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Windows 7: Die Benutzeroberfläche

Hier wird sich eine Menge tun – auf der Version, die man hier ausgeteilt bekam, ist noch nicht so viel von dem „Eye-Candy“ zu sehen. Das Build 6801 sieht im Prinzip aus wie Windows Vista. Die Demos bei der PDC und die Screenshots sind allerdings erst wenige Tage alt.

Wo sind die größten Veränderungen passiert?
Am meisten getan hat sich in der Startleiste. Die sieht nun ganz neu aus. Am ersten Blick fällt auf, dass sie höher wurde und nur noch Icons enthält. Ob man den Text (Programmname) dazu einblenden kann, lässt sich in meiner Version nicht nachvollziehen.

Windows Taskbar Previews

Wenn man mit dem Mauszeiger über eines der Icons geht (wie hier beim Internet Explorer), bekommt man alle Fensterinhalte zu sehen. Fährt man mit der Maus hier drüber, sieht man das jeweilige Fenster am ganzen Desktop.

In der Startleiste unten und im Startmenü gibt es eine so genannte Jump-List. Wenn man über ein Icon drüber fährt, öffnet sich eine Liste mit den zuletzt in diesem Programm geöffneten Dateien.

Jump Lists

Vereinfacht hat man auch die Personalisierbarkeit von Windows. Die Funktion zum Austauschen des Hintergrund, zur Fenstergestaltung etc. sind nun einfacher zu erreichen.

Theme Gallery

Themes lassen sich nun nicht nur freier gestalten, man kann sie auch ganz einfach „verpacken“ und an Freunde oder Bekannte weiterschicken bzw. im Web veröffentlichen.

Libraries

Eines der größten Probleme für viele Nutzer ist das Auffinden von Dateien. Hier helfen die Bibliotheken weiter. Egal, wo sich Dokumente, Audio- oder Videodateien bzw. Fotos auf der Festplatte befinden, sie tauchen immer wieder zusammengefasst in Bibliotheken auf.

Das zieht sich durch vielerlei Applikationen durch – vom Windows Media Player bis hin zur Bildergalerie.

Verbessert wurde auch die Desktop-Suche, die nun noch schneller und besser das findet, was man sucht. So kann man nun etwa ganz schnell nach Dateitypen (Word-Dokumente, Excel-Sheets etc.) suchen.

Federated Search

Verschwunden ist die ungeliebte Seitenleiste von Vista. Gerade weil immer mehr Nutzer Notebooks haben, ist Bildschirm oft Mangelware. Die kleinen Mini-Programme – Gadgets genannte – liegen nun am Desktop.

Peek - Before Peek - After

Will man einen kurzen Blick auf sie werfen, braucht man einfach nur mit der Maus ganz rechts unten hinklicken und man blickt (wie oben zu sehen) durch die Programme durch.

Calculator

Einzelne Programme wie etwa der Taschenrechner wurden generalüberholt. Gelungen ist die Überarbeitung kleinerer Programme wie Paint oder Wordpad. Diese haben nun den „Ribbon“ (Icons statt einem Menü) von Office 2007 geerbt.

Paint - Scenic Ribbon

Besonders praktisch finde ich, wie die Projektor-Ansteuerung verbessert wurde. Bislang war es mühsamst, den richtigen Anschluss zu treffen. Jetzt braucht man einfach nur die Windows-Taste + P drücken und man bekommt eine schöne Auswahl präsentiert. Einer der gebotenen Möglichkeiten geht immer.

Projection

Auch wenn es noch einige andere Veränderungen gibt, hat man irgendwie das Gefühl, als käme noch etwas nach. Ich glaube, dass man sich bei Microsoft noch nicht voll in die Karten blicken lassen wollte. Einmal sehen, welches „Eye-Candy“ da noch dazu kommt.

Mehr später über: Device Stage, Neues unter der Haube und Multimedia-Features. Aber jetzt geht es einmal ab in die Universal Studios 🙂 What do you think about the new UI?

Intro für Windows 7

Uff, wo soll man da anfangen? Windows ist so ziemlich das umfangreichste Softwareprodukt, das es auf diesem Planeten gibt und so tut man sich auch schwer, das zu reviewen. Ich werde das in mehrere Posts aufteilen, die ich heute und morgen schreiben werde. Fangen wir mit ein paar Fakten an.

