Beiträge

Das iPhone nano kommt sicher (noch nicht)

Morgen um 18 Uhr unserer Zeit ist es wieder soweit: Die Keynote zur Macworld Expo geht in San Francisco über die Bühne. Erstmals wird sie aber nicht Steve Jobs halten, sondern Phil Schiller. Jobs, der heute erstmals das Schweigen über seinen Krankheitszustand gebrochen hat, sei einstweilen gute Besserung gewunschen.

Nachdem die „Stevenote“ heuer beim letzten Apple-Auftritt bei der Macworld ausfällt und der Apple-Kronprinz Schiller einen guten Einstand braucht, wird es wohl nicht bei 08/15-Ankündigungen bleiben. Leo vom fscklog hat eine gute Zusammenfassung der letzten Spekulationen:

  • Runderneuerte Mac minis und iMacs sowie das 17″-MacBook Pro im neuen Unibody-Alu-Gehäuse
  • Software: iWork und iLife sind überfällig, vielleicht kommt auch das Cloud-Office von Apple. Wenn man sich Mobile.me mit all seinem Javascript anschaut, könnte das schon sein. Außerdem sollte Snow Leopard (MacOSX 10.6) gezeigt werden.
  • iPhone-Neuheiten: Realistisch ist ein 32-GB-Update, aber das iPhone nano erwarte ich diesmal noch nicht.
  • Unrealistisch aber für möglich halte ich ein Mac-Tablet.

Auch wenn ich nicht glaube, dass jetzt ein zweites, „kleines“ (nicht unbedingt physisch, sondern im Sinne von abgespeckt) iPhone vorgestellt wird, wird es kommen. Irgendwann, das ist nur eine Frage der Zeit!

Warum ein iPhone „nano“?

  • Viele potenzielle Käufer wollen keine hohen Vertragsgebühren bezahlen.
  • Einigen ist das aktuelle Modelle zu groß und schwer
  • Bei manchen spielt Psychologie mit, weil sie schon zu oft gesagt haben, dass sie kein iPhone wollen würden, obwohl das jedoch der Fall ist. Ein neues Modell gäbe ihnen einen Ausrede.
  • Apple bedient mit seinem Handy nur ein einziges Kundensegment. Wäre es auch in anderen Segmenten präsent, würde man höhere Marktanteile erringen und anderen Herstellern das Leben noch schwerer machen
  • Mittlerweile sind die Produktskosten des iPhone 3G laut iSuppli stark gesunken. Im vergangenen Juli betrugen sie nur noch 173 Dollar (111 Euro). Marketing, Vertrieb und Entwicklung sind da freilich nicht eingerechnet. Ein neues Modell wäre durch integriertere Chipsätze oder Weglassen von Features noch günstiger zu fertigen.
  • Der wichtigste Grund: Apple könnte Millionen Stück mehr verkaufen, wenn iPhones so verkauft werden würden wie iPods. Ungebunden für 300 Dollar/Euro wären alle glücklich. Die Anbieter könnten es immer noch bei freiweilliger Vertragsbindung subventionieren.

Wie würde ein iPhone nano aussehen?

  • So nicht!
    Die Mockups, die seit Wochen im Internet kursieren, zeigen ein iPhone, das einfach um ein Drittel bis ein Viertel kleiner ist. Dieses Größenverhältnis ist jedoch unrealistisch, weil die Software-Tasten undrückbar nahe beisammen liegen würden.iphone nano, gefunden bei MacRumors.com, (c) niemand :-)
  • Rein äußerlich wird es die gleiche Formensprache vom iPhone verwenden, vielleicht würde das „kleinere“ Modell ein wenig billiger (aber nicht billig) wirken. Gut möglich aber, dass Apple etwas ganz Neues bringt und etwa das, in den USA beliebte Klapphandy komplett neu definiert.
  • Features: Verzichtbar für eine abgespeckte Variante wäre GPS und HSDPA-Datenfunk. Hauptklientel wären schließlich Kunden, die nicht unbedingt das Schnellste und Beste haben wollen.
  • Speicher: Damit Apple auch Apps und Musik/Videos verkaufen kann, wird es wohl nicht weniger als acht GB geben. Außerdem: Nand-Flash kostet heute eh kaum etwas.

