-Phone ist kein Handy, sondern ein Baukasten namens Android. Anstatt sich mit einem einzigen Handset-Hersteller zusammen zu tun, holte man mit HTC, Motorola, LG und Samsung gleich vier Schwergewichte an Bord. Google will nicht ein gPhone, sondern tausende, meinte denn auch CEO Eric Schmidt heute bei der Präsentation der Mobilfunkstrategie. Recht hat er.

Android ist – sehr vereinfacht gesagt – eine Art Baukasten mit Empfehlungen für Hardware und kostenloser Software sein. Größter Vorteil: Es ist eine Plattform, die günstige und rasche Entwicklungen ermöglicht. Man besorgt sich einfach ein paar Leiterplatten, passt die Software an und baut ein ansprechendes Plastikgehäuse rundherum. Erste Handys sollen bereits im ersten Halbjahr 2008 erscheinen. Der SDK soll schon kommende Woche (vermutlich als Beta) untes Volk gebracht werden.

Anders als bei anderen Gadgets, könnten die Hobby-Designer diesmal gar nicht so falsch gelegen sein. So könnten die gPhones alias Andoiden tatsächlich aussehen:

gPhone “Designstudien”

Und was wird das gPhone denn können:

  • Es wird viele verschiedene Versionen geben – vom „dummen“ Smartphone bis hin zu voll ausgestattenten PDAs mit 3G-Datenfunk, GPS-Navigation und Multimedia-Features.
  • Es wird – nona – auf Linux basieren, der SDK und alle anderen Tools sollen unter GPL V2 freigegeben werden.
  • Alle möglichen Google-Dienste sollen drauf laufen. Sollen, denn wie sehr Google die Hersteller dazu verpflichten kann, steht noch auf keinem Blatt.
  • Es werden wohl sehr innovative Geräte dabei rauskommen. Geräte deshalb, weil es ja nicht immer nur Mobiltelefone sein müssen. Wer weiß, was man mit der Plattform alles anstellen kann …

Noch interessanter sind die Auswirkungen, die Android-Handys auf die Mobilfunkbranche haben könnten.

  • Die Mobilfunkbetreiber werden immer unwichtiger:
    Es ist klar, dass Google im Vordergrund stehen wird und nicht die T-Mobile & Co. Was auf sie zukommt, werden sie erahnen. Dabei sein ist alles … was sie noch tun können. In Hinkunft werden sie zu Datenspediteuren, wie es heute schon die Internet-Provider sind. Auch dort sorgen Google, Yahoo und Microsoft für den Mehrwert und die Mehreinnahmen in Form von Werbung.
  • Location Based Walled Gardens:
    Wenn es etwas gibt, das Mobilfunkbetreiber hüten, wie den Augapfel, dann sind das die Positionsdaten ihrer Kunden. Es könnte ja sein, dass damit jemand – mit Zustimmung des Endkunden – Geld verdient. Wenn, dann sollte es der Betreiber selbst sein.
    Mit diesem Mauern hat man sich selbst zuzuschreiben, dass es auch heute noch kaum location based Services gibt.
    Dass das Google Phone den Maps-Dienst mitbringt, ist so sicher wie das Amen im Gebet. Bei immer günstigeren Preisen wird auch immer öfter GPS mit an Bord sein.
    Über definierte Schnittstellen und hoffentlich auch der Zustimmung des Kunden könnten Das ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sich ein Walled Garden selbst ad absurdum führt.
  • Werbung wird sich ändern:
    Keine Frage, AdSens wird dabei sein – nona! Google ist längst schon keine Suchmaschine, sondern ein Riesen-Werbeunternehmen. Und mobil soll die ja noch besser wirken als stationär.
    Nicht nur im Mobilfunk wird sich einiges tun, auch auf den Rest der „Old Economy“ kommen große Veränderungen zu. So steigt der Druck auf alle, online und mobil Werbung zu schalten.
    Fragt sich der Nutzer wo denn die nächste Pizzeria ist, wird wohl nur zu der geleitet, die dafür auch bezahlt. Ob das auch die nächstgelegene ist, werden viele Kunden gar nicht wissen. Welche Pizzeria kann sich da erlauben, nicht mit dabei zu sein.
  • Breitseite gegen Microsoft:
    Ich getrau mich jetzt, zu wetten. Es ist nur noch eine Frage, bis Gmail, dessen Kontaktverwaltung und Google Calendar integriert werden. Das wäre ein Frontalangriff auf Microsofts Exchange-Server. Bis dann noch ein Sharepoint-Clone (Wiki) kommt, wird wohl nicht mehr viel Zeit vergehen. Google Docs wird vermutlich mit der Zeit auch nicht schlechter.
    Google positioniert sich somit auch in der Enterprise als wesentlicher Player. Für KMUs dürfte es nicht mehr lange dauern, wenn sie beim Suchmaschinenbetreiber eine passende Alternative finden.
  • Andere Handset-Hersteller:
    Sie müssen sich schon seit dem iPhone anstrengen, besser zu werden. Nokia oder SonyEricsson werden sich beeilen müssen, ihre Handsets noch netztauglicher zu machen und eventuell Partnerschaften (mit Yahoo?) einzugehen.
  • Der Preisdruck steigt:
    Wenn stimmt, was Google und seine Partner von der OpenHandsetAlliance heute in einer Telefonkonferenz verkündet haben, werden Handys in Zukunft deutlich billiger.
  • Werbung macht’s kostenlos:
    Denkt man ein wenig weiter, könnte Gratis-Mobiltelefonie absolut eine Zukunft haben.