2. Keynote der PDC 2008

Stand der Dinge:
Jede Produkt von Windows durchläuft bei seiner Entwicklung einzelne Schritte: Drei Meilensteine, ein bis drei Beta-Versionen, ein bis drei Release Candidates. Das endgültige Produkt nennt sich RTM — Release To Manufacture. Dazwischen gibt es noch Build-Nummern, das sind aktuell angefertigte Versionen — teilweise mehrmals am Tag.

Aktuell steht die Entwicklung bei build 6933, darauf basieren auch die Screenshots. Auf der PDC wurde das Build 6801 verteilt, das am 13. September fertiggestellt wurde. Es ist der sogenannte Milestone 3, also die letzte Version vor der Beta 1. Die soll irgendwann heuer oder Anfang 2009 erscheinen.

2. Keynote der PDC 2008

Was sind die groben Neuheiten?

  • An der UI wurde gearbeitet
  • Netzwerkfunktionen wurden verbessert
  • die Zusammenarbeit mit Zubehör (Druckern, Digitalkameras, Scanner etc.) wurde runderneuert
  • Die Desktop-Suche verfeinert
  • Die Sidebar gibt es (endlich) nicht mehr. Die kleinen Miniprogramme namens “Gadgets” liegen jetzt direkt am Desktop
  • Die Startleiste unten wurde komplett umgekrempelt
  • Es bootet schneller und wirkt tatsächlich schneller
  • Neue Techniken machen die Arbeit mit Fenstern einfacher
  • Bei den Multimedia-Features hat sich einiges getan
  • Einige Programme (wie etwa der Windows Movie Maker) werden nicht mehr mitgeliefert, sondern müssen nachträglich herunter geladen werden.
  • und und und … Mehr dazu in weiteren Posts

2. Keynote der PDC 2008

Wann wird es kommen?
Da gibt man sich zugeknöpft. Man hört auf der PDC immer wieder, dass am 3. Juni 2009 die Entwicklung fertig sein soll — allerdings ist das nicht offiziell bestätigt. Sinn macht es auf jeden Fall, weil man dann die nächste “Hochsaison” — beginnend im September — noch voll mitnehmen kann.

Kompatibler
Man hat scheinbar aus Vista gelernt. Die Industrie war nicht bereit und somit gab es keine Treiber und viele Inkompatibilitäten. Das wird bei Windows 7 nicht mehr der Fall sein. Alles, was unter Vista läuft, wird auch unter Windows 7 klappen.

Das liegt auch an einem Trick: Die Kernel-Version wurde “nur” von 6.0 auf 6.1 erhöht. Damit “glauben” Programme und Treiber nicht, dass es ein Major Release ist und sie womöglich nicht funktionieren. Ein kleiner Trick, der aber scheinbar klappt.

Ich hab hier zum Testen eine Weile mit Windows 7 gespielt, es akzeptiert alle Treiber, die für Vista geschrieben wurden.

Office 14 im Web

Lange musste man warten, bis Microsoft auch ein Office-Angebot im Web machte. Vermutlich hat man sich in Redmond damit schwerer getan als etwa bei Google, weil ein Großteil des Umsatzes von Windows und Office kommt. Aber es war eigentlich immer nur eine Frage des Wann und nicht des Ob.

Nun ist es soweit: Heute auf der PDC wurde es endlich vorgestellt.

One more thing: Office Web Apps

Was kann das WebOffice von Microsoft?
Nach offizieller Aussage sind es „lightweight versions of Office“. Ausprobieren kann man es noch nicht, aber die Demo während der zweiten Keynote war schon aufschlussreich genug, um einiges zu erahnen.

Vorerst wird es vier Office Web-Apps geben: Word, Excel, Powerpoint und OneNote. Sie alle sehen aus, als wären sie vom Featureset her umfangreicher als die Angebote etwa von Google oder anderen und einfacher zu bedienen (Ribbon inklusive). Von Powerpoint gab es keine Demo, auf der Presse-Site gibt es dennoch auch einen Screenshot. Im kurzen Intro-Video ist davon allerdings auch keine Rede.

word  excel
powerpoint  onenote

Im „Insert“-Ribbon befindet sich auch die vom normalen Office 2007 bekannten „Smart-Arts“. Auch etwas „fortgeschrittenere“ Features wie bedingte Formatierungen in Excel sind mit dabei.

