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Was kostet mobiles Internet?

Frau geht mit Handy über die Straße (c) Nokia

Hier eine Geschichte aus der heutigen Kleinen Zeitung. Wenn ihr nichts dagegen habt, werde ich öfters eine Geschichte “cross-publishen”. Ok?

Nicht nur am iPhone werden Internet-Dienste am Handy immer interessanter. Auch neue Modelle von Nokia & Co. haben große Bildschirme, schnelle Verbindungen und sind mit kleinen Programmen erweiterbar. Mit ihnen kann man meist nur eine Aufgabe machen, das aber sehr gut – mit der Facebook-Anwendung schaut man, was die Freunde so machen, die Handy-Software kann Fotos und Videos gleich im Internet veröffentlichen oder Mini-Programme erlauben, das Online-Lexikon Wikipedia zu konsultieren. Keine Frage: Das Internet am Handy macht Sinn. Aber was kostet es?

Bei einigen Geräten kommt es gleich mit Sondertarifen – Beispiele hierfür sind etwa das iPhone oder einige Blackberries. Hier sind im Paketpreis meist schon alle Telefon-, SMS- und Internet-Gebühren enthalten. Sie sind allerdings dafür teurer.

Hat man keinen All-Inclusive-Tarif, sollte man vor der Nutzung unbedingt ein Zusatzpaket nehmen, denn ohne kann es teuer werden. Bei A1 kostet ein Megabyte (MB) 6,40 Euro. Ab dem elften MB halbiert sich der Betrag. Zum Vergleich: 50 Megabyte würden so bei der Mobilkom 192 Euro (6,40 Euro je MB, ab dem elften MB “nur noch” 3,2 Euro) kosten, im Zusatzpaket wären es nur fünf Euro. Die Tarife der anderen: Orange verrechnet 1,50 Euro je Megabyte, bei T-Mobile sind es 4,80 Euro.

Manchmal gratis

Löblich: Bei jedem Sprachtarif von „3“ gibt es 100 Megabyte zum Handy-Surfen dazu. Orange spendiert 50 MB jedem jungen Kunden unter 27 Jahren in einem der Young-Tarife. Geschenke gibt es auch bei Telering und T-Mobile: Wer sich für die Pakete entscheidet, bezahlt zwar zwei Monate lang keinen Grundpreis, muss sich aber zwölf Monate für das Paket verpflichten. Beim kleinsten mobilen Breitband von A1 bindet man sich für 24 Monate, wenn man es als Option mitten in der Vertragslaufzeit dazunimmt. Ansonsten gilt in der Regel: Wer sein Handy mitten in der Laufzeit mit einem Internet-Paket aufbessert, kann dieses auch binnen eines Monats wieder los werden.

Apropos Pflicht: Am besten entscheidet man sich gleich bei Vertragsabschluss oder -verlängerung für ein solches Paket. In den meisten Fällen sinkt dadurch der Gerätepreis deutlich.

Richtig dimensioniert

Es gibt Pakete für jeden Geschmack – von ganz klein bis ganz groß. In diesen Preisvergleich gingen nur Tarife mit unter einem Gigabyte ein. Stellt sich die Frage: Wie viel braucht man denn überhaupt?

Grundregel: Wer E-Mails empfangen will, ein wenig surft und das eine oder andere Foto oder Video ins Netz stellt, wird mit 50 bis 100 Megabyte im Monat das Auslangen finden. Besser, man nimmt ein kleineres Paket, als man bezahlt für etwas das man nicht braucht. Gerade am Anfang sollte man ohnehin den Datenverbrauch im Auge haben. Abfragen kann man das im Kundenbereich auf der Website des jeweiligen Anbieters.

Wer drauf kommt, mit der gewählten Datenmenge nicht auszukommen, kann jederzeit auf ein größeres Paket umsteigen. für den Umstieg auf einen kleineren Tarif werden Gebühren fällig.

Ein Spartipp zum Schluss: Wer E-Mail am Handy nutzt, kann auf teure MMS-Nachrichten gänzlich verzichten. Die Qualität der Bilder ist per Mail zudem besser, weil sie vor dem Versand nicht genau so stark zusammen geschnitten und komprimiert werden wie bei SMS der MMS.

Tabelle Preisvergleich mobiles Internet

Websites der Betreiber in Österreich:

Android: Jetzt geht's los!

android-marketEiner meiner Kritikpunkte am T-Mobile G1 (neben Hard- und Software im Betastadium) war das Fehlen von Bezahlprogrammen. Das ist nun bald vorbei. Am Freitag kündigte Chric Chu am Android Developer Blog an, dass es ab kommendem Mittwoch erste Bezahlprogramme im Android Market geben wird.

Vorerst können nur Entwickler aus den USA und UK ihre Apps einreichen. Entwickler aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Spanien werden Ende März in den Store gelassen. Die Apps sollten in den nächsten Wochen aber weltweit abrufbar sein.

Hier die groben Fakten:

  • Bezahlt wird logischerweise mit Google Checkout.
  • Die Preise können in den USA zwischen 99 Cent und 200 Dollar betragen. Für Großbritannien 50 Pence bis 100 Pfund. Die Preise können in dieser Bandbreite beliebig verändert werden. Einmal raufgeladene Gratis-Programme dürfen nicht kostenpflichtig gemacht werden. In so einem Fall muss der Entwickler eine neue Anwendung einreichen.
  • Rücktrittsrecht: Käufer können binnen 24 Stunden vom Kauf zurück treten. Erst nach Ablauf dieser Frist wird die Kreditkarte belastet. Irgendwie toll — das sollte ausreichen, um ein Programm ausgiebig zu testen.
  • Umsatzaufteilung: Die Entwickler bekommen laut Cnet 70 Prozent des Umsatzes. Auch Apple hat diesen Share, wer Programme für den Blackberry entwickelt, bekommt 80 Prozent.