Wann wird es kommen?

  • Auf der WWDC:
    Eine Ankündigung jetzt und der Verkaufsbeginn im Sommer ist unrealistisch. Schon bei der letzten Macworld warteten alle vergeblich auf die 3G-Version, die dann im Juni kam. Relistischerweise wird es wieder auf der Worldwide Developer Conference (WWDC) im Mai/Juni 2009 gezeigt.
  • Partnerschaft mit AT&T:
    Am 29. Juni 2007 war der Verkaufsstart für die erste Version. Die alles entscheindende Partnerschaft von Apple mit AT&T lief ursprünglich über zwei Jahre und hätte im Sommer 2009 auslaufen sollen. Vergangenes Jahr wurde sie aber um ein Jahr bis 2010 verlängert. Ab diesem Zeitpunkt kann Apple seine iPhones verkaufen, wie es will – offen wie iPods.
    Die Verträge sind geheim, nichts drang darüber aus den beiden Häusern. Fraglich ist auch, ob die Exklusiv-Verträge jeweils für ein Modell gelten oder für alle Produkte mit der Bezeichnung iPhone.

Nichts desto trotz: Heuer gibt es eine Modellpflege – ob bei AT&T, T-Mobile oder überall – es wird ein „kleines“ iPhone geben. Vielleicht aber kommt ein neues Super-iPhone und die aktuellen werden als Billig-Modelle weiter abverkauft. Was meint ihr?

Hands On: Nokias iPhone-Konkurrent

Am letzten Freitag durfte ich ein wenig spielen. Das Spielzeug war ein Nokia 5800 Xpress Music (Codename: Tube). Das erste Touchstreen-Handy der Finnen ist wohl auch eine Antwort auf das iPhone. Die Frage daher: Was kann es und wie gut schlägt es sich gegen das Apple-Smartphone?

5800

Der Presseausendung entnahm ich vorab die Ausstattung. Ein solchermaßen komplett ausgestattetes Handy hat man zu einem solchen Preis (334 Euro ohne Providerbindung und mit USt.) noch nie bekommen. Es wird fast alles haben, was man heute in ein Handy einbauen kann: Media- und Organizer-Funktionen, GPS, 3,2 Megapixel-Cam, FM-Radio, UMTS und WiFi. Eine Acht-GB-Speicherkarte ist im Lieferumfang und kann gegen eine 16-GB micro-SD-Card getauscht werden.

Die Abmessungen:
Mit 51,7 mm ist es etwas schmäler als das iPhone, aber bei 15,5 mm deutlich dicker. Es ist knapp rund 4 mm weniger hoch.

Display:
Bedient wird es mit den Fingern oder einem Stift. Wem das nicht reicht, der nutzt das mitgelieferte Blacktron (ein kleines Plastikdreck, das man von Gitarren kennt). Wie viele neuen Handys hat es einen Bewegungssensor eingebaut, das Betriebssystem reagiert etwa, wenn man das 5800 dreht.

Das geht gleich flüssig wie beim iPhone und funktioniert an praktisch jeder Stelle des Betriebssystems. In jeder Anwendung kann man so auch ein komfortables Soft-Keyboard nutzen. Es ist groß genug, sodass man sich nicht gleich vertippt, lässt allerdings während der Texteingabe wenig Platz am Bildschirm übrig.

Copy & Paste ist – wie bei allen anderen Symbian-Handys – ebenfalls mit dabei. Allerdings crashte es dabei ständig. Weil es sich dabei um ein Vorserienmodell handelte, war das nicht weiter schlimm.

Der Bildschirm mit einer Diagonale von 8,1 cm (iPhone: 8,9 cm) ist übrigens mit einer Auflösung von 640 x 360 im 16:9-Format super-knackig. Videos (MPEG4, WMV9, 3GP, CIF und ich glaube auch h.264) sehen darauf sensationell gut aus.