Google in jeder Tasche, das ist mächtiger als alles, was es bislang gab. Man stelle sich vor, dass in vielen Ländern das Handy der erste Kontakt mit dem Internet darstellt. Wenn jemand mit Google aufwächst, warum soll jemand noch Yahoo oder erst recht Microsoft brauchen?

Noch mehr zum Thema/Worth reading:

100 Euro für Ortstafeln

younevercall So macht man PR! Vor einer Woche hat Google 30.000.000 Dollar für die erste private Mondlandung ausgelobt. Jetzt bietet eine kleine US-Handyfirma namens YouNeverCall ein Preisgeld von 10.000 Dollar für denjenigen, der bis zum 7. Januar 2015 den ersten Anruf vom Mond zustande bringt. Nasa und Space-Shuttle-Flüge sind ausgenommen.

Das Medienecho war global und enorm. Engadget, und Gizmodo, berichteten ebenso wie wie die kleine deutsche Microsoft-Newssite Winfuture. Die Geschichte ist erst jung, andere werden wohl sicher auch noch drauf springen.

Irgendwie ist es einfach, einen Preis auszuschreiben, den man ohnehin nie bezahlen muss. Selbst wenn bis 2015 ein privates Astronauten-Team auf dem Mond landet, werden sie für 10.000 Dollar wohl keine Basis-Station mitnehmen. Und Satelliten-Telefone funktionieren nur bei uns auf der Erde – nicht aber auf unserem Trabanten. Außerdem haben die nie beweisen müssen, dass sie das Preisgeld auch wirklich haben.

Ich schreibe auch einen Preis aus und beweise hiermit, dass ich das versprochene Geld auch wirklich habe:

Es gibt Cash bar auf die Hand! Jetzt zugreifen!

Derjenige, der bis zum 31. Dezember 2008 den Kärntner Ortstafelkonflikt löst, bekommt von mir 100 Euro. Bar auf die Hand! Für Steuern und Sozialversicherung muss der/diejenige allerdings selbst sorgen.

Wer jetzt glaubt, dass das ebenso unrealistisch ist, wie auf dem Mond zu telefonieren, mag vielleicht, möglicherweise, unter Umständen richtig liegen.

iPhone & T-Mobile: Nur ein teurer Gag

[Update:] T-Mobile hat doch Edge. Danke für die Kommentare … meint Georg kleinlaut. 

Am Mittwoch kündigte Steve Jobs in Deutschland die Einführung des iPhone bei T-Mobile Deutschland an. Warum wir in Österreich von T-Mobile noch nichts über die eventuelle Einführung von Apples iPhone bei uns gehört haben? Ganz einfach: Es wäre nur ein teurer Marketing-Gag – nicht mehr.

iphone

Würde man heuer das iPhone einführen, müsste man landesweit das lahme GPRS-Netz mit enormen Aufwand auf das kaum schnellere Edge hochrüsten – so wie es gerade O2 in Großbritannien macht. Dort will man zum Launch Anfang November angeblich 30 Prozent Coverage erreicht haben.

T-Mobile Deutschland hat ein Edge-Netzwerk, in Österreich ist A1 der einzige Betreiber, der so etwas anbieten könnte. T-Mobile hatte gute Gründe, diesen Standard zu überspringen und gleich auf UMTS zu setzen. Außerdem hat die österreichische Tochter von T-Mobile im Gegensatz zu Deutschland nur sehr wenige Wlan-Hotspots. Man müsste also viel Geld in die Hand nehmen, um dann ein paar zehntausend iPhone-Nutzern das Surfen ein klein wenig angenehmer zu machen.

Lieber Robert Chvatal! Geben Sie Ihr Geld sinnvoller aus, als für so etwas. Mit dem Ersparten könnten Sie dann die nächste iPhone-Generation – dann mit UMTS – in Österreich ein wenig günstiger anbieten. Wär‘ das ein Deal?

