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Office 2010 Setup

Es ist soweit! Office 2010 ist da. Zumindest die Technical Preview, die eigentlich erst für Juli geplant war ist jedoch gestern ins Web gelangt. Zumindest ein Tester der Private Beta muss eine Kopie gestreut haben. Und so ist sie über (mehr oder weniger) seriöse Quellen auch zu bekommen. Aber ACHTUNG! Der Download ist nicht legal, es besteht ein gewisses Risiko!

Zur Bedeutung von Office

Jedes Mal wenn Microsoft eine neue Windows- oder Office-Version auf den Markt bringt, bedeutet das neue Funktionen und neue Dienste. Die wahre Bedeutung eines solchen Launches kommt aus der enormen Verbreitung von Office. Ein klein wenig mehr Produktivität für den einzelnen Office-Worker wirkt sich in einem ungehören Produktivitätsschub für alle aus.

So gesehen können Launches neuer Office- und Windows-Versionen gar nicht hoch genug bewertet werden.

In den nächsten Tagen (heute geht es sich nicht mehr aus) werden hier ausführliche Reviews aller Office-Anwendungen und Screenshot-Galerien folgen. Einstweilen das Setup:

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Microsoft: Wohin die Reise geht

Gestern und heute häufen sich die Gerüchte, was Microsoft angeht. Die kommenden drei Monate dürften spannend für die Redmonder werden.

  1. Erst gibt es Spekulationen über eine frisch aufgelegte 3,75 Milliarden Dollar-Anleihe.
  2. Dann bestätigt man, dass Windows 7 doch heuer erscheint. Mein Tipp: Es bekommt auch eine komplett neue Oberfläche.
  3. Das Technical Preview von Office 2010 wurde angekündigt. Obwohl Microsoft bisher noch nichts zu den Features gesagt hat, ist doch schon einiges durchgedrungen.
  4. Und Microsoft streut via Twitter selbst Gerüchte um ein mögliches Zune-Phone. Scheinbar, denn der Account ist ein Fake. Dennoch ist ein bisschen was dran!

Doch der Reihe nach.

1. Microsofts Portokasse

ist eigentlich prall gefüllt. Microsofts geht’s finanziell nicht schlecht, man hat ein AAA-Rating und angeblich – wie ich heute einigen Medienberichten entnehme – 30 Milliarden Dollar (22 Milliarden Euro) in Cash am Konto.

Wozu legt man dann eine Anleihe mit einem Volumen von 3,75 Milliarden Dollar auf? Weil man das Geld billig bekommt. So sicher wie Microsoft sind höchstens noch Staatsanleihen. Dementsprechend günstig sind die Zinsen von 4,2 Prozent.

Aber was macht man mit all dem Geld?

  • Aktien zurück kaufen?
    Der Aktienkurs zog zwar heute kurzfristig leicht an, allerdings dümpelt er seit 2001 vor sich hin. Zuletzt sank er gar auf etwas über 15 Dollar. Vielleicht wäre das jetzt kein schlechter Zeitpunkt für ein bisschen Kurspflege
    ms-chart
  • Microsoft kauft SAP: 5% Wahrscheinlichkeit
    Darüber wurde heute schon ausgiebig in den Medien spekuliert. Warum das nicht klappen wird: Microsoft bietet auch Business-Software an und ist ein direkter Konkurrent von SAP. Die EU-Wettbewerbskomission, die Microsoft ohnehin nicht zu mögen scheint, würde einen solchen Deal niemals zulassen. Zudem hat Microsoft heute schon dementiert.
  • Microsoft kauft Yahoo: 15% Wahrscheinlichkeit
    Schön langsam nervt es, ständig dieselben Hochzeitsglocken zu hören. Microsoft hat in den letzten eineinhalb Jahren zu viel in die eigene (immer noch nicht gute) Live-Plattform gepumpt. Dieser Deal macht mit jedem Tag weniger Sinn.
    Selbst am reinen Suchmaschinen-Geschäft von Yahoo sollte Microsoft immer weniger interessiert sein, weil man grad an einem neuen Release der Live-Suche arbeitet. Die neuen Such-Algorithmen (Codename „Kumo“) haben nur noch letzte Tests vor sich. Nutzen kann man sie derzeit nur MS-intern und da auch nur in den USA. Ein Countdown deutet auf einen Launch am 3. Juni hin.
    Auch wenn die Ergebnisse viel besser sein sollen, bleibt die Frage, ob man damit Google paroli bieten kann. Wohl schwer, weil vieles Gewohnheitssache ist.
  • Microsoft kauft Twitter: 70% Wahrscheinlichkeit
    Das macht absolut Sinn und ich hoffe für Microsoft, dass es dazu kommt.
    Warum? Wenn man es richtig angeht, bekommt man einerseits eine lebhafte Community von Tech-Enthusiasten mit einem „netten“ Celebrity-Anstrich. Genau das fehlt Microsofts Live-Division, deren User meist aus Leuten besteht, die kaum Ahnung von Content-Sharing (Foto, Video) haben. Andererseits steckt in der Echtzeit-Suche von Twitter ein gewaltiges Potenzial, das nicht einmal ansatzweise gehoben ist und – in seiner Nische – selbst Google erzittern lässt.
  • Microsoft kauft Rim: 30% Wahrscheinlichkeit
    Genau das würde Microsofts Mobile-Division brauchen: Blackberries als gute Messaging-Produkte für Business-User, leidenschaftliche Kunden und einen bestehenden Markt.

2. Windows 7 mit (noch geheimer) Oberfläche

Ja genau, einer neuen Oberfläche. Einer, die noch keiner gesehen hat! Ursprünglich (auf der PDC 2008) hörte ich, der Termin fürs RTM (Release to Manufacture) für Windows 7 sei am 3. Juni. Bislang hat sich Microsoft nie öffentlich zu einem Fertigstellungstermin geäußert. Bis gestern: Der neue RTM-Termin wäre laut Blogeintrag von Windows-Chef Steven Sinofsky „in drei Monaten“ also spätestens im August.

Interessant: Aus „gewöhnlich gut informierten Microsoft-Kreisen“ habe ich gehört, dass es zwei Sign-Off-Termine für die Entwicklerteams gibt. Einer für die Codebasis von Windows, einer für die User Experience (UX). Daraus kann man nur den einen Schluss ziehen, dass an der Oberfläche noch gearbeitet wird.