Excel Online

Die Dokumente oder Teile daraus können auch in andere Websites oder Blogs eingebettet werden. Das würde etwa bei Grafiken oder Charts Sinn machen. Der Clou daran: Wenn man die Zahlen eines Diagramms in seinem Web-Office ändert, wirkt sich das auch auf eingebettete Charts aus, die dann umgehend aktualisiert werden.

Word auf Silverlight

Die Office Web Apps basieren zu einem Gutteil auf Microsofts Silverlight-Technik. Das heißt, dass auch Dinge wie Deep Zoom (das schnelle Zoomen in große Datenmengen) möglich ist. Wie man am Bild oben erkennt, stimmt selbst bei ein paar hundert Prozent noch die Auflösung.

OneNote 14 und Online-OneNote

Gemeinsames Arbeiten an Dokumenten ist damit ebenso möglich. So kann etwa ein Nutzer Dinge in der Desktop-App von OneNote (in Version 14 übrigens auch mit Ribbons) eingeben, die dann umgehend auf der Web-Version auftauchen. Auch von der mobilen Variante von OneNote (Demo auf Windows Mobile) lassen sich Dinge bearbeiten. Auch ein Handy-Foto lässt sich so ins Notizbuch einfügen.

Über die Web-Apps hat man ferner Zugriff auf alle Dokumente, die man via Mesh synchronisiert hat. Diese erscheinen nämlich auch im Office Live Workspace, der zentrale Hub der Web-Apps.

Office Workspace

Wann kommt es?
Die Office WebApps sind Teil vom kommenden Office 14 (13 wurde aus bestimmten Gründen übergangen). Zum Erscheinungsdatum hat man sich hier in L.A. noch nicht geäußert. Es könnte aber in der zweiten Hälfte 2009 soweit sein.

Noch heuer soll der Betatest (Technical Review Programm) starten. Anmelden wird man sich in Kürze auf Office Live Workspace können.

Was wird es kosten?
Dazu hat niemand etwas gesagt. Allerdings hörte man von einigen Microsofties, dass es natürlich kostenlos sein wird – allerdings wird man Werbung „ertragen müssen“. Interessant: Für Firmen wird es auch eine Bezahlvariante ohne Werbung geben.

WTF is "Azure"?

Zwei Dinge gleich vorweg: Ich weiß nicht hundertprozentig, wovon ich da spreche 🙂 Falls was nicht ganz so stimmt, bitte in den Kommentaren anmerken. Aber irgendwie finde ich die Sache gut: Microsoft Azure, das „Windows für die Cloud“, das vor Kurzem auf der PDC vorgestellt wurde.

Die erste Keynote (Video hier) selbst war übrigens enttäuschend. Erst langsam lichten sich die Schleier des Unverständnisses. Erst langsam kommt in Gesprächen durch, was das eigentlich ist und was hier abgeht. Nicht nur bei mir, sondern bei vielen.

Die Grundidee:
Im Prinzip ist es vergleichbar mit Amazon Web Services (AWS) oder zum Teil auch mit Google’s AppEngine. Wer keine eigene Infrastruktur für Cloud-Services aufbauen will, kauft diese Leistungen zu fixen Preisen ein. Bezahlt wird nach tatsächlichem Verbrauch. Ein Start-up hat am Anfang mit wenigen Nutzern geringe Kosten, je mehr Leute einen Dienst nutzen, umso teurer wird es. Aber dann gibt es ohnehin (hoffentlich) schon einen Revenue-Stream.

Auch, um (kurzfristige) Spitzenlasten abzufangen, eignen sich solche Dienste: Man muss die Kapazität der eigenen Server nicht an den Spitzen ausrichten. Das System wächst laufend mit und schrumpft bei Bedarf auch wieder.

Was geboten wird:
Azure (kulturlose Amis sprechen das „Aescha“ aus) ist so etwas wie AWS on steroids. Es soll weit mehr bieten, als die Konkurrenten. Die reinen Server (dazu später mehr) sollen mit den Entwicklungswerkzeugen, Frameworks oder Live-Services besser zusammen arbeiten. Auch über die Grenzen von Anbietern hinweg.

Keynote PDC 08

So ist es natürlich möglich, Storage bei Amazon zu kaufen und die Logik auf Azure zu hosten. Auch MySQL- oder gar Linux-Server sind in den VMs machbar und erlaubt. Die Schnittstellen sollen sehr offen und gut dokumentiert sein. (All der Konjunktiv hat einen Sinn, weil ich mehr oder weniger nur nacherzählen kann, was mir die Leute – nicht nur von MS – so sagen.)