Zoomen kann man mit den Softkeys am rechten Bildschirmrand. Das Vergrößern eines Textes geschieht gleich wie bei anderen touch-Handys durch doppeltes Tapsen auf den entsprechenden Text, der dann wirklich gut lesbar ist. Nachteil: der Plastik-Bildschirm. Das harte Glas des iPhones ist einfach ungeschlagen, dessen Display reagiert einfach viel schneller und fühlt sich besser an. Das zieht sich durch die ganze Software, wenngleich man mit finalen Bewertungen (Vorserie) noch warten muss.

Praktisch ist die Shortkey rechts oben am Display: Drückt man diesen Button, geht eine konfigurierbare Liste mit Anwendungen auf.

Ebenfalls mit dabei: Ein RSS-Reader, Nokia Maps und ein paar Spiele. Und wer’s braucht: MMS-Mitteilungen. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob es auch mit Exchange-Servern syncen kann. Seit kurzem ist dieses Feature nicht nur bei der E-, sondern auch bei der N-Serie mit dabei.

Der Browser ist – meiner Meinung nach – das Sorgenkind von S60-Handys. Doch auch hier gibt es Besserung, wenngleich keine dramatische. Das Gute vorweg: Webseiten werden endlich als Ganzes dargestellt. Er rendert langsamer als der Safari am iPhone, dafür unterstützt er von Haus aus Flash.

Audio und USB:
Zur Hardware gehört noch ein Lautsprecher, der wirklich seinesgleichen sucht. So laut und wohlklingend (ist relativ auf einem Handy) habe ich noch kein Mobiltelefon empfunden.
Apropos Audio: Das 5800 hat auch eine 3,5mm-Standard-Kopfhörerbuchse. Warum das nicht jedes Handy hat …

Und weil wir gerade bei Standards sind. Wie alle neuen Nokias hat auch dieses Gerät einen Standard-Datenanschluss: Micro-USB. Den Anschluss Steckplatz für den Power-Adapter habe ich lange gesucht und nicht gefunden – den gibt es nicht mehr. Die beste Nachricht von allen: Künftig werden alle Nokias über Micro-USB nicht nur mit Daten, sondern auch mit Energie versorgt!!!

Langzeit-Tests konnte ich natürlich keine machen, doch könnte der Akku langlebiger sein, als der des iPhone. Dessen Kapazität soll laut Nokia-Specs 1320 MAh betragen, während Apples Smartphone lediglich 1150 MAh Energie in sich trägt.

Handycam:
Die Kamera bietet eine Auflösung von 3,2 Megapixeln. Nokia-typisch wird sie vermutlich relativ gut sein, Fotos im Freien bei Tageslicht konnte ich noch keine machen. Der Xenon-Blitz ist mir – wie bei allen Handys – etwas zu grell. Videos dreht die Cam auch – standardmäßig in MPEG4.

Die Software:

Seit meinem letzten privaten Nokia-Telefon vergingen schon einige Jahre. Erst nutzte ich Windows Mobile, jetzt bin ich am iPhone. Mit S60 habe ich so meine Probleme. Wer Nokia-Smartphones aber gewohnt ist, wird sich sofort zurecht finden.

Was oft vergessen wird: S60 (selbst OpenSource) ist nicht viel geschlossener als Googles Android. Man kann so gut wie alles an Anwendungen dafür entwickeln und es wird von den Mobilfunkbetreibern auch nicht „kastriert“. Der Nutzung als HSDPA-Modem via Bluetooth sollte nichts im Wege stehen. Nur leider ist Nokia sehr erfolgreich, all diese Anwendungen gut zu verstecken.

QIK wird als Download-Option ebenso schnell installiert werden können wie eine Twitter-App (welche ist noch unsicher). Fotos und Videos lassen sich per Knopfdruck im Web (Share on OVI oder Flickr) veröffentlichen.

Es kommt mit Musik:
334 Euro (again: ohne Vertrag) mag für ein Handy schon ein guter Preis sein. Er wird aber noch besser, weil man unbeschränkt viel Musik dazu geschenkt bekommt! Comes with Music ist nämlich mit dabei.