Ein neuer Handyanbieter …

… oder tote Frequenzen.

Ich finde, dass es extrem wichtig wäre, endlich eine Spektrum-Diskussion zu führen. Wofür werden beispielsweise all die Frequenzen verwendet, die durch die Umstellung von Analog- auf Digital-TV verwendet werden? Um das endlich starten, wollte ich ein paar Beiträge dazu an dieser Stelle machen.

Weil ich aber von Funken und so kaum Ahnung habe, musste ich mich einlesen und ein Freund hat mich dann auf eine größere Sache gestoßen: Österreich bekommt einen neuen Mobilfunkbetreiber. Richtig gelesen: Zu A1, T-Mobile/Telering, One und 3 gesellt sich eine Nummer fünf: Green Network.

Die Schweden haben im April 2006 zwei Lizenzpakete im 450MHz-Bereich gewonnen, die einst für das analoge C-Netz gebraucht wurden. Das dritte Paket ging an T-Mobile, die Republik erlöste alleine bei dieser Auktion 5,9 Millionen Euro. Die Presseaussendung von damals liest sich optimistisch:

Die Technologie, die Green Network verwendet, ermöglicht niedrigere Anwenderkosten für die Kunden und eine minimale Beeinflussung der Umwelt.
[…]
Es ist stimulierend, große Ausschreibungen zu gewinnen und wir sehen das als Bestätigung dafür an, dass unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit sehr gut ist.

Wie stimulierend das ist, müssen die Schweden aber erst beweisen, denn laut den Anlagen zum Frequenzzuteilungsbescheid (Punkt 5.2) muss man bis 1. September 2007 zumindest 311 nennenswerte Orte versorgen können. Ab 1.9.2009 dann 465. Ist das nicht der Fall, müssen Pönalen bezahlt werden: Erst drei Millionen Euro, dann fünf Millionen Euro pro Jahr.

 450mhz.gif

Hab heute mit Green Network telefoniert – es war allerdings nur der ehemalige CEO, Arvid Brandberg, erreichbar. Er war es jedoch noch, der die Verhandlungen führte. Wegen Streitigkeiten nach der Lizenzvergabe wurde lange prozessiert, erst im November 2006 endete der letzte Prozess. Aufgrund der Verzögerung und der Einsprüche wurde die Frist erstreckt, 2008 wolle man jedoch bauen.

Russen-Connection:
Hinter Green Network stehen allerdings nicht Schweden, sondern Russen. Die Firma ist zu 75 Prozent in Händen der Russian Telecom Development Corporation, die 1994 mit Hilfe von Amerikanern gegründet wurde. Die Russen – über sie findet man praktisch gar nichts – erhielten die siebente Handylizenz in Russland, die – wie dann die österreichische – auf CDMA basiert.

Vorteil des 450MHz-Spektrums:
Man braucht um den Faktor 10 bis 15 weniger Basisstationen und kann so größere Flächen versorgen. Wer erinnert sich noch an die tolle Netzabdeckung des C-Netzes, die mit wesentlich weniger Handymasten (bei allerdings weit geringeren Nutzerzahlen) erreicht wurde. Brandberg hatte ein Beispiel parat: Für ganz Schweden würden 1250 Basisstationen mit CDMA 2000/450 reichen. Für UMTS mussten alle Provider (trotz konsequentem Site-Sharing und nationalem Roaming) immerhin 15.000 Sender errichten.

Die Schweden Russen wollen damit Datendienste anbieten. Allerdings werden sie ob dem niedrigen Preisniveau in Österreich nur dann Chancen haben, wenn sie wirklich zu sehr geringen Kosten „produzieren“ und anbieten können. Wenn es wirklich gelänge, weite Flächen zu versorgen, könnten das bessere Aussichten für ländliche Gegenden sein, wo es noch keine UMTS/HSDPA-Coverage gibt.

Ob es wirklich bald einen neuen Anbieter gibt, muss sich erst zeigen. Für den Konsumenten wär’s aber nicht das schlechteste.

Und: Was kann dieses Spektrum wirklich? Sind 2 x 2,84 MHz viel/ausreichend? Für was?

"Dieser Anruf ist leider …

… nicht möglich!“ Nur schade, dass man um ein Uhr morgens ein Taxi sucht und keines anrufen kann, weil das Handynetz wieder nicht funktioniert. Weil man nicht telefonieren kann, muss man halt ewig zu Fuß gehen. Und schade, dass es immer öfter vorkommt, dass ganz normale Festnetznummern vom Handy aus nicht zu erreichen sind.