Um eine VM aufzublasen, braucht man lediglich „ein XML-File“ in den „Red Dog“ (so der Codename des technischen Unterbaus) schieben und fertig, wird mir erklärt. Cool, finde ich. Damit werden die Anforderungen („x Server mit x Speicher, x Instanzen von SQL-Server“) definiert. Ein Entwickler muss bald nicht nur programmieren können, sondern auch in zunehmenden Maße lernen, Ressourcen möglichst genau abzuschätzen.

Die Server:
Ich finde ja Superlative immer super. Derzeit arbeitet man gerade daran, Datacenter auf der ganzen Welt auszurollen. Gerade ist man in Chicago am Werken, wo 200 Container á 2500 Server (etwa von HP oder Sun) zusammengeschraubt werden. Das sind wirklich Container, die jeweils nur über drei Anschlüsse verfügen: Kühlung, Strom, Netzwerk.

Keynote PDC 08

In Betrieb sind schon mehrere solcher Datacenter – etwa in San Antonio, Tx, wo auch der Testbetrieb läuft. Um einen Container in Betrieb zu nehmen, braucht man etwa vier Tage.

Die Roadmap:
Auf der PDC werden Keys ausgeteilt, wo jeder Entwickler „damit herumspielen kann“. Jeder, der will, kann einmal vier, sechs, acht VMs aufblasen und rechnen lassen. Das ist wohl nötig, damit die Entwickler lernen, wie man plötzlich nicht mit einem oder ein paar Servern umgeht, sondern im Bedarfsfall mit hunderten oder zehntausenden.

Ich habe unlängste eine Geschichte in der Business Week über Googles 101-Projekt gelesen, wo es genau um Probleme des verteilten Rechnens geht. Sehr stark skalierende Systeme zu bauen, ist scheinbar doch nicht so einfach, wie ich mir das vorstelle. Mit Martin hab ich schon ein paar Mal darüber diskutiert.

Und daher auch gleich ein Aufruf: Ich habe ja keine wirkliche Anwendung für die Cloud. Wenn wer spielen will, einfach melden und ich schau mir das mit an.

Keynote PDC 08

Etwa ein Jahr lang will man im Testbetrieb selbst Erfahrungen sammeln, ehe das System wirklich „produktiv“ geht. Also Herbst 2009.

Was wird Azure kosten?
Keine Ahnung! Bei Microsoft lässt man sich diesbezüglich nicht in die Karten schauen. Das könnte auch den Grund haben, dass man es schlichtweg selbst nicht weiß. Man rechne alle möglichen Varianten, heißt es da. Denkbar wären etwa Revenue-Sharing im Anzeigen-Bereich mit den Start-ups oder nach Energieverbrauch (im Sinne Green-IT: Wer Anwendungen effizient programmiert, spart dabei).

Einziges offizielles Statement derzeit: „We’ll be competitive“.

Die Preise werden sich allerdings an dem richten müssen, was es am Markt gibt – und hier setzt Amazon den Standard. Viel darüber wird man nicht anbieten können.

Warum ist Azure wichtig?
Für Microsoft bedeutet es einen brutalen Paradigmen-Wechsel. Bisher größter Kostenpunkt war das Personal. Software in Packerln – oder noch besser: online – zu vertreiben, birgt kaum Fixkosten in sich. Mit Hunderttausenden Servern in dutzenden Datacentern auf der ganzen Welt kommen große Kapitalkosten dazu.

Keynote PDC 08

Außerdem ist – und das ist man sich durchaus bewusst – das tradierte Geschäftsmodell am Wegbrechen. Die Reise geht hin zu Ads und Subscription Services. Und damit muss sich die ganze Firma ändern. Wie einfach oder schwer das dem Riesen Microsoft fallen wird, muss man erst beweisen.

Und die Partner?
Was kaum jemand weiß: Microsoft verdient von jedem Euro oder Dollar mehr als 90 Cent über seine Partnerlandschaft. Die verkaufen die Packerln, sorgen für möglichst volle Lizenzierung bei den Firmenkunden, entwickeln auf Basis bestehender Anwendungen, machen Anpassungen, Beratungen oder Service.