Gratis ist zwar gut, aber kostenlose Programme sind nicht immer als solche, für die man bezahlen muss. So würde es nie etwas geben, wofür Sublizenzen fällig wären: etwa GPS-Navigations-Software (an TeleAtlas, Navteq & Co.) oder eine dringend nötige Exchange-Anbindung (an Microsoft).

Android könnte, wie bereits erwähnt, eine große Zukunft vor sich haben. Die Einführung von Bezahlprogrammen ist ein Schritt dort hin.

mwc

Und schon kommende Woche darf man beim Mobile World Congress in Barcelona die eine oder andere Hardware-Premiere erwarten. Ich bin dort und halt euch am Laufenden! Hasta luego!

Das G1 zurücksetzen

Was tun, wenn ein T-Mobile G1 seinen Eigentümer wechselt? Wie bei jedem Handy sollte man es vorher komplett löschen, einen Reset durchführen. Es gibt auch andere Gründe, warum man ein Handy wieder in den Fabrikszustand zurück setzen will.

Weil ich meine G1 grad zurückschicke, wollte auch ich das machen. Doch: Wie geht das?

g1-reset

  1. G1 ausschalten.
  2. 20 Sekunden auf das Haus und die Beenden-Taste drücken.
  3. Danach erscheint ein gelbes Rufzeichen. Jetzt gleichzeitig Alt-W drücken.

Alternativ dazu gibt es hier noch andere Befehle:

  • Alt-S: Zum Softwareupdate – auf der SD-Karte sollte sich das Update-File befinden
  • Alt-L führt zu einem Menü
  • Home und Zurück führt einen Reboot durch

Enjoy your G1!

T-Mobile G1: Das Anti-iPhone

Gemeinsam mit anderen Austro-Bloggern (Barbara, Helge, Luca, Martin, Max, Michael, Peter, Ritchie und Robert) darf ich das T-Mobile G1 (das erste Handy mit Googles Android-Betriebssystem) exklusiv vorab testen. Meine und deren Reviews könnt ihr auf mobileblogger.at lesen.

Weil ich in letzter Zeit zu gar nichts komme, aber dennoch bloggen sollte, lest ihr hier eine etwas adaptierte Geschichte, die ich eigentlich für die Kleine Zeitung und die Tiroler Tageszeitung geschrieben habe. Enjoy!

fazit-hd

Knapp eineinhalb Jahre nach der Ankündigung Googles, ein eigenes Handybetriebssystem („Android„) zu entwickeln, ist das erste Handy endlich bei uns angekommen. Wie schon fürs iPhone sicherte sich T-Mobile die exklusiven Vertriebsrechte für das G1.

Was mich stört

Der erste Eindruck ist ernüchternd: Hersteller HTC hat vieles falsch gemacht, Googles Betriebssystem und einige Anwendungen wirken hier und da noch unfertig. Es gibt keinen Stecker für normale Kopfhörer, Programme lassen sich nicht beenden und saugen so den Akku schnellstmöglich leer, die Tastaturbeleuchtung ist nur in der Nacht hilfreich – am Tag sind Buchstaben schwer zu erkennen. Das G1 ist zwar solide gebaut, das viele Plastik wirkt optisch wenig ansprechend. Und den spielerischen Umgang mit den Fingern, wie man ihn vom iPhone kennt, muss das Google-Handy noch lernen.

Speziell der Kopfhöreranschluss stört mich. USB? Com'on!

Bindung an Google

Positiv fällt auf, dass bei den Chips nicht gespart wurde, es reagiert recht flink. Zudem bietet es alle Funktionen, die man von einem aktuellen Smartphone erwarten darf: GPS-Empfang, ein wirklich gutes UMTS-Modul und Bluetooth-Funk. Eine Speicherkarte mit zwei GB Kapazität wird mitgeliefert.

Um das G1 nutzen zu können, braucht man einen Google-Account. Ein Datenabgleich mit dem PC ist nicht vorgesehen – Kontakte, Mails oder Termin kommen von Google-Servern. Die Einrichtung ist denkbar einfach: Die Eingabe der Gmail-Adresse und des Passwortes reicht.

Einfache Einrichtung

Für Nutzer mit hoher Priorität auf Datenschutz wohl ein K.O.-Kriterium. Außerdem: Man stelle sich vor, Microsoft würde seine Windows-Mobiles an ein Hotmail-Konto binden – da wär‘ was los!

Großartige Plattform

Die größte Stärke der Google-Plattform liegt – wie auch Max schreibt – in der Software, die wirklich alles ermöglicht. Jedes einzelne Programm – selbst die Telefon- oder SMS-Anwendung – wird sich (zumindest theoretisch) austauschen lassen. Gefällt einem die Bindung an Googles Mail- und Kalenderdienst nicht, ersetzt man diese ganz einfach durch andere Programme. Was am iPhone nicht geht oder Apple dafür verbietet, werden Android-Handys spielerisch können. Mehr als 700 Programme und Spiele stehen derzeit zur Verfügung.

Die Programmierung erfolgt mit Java, die Portierung (hab ich mir sagen lassen) von Anwendungen soll recht einfach sein.

Weil es im Android-Markt (Programm zum Anwendungs-Download) noch keinen Bezahlmechanismus gibt, sind alle Programm derzeit noch gratis. Firmen-Software – etwa zum Empfang von eigenen Mail-Servern (Exchange) – bleibt daher derzeit außen vor.