Wer diese oder andere Nokia-Handies ab 2009 kauft, darf sich nämlich ein Jahr lang so viele Tracks herunter laden, wie er will. Zur Auswahl stehen mehr als fünf Millionen Songs aller Major- (EMI, Warner, Sony BMG und Universal) sowie einiger Indie-Labels.

Das Beste: Man kann nach Ablauf eines Jahres zwar keine neuen Songs mehr herunter laden, aber alle bisher gedownloadeten (welch schönes Wort) bleiben am Handy und am PC weiter abspielbar. Der Nachteil: Das DRM funktioniert nur auf Windows Mobile-Geräten (ein Showstopper für Mac-User) und man kann die Songs nicht brennen.

Fazit:
Wer Nokia-Handies mag erhält enorm viel für wenig Geld. Es definiert die Mittelklasse nicht nur preislich neu. Das 5800 XpressMusic ist (für mich) zwar kein iPhone, hat aber das Zeug zum Topseller.

Ein Webserver für jedes Handy!

Drei Jahre ist es her, da bin ich in Cannes die Strandpromenade entlang gegangen und hab mir überlegt, woran ich meine Berichterstattung über die 3GSM aufhängen könnte. Ich habe dann anlässlich der weltgrößten Handymesse einen Blick in die mobile Zukunft gewagt: In fünf Jahren, so meinte ich vor drei Jahren, werde jedes Handy einen Webserver haben.

lifeblog Die Idee dazu hatte ich nach einer Präsentation von Nokias Lifeblog. Das ist eine Software, die eine Art multimediales Tagebuch führt. Alle SMS- und MMS-Nachrichten, alle geschossenen Fotos, gedrehten Videos und aufgenommenen Sound-Clips werden automatisch in einem hübschen PC-Programm gesammelt. So entsteht über die Zeit ein nettes Fotoalbum mit digitalen Ergänzungen. Organisiert wird alles in einer Zeitreihe.

Es gibt zwar Add-Ins für Blog-Tools wie Typepad oder WordPress und Fotos lassen sich auch zu Flickr schicken – aber im Grunde ist es immer noch eine Desktop-Applikation.

Fotos und Videos von der Handycam könnte man doch Freunden per RSS direkt vom Handy zur Verfügung stellen, dachte ich mir damals. Ein Webserver auf jedem Handy, das wär‘ doch was!

Und genau so etwas gibt’s jetzt. Nokia hat für seine S60-Serie eine Portierung der von MySQL, Apache und der Scriptsprache PHP angekündigt und will sie am 10. Jänner bei einem IEEE-Kongress vorstellen.

e90

In Anlehnung an das Serverpaket LAMP (Linux, Apache, MySQL und PHP) nennen die Finnen das PAMP (Personal Apache …). Laut Nokia-Ingenieuren laufe sogar das Contentmanagement-System Drupal ohne Modifikationen auf einem E90 Communicator.

In Zeiten immer größerer und günstigerer Bandbreiten wird so etwas möglich. Man darf auf die Anwendungen gespannt sein, die das mitbringen wird.

via Heise

Ed und Twitter bringen Reichweite

Pfoah, grad war ich baff! Stefan hat mich früher gefragt, wer denn eigentlich twitter.com/senzaconfini angemeldet habe. Meine Antwort: „Ich, glaub ich.“ Zur Erklärung: Mit dem Twitter-Account wollen wir – sobald es konkrete Infos gibt – die Teilnehmer am BarCamp SenzaConfini (2. und 3. Februar 2008, Uni Klagenfurt) am Laufenden halten.

Also schau ich mal rein, ob wir schon zwei oder drei Follower haben. Doch es sind mittlerweile 195 Follower – wohl mehr als das BarCamp Teilnehmer haben wird.