Und wenn es schon zwei Sign-Off-Termine gibt, wird da wohl mehr passieren, als das Re-Design von Icons. Die Sache ist doch die: oberflächlich hat sich – sieht man einmal von der neuen und Startleiste ab – nicht allzu viel getan. Und damit man es als Major-Release (was es zweifelsohne auch so schon ist) der breiten Masse verkaufen kann, braucht man Neues.

Windows 7, Aero Peak

Da kommt noch was nach, da bin ich mir sicher!

Zum Launch-Termin: Wenn wirklich erst im August RTM ist, könnten die ersten Computer damit spätestens Ende September ausgeliefert werden. Das ist fast schon zu spät, wenn man bedenkt dass während der „Back-to-School“-Saison die meisten Laptops und Desktops verkauft werden.

Allerdings gibt es für Käufer wie bei jedem Windows-Launch eine Hintertüre: die Technologiegarantie. Wie schon bei XP und Vista wird der Käufer eines aktuellen Betriebssystems den Nachfolger geschenkt bekommen. Ich tippe einmal, dass diese Frist am 1. Juli oder 1. August beginnen wird.

Ach ja: Und auch bei Vista gab es die Möglichkeit, sich eine 180-Tage-Version des fertigen Produkts kostenlos zum Test herunter zu laden. Warum soll es das diesmal nicht geben?

3. Das (Web)Office kommt

Gestern wurde bekannt, dass im Juni der Test von Office 2010 beginnt. Die etwas eigenartige Werbesite dafür -“ www.Office2010TheMovie.com – deutet darauf hin, dass es schon am 1.7. soweit sein könnte.

officemovie

Ich durfte bereits mit einigen Leuten bei Microsoft über Office 2010 reden. Verraten haben sie mir leider nichts bis gar nichts – alle waren aber derselben Meinung: „Es wird ein Wahnsinn“.

Was man bislang über Office 2010 (Codename Office 14) weiß:

  • Es wird erstmals eine Web-Version geben. Auf der PDC wurden die Online-Apps grob vorgestellt. Hier meine Review.
  • Die Online-Zusammenarbeit steht ganz oben auf der Agenda. Jedes Office-Dokument kann übers Netz von zwei oder mehreren Kollegen gemeinsam und zeitgleich bearbeitet werden. Denkbar wäre etwa, dass der eine Kollege schon mit dem Vortrag beginnt, während der andere (egal, wo er auf der Welt sitzt) noch die letzten Powerpoint-Folien bearbeitet.
  • Apropos: Powerpoint. Vor fast zwei Jahren durfte ich mit dem Powerpoint-Chef (übrigens ein Österreicher) in Mountain View ein wenig reden. Als ich meinte, dass Präsentationen mit Apples Keynote viel attraktiver wirkten, meinte der nur: „Das ist uns bewusst und sicher eine Entwicklungsrichtung.“
    Was ich mir auch gut vorstellen kann: Powerpoint geht in dieselbe Richtung, wie Prezi.com geht. Die Basis für diese Richtung wäre pptPlex, eine Zoom-Erweiterung, die es jetzt schon in den OfficeLabs zum Download gibt.
  • OneNote: Auch diese Anwendung bekommt den bekannten Ribbon. Hier steht vor allem die Portabilität der Daten im Vordergrund. OneNote-Notizbücher werden online, in der Anwendung und auf einer Reihe von Handys bearbeitbar.
    Stichwort: Office-Labs: Canvas for OneNote wäre ein Modell, wie OneNote 2010 einem beim Auffinden und Organisieren der Inhalte unterstützen könnte.
  • Outlook: Auch hier zieht der Ribbon ein und macht vieles einfacher. Und auch sonst wird sich an der Oberfläche einiges ändern.(c) Neowin

    (c) Neowin
    Die Screenshots zeigen sehr schön: Überall in Outlook wird es Buttons geben, um ähnliche Inhalte („Related“ – Absender, Betreff etc.) zu finden.

    Zudem packt Microsoft endlich auch Tools in das Programm, die intern gegen den Mail-Wust kämpfen.  „Clean Up“ nennt sich scheinbar der Mail Threat Compressor, der Jahrelang nur für Redmonder zur Verfügung stand. Die Rechtsabteilung soll bisher etwas dagegen gehabt haben, dass Mails oder Teile von Mails der Benutzer gelöscht werden sollen. Damit zieht auch eine Konversations-Übersicht ein, die man schon aus Gmail kennt.

    Hinter dem Button „Ignore“ steckt eine Funktion, die einem vor irrelevanten Diskussion verschont. Mail-Threads zu immer dem gleichen Thema werden so blockiert.

    Screenshots der Mail-Ansicht zeigen, dass man scheinbar an jeden Inhalt nun auch eine Notiz packen kann. Praktisch. Außerdem wird das Aufzeichnen und Versenden von Sprachnachrichten (auch ohne Office Communication Server?) vereinfacht. Und eine Übersetzungsfunktion hilft bei fremdsprachigen Mails weiter.

    Die Funktion „Quick Steps“ hat noch nicht einmal ein Icon. Sie könnte aber ein Shortcut sein, um direkt aus einem Mail heraus einen Termin mit dem Absender zu vereinbaren oder ihn als Kontakt anzulegen.

    (c) Neowin

    MailTips: Außerdem soll Outlook einen warnen, bevor man einen E-Mail-Fauxpas begeht. So wird es aufschreien, wenn man zu große Dateien versendet oder ein Mail an viel zu viele Absender richtet.

    Hier noch mein Wunsch ans Office-Team: Ich will sozialere Kontakte – das heißt, eine tiefe Integration von Facebook, Twitter & Co. Hier noch erste Infos zu Outlook Web Access 2010.

  • Von Office 2010 wird es wie bisher mehrere Versionen geben – jeweils aber (und das ist neu) in 32 und 64 Bit-Varianten.

4. Das Zune-Phone kommt

oder auch nicht … Heute gab es einen Tweet, der von besagter Office 2010-Kampagne ausgehen soll und für breite Aufmerksamkeit (auch in Massenmedien) gesorgt hat:

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Die Meldung lässt den Schluss zu, Microsoft würde in Kürze ein eigenes Handy auf den Markt bringen.