Und auch sonst muss an einigen Programmen noch gearbeitet werden. So ist die Maps-Anwendung am iPhone (geschrieben von Apple-Entwicklern) weit besser als jene von Googles Programmierern.

maps

Einige der vielen Gratis-Programme stürzen ab und zu ab oder geben den Speicher partout nicht mehr frei. In der Folge wird der Akku sehr schnell leer. Apropos: Zumindest einmal am Tag muss das Gerät bei normaler Nutzung an die Steckdose. Aber daran haben wir uns ohnehin schon gewöhnt.

Möglich, dass auch das per Software-Update besser wird. Die erste Aktualisierung mit dem Codenamen „Cupcake“ (Versionssprung von 1.1 auf 1.5) soll unmittelbar vor der Türe stehen.

Neun Hersteller

Das G1 ist erst der Anfang. Vom 16. bis 19. Februar findet die weltgrößte Handymesse (Mobile World Congress) in Barcelona mit einem Feuerwerk neuer G-Phones. Insgesamt neun Hersteller befinden sich in der Open Handset Alliance – neben HTC sollen auch SonyEricsson, Motorola, Samsung, Asus oder LG Android-Mobiltelefone bringen. Und der G1-Nachfolger G2 könnte schon im Frühjahr erscheinen. Aber auch andere Geräte könnten bald mit Android betrieben werden. Garmin will das Betriebssystem künftig für Navigationsgeräte nutzen.

Für wen ist das G1 ein Muss? Für alle echten Technik-Fans, die mit kleineren Mängeln bei der Hardware leben können. Softwareseitig reift es gerade und wird sicher immer besser. Genau daher lohnt sich das Warten auf kommende Geräte.

Das iPhone nano kommt sicher (noch nicht)

Morgen um 18 Uhr unserer Zeit ist es wieder soweit: Die Keynote zur Macworld Expo geht in San Francisco über die Bühne. Erstmals wird sie aber nicht Steve Jobs halten, sondern Phil Schiller. Jobs, der heute erstmals das Schweigen über seinen Krankheitszustand gebrochen hat, sei einstweilen gute Besserung gewunschen.

Nachdem die „Stevenote“ heuer beim letzten Apple-Auftritt bei der Macworld ausfällt und der Apple-Kronprinz Schiller einen guten Einstand braucht, wird es wohl nicht bei 08/15-Ankündigungen bleiben. Leo vom fscklog hat eine gute Zusammenfassung der letzten Spekulationen:

  • Runderneuerte Mac minis und iMacs sowie das 17″-MacBook Pro im neuen Unibody-Alu-Gehäuse
  • Software: iWork und iLife sind überfällig, vielleicht kommt auch das Cloud-Office von Apple. Wenn man sich Mobile.me mit all seinem Javascript anschaut, könnte das schon sein. Außerdem sollte Snow Leopard (MacOSX 10.6) gezeigt werden.
  • iPhone-Neuheiten: Realistisch ist ein 32-GB-Update, aber das iPhone nano erwarte ich diesmal noch nicht.
  • Unrealistisch aber für möglich halte ich ein Mac-Tablet.

Auch wenn ich nicht glaube, dass jetzt ein zweites, „kleines“ (nicht unbedingt physisch, sondern im Sinne von abgespeckt) iPhone vorgestellt wird, wird es kommen. Irgendwann, das ist nur eine Frage der Zeit!

Warum ein iPhone „nano“?

  • Viele potenzielle Käufer wollen keine hohen Vertragsgebühren bezahlen.
  • Einigen ist das aktuelle Modelle zu groß und schwer
  • Bei manchen spielt Psychologie mit, weil sie schon zu oft gesagt haben, dass sie kein iPhone wollen würden, obwohl das jedoch der Fall ist. Ein neues Modell gäbe ihnen einen Ausrede.
  • Apple bedient mit seinem Handy nur ein einziges Kundensegment. Wäre es auch in anderen Segmenten präsent, würde man höhere Marktanteile erringen und anderen Herstellern das Leben noch schwerer machen
  • Mittlerweile sind die Produktskosten des iPhone 3G laut iSuppli stark gesunken. Im vergangenen Juli betrugen sie nur noch 173 Dollar (111 Euro). Marketing, Vertrieb und Entwicklung sind da freilich nicht eingerechnet. Ein neues Modell wäre durch integriertere Chipsätze oder Weglassen von Features noch günstiger zu fertigen.
  • Der wichtigste Grund: Apple könnte Millionen Stück mehr verkaufen, wenn iPhones so verkauft werden würden wie iPods. Ungebunden für 300 Dollar/Euro wären alle glücklich. Die Anbieter könnten es immer noch bei freiweilliger Vertragsbindung subventionieren.

Wie würde ein iPhone nano aussehen?

  • So nicht!
    Die Mockups, die seit Wochen im Internet kursieren, zeigen ein iPhone, das einfach um ein Drittel bis ein Viertel kleiner ist. Dieses Größenverhältnis ist jedoch unrealistisch, weil die Software-Tasten undrückbar nahe beisammen liegen würden.iphone nano, gefunden bei MacRumors.com, (c) niemand :-)
  • Rein äußerlich wird es die gleiche Formensprache vom iPhone verwenden, vielleicht würde das „kleinere“ Modell ein wenig billiger (aber nicht billig) wirken. Gut möglich aber, dass Apple etwas ganz Neues bringt und etwa das, in den USA beliebte Klapphandy komplett neu definiert.
  • Features: Verzichtbar für eine abgespeckte Variante wäre GPS und HSDPA-Datenfunk. Hauptklientel wären schließlich Kunden, die nicht unbedingt das Schnellste und Beste haben wollen.
  • Speicher: Damit Apple auch Apps und Musik/Videos verkaufen kann, wird es wohl nicht weniger als acht GB geben. Außerdem: Nand-Flash kostet heute eh kaum etwas.

Wann wird es kommen?