Die Erklärung dafür lieferte BarCamp-Mitstreiter Ed Wohlfahrt: „Ja stimmt. Ich hab ein paar Leute dazu eingeladen.“

Wow, ich bin baff und beeindruckt. Warum? Weil es scheinbar möglich ist, mit relativ geringem Aufwand und in sehr kurzer Zeit, große Reichweiten im Longtail zu bekommen. Ich muss mich dem mehr widmen und auch Medienhäuser in Österreich sollten endlich auch bei Twitter was machen. Die BBC, CNN, ZDNet, Focus oder Die Zeit zeigen, wie’s gehen kann.

BTW: Mich gibt’s unter twitter.com/georgholzer. Werde den Kanal in Zukunft mehr nutzen und mich auch schlau machen, ob man in der Kleinen Zeitung oder in der Tiroler Tageszeitung damit machen könnte.

Das wäre der beste iPhone-Tarif

Anders als in Österreich oder Deutschland ist das T-Mobile-Netz in den USA nicht flächendeckend ausgebaut und auch in Städten gibt es noch immer gröbere Versorgungslücken geben. Was tut man dagegen? Man stellt die Handymasten bei den Nutzern auf.

Seit Sommer gibt es dort ein Tarif-Addon, das man sich hierzulande nur wünschen kann: Hotspot @Home.

hotspot-home

Die Idee ist simpel: Wann immer man mit dem Handy in ein Wlan eingebucht ist, telefoniert man kostenlos. Einen Gutteil der Tageszeit ist man ja ohnehin zu Hause oder man hat im Büro oder unterwegs ein Wlan, das man nutzen kann. Darüber hinaus darf man auch die derzeit 8664 T-Mobile-Hotspots weltweit nutzen und spart sich teure Roaming-Kosten.

Das Ganze kostet zehn Dollar Aufpreis auf den monatlichen Tarif.

Immer mehr Handys haben Wlan. Grad schau ich mir etwa das N95 8GB näher an. Hier – wie auch in anderen Nokias – ist Internet-Telefonie nach dem SIP-Standard schon fix eingebaut. Allerdings ist es ein „Pain in the Ass“, das Ding zu konfigurieren. Hat man es erst einmal geschafft, so hat man immer noch zwei Leitungen und es funktioniert einfach nicht so einfach, wie es sein soll – wie es scheinbar bei Hotspot @Home funktioniert.

Wie das Video zeigt, funktioniert auch das Handover zwischen Wlan und dem Handynetz.

Frage: Hat nicht auch das iPhone Wlan eingebaut? Wäre es nicht Zeit für T-Mobile, bei uns so einen Tarif anzubieten? Die aktuellen Tarife sind schon in Deutschland extrem unvorteilhaft und beim österreichischen Preisniveau würden selbst Apples Kulthandys wie Blei in den Regalen bleiben.

Klar, dass man in Europa nicht alle Gespräche kostenlos machen kann, weil es teilweise recht hohe Interconnection Fees gibt. Aber On-Net-Calls oder Gespräche ins Festnetz wären schon machbar. Und was kostet’s schon?

Zum Google-Handy durch Großeinkäufe

Stefan hat’s grad getwittert: Google kauft den Microblogging-Dienst Jaiku.

gj

Jaiku ist ein Service wie Twitter: Man schreibt in knappen Sätzen, was man tut oder was einem gerade durch den Sinn kommt. Anders als Twitter ist die API eingeschränkter, es gibt weniger offene Andockmöglichkeiten. Das merkt man schon an der Liste von Drittsoftware, die sich bei Jaiku auf einige Nokia-Modelle beschränkt. Die Programm-Liste des „Originals“ ist dagegen meterlang.

Typisch für Google: Nach jedem Kauf ist die Anmeldemöglichkeit für normale User geschlossen. Bis der Dienst komplett im Google-Design umgebaut ist braucht eine der wenigen Einladungen.

gp

Es ist auf jeden Fall ein weiterer Schritt zum Google Phone.