Ein Fake. Auch wenn der Account nicht von einem offiziellen Microsoftie betrieben wird, wette ich, dass etwas in der Luft liegt und es auf der E3-Expo (2. bis 4. Juni) eine Ankündigung gibt. Seit Monaten gibt es entsprechende Gerüchte (Codename: Pink).

Was spricht für ein Microsoft-Handy:

  • Windows Mobile, wird nicht nur wegen seiner eigenen „Qualität“ geprügelt, sondern auch wegen der Hardware der OEMs. HTC & Co. holen sich das Image von Windows Mobile ab und verbauen drum herum billiges Plastik. Im Target-Costing werden dazu noch stets die Kosten für einzelne Komponenten (wie Prozessoren) gering gehalten. Software-Updates gibt’s kaum bis keine. Die Experience für den Kunden ist dann unterm Hund
  • Microsoft könnte somit eine Referenzplattform schaffen, die als Maßstab für alle Handys von Windows Mobile dienen würde.
  • MP3-Player sind derzeit Microsofts komplett eigene Mobil-Plattform. Dass sich der Zune schleppend verkauft, liegt nicht nur an seinem Design, sondern auch an der Tatsache erklären, dass MP3-Player Comodities geworden sind, die heute jeder anbieten kann.
    Zudem wollen immer weniger einen dedizierten MP3-Player kaufen, sondern alles in einem Gerät mit sich mit dabei haben: meist in Form des Handys.
  • Teure Content-Plattform: Für eine schwindende Anzahl von Zune-Käufern hält Microsoft nicht sein Zune-Network am Leben. Der Betrieb und die Lizenzen für so eine Content-Plattform (mit Flatrate für 14,99 Dollar/Monat) kostet enorm viel Geld. Zu viel, für ein paar MP3-Player am Markt.
    Und siehe da – erst gestern startete ein kleiner „Gegenangriff“ auf den iPod und Apples iTunes Music Store:
  • Für Business-Kunden hat man Windows Mobile. Ein Zune-Phone würde auf den – von Microsoft bislang (sieht man von der Xbox ab) kaum erschlossenen – Consumer-Markt abzielen.
  • Hausinternes Knowhow: Microsoft hat im Februar 2008 Danger gekauft – das ist der Hersteller von T-Mobiles Sidekick-Handy.

Doch es gibt auch einiges, das gegen ein eigenes Microsoft-Handy spricht;

  • Die OEMs: Microsoft würde damit den eigenen Kunden Konkurrenz machen. Aber das passiert immer öfter – etwa auch im Bereich des Hostings von Exchange oder Sharepoint.
  • Das iPhone: Man würde immer an dem gemessen. Es wäre fatal, würde „Microsofts iPhone-Killer“ nicht perfekt sein.
  • Der Touchscreen-Zune steht Ante Portas und könnte bereits auf der E3 angekündigt werden. Dem Vernehmen nach soll der Zune HD bereits in Kürze vorgestellt werden. Seit Wochen kursieren CAD-Renderings im Netz. Ich kann nicht ausschließen, dass es sich dabei nicht etwa um eine Fälschung handelt, aber sie sehen für mich sehr realistisch aus.
    Realistischer als ein Microsoft-Handy – zumindest derzeit. Wer weiß, was nächstes Jahr passiert …zune-hd-leak

Ich wünschte, andere Firmen wären ebenso vorhersehbar … Was meint ihr?

Ist Microsoft übermütig?

Die Ankündigung von Google Sync am Montag entzückte und verwunderte mich. Fortan kann man alle seine GMails, Kontakte und Kalendereinträge der entsprechenden Google-Dienste am Handy synchronisieren. Kurz nach der Google-Meldung veröffentlichte Microsoft ein Statement, dass der Suchmaschinen-Marktführer das ActiveSync Protokoll lizenziert hat.

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Moment! Microsoft lizenziert eines seiner Key-Protokolle an seinen vermeintlich größten Konkurrenten?

Das wirft zwangsläufig eine Menge Fragen auf:

  • Google hat doch keine Microsoft-Server. Was machen die genau?
    Antwort: Vielfach wird (auch von mir) kritisiert, dass Googles Dienste immer nur Inseln wären, die nicht oder erst mit der Zeit miteinander kommunizieren könnten. Google verwendet keine Exchange-Server für Gmail, sondern nutzt Active Sync quasi als Verbindungsstück zwischen seinen eigenen, proprietären Protokollen und der mobilen Welt. Wie viel Google bezahlt hat, ist nicht bekannt.
  • Warum macht Microsoft so etwas?
    Antwort: Der Hauptgrund liegt wohl in der Verpflichtung aus dem EU-Verfahren, Serverprotokolle ohne Diskriminierung Dritter zu vernünftigen Kosten (billiger als selbst programmieren) zu lizenzieren. Außerdem könnte man sich dadurch höhere Einnahmen in der Zukunft erwarten.
  • Wer hat das noch lizenziert?
    Antwort: Eine ganze Menge von Unternehmen kann mit Exchange-Servern kommunizieren. Mobil sind das etwa Nokia, SonyEricsson, Palm oder Apple. Das Protokoll soll bereits an rund 500 Unternehmen lizenziert worden sein.
  • Kanibalisiert man damit nicht seinen Exchange-Server?
    Antwort: Und wie! Nun stellt sich die Frage, wozu jemand noch für einen teuren Exchange-Server oder -Account bezahlen soll, wenn man bei Google Ähnliches gratis bekommt. Die Qualität (Uptime, Zuverlässigkeit) von Gmail & Co. spricht dafür.
    Noch ist nicht alles zusammen gewachsen – aber das ist nur eine Frage der Zeit. Mit Outlook sync noch nicht alles und Aufgaben sowie Notizzettel (wer’s braucht) geht noch gar nicht.
    Am Samstag organisiere ich die IT der Firma eines Freundes neu – klar, dass ich ihm Google Apps empfehlen werde. Für Kleinunternehmen dürfte das nun die erste Wahl sein.
  • Microsoft macht 90 Prozent seines Umsatzes über Partner. Die werden wohl keine Freude damit haben, oder?
    Antwort: Kaum vorstellbar, aber was bleibt denen übrig? Die haben schon im Vorjahr rebelliert, als Microsofts Online-Services-Sparte damit begann, selbst Exchange- und Sharepoint-Hostings zu verkaufen – ein Geschäft, das bislang die Partner machten.
  • Wie sehr trifft das Windows Mobile-Sparte?
    Antwort: Brutal! Wenn die – kommende Woche in Barcelona vorgestellte – Version 6.5 von Windows Mobile und zukünftige Hardware nicht wirklich ein Schritt nach vorne sind, dann sehe ich schwarz dafür.
    Früher war die (zweifellos beste) Exchange-Verbindung noch ein Kaufargument für Windows Mobile. Heute kann das fast jedes Nokia – und bald wohl auch das T-Mobile G1.
  • Und die Mac-Business-Unit?
    Antwort: Deren wichtigstes Produkt ist Office. Ein Argument, dieses inferiore Produkt zu kaufen ist, dass Entourage die einzige Mac-Software ist, die mit Exchange kann. MacOSX 10.6 (Snow Leopard) wird Active Sync integriert haben und die Notwendigkeit fürs Mac-Office beseitigen.
    Und vielleicht wird iCal, das Adressbuch und Mail ja bald auch ohne Einschränkungen und Extra-Tools zu Google syncen.
  • Warum kann man Microsofts Hotmail/Windows Live Contacts/Calendar nicht so abgleichen?
    Antwort: Das weiß man wohl nur in Redmond. Eigentlich ist das eine unfaire Benachteiligung der eigenen Nutzern. Es könnte sein, dass jetzt mehr Hotmail-User zu Gmail wechseln. Dazu passend: Seit wenigen Tagen hat Gmail Hotmail auch umfangreiche Import-Funktionen für andere Mail-Anbieter (etwa Hotmail, GMX, Yahoo, AOL).