  • Auf der WWDC:
    Eine Ankündigung jetzt und der Verkaufsbeginn im Sommer ist unrealistisch. Schon bei der letzten Macworld warteten alle vergeblich auf die 3G-Version, die dann im Juni kam. Relistischerweise wird es wieder auf der Worldwide Developer Conference (WWDC) im Mai/Juni 2009 gezeigt.
  • Partnerschaft mit AT&T:
    Am 29. Juni 2007 war der Verkaufsstart für die erste Version. Die alles entscheindende Partnerschaft von Apple mit AT&T lief ursprünglich über zwei Jahre und hätte im Sommer 2009 auslaufen sollen. Vergangenes Jahr wurde sie aber um ein Jahr bis 2010 verlängert. Ab diesem Zeitpunkt kann Apple seine iPhones verkaufen, wie es will – offen wie iPods.
    Die Verträge sind geheim, nichts drang darüber aus den beiden Häusern. Fraglich ist auch, ob die Exklusiv-Verträge jeweils für ein Modell gelten oder für alle Produkte mit der Bezeichnung iPhone.

Nichts desto trotz: Heuer gibt es eine Modellpflege – ob bei AT&T, T-Mobile oder überall – es wird ein „kleines“ iPhone geben. Vielleicht aber kommt ein neues Super-iPhone und die aktuellen werden als Billig-Modelle weiter abverkauft. Was meint ihr?

Roaming: Dein Abgeordneter entscheidet

Abgesehen davon, dass wir (kleine Österreicher) von der globalen Finanz- und Bankenkrise ohne EU und Euro ganz anders aussehen würden, gibt es noch einen zweiten Grund, der Europäischen Union dankbar zu sein: Sie nimmt sich des leidigen Roaming-Problems an.

EU-Flag (cc) rockcohen

Letzte Woche beschlossen die Telekom-Minister der Union ein ziemlich umfangreiches Paket, das viele Erleichterungen für Handykunden mit sich bringt:

  • Höchstpreise für den Versand einer SMS-Nachricht im Ausland ab 1. Juli 2009 von 11 Cent (plus USt. macht das 13,2 Cent). Geklärt wurde auch noch, dass der SMS-Empfang auch im Ausland weiter kostenlos bleibt.
    Das bedeutet, dass es im Ausland oft sogar billiger ist, als im Inland, wo bei Überschreitung der Paketmengen meist 25 Cent verlangt wird.
    Der SMS-Großhandelspreis für die Betreiber untereinander wird bei vier Cent (exkl. USt.) gedeckelt.
  • Mehr Transparenz: Wenn man ins Ausland fährt, muss man mittels einer automatischen Nachricht über alle Roaming-Tarife im jeweiligen Netz aufgeklärt werden.
    Ab Sommer 2010 muss jeder Kunde im vornhinein angeben können, wie viel die Roaming-Rechnung höchstens betragen darf. Bei Erreichen des gewählten Limits wird das Handy deaktiviert. Eine Maßnahme, die nicht nur gegen Überraschungen sondern auch im Falle eines Diebstahls schützen soll.
  • Datenroaming: Hier wurde der Großhandelspreis mit einem Euro je Megabyte gedeckelt. Man darf gespannt sein, ob hier auch die Endkundenpreise fallen werden und ob es tatsächlich zu mehr Wettbewerb kommt. Die Betreiber sagen ja immer, dass eine Deckelung der Großhandelspreise genau dafür sorgt.
  • Sekundengenau: Die Abrechnung aktiver und passiver Roaming-Gespräche muss künftig in Sekundenschritten erfolgen. Das könnte Anrufe im EU-Ausland sogar billiger machen als im Inland. Für aktive Gespräche im Ausland darf der Anbieter immer zumindest 30 Sekunden für den Gesprächsaufbau verrechnen.

Was muss noch geschehen, damit das pünktlich zum 1. Juli 2009 umgesetzt werden kann?
Nach der Absegnung im Ministerrat, muss es noch durch das Europäische Parlament genehmigt werden. Die Beschlussfassung fällt voraussichtlich in der Plenarsession vom 12. bis 15. Jänner 2009.

Bereits vor zwei Jahren wurde eine Deckelung der Preise fürs Datenroaming beschlossen. Die Absenkung soll bis 2012 jedes Jahr fortgesetzt werden. Nicht so wie 2007 und 2008 gelten die günstigeren Preise ab kommendem Jahr schon vor der Urlaubs-Hochsaison (jeweils ab 1. Juli). Preise ohne inkl. 20 Prozent Umsatzsteuer:

roaming-calls

Mehr über die Roaming-Regulierung der EU-Kommission gibt es hier: ec.europa.eu/roaming.

Appell an die EU-Abgeordneten Österreichs:
Die Roaming-Lobby in ganz Europa will das allerdings nicht so weiter gehen lassen. Folgenden Absatz habe ich heute als Presseaussendung bekommen.

mobilkom austria hat die Roaming-Preise in den letzten Jahren dramatisch gesenkt, was auch von der EU-Kommission lobend erwähnt wurde. Österreich ist ein Tourismus-Land, in dem deutlich mehr Gäste aus EU-Ländern telefonieren als Österreicher im EU Ausland und ist daher von der Regulierung deutlich stärker betroffen als andere Länder. Alexander Zuser richtet deshalb einen Appell an alle heimischen EU-Parlamentarier: „Die heimische Branche hat eine Vorreiter-Rolle in Europa. Es muss unser gemeinsames Ziel sein, diesen Status beizubehalten und Regulierung nicht nur unter dem Aspekt kurzfristiger Senkungen von Einzel-Preisen zu verstehen, sondern als langfristige Maßnahme zur Absicherung eines gesunden Wettbewerbes.“ Mehr davon auf der ORF Futurezone.