Die Liste mobiler Anwendungen, die schon jetzt unter dem Google-Banner firmieren, wird immer länger. Das gibt’s schon:

  • Die mobile Suche ist simpel und durchaus brauchbar.
  • Gmail kommt als toller mobiler Java-Client auf fast jedes Handy.
  • Google Calendar bietet eine mobil-optimierte Website, allerdings noch stark ausbaufähig.
  • Die mobilen Google Maps sind einfach ein Hit. Damit bringt man unbedarfte Freunde immer noch in ungläubiges Staunen.
  • Den Bilderdienst Picasa gibt’s jetzt auch als mobile Variante.
  • Das mobile YouTube gibt’s es nicht nur am iPhone.
  • Google Reader am Handy ist unter der gleichen URL erreichbar und stets „in sync“ mit der Web-Version.
  • Obwohl es die tragbare Version von Google News offiziell bei uns noch gar nicht gibt, funktioniert sie schon prächtig.

Was fehlt noch? Was bietet ein „normales Handy“, das Google noch nicht kann?

  • Längst überfällig ist eine mobile Version von Gtalk. Vor einem Jahr würde über ein OpenSource-Projekt berichtet, von dem man allerdings nichts mehr hört. Vielleicht ebnet der Jaiku-Kauf den Weg dazu …
  • Dass schon eifrig an Gmail 2.0 gearbeitet wird, ist bekannt. Ein wichtiger Punkt dabei soll das Kontaktmanagement sein, das man wohl auch mobil nutzen kann.
  • Auch eine echte Kalenderapplikation würde nicht schaden. So gut der Dienst im Webbrowser funktioniert, so sehr hat er im Handybrowser noch Verbesserungspotenzial.
  • Sollte Google irgendwann einen mobilen Browser bringen, wird dieser bestimmt auf der Mozilla-Plattform basieren, die man finanziell und mit Ressourcen kräftig unterstützt.
  • Der Content-Upload: Bei YouTube ist es schon möglich, Videos am Handy zu drehen und online zu stellen. Bei Picasa ist man derzeit noch auf Drittdienste wie Shozu angewiesen.
  • Social Network: Zwar gibt’s mobile Versionen von Facebook & Co und Google’s eigenes Orkut dümpelt vor sich hin. Allerdings will Google in Zukunft verstärkt mitspielen. Vor zwei Wochen übernahmen die Kalifornier Zingku. Die Firma mit dem unaussprechlichen Namen entwickelte eine Social Network fürs Handy.
  • Werbung: Also ich hab zum Glück noch keine mobile Werbung gesehen. Aber das wird wohl nicht lange auf sich warten lassen.
  • Bezahlen: Was hindert Google dran, seinen Bezahldienst Checkout an SMS zu knüpfen? Das wäre wohl der nächste logische Schritt.
  • Google Docs: Es scheint, dass bald auch eine Handy-Version des Web-Officepakets kommt.
  • Google Transit: Wäre es nicht genial, bald Fahrplanauskünfte öffentlicher Verkehrsmittel via mobiler Google-Maps zu bekommen?

gmn

Google und die Konkurrenz:
Alles in allem sind das viele kleine Puzzlestücke, die für sich gesehen noch wenig Relevanz haben, weil sie allesamt unabhängig voneinander arbeiten, Insellösungen sind. Somit stellt das noch keine große Gefahr für Microsoft, Nokia & Co. dar. Im Gegenteil: Derzeit sind es noch nette Gimmicks, die auf deren Handys ganz gute Dienste verrichten.

Man stelle sich aber vor, Google bietet auf einmal volle Synchronisation an. Kalender, Kontakte, Mails sind auf allen Plattformen und in allen möglichen Clients „in sync“. Wozu würde man dann noch Lotus Notes, Microsoft Exchange usw. brauchen? Außerdem: Man vergleiche obige Feature-Liste mit den Funktionen des eigenen Handys. Ist nicht alles ersetzbar?