Für etwas Unruhe sorgte etwa die Ansage Microsofts, selbt als Applikations-Hoster aufzutreten. Seither kann man bei den Microsoft Online Services auch Exchange- oder Sharepoint-Server im großen Stile mieten. Mit Azure wird sich das noch weitergehen. Irgendwann könnte die gesamte Firmen-IT von Konzernen und KMUs auf Azure laufen. Aber, so heißt es hier, sei das nur für wenige Partner eine Bedrohung, aber für viele eine Chance. Abwarten und Tee trinken …

Die Zukunft:
Ray Ozzie meinte doch heute glatt, dass Azure die Grundlage für die nächsten 50 Jahre von Microsoft bietet. Gut: Man kann schon übertreiben, aber so dick aufmalen hätte er nicht müssen.

Fix ist, dass Microsoft sein „Windows Azure“ auch für eigene Dienste nutzen will. Hotmail, die Live-Websuche und alles andere auch, soll bald auf die neuen Server und das Drumherum migrieren. Schon jetzt läuft etwa der Synchronisationsdienst Mesh.com drauf.

Was denkt ihr drüber?

Windows 7: Vor dem NDA

Es ist 4:00 Uhr morgens und ich liege hier wach in einem Hotelzimmer in Los Angeles. Wenigstens habe ich so Zeit, meine Gedanken zu sammeln. In wenigen Stunden beginnen die PreConference-Session für Windows 7. Einen Tag vor der offiziellen Keynote zur PDC (8:30 Uhr PST am Montag) gibt es für einen kleinen Kreis von rund 150 Journalisten aus aller Welt einen siebenstündigen Crashkurs für den Vista-Nachfolger.

Nach der Veranstaltung bin ich für 18 Stunden unter NDA, was gar nicht so schlecht ist. So habe ich wenigstens Zeit, ruhig und nicht hastig, alles Wichtige zusammen zu tragen und hier dann – pünktlich zur Keynote – zu veröffentlichen. Das müsste dann am Montag (Update) Dienstag um 16:30 Uhr MEZ (falls ich mich wegen der Sommerzeit nicht geirrt habe) sein.

Bevor ich unters NDA bin, hier noch der letzte Stand von dem, was man hier so hört:

  • 100% stabile Betas:
    Windows-Kenner Paul Thurrot hat im Windows-Weekly Podcast etwas Spannendes erzählt: Alle Bits, die in die Betas von Windows 7 Einzug finden, sind 100% fertig. Richtig gehört. Die Folge: Betas von Windows 7 werden nie feature-complete, dafür aber stabil sein.
    Das komme aus der Erkenntnis, dass sich etwa vier Windows-Komponenten die zu 30%, 70%, 10% und 100% fertig sind, nie verlässlich miteinander testen lassen.
    Und dass es Stabilitätsprobleme beim Vista-Launch gab – das hat man in Redmond noch sehr gut in Erinnerung. Ich bin schon gespannt, ob das auch schon auf die Pre-Beta (M3) zutrifft, die hier verteilt wird.
  • Zerlegbar:
    Windows 7 soll endlich einen Wunsch der Nutzer erfüllen: Man soll es möglichst kompakt machen können. In der Systemsteuerung wird man so gut wie alles deinstallieren können, was man nicht braucht. Ich hab mich schon immer gefragt, wieso man nirgends die Vista-Lernvideos etc. wegschmeißen kann. Das soll jetzt mit so gut wie allen Komponenten möglich sein.
    Zudem sind einige Komponenten, die noch bei Vista dabei waren, nicht mehr serienmäßig im Paket: Programme wie den Windows Movie Maker wird man – weiterhin kostenlos – sepatarat herunter laden können. Das wird auch damit zu tun haben, dass Microsoft immer noch unter Beobachtung der US-Kartellbehörden steht. In Redmond darf man nicht zu viel in sein Betriebssystem hinein packen, das auch die Konkurrenz anbietet.
  • Ribbon:
    In vielen Programmen wie etwa Paint oder Wordpad findet sich nun dieselbe UI, wie in Office 2007.
  • Seitenleiste:
    Eines der wohl unnützesten Features von Vista ist Geschichte: Die Seitenleiste verschwindet, die Gadgets werden überleben und frei am Desktop angeordnet.
  • Kompatibel:
    Eines der großen Probleme mit Vista war, dass viele Hardware- und Softwarehersteller es einfach verschlafen haben und viele Käufer anfangs ohne Treiber und mit inkompatiblen Programmen da gestanden sind. Was damals zum ersten Vista-Frust führte, wird sich nicht wiederholen: Die Treiberschnittstellen sowie die APIs bleiben weitgehend ident.
  • Name „Windows 7“:
    Daher könnte man auch von einem Microsoft Windows Vista R2 reden, schließlich wird die fertige Kernel-Version die Nummer 6.1 und nicht 7 tragen. Wie überhaupt wohl kaum jemand außerhalb der Marketing-Abteilung weiß, warum das die siebente Version von Windows sein wird …
  • Cloud-Services:
    Auch wenn die Veränderungen von Windows, wird das Web einen sehr großen Teil des Programms auf der einnehmen. Ganz sicher bin ich mir, dass wir schon am Montag ein Weboffice von Microsoft sehen werden! Gespannt darf man auch sein, wie Microsoft mit „Windows Strata“, dem Windows-Server fürs Internet zur Konkurrenz von Amazons Web Services wird.