Was die Mobilkom kann, können auch wir normale Bürger. Wir sollten an unsere Abgeordneten appellieren, sich von der Roaming-Lobby nicht beeindrucken zu lassen. Hier die Websites aller österreichischen Abgeordneten:

Abgeordneter Web E-Mail
Herbert Bösch (SPÖ) www.herbertboesch.at herbert.boesch@europarl.europa.eu
Wolfgang Bulfon (SPÖ) wolfgang.bulfon@europarl.europa.eu
Harald Ettl (SPÖ) www.harald-ettl.at harald.ettl@europarl.europa.eu
Othmar Karas (ÖVP) www.othmar-karas.at othmar.karas@europarl.europa.eu
Jörg Leichtfried (SPÖ) www.joerg-leichtfried.at joerg.leichtfried@europarl.europa.eu
Eva Lichtenberger (Grüne) eva.lichtenberger@gruene.at
Hans-Peter Martin (fraktionslos) www.hpmartin.net office@hpmartin.net
Andreas Mölzer (FPÖ) www.andreas-moelzer.at a.moelzer@aon.at
Hubert Pirker (ÖVP) www.hubert-pirker.at hubert.pirker@europarl.europa.eu
Christa Prets (SPÖ) christa.prets@europarl.europa.eu
Reinhard Rack (ÖVP) reinhard.rack@europarl.europa.eu
Karin Resetarits (Liberale) www.karinresetarits.at karin.resetarits@europarl.europa.eu
Paul Rübig (ÖVP) www.ruebig.at paul.ruebig@europarl.europa.eu
Karin Scheele (SPÖ) www.karinscheele.at karin.scheele@europarl.europa.eu
Agnes Schierhuber (ÖVP) www.agnes-schierhuber.at agnes.schierhuber@europarl.europa.eu
Richard Seeber (ÖVP) www.richard-seeber.at richard.seeber@europarl.europa.eu
Hannes Swoboda (SPÖ) www.hannes-swoboda.at hannes.swoboda@spoe.at
Johannes Voggenhuber (Grüne) johannes.voggenhuber@gruene.at

Die deutschen Abgeordneten finden sich übrigens hier: http://www.europarl.de/parlament/abgeordnete/auswahl_bundesland.jsp

Hinterfragenswert: Die Roaming-Lobby [Update 2]

Gestern fand sie also statt, die große Roaming-Podiumsdiskussion der heimischen Mobilfunkbetreiber. Logischerweise folgte eine Presseaussendung: „Studie belegt: EU Roaming-Regulierung gefährdet Telekommunikations-Standort Österreich“.

In der selten langen Aussendung wird darauf eingegangen, wie sehr die sinkenden Roaming-Preise Österreich schaden:

  • Da ist von Preisobergrenzen die Rede, die stark gesunken sind.
  • Die Umsätze im ersten Halbjahr wären um 37,4 Prozent zurück gegangen.
  • Da wird beklagt, dass die Roaming-Minuten gleichzeitig nur um vier Prozent angestiegen sind.
  • Bedrohend stark würden die Investitionen sinken: minus 41,2 Prozent.
  • und vieles vieles mehr.

Ohne diese Studie zu besitzen sind lobenswerterweise nur wenige Medien auf diese Lobby-Veranstaltung hereingefallen. Einzig – und das schmerzt umso mehr – das Ö1-Mittagsjournal brachte dazu eine „Belangsendung“.

Ich habe versucht, die Studie vom Prof. Dr. Jörn Kruse von der Bundeswehr-Universität Hamburg zu bekommen. Geschickt wurde mir lediglich ein dürftiges PDF mit der Präsentation, die mehr Fragen aufstellte, als sie beantwortet wurden.

roaming

Meine Fragen hat es in keinster Weise beantwortet. Im Gegenteil: Ich bezweifle die Seriosität der Studie. Jeder Wissenschaftler, der sich dieses Themas annimmt, muss sich zumindest folgende Fragen stellen und diese in einer seriösen Roaming-Studie auch beantworten.

[Update1]: Mittlerweile habe ich Antworten von T-Mobile bekommen. Auf Reaktionen wirkliche Erklärungen und Anworten der Mobilkom oder Orange bzw. die Studie von Prof. Kruse warte ich jedoch weiter.