Die Anwendungs-Zusammenarbeit ist noch lange nicht perfekt. Man stelle sich vor man hat aus der Kalender-Anwendung vollen Zugriff auf Maps oder man könnte direkt aus dem Adressbuch zu einer Adresse navigieren …

Die Richtung ist klar – die Frage ist, ob Google ein eigenes Handy baut. Gerüchte werden ja immer wieder laut. Derweil ist’s wieder ein bisserl leise. Auch wenn HTC scheinbar schon daran bastelt – muss das überhaupt sein? Reicht nicht auch ein voll integriertes, synchronisierbares Paket von Anwendungen, das nach dem Modell von Google-Pack für den PC am Handy installiert wird?

Und dann gibt es noch die Geschichte, wonach Google bald zum Mobilfunkbetreiber werden könnte. In den USA will man unter bestimmten Voraussetzungen für die alten TV-Frequenzen mitbieten, die dann Handy-Dienste transportieren würden.

Die derzeitigen Mobilfunkbetreiber verkommen derweil immer mehr zu „dummen“ Datenspediteuren. Echte, einen Mehrwert bringenden, Dienste am Bitstream bieten längst schon andere wie Google, Yahoo oder Microsoft an.

vTap: Killerapp fürs Handy

Das iPhone freut AT&T auch, obwohl seine Simkarten-Sperre mittlerweile schon mehrfach geknackt wurde. Es sorgt dafür, dass ganz normale Leute nun auch mobiles Internet nutzen: Sie checken E-Mails, surfen mit einem tollen Browser, das iPhone holt sich unbemerkt Börse- und Wetterdaten aus dem Web und zeigt YouTube-Videos.

Allerdings hat Letzteres einen Haken: Genau wie bei Apple-TV können nur solche Videos angezeigt werden, die serverseitig bereits auf den Videocodec h.264 umgerechnet wurden. Ein Großteil aller Videos im Web basiert auf Adobes Flash. Weder das iPhone noch alle anderen cleveren Handys von Nokia, SonyEricsson oder HTC können damit etwas anfangen.

Doch es gibt eine Lösung und die kommt von vTap! Gestern hab ich mir wieder einmal ein Interview von Robert Scoble angeschaut und da hat er die Firma vorgestellt. Die haben eine echte Killerapplikation!!!!

Was macht vTap?
Flash-Videos werden on the fly transcodiert, sodass man von fast jedem Handy Zugriff auf Millionen Web-Videos hat. Es gibt eigene Applikationen für Java-fähige Endgeräte, Windows Mobile und das iPhone bzw. später dann auch für den iPod touch.

Das Auffinden der zahllosen Clips macht Spaß: Die Suche springt sofort an, schon während man tippt, bekommt man erste Ergebnisse. Sogar T9 wird bei der Texteingabe unterstützt. So kann man statt askaninja auch 2752… eintippen.

Sinn macht das nur mit Mobiletelefonen, die in schnellen HSDPA-Netzen funken können oder über Wlan verfügen. Ich hab das gestern mit meinem zwei Jahre alten Windows Mobile ausprobiert. Genial!

Wie kommt man dazu?
Einfach im Handy-Browser auf http://vtap.com surfen und das kleine Applet installieren. Es ist kostenlos und man muss sich dazu nicht einmal registrieren!

Welche Auswirkungen hat das?

  • Kreative können sich auf neue Auslieferungswege für ihre Videos freuen
  • Noch bevor DVB-H überhaupt am Anfang steht, hat das traditionelle Fernsehen schon eine mobile Konkurrenz.
  • Mobile Datenflaterates werden mehr nachgefragt. Mit dem steigenden Kundenwunsch werden Flatrates auch eher dem Preiskampf unterworfen, als wenn niemand danach fragen würde.
  • Weil fast jedes Handy in der Lage ist, Videos zu zeigen, verliert das iPhone zumindest ein Alleinstellungsmerkmal.

Übrigens: Als kleines Extra bietet vTap auch noch eine Handysuche in Wikipedia.

Mein neuer iPod touch

touch_main.jpgIch habe lange (zwei Tage sind für mich lange) überlegt, ob ich mir den iPod touch leisten soll – 399 Euro sind schließlich ein stolzer Preis dafür. Am Freitag habe ich dann doch die Kreditkarte gezückt. Gut, ich muss noch bis 2. Oktober darauf warten – aber dann geht die Post ab.