Der Schritt zur Offenlegung und Lizenzierung aller Server-Protokolle war nicht ganz freiwillig, aber vielleicht könnte er sich lohnen – die Welt geht weg von Software-Packerln und Client-Server-Lösungen hin in die Cloud.

Und in einem Unternehmen wie Microsoft geht zwangsläufig einmal der Erfolg der einen Business-Unit zu Lasten einer anderen. Welche BU trifft es als nächstes?

Microsoft bringt Support 2.0

Man stelle sich einen normalen Nutzer vor, der bei einem Problem mit seiner Software auf die Support-Seite des Herstellers geht. Meist wird er dort aber von technischen Fachausdrücken und vielen – vielleicht noch verschachtelten Anleitungen (If then else) erschlagen und kennt sich danach kaum besser aus, als zuvor.

Wie sollte Support funktionierten? Man sucht nach der Lösung eines Problems und wird auf eine Support-Seite geleitet. Dort wird das Problem mit einem Mausklick gelöst.

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Geht nicht? Geht! Der „Fix it“-Button ist seit ein paar Tagen Realität bei Microsoft! Die Idee: Mit Hilfe eines Scripts (auf Knowledgebase-Artikeln und im Windows-Programm „Problemberichte und -lösungen“) soll ein Fehler analysiert und mit einem Klick vollautomatisch bereinigt werden.

Noch ist die Anzahl solcher Fehlerkorrektur überschaubar, sie soll aber laut einem MS-Blog ständig wachsen. Wenn sich das auf breiter Front durchsetzt und wirklich was bringt (hab’s noch nicht ausprobiert), ist das DIE Innovation des Jahres für mich.

Bleibt das Sicherheitsproblem, denn wo Scripts ausgeführt werden, sind auch Malware-Entwickler nicht weit. Die könnten mit Hilfe dieses Buttons und leicht falsch geschriebener Url für echte Probleme sorgen.

Kärnten am Desktop

Man mag über das südlichste Bundesland Österreichs denken, wie man will. Die Politik vermitteln manchmal den Eindruck, sie wollten Kärnten isolieren anstatt in die Zukunft führen. Aber wenn man da Witzfiguren aller Coleur wegdenkt, bleibt ein wunderschönes Land – kein Wunder, dass der Tourismus hier einen großen Stellenwert hat.

(c) Kärnten Werbung/Sigi Leitner (c) Kärnten Werbung/Sigi Leitner
(c) Kärnten Werbung/Sigi Leitner (c) Kärnten Werbung/Sigi Leitner

Doch die Tourismus-Werbung muss sich der Technik anpassen. Vor gut zwei Jahren stieß ich auf eine Website von Microsoft Neuseeland. Dort hat man sich scheinbar mit dem Tourism Board zusammen getan und macht mit grandiosen Fotos für Download-Wallpapers Werbung für das Land.

Ich hab’s ja probiert und sowohl Microsoft als auch die ÖW mehrmals darauf angesprochen – doch scheinbar ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Im Ausland (auf touristische Konkurrenzmärkten) klappt die Zusammenarbeit mit Microsoft für Windows 7 sehrwohl – etwa in Dresden, am Niederrhein, Japan, Hawaii, Washington, Oregon, Schottland, Whales und Nordirland.

designs

Hilfe zur Selbsthilfe: So baut man Themepacks!

Wenn die einen nicht wollen und die anderen nicht können, muss jemand damit anfangen. Also hab ich einmal zwei Themepacks für Windows 7 erstellt. Die gibt’s hier zum Download – eines für den Winter, eines für den Sommer.

Kärnten Themepack Winter   Kärnten Themepack Sommer

1. Fotos besorgen:
Die Bilder für den Hintergrund haben drei Voraussetzungen. Sie müssen gut und in hoher Auflösung vorhanden sein. Zudem müssen die Rechte geklärt sein. Die Kärnten Werbung hat mir freundlicherweise sechs sehr gute Bilder von Sigi Leitner (zwei für den Winter, vier für den Sommer) überlassen. Sie sind nicht 100 Prozent perfekt, aber für meinen Geschmack toll geschossen.