Zwei Dinge noch, bevor ich den Sonnenaufgang über LA einfangen werde: Üblicherweise gibt es Live-Streams von solchen Keynotes. Sobald ich da eine Url habe, schicke ich sie über Twitter aus. Follow me: www.twitter.com/georgholzer.

Und wer Windows 7 live ausprobieren muss, kann dies am kommenden WebMontag in Klagenfurt machen.
Wo? Rokohof
Wann? Montag, 3 November, 19:00 Uhr.

Die Cloud ist wichtiger als Windows

Noch 18 Tage bis zur Professional Developers Conference (PDC) von Microsoft. Während alle erwarten, dass der Vista-Nachfolger “Windows 7” dort die Hauptrolle spielt, glaube ich dass es eher Microsofts Web-Strategie ist.

mannequin

Warum? Nur 22 der insgesamt 179 Sessions handeln von Windows 7, aber 33 von “Cloud Services”.

Und “Office 14”? Allgemein war erwartet worden, dass auch die künftige Office-Version vorgestellt werden könnte. Das wird aber wohl gar kein großes Thema sein, weil es gerade einmal vier Sessions dazu gibt.

Das wird die Windows-Wolke

Microsoft CEO Steve Ballmer kündigte diese Woche in London etwas ganz ominöses an: Ein Windows für die Cloud. Darin könnten alle möglichen Anwendungen laufen, die auf .net basieren. Alles, was dazu nötig sei, wäre ein Browser, der .net verstehen würde. Im Prinzip sind das die Internet Explorer 6, 7 und 8 sowie der Firefox auf Windows und Mac — jeweils mit dem Silverlight-Plugin.

Damit hätte Microsoft auch sein Online-Office, wie dieser weltexklusive 🙂 Screenshot zeigt: Word über Windows Live Mesh.

windows-cloud

Ist die Idee abwegig? Ganz und gar nicht! Microsoft hat schon einmal gemeint, Windows Live Mesh werde die Basis für alle künftigen Anwendungen — online wie offline — darstellen.

Was ist Mesh?
Im Prinzip ist es derzeit noch ein Dienst, mit dem man Dateien mit mehreren Geräten (derzeit: Windows-PCs, später auch Macs und Handys) synchronisieren kann. Der Mechanismus dahinter basiert auf einem erweiterten RSS und nennt sich Feedsync.

Wenn man sich den Mesh-Webdesktop anschaut, wird klar, dass dort nicht nur explorer-ähnliche Fenster laufen können. Die Leiste am unteren Rand des Browserfensters erinnert stark an die Startleiste von Windows und bietet exakt dessen Funktionalität: Sie verwaltet die Fenster.

Und in den Statusfenstern rechts der eigentlichen Dateifenster könnte in der kostenlosen Variante Werbung dargestellt werden.

Microsoft’s Web Office:
Was läge näher, um neben dem Mesh-Explorer auch andere Programme laufen zu lassen? Das Web-Office wäre ein Teil von Mesh. Ich glaube, dass mit Ballmers Ankündigung ein Browser-Office von Microsoft näher ist, als wir meinen. Vielleicht kommt es schon zur PDC …

Dass Microsoft schon lange was im Köcher hat, zeigt der Webpage-Creator von Popfly. Mit dabei ist der auch hier der Ribbon von Office 2007.

popfly

Bleibt noch die Frage, was Microsoft mit dem Office Live Workspace vor hat. Der wäre dann endgültig redundant und unnütz.