  • Umsatzaufteilung:
    Wie ist die Aufteilung der Roaming-Umsätze (EU- und Nicht-EU-Ausländer im Inland/Inländer in der EU/Inländer außerhalb der EU)? Erst wenn man das beantwortet hat, kann man von – durch die EU verordneten – Verlusten aus dem Roaming-Geschäft beziffern?
    T-Mobile: Die genaue Aufteilung der Roaming Umsätze der jeweiligen Betreiber wird nicht bekannt gegeben – die Studie von Herrn Prof. Kruse schildert hier einen sehr guten Branchenüberblick (auch wenn 3 nicht vertreten ist).
  • Wettbewerb um Firmenkunden:
    Wie groß ist die Umsatzminderung aufgrund von Rabatten an Firmenkunden? Großkunden bezahlen innerhalb wie außerhalb der EU weit weniger als Normalkunden und in letzter Zeit hat sich der Wettbewerb um die größten Firmenkunden stark auf das Roaming verlagert. In den USA bezahlt ein mir bekannter Großkunde bei einem großen Betreiber beispielsweise nur 18 Cent (netto, aktiv wie passiv).
    T-Mobile: Die Preisgestaltung obliegt den jeweiligen Anbietern. Wenn Die einzelnen Betreiber individuel zugeschnitte Pakete für gewissen Kundengruppen schnüren, obliegt das betriebswirtschaftlichen Überlegungen und geschieht aus freien Stücken.
  • Wettbewerb im Inland:
    Wie hoch sind die Umsatzminderung aufgrund des Wettbewerbs im Inland? Höher als beim Roaming? Sollte man sich nicht deshalb Sorgen um die Investitionen machen? Nach meinen Berechnungen betrug der Umsatzverlust der Mobilkom im Vorjahr beim Roaming nur 0,5 Prozent des gesamten Umsatzes und er liegt auch heute sehr wahrscheinlich noch über dem Niveau von 2005.
    T-Mobile: Die Umsatzminderung ist hoch, doch resultiert sie aus einer gesunden Wettbewerbssituation (Anmerkung: aus dem Kommunikationsbericht der RTR 2007 folgt, dass z.B. 2007 der Umsatzrückgang 5 % im Vergleich zu 2006 betragen hat, auf Vorleistungsebene um 14 %, hauptsächlich verursacht durch Regulierungsmaßnahmen (Roaming und Terminierung)). Diese Umsatzminderung prangern wir auch nicht an und sie ist ja auch im Sinne der österreichischen Kunden und wirkt sich auch positiv auf die Inflationsrate aus.
  • Die wahren Kosten:
    Wie hoch sind die Kosten fürs Roaming überhaupt unter den Netzbetreibern? Meiner Meinung nach lässt sich dieses Thema erst seriös erörtern, wenn auch diese Zahlen am Tisch sind. Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten im Verbund der großen Konzerne (Vodafone, T-Mobile, Orange etc.)?
    T-Mobile: Innerhalb der EU gelten die regulierten Vorleistungs-Sätze, mit ausgewählten Partnern werden noch zusätzlich Rabatte vereinbart.
    Ausserhalb der EU gelten die dieselben Roamingkosten-Sätze wie zuvor, hier werden auch mit ausgewählten Partnern Rabatte vereinbart.
  • Datenroaming:
    Wie rechtfertigt man die exorbitant hohen Kosten? Ich wünsche Viviane Reding alles Gute, auch hier die Sache zu regulieren.

Wurde hier ein Gefälligkeitsgutachten geschrieben? Das heißt nicht, dass das der Fall ist. Aber der Eindruck könnte durchaus entstehen. Eine Antwort auf meine Fragen an Herrn Prof. Kruse stehen ebenfalls noch aus.

Mir drängt sich außerdem der Eindruck auf, als würde die Branche nur deshalb so laut jammern, weil sie gewaltige Spannen beim Roaming verliert.

Lobenswert finde ich dagegen Drei, die nicht an der Veranstaltung teilnahmen und gestern per Presseaussendung mitteilten: 3 plädiert für internationales Roaming ohne Angst. Also: Legen wir alle Zahlen auf den Tisch und diskutieren wir über Kostenwahrheit. Wenn ich dann drauf komme, falsch zu liegen, bin ich der erste, der höhere Roaming-Kosten unterstützt!

[Update]: Man freut sich immer wieder, wenn man etwas von Europa-Parlamentariern hört. Paul Rübig meldete sich laut FuZo dazu ebenfalls zu Wort:

Die Betreiber würden immer noch „gesunde Gewinne“ durch Roaming erzielen, teilte Rübig in einer Aussendung mit: „Die Roaming-Regulierung erlaubt den Unternehmen eine Gewinnmarge von 60 Prozent. Das ist viel höher als bei anderen Diensten, und zudem gibt es noch genügend Spielraum für Wettbewerb.“ Es liege ganz alleine an den Netzbetreibern und ihrer Unternehmenspolitik, so Rübig.

Fünf Fragen an die Mobilfunker

Am Donnerstag gibt es in Wien ein Gipfeltreffen der Mobilfunker. Um 16 Uhr gibt es eine Podiumsdiskussion im Wiener Hotel Le Meridien. Mit dabei sind:

Das Thema: „EU Roaming-Regulierung gefährdet Telekommunikations-Standort Österreich“

Schade, dass ich da nicht dabei sein kann, denn ich hätte auch ein paar Fragen zu dem Thema. Die stelle ich schon einmal hier am Blog – vielleicht kommt ja eine Antwort in den Kommentaren dazu …

  1. Wieso zahlt man als Privatkunde für eine Minute in den USA 2,40 Euro, wo man als Firmenkunde etwa bei der Mobilkom dieselbe Leistung für unter 20 Cent (netto versteht sich) nachgeschmissen bekommt?
  2. Wie rechtfertigt man die exorbitanten Preise für Daten-Roaming? Wieso werden selbst in Nachbarländern noch weit über zehn Euro für ein Megabyte fällig und wieso muss man in den USA dafür immer noch bis zu 20 Euro bezahlen?
  3. Wozu gibt es internationale Netzwerke? Wieso muss ich beispielsweise bei T-Mobile in den USA selbst im Wlan horrende Roaming-Fees bezahlen? Warum ist es für Mobilkom-Kunden bei VIPnet in Kroatien so viel teurer als hierzulande, wo doch beide Firmen im Konzern sind? Wie groß war Ihr Schock, als Sie von 3 Like Home gehört haben?
  4. Hätte sich bei den Sprachtarifen im EU-Ausland irgendetwas getan, wenn nicht die EU eingeschritten wäre?
  5. Finden Sie die Preise gerechtfertigt?

Ich bin oft im Ausland und habe nicht die Gnade, dass irgendwer meine Handyrechnung bezahlt. Und ob ich will oder nicht – ich muss oft nach Österreich telefonieren. Ich muss Texte durchgeben, mit Ressortverantwortlichen sprechen und vieles mehr. Wäre schön, wenn Sie das auch einmal selbst blechen müssten – natürlich im Verhältnis zu Ihrem Einkommen. 200 Euro sind für mich nämlich weit mehr als für Sie, Liebe Herrn CEOs, CMOs oder CFOs!