2. Themepack bauen:
Microsoft hat es einem wirklich leicht gemacht. Man braucht allerdings Windows 7 für diese Aufgabe.

themepack1

  1. Ein beliebiges Grunddesign auswählen
  2. Fotos austauschen. Will man mehrere Bilder als Desktop-Hintergrund verwenden, wählt man einfach mehrere aus und gibt einen entsprechenden Intervall an – in meinem Fall wechselt alle 20 Minuten das Hintergrund-Bild.
  3. Farbe für die transparenten Aero-Fenster auswählen.
    Bei Bedarf noch Sounds und Screensaver wechseln (hab ich aber nicht gemacht).
  4. Speichern. Bei der Dateiart von .theme auf .themepack wechseln und fertig!
    themepack2

3. Was könnte man noch verbessern?

  • Bilder: Mehr und bessere!
  • Sounds: Ich hasse Soundschemas, aber vielleicht kenne ich nur die ganz doofen. Vielleicht machen dezente Tunes Sinn – es muss ja nicht gleich wer jodeln
  • Screensaver: Cool wäre es, wenn dieser die besten Bilder aus Flickr in der Pause auf den Schirm bringt.

Wer macht weiter? Wie schwer und wie teuer ist es, an Fotorechte zu kommen? Der eine oder andere Österreicher auf Flickr ließe bestimmt mit sich reden – nicht gratis, aber die Welt kann das nicht kosten.

Microsoft versteht das Marketing (nicht)

Ohne Virenscanner sollte man mit keiner Windows-Kiste ins Netz! Doch gingen mir die aus Performance-Gründen immer wieder auf den Geist. Daher entschied ich mich vor zwei Jahren für OneCare. Ich dachte mir: Wenn Microsoft so etwas bauen würde, wäre das Thema Geschwindigkeit wohl kein Thema.

Ich schlug alle Warnungen in den Wind (schlechte Scan-Engine, nie nur einem Hersteller trauen etc.) und kaufte mir OneCare. Seit Jahren hatte ich kein Virenproblem, eine Firewall ist im Router, Exchange mit Forefront Security fängt Malware & Spam zuverlässig ab und ich bin sorgfältig worauf ich klicke. Also sollte ein minimaler Schutz ausreichen.

Abonnieren leicht gemacht!
Download
zum Ausprobieren, der Preis (19,90 Euro für drei PCs im Jahr) war akzeptabel. Also klickte ich, gab die Live-ID und die Kreditkartennummer ein und fertig!

oc-anmeldung

Abbestellen schwer gemacht!
Anders als das Bestellen, ist das Abbestellen eine Prozedur. Bei Microsoft dürfte man sich gedacht haben: “Wenn wir es den Kunden schwerer machen, den Dienst abzubestellen, werden das wohl weniger machen.

  1. Auf die OneCare-Seite gehen.
  2. Ewig nach Abbestell-Knopf suchen und nicht finden. Erst die Hilfe verrät die nötigen Schritte.
  3. Die Suche verrät den Web: zig Daten (Microsoft-Verrechnungskonto, Telefonnummer, Live-ID und die letzten vier Ziffern der Kreditkarte) bereit halten, anrufen und mit irgendwem verhandeln, der des Deutschen kaum mächtig ist.

Da drängen sich für mich fünf Fragen an Microsofts Marketing-Menschen auf:

  1. Warum macht man es dem Kunden so schwer? Hat man Angst, es könnten zu viele kündigen, wenn es einfach gehen würde? Hat man so wenig Vertrauen in das Produkt?
  2. Wieso kann man so etwas nicht auch online abbilden? Wenn ich ein Rechtsgeschäft im Web eingehe, werde ich es wohl auch im Web beenden können!
  3. Wieso kann man den Kunden nicht die Möglichkeit bieten, auch am Wochenende zu kündigen? Unter der Woche arbeiten die Leute doch tagsüber.
  4. Wieso musste ich so lange nach der Telefonnummer (in Österreich 01-50 222 22-55) suchen?
  5. Wieso prangert heute auf der deutschen OneCare-Startseite (siehe Screenshot oben) noch immer ein Angebot, das bereits seit zwei Wochen obsolet ist?

Ich bin als zahlender Kunde weg. Jetzt hab ich was anderes, das auch noch besser ist sein soll.

So wird 2009

Es ist unvermeidlich: Zu dieser Zeit des Jahres muss ich meine wilden Spekulationen gründlich recherchierte Vorhersagen für das kommende Jahr machen. Wer wissen will, wie genau meine Prognosen für die vergangenen Jahre waren, braucht nur in meinen Blogposts für 2008, 2007 oder 2006 nachlesen. Zumindest bei ein paar Dingen bin ich richtig gelegen.

Wie komme ich dazu, mir überhaupt anzumaßen, die Zukunft vorherzusagen? Ganz einfach: Ich hab keine Ahnung, was passieren wird. Einiges kann man zwar erahnen, wenn man 1 + 1 zusammen zählt. Und gewisse Trends sind auch offensichtlich. Aber nichts ist spannender als die Zukunft und ich kann auch 100 Prozent daneben liegen.

Meine Top 10 für 2009:

  1. Die Nutzer werden Windows 7 lieben
  2. Apple bringt kleine iPhones und verkauft sie frei
  3. Apple motzt sein Apple TV zur Spielkonsole auf
  4. Google überholt mit 20 Android-Handys Microsoft
  5. Microsoft kauft den Blackberry-Hersteller RIM
  6. Blu-ray im Wohnzimmer ist tot
  7. Blu-ray wird als Speichermedium am PC die DVD ablösen
  8. WiMAX ist tot
  9. Abgekupferte Sites sterben.
  10. Kameras mit zwölf Megapixel für Handys

Microsoft

2009 wird ein wichtiges Jahr für Microsoft. Mehrere große Product Launches stehen an, im Web muss der Rückstand zu Google aufgeholt werden und man muss endlich Ressourcen in sein Handy-Betriebssystem stecken.