Ein anderes Beispiel: Das Handy liegt vor einem am Schreibtisch und meldet sich spontan mit einem SMS zu Wort: „Ein Anruf in Abwesenheit.“ Komisch: Es war ständig eingeschalten.

Und noch ein Beispiel: In gut der Hälfte der Klagenfurter Innenstadt-Lokale ist man nicht erreichbar.

Sind das Argumente, das Netz zu wechseln? Nicht, wenn all das zum ersten Mal vorkommt. Passiert aber nicht zum ersten Mal! Das passiert ständig.

Ausrede Auskunft der Hotline: Es gab in den letzten Wochen wegen des Schneefalls einzelne Netzprobleme … Es ist Zeit, das Netz zu wechseln! Bin verärgert!

Der Preissturz geht weiter

So schnell kann’s gehen: Vor 10 Tagen hab ich mir angeschaut, was mobiles Breitband denn in Österreich so kostet. Grund waren für mich die Preissenkungen von One und Drei. Letzte Woche folgte dann T-Mobile und *exklusive* News hier: Auch die Mobilkom wird ihre Preise senken. Ab Montag gibt’s neue Produkte. Ein Tippster hat sie mir schon vorab gesteckt. Allerdings kenne ich die die genauen Nebenbedingungen (von denen es meist viele gibt) noch nicht.

Daher hier die aktualisierte Tabelle. Die Farbskala repräsentiert den jeweils teuersten MB-Preis (rot) und den günstigsten (grün) in der jeweiligen „Gewichtsklasse“:

Preisvergleich mobiles Breitband in Ö

Interessant am Launch der neuen Tarife: Es gibt keine Abstufungen mehr (gratis für 6 Monate, dann halber Preis und schließlich der volle Tarif). Daher kann man nun auch endlich die Monatstarife halbwegs übersichtlich präsentieren.

Dazurechnen muss man noch die Kosten für die Hardware. Das Modem (USB oder Datenkarte) ist je nach Tarif unterschiedlich teuer. Auch kann ein Aktivierungsentgelt anfallen. Das beträgt je nach Betreiber 39 bis 49 Euro, bei einigen gibt’s derzeit Aktionen.

Ein Upgrade auf die neuen Tarife der Mobilkom soll möglich sein. Das kostet allerdings 99 Euro – wenn der Vertrag allerdings noch lange läuft, könnte sich das lohnen.

Preissturz beim mobilen Webzugang

Seit einiger Zeit plakatiert One sein „höllenschnelles ultra-einfaches Internet“. Gestern bekam ich eine Presseaussendung von Drei und es scheint, als ginge der Preissturz beim mobilen Internet weiter. Bin schon gespannt, wann A1 und T-Mobile nachziehen.

Auf jeden Fall wird das mobile Internet bei solchen Preisen immer mehr zur Konkurrenz vom Festnetz-DSL. Zeit für einen Preisvergleich der vier Anbieter von Handy-Internet. Bei Telering, Bob, Yesss & Co. gibt’s nichts in diesem Bereich.

mobile-web.png

Aber nichts ist bei Mobilfunkbetreibern, wie es am ersten Blick scheint. Zu viele kleine Fußnoten, zu viel Kleingedrucktes: Zeitweise (wie gerade jetzt) geschenkte Aktivierungsentgelte, Aktionen für die ersten sechs Monate, dann ist’s vielleicht noch für weitere sechs Monate billiger und erst nach dem ersten Jahr bezahlt man den vollen Preis. Bei einem Betreiber muss man auch noch unterschiedliche Preise bezahlen – je nachdem, ob man schon Kunde ist oder nicht. Dazu gibt es noch unterschiedliche Preise für die Datenkarte, die man je nach Tarif auch geschenkt bekommen kann.

Praktisch bei One: Auch wenn das Datenvolumen verbraucht ist, kann man kostenlos weiter surfen. Es wird einfach nur die Geschwindigkeit auf 56 kBit/s gedrosselt.

Für welches Netz man sich entscheidet, ist neben dem Preis noch eine Frage der Netzabdeckung und die muss jeder für sich austesten.

Achtung: So ganz stimmt die Farbcodierung übrigens nicht – schließlich sind Tarife mit sehr viel Datenvolumen immer günstiger. Aber sie bieten hoffentlich zumindest einen Anhaltspunkt. Außerdem gelten die Cent-Beträge nur, wenn man das jeweilige Paket bis zum letzten Megabyte voll ausnützt.

PS: Wer einen Preisvergleich für fixes Internet haben will, kann doch beim Internet-Rechner der AK vorbeischauen.

[Update:] Habe gerade gehört, dass der Preisrutsch weiter geht. Bei T-Mobile könnte sich was tun. Mehr am Samstag in der Kleinen Zeitung 🙂