W7: Microsoft moppelt doppelt

Countdown: Nur noch ein Monat bis zur PDC. Gestern habe ich erfahren, dass ich mit von der Partie bin. Microsoft Österreich lädt mich ein, bei der Premiere des Vista-Nachfolgers Windows 7 dabei zu sein.

Ich freu mich drauf. Auf so ein Event muss man sich natürlich auch vorbereiten und sich ein wenig einlesen. In loser Serie werde ich mir hier ein paar Gedanken zur Zukunft von Windows machen. Brauchen wir überhaupt noch so ein OS? Einzelne Apps, die UI und einiges mehr.

Anfangen möchte ich mit etwas, das mir völlig unverständlich ist: dem Windows Media Player. Anstatt, dass es einzigen (dafür guten) Audio- und Videoplayer gibt, werden Windows Media Player und die Zune Software aus dem gleichen Hause parallel weiter entwickelt. Man stelle sich vor, Apple würde auf Macs neben iTunes auch noch eine redundante Software für iPods installieren …

Neben der Verschwendung von personellen und finanziellen Ressourcen führt das auch zu einer Verwirrung der Nutzer. Die erkennen nicht immer gleich, welches Programm das beste für sie ist. Wie wäre es, wenn beide Teams zusammen nur einen einzigen Player machen?

Bei Winfuture.de fand ich gerade die ersten Screenshots vom WMP12:

 1222250367  1222250452  1222250363

Was auffällt ist, dass es extrem wenig Neues gibt. Das ist allerdings in diesem frühen Entwicklungsstadion nicht ungewöhnlich. Allerdings könnte es zumindest irgendetwas geben.Sogar die Optionen sind 1:1 mit dem aktuellen WMP11 ident.

Ein Beispiel für die vielen Dinge, die dem WMP fehlen ist RSS-Integration für Podcasts, die es in der Zune-Software sehrwohl gibt.

podcasts

Ein weiteres Highlight des Zune ist sein Musik-Entdeckungs-Mechanismus, den unlängst auch Wired lobte: Zune’s Recommendations make Genius Look Average.

Dem WMP fehlt, was die Zune-Software hat: ein attraktives Äußeres, RSS-Client für Podcasts, ein eigener Shop (derweil US-only) und ein Empfehlungs-Dienst, der den Nutzern scheinbar gefällt.

zune-sw

Gibt es also noch einen einzigen Grund, nicht beide Teams zusammen zu legen? Warum sollte weiter doppelt gemoppelt werden? Am Ende des Tages würde ein Microsoft-Player heraus kommen, der besser wäre als beide aktuellen es je sein könnten. Da bin ich mir sicher. Aber die Frage ist, ob Microsoft das auch kapiert.

Google Chrome: Wird wohl nix!

Überraschungen erlebt man als Tech-Journalist selten. Viele Dinge kündigen sich lange im Voraus an. Googles heutige Ankündigung, mit „Chrome“ einen neuen Browser zu bringen, kam für mich völlig unerwartet.

Um 21 Uhr stand die erste Beta zum Download (vorerst Windows only) bereit. Nachdem bereits den ganzen Tag die Presse und Blogosphäre überschlagen hat, war ich neugierig. Chrome gefällt mir irgendwie, ich glaube aber nicht, dass es ein durchschlagender Erfolg wird.

Das Gute:

  • Reduced to the max: Chrome ist für mich das, was man gemeinhin als Browser bezeichnet. Nicht mehr und erst recht nicht die Plattform für Web-Apps von der alle reden. Grafisch überhaupt nicht überladen und reduziert auf das, was man braucht.
    Bestes Beispiel dafür sind die Settings, die im Vergleich zum IE8 wirklich minimalistisch sind.
      