  • Windows 7:
    Was man so hört, ist Microsoft schon sehr weit in der Arbeit an seinem Vista-Nachfolger. Windows 7 wird früher fertig, als viele meinen. Ich glaube, dass etwas dran ist an dem Gerücht, das in den Gängen der PDC kursierte: eine Beta im Jänner, ein Release Candidate im April/Mai und RTM (Fertigstellung, Release To Manufacture) am 3. Juni. Damit wäre es rechtzeitig für die Computer-Hochsaison (August bis November) bei den Kunden.
    Und zur Überraschung vieler wird Windows 7 nicht nur ein Erfolg am Markt, sondern auch beliebt bei den Nutzern sein.
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  • Office 14:
    Während Microsoft schon offen über Windows 7 redet, ist über Office 14 noch kaum etwas bekannt. Nur zwei Dinge: Auch OneNote und Outlook bekommen die neu eingeführte „Ribbon-UI“. Die gemeinsame Arbeit an Dokumenten soll vereinfacht werden. So können zwei Kollegen übers Netz eine Datei gemeinsam editieren – etwas das die neue Version von OpenOffice bereits kann.
  • Live-Office:
    Lange hat man sich dagegen gesträubt, doch 2009 wird es endlich soweit sein: Microsoft bringt ein echtes Cloud-Office. Es wird zwar ein paar Dinge weniger können als die Desktop-Versionen, doch reicht das ohnehin den meisten Anwendern.
    Damit wird die Zusammenarbeit von mehreren Anwendern am gleichen Dokument über Desktop-Anwendung, Browser-App und Handy möglich.
    Der Beta-Test sollte eigentlich noch heuer starten, doch soll es noch ein paar Probleme geben.
  • Live.com-Dienste:
    Man muss kein Hellseher sein, um zu sehen, dass die Windows-Live-Suche auch im kommenden Jahr bei uns nur marginale Marktanteile haben wird. Aber: Sie wird besser. Das kann man jetzt schon testen, indem man den Browser auf englisch einstellt. Scheinbar gibt es für US-Nutzer andere, bessere, Suchalgorithmen.
    2009 werden weitere Dienste dazu kommen und diese werden besser in Microsofts Desktop-Programme integriert.
    Eine Ultimate-Version von Windows wird es nach dem Deseaster mit Vista wohl nie mehr geben. Aber die Live-Dienste könnten einen Anreiz bieten, um möglichst schnell auf 7 aufzuspringen: Für alle, die binnen x Monaten migrieren könnte es online mehr Speicher oder zusätzliche Features geben.
  • Windows Mobile:
    Das wird die größte Baustelle im kommenden Jahr. Windows Mobile ist hoffnungslos veraltet und müsste eigentlich von Grund auf neu geschrieben werden. Die Lage ist noch viel schlimmer: Das Geschäftsmodell von Microsoft in diesem Bereich ist längst nicht mehr zeitgemäß, es stinkt schon vor Verwesung!
    Was meine ich damit? Ein Handyhersteller (z.B. HTC) holt sich das Windows Mobile-Image, passt es ein klein wenig an seine Plattform an, baut einen Haufen Plastik (mit viel zu schwachen Prozessoren) drum herum und verdreht das teuer an die Mobilfunkbetreiber. Der verkauft es weiter an seine Nutzer und schert sich einen Dreck um Updates etc. Resultat: Unglaubliche Freude der Nutzer. Ich kenne NIEMANDEN, der mit einem Windows Mobile-Handy restlos glücklich ist. Falls es doch wen gibt – bitte in den Kommentaren melden!winmobile
  • Das Zune Phone:
    Dass das so nicht weiter gehen kann, wird man wohl auch in Redmond verstanden haben. Die Gerüchte rund um ein ZunePhone wollen einfach nicht verstummen. Zur Erinnerung: Microsoft hat im Vorjahr Danger gekauft – das ist der Hersteller von T-Mobiles Sidekick-Handy. Und wenn man schon einen MP3-Player hat, wieso verbindet man das nicht mit einem Handy? Die Leute wollen schließlich nicht mehrere Devices ständig mitnehmen.
    Damit wäre auch gleichzeitig eine Referenz-Implementation geschaffen. HTC & Co. müssten sich an die höheren Qualitätsvorgaben halten, um noch etwas verkaufen zu können. Ach ja: Wenn man wirklich Erfolg damit haben will, müsste man es auch in Europa anbieten.
    Schwachpunkt an dieser These: Man würde damit genauso viel Erfolg haben wie mit dem Zune. Daher:
  • Microsoft kauft RIM:
    Genau das würde man brauchen: Gute Messaging-Produkte für Business-User, leidenschaftliche Kunden und einen bestehenden Markt. Unrealistisch? Abwarten!
  • MicroHoo:
    Für 2006 und 2007 habe vorausgesagt, dass Microsoft Yahoo kaufen wird. Für 2008 habe ich daran gar nicht mehr gedacht, die andauernden Gerüchte erschienen schon zu ausgelutscht. Doch dann passierte es gleich Ende Jänner. Nach einem fürchterlichen Hin- und Her, das eher an eine Teenie-Beziehung erinnerte, winkte Yahoo ab. In der Folge sank der Kurs auf bis 8,90 Dollar/Aktie. Zur Erinnerung: Microsoft bot 33 Dollar.yahooAber wie in jeder Teenie-Komödie gibt auch hier ein Happy-End. 2009 wird Microsoft Yahoo zum Schnäppchenpreis (18 Dollar?) kaufen, zerstückeln und sich nur die Suche einverleiben. Den wertvollen Rest (Flickr, del.icio.us & Co.) wird man weiter verscherbeln – vermutlich an Rupert Murdoch, der solche Seiten liebt, seitdem er MySpace relativ günstig gekauft hat.
    Alternativ: Yahoo meldet seine Insolvenz und beantragt Chapter 11.

Apple

Größte Herausforderung für Apple-Chef Steve Jobs wird es sein, den Drive der letzten Jahre weiter zu führen. Jede MacWorldExpo wird an den vorangehenden gemessen. Einfach nur das neue Betriebssystem (10.6 Snow Leopard) vorzustellen, wird zu wenig sein. Die Erwartungen sind immer sehr hoch.