Ich will nichts geschenkt und ich will nicht, dass Sie unter Ihren Kosten anbieten müssen. Aber wenn man so manche Angebote für Großkunden kennt, wundert man sich schon. Wird nur der kleine Kunde abgezockt?

Auch will ich nicht, dass Sie kein Geld zum Investieren haben. Ich will vielmehr Kostenwahrheit! Österreich ist eines der günstigen Mobilfunkländer der westlichen Welt. Als Tourismusland liegt eine nicht unbeträchtliche Einnahmequelle der Handynetzbetreiber im Roaming. Wenn das wegfällt, muss es halt im Inland teurer werden. Aber das traut sich zwar keiner, würde aber schlussendlich das Festnetz absichern. Und schlussendlich würde es zu mehr Wettbewerb führen.

Außerdem: Jammern kommt nicht gut. Wie groß ist denn der Roaming-Anteil am Gesamtumsatz? Hier ein paar Details aus der Bilanz der Mobilkom Austria (Seite 74).

umsatzverteilung

Die 6,6 Prozent Rückgang beim Roaming im Vorjahr könnten über das ganze Jahr 2008 mehr werden, weil die EU-Regelung erst im Sommer 2007 in Kraft getreten ist. Allerdings schaut der Rückgang weit dramatischer aus, als er in Wirklichkeit ist. In absoluten Zahlen sind es 17,1 Millionen Euro, was 0,56 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. Ich nehme einmal an, dass andere Mobilfunker ähnliche Zahlen haben werden. Also bitte: Lasst die Kirche im Dorf!

Außerdem befinden sich die Erlöse (siehe Bilanz 2006) aus diesem Posten mit plus 17,6 Prozent immer noch deutlich über dem von 2005. Damals wurden mit Roaming „nur“ 204,8 Millionen Euro erlöst.

Anstelle der Mobilfunker würde ich mir um ganz andere Dinge Gedanken machen. Schauen wir uns noch zwei Kennzahlen der Mobilkom-Gruppe an, die sich ebenfalls auf Seite 74 befinden:

  • Das Kundenwachstum etwa: 2006 hatte die Mobilkom 10,2 Millionen Kunden, 2007 waren es schon 15,4 Millionen. Ergibt ein Plus von 50,9 Prozent. Der Umsatz wuchs in Summe aber nur 4,6 Prozent. Dass der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde (ARPU) um 10,2 Prozent von 34,4 auf 30,9 Euro sank, hat wohl kaum mit Roaming zu tun (Seite 72).
  • Die Anlagenzugänge spiegeln die Investitionsfreude wieder. Hier gibt es trotz Expansion ein kräftiges Minus. 2006 betrug dieser Posten noch 712,8 Millionen Euro, im Vorjahr waren es nur noch 526,8 Millionen Euro. Macht ein Minus von 26,1 Prozent.

Ist die Panik der Mobilfunker gerechtfertigt? Sind die Raoming-Preise in Ordnung? Oder hab ich irgendwo einen Denkfehler und liege komplett falsch?

Hands On: Nokias iPhone-Konkurrent

Am letzten Freitag durfte ich ein wenig spielen. Das Spielzeug war ein Nokia 5800 Xpress Music (Codename: Tube). Das erste Touchstreen-Handy der Finnen ist wohl auch eine Antwort auf das iPhone. Die Frage daher: Was kann es und wie gut schlägt es sich gegen das Apple-Smartphone?

5800

Der Presseausendung entnahm ich vorab die Ausstattung. Ein solchermaßen komplett ausgestattetes Handy hat man zu einem solchen Preis (334 Euro ohne Providerbindung und mit USt.) noch nie bekommen. Es wird fast alles haben, was man heute in ein Handy einbauen kann: Media- und Organizer-Funktionen, GPS, 3,2 Megapixel-Cam, FM-Radio, UMTS und WiFi. Eine Acht-GB-Speicherkarte ist im Lieferumfang und kann gegen eine 16-GB micro-SD-Card getauscht werden.

Die Abmessungen:
Mit 51,7 mm ist es etwas schmäler als das iPhone, aber bei 15,5 mm deutlich dicker. Es ist knapp rund 4 mm weniger hoch.

Display:
Bedient wird es mit den Fingern oder einem Stift. Wem das nicht reicht, der nutzt das mitgelieferte Blacktron (ein kleines Plastikdreck, das man von Gitarren kennt). Wie viele neuen Handys hat es einen Bewegungssensor eingebaut, das Betriebssystem reagiert etwa, wenn man das 5800 dreht.

Das geht gleich flüssig wie beim iPhone und funktioniert an praktisch jeder Stelle des Betriebssystems. In jeder Anwendung kann man so auch ein komfortables Soft-Keyboard nutzen. Es ist groß genug, sodass man sich nicht gleich vertippt, lässt allerdings während der Texteingabe wenig Platz am Bildschirm übrig.

Copy & Paste ist – wie bei allen anderen Symbian-Handys – ebenfalls mit dabei. Allerdings crashte es dabei ständig. Weil es sich dabei um ein Vorserienmodell handelte, war das nicht weiter schlimm.

Der Bildschirm mit einer Diagonale von 8,1 cm (iPhone: 8,9 cm) ist übrigens mit einer Auflösung von 640 x 360 im 16:9-Format super-knackig. Videos (MPEG4, WMV9, 3GP, CIF und ich glaube auch h.264) sehen darauf sensationell gut aus.

Zoomen kann man mit den Softkeys am rechten Bildschirmrand. Das Vergrößern eines Textes geschieht gleich wie bei anderen touch-Handys durch doppeltes Tapsen auf den entsprechenden Text, der dann wirklich gut lesbar ist. Nachteil: der Plastik-Bildschirm. Das harte Glas des iPhones ist einfach ungeschlagen, dessen Display reagiert einfach viel schneller und fühlt sich besser an. Das zieht sich durch die ganze Software, wenngleich man mit finalen Bewertungen (Vorserie) noch warten muss.