Der Preis:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein 16-Gigabyte-Player für 400 Euro zum Kassenschlager wird. Daher darf man – wie auch schon beim iPhone – erwarten, dass es eine kräftige Preisreduktion geben wird. Und von der dann auch bestehende Kunden profitieren sollten. Einen 50er wird Steve Jobs schon retournieren müssen. Hoffe ich einmal.

Wireless-Funktionen:
Hier die wenigen bekannten Details: Wifi ist eingebaut, damit kann man im Web surfen und sich Songs per iTunes kaufen oder sich evtl. auch Podcasts drahtlos abholt. Mehr hat Steve Jobs nicht verraten, was Raum für Spekulationen lässt.

Und so wird im Web bereits wild darüber spekuliert, ob nicht doch Bluetooth eingebaut ist. Grund zur Spekulation ist das unten stehende Foto. Es wurde nicht irgendwo, sondern auf Apple.com gehostet. Rechts oben kann man klar das Bluetooth-Logo erkennen. Mittlerweile ist es jedoch weg.

ipodtouch_bluetooth.jpg

Was man damit machen könnte? Jedes Bluetooth-Handy ließe sich mit dem iPod touch verbinden. Der Medienplayer wäre so ein kleines Web-Tablet á la Nokia N800. Man könnte damit überall auch ohne Wlan-Zugang E-Mails abrufen oder surfen.

Ich habe mir noch einmal auf die zerlegte Platine des iPhone angeschaut – Wlan und Bluetooth-Modul sind nicht eins. Allerdings wen kümmert’s, wenn immer mehr Handys auch im Wlan funken können und sich so möglicherweise Ad-Hoc-Netzwerke mit dem iPod formen lassen … Der Web-Tablet wäre Realität, wenngleich das nach irrem Batterieverbrauch aussieht!

Programmierbarkeit:
Die wenigen Icons am Startbildschirm schreien danach, ergänzt zu werden. Von Apple hies es dazu, dass man mit Rücksicht auf AT&T keine Fremdprogramme am iPhone zuließ. Und obwohl es offiziell gar nicht möglich ist, hat die Liste an iPhone-Applikationen eine beeindruckende Länge erreicht. Mit dem iPod hat die Telekom-Firma zum Glück nichts zu tun, weshalb man auf viele Fremd-Programme hoffen darf. Hier schon einmal meine Wunschliste:

  • Skype & Sip-Client: Der iPod touch könnte sehr wohl als VoIP-Handy herhalten. An den iPod-Dock-Connector lassen sich schließlich auch Mikrofone anstecken!
  • Ein Mail-Programm, das nicht nur Pop3 und IMAP4 kann, sondern auch mit Yahoo-Mail und Gmail zusammen arbeitet.
  • Eine Flickr-App, die mich von überall auf meine Fotos zugreifen lässt – mit genauso tollen Touch-Features, wie im eingebauten Bildbetrachter.
  • ActiveSync: Ich will den Kalender und die Kontakte am iPod mit Exchange abgleichen können – auch over the air!
  • Wetter-Ticker wie am iPhone. Zwar nur eine Spielerei, aber doch nett.
  • Einen coolen RSS-Reader, der mit Google Reader Daten abgleicht.
  • Eine Navi-Anwendung, die auf Google Maps zugreift – evtl. in Kombination mit einem GPS-Receiver, der am Dock-Connector Platz hat.

Man sieht: Die Multimedia-Features und die geniale Bedienungerführung waren nicht der einzige Grund für mich. Es könnte daraus eine tolle Plattform werden, auf der viel passiert. Das gleicht für mich sogar das Manko des geringen Speicherplatzes aus.

Microsofts neues Super-Handy

Wow! Das hat Zukunft: Microsoft revolutioniert mit dem „oPhone“ nicht nur das Mobiltelefon an sich, sondern auch gleich die Bildschirmtechnik. Rund Bildschirme sind genial – ich hab mir immer schon gewünscht, im Kreis lesen zu können. Aber seht selbst …