  • iPhone nano:
    Appel könnte bei der MacWorldExpo am 5. Jänner ein kleines iPhone (nano) präsentieren. Das macht gleich aus mehreren Gründen Sinn: Apple würde auch diejenigen ansprechen, die keine 30, 40 oder 50 Euro für einen Vertrag ausgeben wollen. Die Hardware wird immer günstiger und Cupertino würde die Konkurrenz dort treffen, wo heute noch einiges an Margen drinnen ist: im unteren und mittleren Preisniveau. Das würde wohl den Weltmarktführer Nokia arg treffen.
    Und wie macht man das? Indem man es gleich verkauft, wie einen iPod: für 200 Euro, offen und ohne Beschränkungen. Die Bildschirmauflösung müsste jedoch gleich bleiben, da sonst Apps nicht mehr 100% kompatibel sind, oder?iPhone und iPhone nano
  • Apple TV reloaded:
    Steve Jobs will auch das Wohnzimmer beherrschen. 2009 sollte das längst fällige Update für Apple TV kommen. Was bräuchte die Media-Box? TV-Aufnahmefunktion per USB-Anschluss (wird teuer als Extra verkauft) mehr Speicherplatz (40 bzw. 160 Gig sind für HD nicht zeitgemäß) und die Internationalisierung der Online-Videothek.
    Und noch etwas: Es kommen Apps fürs AppleTV. Kleine Widgets, die man aus einem Appstore kaufen kann. Mit ihnen wird man das Wetter, Social Networks, News oder Aktienkurse am Fernseher konsumieren können.
    Und schlussendlich wird Apple TV zur Spielkonsole – allerdings nicht auf dem grafischen Niveau einer Xbox 360 oder Playstation 3, aber für Super Mario & Co. reicht schon die Hardware voll.
  • Das iPad kommt:
    Mit seinem eher höherpreisigen Sortiment bekommt Apple nichts vom Trend zu Netbooks ab. Die kleinen, aber günstigen Notebooks werden zwar 2009 weiter wachsen, doch Steve Jobs könnte mit einem eigenen Ansatz durchaus ein gutes Stück vom Markt kassieren. Wie würden die aussehen? Maximal zehn Zoll große Multitouch-Slates, erweiterbar mit einem Ständer und einer Bluetooth-Tastatur für unter 500 Dollar.
    Genau das braucht Apple, um 2009 den globalen PC-Marktanteil noch um ein, zwei Prozentpunkte zu steigern.
  • Viren und andere Schädlinge:
    Was mich immer noch wundert: Warum gibt es für MacOS X keine Schadsoftware? Sind die wirklich immun dagegen und ist es nicht nur der weitaus größere Verbreitungsgrad von Windows, der PCs anfällig macht?
    Allzusehr auf die leichter Schulter darf man das Problem allerdings nicht nehmen. KEINE Software ist fehlerfrei und mit weiter steigender Beliebtheit von Apple-Rechnern steigt auch die Gefahr. Wird die erste große Attacke 2009 passieren? Gut möglich, aber das habe ich auch schon für 2008 vorhergesagt.

Google

Nicht nur diverse Bücher haben ganz kräftig am Ruf von Google gekratzt. Datenschutzgründe sind es, die vielen Nutzern zumindest ein unwohles Gefühl geben.

  • Maps werden unschlagbar:
    Bilder des „Google Satelliten“ GeoEye werden den Abdeckungsgrad und die Genauigkeit von Google Maps deutlich erhöhen. Gleichzeitig kommen immer mehr Städte mit Streetview online und es werden immer mehr Anwendungen immer besser davon nutzen ziehen.
  • Unlimited Space:
    Der Speicher von Gmail wächst – seit November allerdings langsamer. Derzeit sind es gut sieben GB, die jedem Nutzer (auch für Picasa & Co.) zur Verfügung stehen. Laut aktuellem Algorithmus würde die 10-GB-Marke erst 2037 erreicht werden.
    Yahoo und andere bieten jedoch schon Accounts mit unlimtiertem Speicher an. Auch wenn nur wenige das ausnutzen und der normale Nutzer kaum über ein GB kommt, kann sich dem selbst Google dem nicht verschließen. Würde bedeuten: Unlimitierter Speicher in 2009!
  • 20 Android-Handys bis Weihnachten:
    Die OpenHandsetAlliance rund um Googles Handybetriebssystem Android darf sich freuen: Mit HTC, SonyEricsson, Huawei, Toshiba, NTTDoCoMo, LG, Garmin, Asus und Motorola erhöhte sich die Anzahl der Handyhersteller unlängst auf neun. Die Plattform wird 2009 definitiv an Bedeutung gewinnen.
    Das erste Android-Handy, das T-Mobile G1 kommt im Q1 zu uns. Bis Weihnachten 2009 werden wir wohl aus mindestens zehn Geräten wählen können. International wird diese Zahl locker bei 20 liegen.open-handset-alliance-android
  • Chrome:
    Im September habe ich geschrieben, dass ich einen Besen fressen würde, wenn Googles Chrome-Browser bis Jahresende über zehn Prozent Marktanteil bekommen würde. Angst um meine Ernährung muss ich mir wohl keine merh machen.
    Nun, ich glaube auch für 2009 nicht wirklich daran. Dass Chrome so schnell aus der Beta kam,  liegt offenbar daran, dass Google den Browser mit OEM-PCs bundeln will. Diese würde niemals Beta-Software auf ihren frischen Maschinen installieren.
    Solches Bundeling („Crapware installieren“) hat aber noch keinem Produkt gut getan und wird dem Ruf des Browsers nur schaden.

Hardware in 2009

  • Preis und Ausstattung:
    Heute bekommt man einen sehr guten PC schon um 600 Euro. Bei den Speicherpreisen wird der Sturzflug wohl bald ein Ende haben – dennoch werden wir im kommenden Jahr erstmals Consumer-PCs mit acht Gigabyte Ram sehen. Damit wird einher gehen, dass 64-Bit-Versionen von Windows immer größere Verbreitung finden.
  • Hier die Geizhals-Preisentwicklung für einen RAM-Riegel:geizhals-ramSpannend wird auch, zu welchem Preis Intels Core i7-Plattform im Frühjahr den Massenmarkt erreicht und ob sich AMD wieder erfängt und für mehr Wettbewerb als aktuell sorgt.
    Auch bei den Features wird immer mehr aufgerüstet, denn von der Ausstattung unterscheidet sich ein Netbook heute kaum mehr von einem teuren Modell. Als Differenzierungsmerkmal zu Diskontmodellen könnten etwa GPS-Empfänger oder große, schnelle und stromsparende SolidState-Drives dienen.
    Ende 2009 wird es kaum ein Notebook über 1000 Euro mehr geben, das nicht über ein eingebautes HSDPA-Modem verfügt.
  • Siegeszug von Blu-ray:
    Die DVD als optisches Speichermedium verliert immer mehr an Bedeutung. Ich selbst könnte schon längst ohne Silberscheiben leben. Bei besseren Geräten werden Blu-ray-Drives im nächsten Jahr zum Standard. Praktisch jeder Marken-Hersteller wird mehrere Modelle anbieten.
    Damit löst sich auch das Henne-Ei-Problem: Beschreibbare Blu-ray-Rohlinge kosten derzeit noch mindestens sieben Euro pro Stück.  Dieser Preis sollte sich im Jahresabstand zumindest halbieren – für 25+ GB kein schlechter Deal.
    BD-Rohling
  • Green IT-Regelungen:
    Eigentlich hätte ich es schon für heuer erwartet – aber 2009 kommt die EU mit klaren Kennzeichnungs-Regelungen. Auf einen Blick wird dann klar, wie viel so manches elektronische Gerät an Strom schluckt.