  • Security & Stability: Dass jedes Tab, jedes Plugin und jedes Script in einer eigenen Sandbox abläuft, ist lobenswert. Im Gegensatz zu Betaversionen vom Firefox 3 ist mir Chrome in den letzten drei Stunden nie abgestürzt. Auch der Speicherverbrauch ist extrem niedrig.
  • Tempo: Wow, das Ding rendert wirklich schnell. Dafür verantwortlich ist die Tatsache, dass Chrome auf der schnellen Rendering-Engine von Apples WebKit läuft. Auch die JavaScripts-VM ist sauschnell.
  • OpenSource: Wie auch bei Firefox liegt der komplette Code offen. Wer sich dafür interessiert, Googles Chromium-Projektseite öffnet wohl demnächst seine virtuellen Pforten.+

Das Schlechte:

  • Braucht die Welt wirklich einen weiteren Browser?
  • Standards: Gut, es ist noch eine Beta und andere Browser schaffen den Acid3-Test auch noch nicht. Aber noch schlimmer ist derzeit nur der IE.
  • Plugins: Zwar gibt es bereits am ersten Tag ein Flash-Plugin, doch das war’s auch schon.
  • Entwickler: Für wie viele Plattformen sollen Entwickler noch programmieren? Die werden eine weiter Plattform wohl nicht herbei sehnen.
  • Trägheit: Wer bis jetzt mit seinem Browser zufrieden ist, wird wohl nicht wechseln. Die Masse ist träge und wer bis jetzt noch nicht auf einen alternativen Browser wie Firefox oder Opera gewechselt hat, wird das wohl auch nicht tun.
  • So viel Neues? Ich kann nichts an Chrome finden, das es nicht auch anders wo gibt. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt spricht – außer, dass ich ihn testen wollte – nichts für einen Browserwechsel.

Das Fazit:
Nicht, dass mir jemand nachsagt, ich wäre gegen Wettbewerb. Nein: Jeder neue Browser ist bei mir willkommen. Aber ich glaube einfach nicht, dass Chrome so viel Neues bringt, um IE-Nutzer in Massen anzulocken. Diejenigen, die gewechselt haben, tun das. Die Masse bleibt bei dem, was sie hat.

Zudem machen sich immer mehr Nutzer Sorgen um ihre Privatsphäre und Google hat diesbezüglich nicht gerade das beste Image. Ich halte die erdbebenhafte Hype rund um einen Browser im Beta-Stadium für unnötig. Es ist einfach nur ein Browser mehr. Die Zukunft gehört Firefox und IE8. Sollte der es bis Jahresende – trotz eines zu erwartenden neuen Google Packs – auf zehn Prozent Marktanteil schaffen, fresse ich einen Besen.

Microsofts silberne Fotos

Ich hab heute nicht nur wieder mit dem Bloggen begonnen, sondern mir auch ein wenig Gedanken um Microsofts Silverlight gemacht: Zu was könnte es gut sein? Was könnte man damit anstellen? Und hat es überhaupt Chancen gegen omnipräsentes Adobes Flash?

Dabei bin ich auf ein cooles Tool gestoßen, das ich an dieser Stelle vorstellen möchte: den Deep Zoom Composer. Er ist kostenlos als Technology Preview erhältlich.

Was kann man damit machen? Foto-Collagen, in die man – trotz ihrer gewaltigen Größe – blitzschnell hinein- und wieder heraus zoomen kann. Ein Beispiel ist der untenstehende Screenshot. Das Original (einfach drauf klicken) setzt sich aus 19 Bildern mit jeweils zehn Megapixel zusammen – insgesamt also rund 190 Millionen Bildpunkten. Voraussetzung zum Anschauen und Genießen ist jedoch das Silverlight-Plugin.

Weitere, professionellere Bildkompositionen finden sich hier:

Erstellt werden diese Riesen-Bilder einfach per Drag&Drop in drei Schritten: Importieren, Bild komponieren und Exportieren. Praktisch: Der Export ins Web auf PhotoZoom ist gleich mit eingebaut.

Die Entwickler haben auch ein Video-Tutorial Deep Zoom for „Dummies“! ins Netz gestellt. Nicht abschrecken lassen, es geht auch einfacher 🙂
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Doch, wo es Licht gibt, fällt auch Schatten: Das Programm ist derzeit noch alles andere als stabil. Je mehr Bilder man zusammenfügen will, umso eher die Wahrscheinlichkeit eines Crashes.

Microsoft hat viel aufzuholen und Deep Zoom ist noch nicht reif. Aber es zeigt für mich eines: Microsoft hat genug spannende Projekte in seinen Labs laufen. Insbesonders im Foto-Bereich dürfen wir in nächster Zeit noch viele tolle Dinge erwarten. Photosynth ist nur eines davon.