Praktisch ist die Shortkey rechts oben am Display: Drückt man diesen Button, geht eine konfigurierbare Liste mit Anwendungen auf.

Ebenfalls mit dabei: Ein RSS-Reader, Nokia Maps und ein paar Spiele. Und wer’s braucht: MMS-Mitteilungen. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob es auch mit Exchange-Servern syncen kann. Seit kurzem ist dieses Feature nicht nur bei der E-, sondern auch bei der N-Serie mit dabei.

Der Browser ist – meiner Meinung nach – das Sorgenkind von S60-Handys. Doch auch hier gibt es Besserung, wenngleich keine dramatische. Das Gute vorweg: Webseiten werden endlich als Ganzes dargestellt. Er rendert langsamer als der Safari am iPhone, dafür unterstützt er von Haus aus Flash.

Audio und USB:
Zur Hardware gehört noch ein Lautsprecher, der wirklich seinesgleichen sucht. So laut und wohlklingend (ist relativ auf einem Handy) habe ich noch kein Mobiltelefon empfunden.
Apropos Audio: Das 5800 hat auch eine 3,5mm-Standard-Kopfhörerbuchse. Warum das nicht jedes Handy hat …

Und weil wir gerade bei Standards sind. Wie alle neuen Nokias hat auch dieses Gerät einen Standard-Datenanschluss: Micro-USB. Den Anschluss Steckplatz für den Power-Adapter habe ich lange gesucht und nicht gefunden – den gibt es nicht mehr. Die beste Nachricht von allen: Künftig werden alle Nokias über Micro-USB nicht nur mit Daten, sondern auch mit Energie versorgt!!!

Langzeit-Tests konnte ich natürlich keine machen, doch könnte der Akku langlebiger sein, als der des iPhone. Dessen Kapazität soll laut Nokia-Specs 1320 MAh betragen, während Apples Smartphone lediglich 1150 MAh Energie in sich trägt.

Handycam:
Die Kamera bietet eine Auflösung von 3,2 Megapixeln. Nokia-typisch wird sie vermutlich relativ gut sein, Fotos im Freien bei Tageslicht konnte ich noch keine machen. Der Xenon-Blitz ist mir – wie bei allen Handys – etwas zu grell. Videos dreht die Cam auch – standardmäßig in MPEG4.

Die Software:

Seit meinem letzten privaten Nokia-Telefon vergingen schon einige Jahre. Erst nutzte ich Windows Mobile, jetzt bin ich am iPhone. Mit S60 habe ich so meine Probleme. Wer Nokia-Smartphones aber gewohnt ist, wird sich sofort zurecht finden.

Was oft vergessen wird: S60 (selbst OpenSource) ist nicht viel geschlossener als Googles Android. Man kann so gut wie alles an Anwendungen dafür entwickeln und es wird von den Mobilfunkbetreibern auch nicht „kastriert“. Der Nutzung als HSDPA-Modem via Bluetooth sollte nichts im Wege stehen. Nur leider ist Nokia sehr erfolgreich, all diese Anwendungen gut zu verstecken.

QIK wird als Download-Option ebenso schnell installiert werden können wie eine Twitter-App (welche ist noch unsicher). Fotos und Videos lassen sich per Knopfdruck im Web (Share on OVI oder Flickr) veröffentlichen.

Es kommt mit Musik:
334 Euro (again: ohne Vertrag) mag für ein Handy schon ein guter Preis sein. Er wird aber noch besser, weil man unbeschränkt viel Musik dazu geschenkt bekommt! Comes with Music ist nämlich mit dabei.

Wer diese oder andere Nokia-Handies ab 2009 kauft, darf sich nämlich ein Jahr lang so viele Tracks herunter laden, wie er will. Zur Auswahl stehen mehr als fünf Millionen Songs aller Major- (EMI, Warner, Sony BMG und Universal) sowie einiger Indie-Labels.

Das Beste: Man kann nach Ablauf eines Jahres zwar keine neuen Songs mehr herunter laden, aber alle bisher gedownloadeten (welch schönes Wort) bleiben am Handy und am PC weiter abspielbar. Der Nachteil: Das DRM funktioniert nur auf Windows Mobile-Geräten (ein Showstopper für Mac-User) und man kann die Songs nicht brennen.

Fazit:
Wer Nokia-Handies mag erhält enorm viel für wenig Geld. Es definiert die Mittelklasse nicht nur preislich neu. Das 5800 XpressMusic ist (für mich) zwar kein iPhone, hat aber das Zeug zum Topseller.

Aus der Werbung in die Charts

Robert wünscht seinen Lesern mit einem Blogpost stets ein schönes Wochenende. Das möchte ich nun auch einmal tun. Mit einem Lied, das meinem derzeitigen Gemütszustand voll und ganz entspricht: Noah and the Whale, 5 Years Time.

Eine geniale Live-Version gibt’s natürlich auch auf YouTube.

Ein Song, der derzeit in den UK-Top 10 ist und in Österreich auf und ab gespielt wird – hierzulande allerdings nicht im eigentlichen Programm, sondern nur in Form von ein paar Akkorden in der Werbung. One wird Orange – ein Mobilfunker wechselt seine Marke mit just diesem Song. Ich fresse zum zweiten Mal in einer Woche einen Besen, wenn das nicht auch bei uns ein Hit wird.

Wie gefällt euch der Song? Auch ein Ohrwurm, den man nicht mehr rausbekommt? Der Songtext ist übrigens hier zu finden.