Mobilfunk

  • Nokia bringt echten Killer:
    Das 5800 als iPhone-Konkurrenz zu bringen, kann nicht wirklich der Weisheit letzter Schluss sein. Und auch das N97 ist zwar nett, aber – ohne es in der Hand gehabt zu haben – auch eher eine Evolution als eine Revolution.
    Wirklich spannend könnte es sein, wenn Nokia das hier bringt:nokia-new-interface-1Dabei handelt es sich um ein Mockup, das „versehentlich“ in eine nicht öffentliche Präsentation während der Nokia World in Barcelona vor zwei Wochen gerutscht ist. Auch wenn Nokia in einem E-Mail an Engadget schreibt, dass es sich nicht um ein Produkt, sondern um eine User-Interface-Studie handelt, ist für 2009 ein reines Touchscreen-Handy von Nokia zu erwarten.
  • Nokia App-Store:
    Wer weiß schon, dass es für Nokias S60-Handys ebenso viele Anwendungen gibt wie für den mittlerweile vollkommen überladenen AppStore von Apple? Auch hier gibt es 10.000 Programme – teils gratis, teils kostenpflichtig.
    Nur: Wie findet man die? Nokia wird 2009 seine OVI.com-Plattform wohl um einen Software-Laden erweitern.
  • Billigeres Roaming:
    Per 1. Juli wird Roaming im EU-Ausland teilweise sogar billiger als die Handynutzung im Inland. Die Sprachtarife werden weiter abgesenkt und per Verordnung werden auch SMS-Nachrichten verbilligt. Die einzig offene Frage ist, ob die Deckelung der Großhandelspreise beim Datenroaming etwas bewirkt.
    Letzte Hürde vor dem Inkraft-Treten: die Abstimmung im Europaparlament.
  • GPS wird Standard:
    Selbst günstige Handys bekommen spätestens allesamt einen GPS-Chip eingebaut. Warum? Weil der aktuell nur 1,2 Dollar pro Stück kostet. Und dieser Trend macht vor Mobiltelefonen nicht Halt. Wie wäre es mit einem MP3-Player, der einem je nach Position Wissenswertes zum Ort sagt? Darauf ließen sich durchaus interessante Geschäftsmodelle bauen.
  • Super-Cam-Phones:
    Sony hat im November ganz unscheinbar einen CMOS-Sensor vorgestellt: Der Exmor IMX060PQ ist der erste 12,5 Megapixel-Chip für Kamerahandys. Verfügbar wird er im März 2009 sein. Wetten, dass zu Weihnachten die ersten Handys damit ausgerüstet sein werden?
    sony-exmor-imx060pq
  • WiMAX stirbt:
    In der Theorie wäre WiMAX ideal dafür geeignet, ländliche Gegenden mit Internet zu versorgen. In der Praxis schaut es um die Funktechnik zappenduster aus. Die Telekom Austria hat ihre Lizenz bereits zurück gelegt, UPC wird wohl auch bald folgen. Beide scheuen offenbar davor zurück, ihre eigenen Produkte und Techniken damit zu kanibalisieren.
    Bleibt noch WiMAX Telecom übrig. Doch deren Footprint und Kundenzahl ist zu klein, um lange überleben zu können.
  • Schneller surfen:
    Ach ja: Die Mobilfunkbetreiber werden uns immer höhere Bandbreiten versprechen, die sie dann auch nicht halten können. Vorgeschmack gefällig? Bei Tre (Drei/Hutchison) in Schweden kann man bereits jetzt mit 21 MBit/s mobil surfen. Wer’s glaubt!

Web x.0

  • Das große Sterben:
    Im kommenden Jahr wird das große Sterben von Web 2.0-Diensten beginnen. Erwischen wird es nicht die innovativeren Originale (meist aus den USA), sondern die Abkupferer und (meist aus Europa). Die Nutzer sind nicht dumm – sie erkennen genau, was das Original und was die billige Kopie ist. Und warum zum Schmiedl gehen, wenn der Smith auch deutsch spricht?
    Nur ganz wenige werden den Sprung über die Grenzen des alten Kontinents schaffen. Mein Tipp dafür: soup.io.
  • Facebook vs. Xing und VZs:
    Das wird auch die großen deutschen Social Networks treffen. Die werden zwar – mit dem Markt – weiter wachsen. Facebook wird aber dank seiner Offenheit (APIs, Apps, FB-Connect etc.) auch den deutschsprachigen Raum aufrollen.
  • CloudComputing hebt ab:
    Es ist unendlich schwer, kleine wie große Firmen zu überzeugen, ihre Daten nicht im Haus sondern in der Cloud zu lagern. Dabei ist selbst der beste Systemadministrator nicht so gut wie die Leute bei Amazon (AWS) oder Microsoft (Azure).
    2009 werden dennoch immer mehr Firmen anfangen, ihre (eher unwichtigeren) Daten bei diesen Diensten zu hosten. So werden sie draufkommen, dass das ganze nicht schlimm ist und wirklich Vorteile bietet.

Digital Home

  • PS3 wird billiger:
    Es ist immer das gleiche Spiel: Es tauchen Gerüchte um eine herannahende Preissenkung der Playstation 3 auf, Sony dementiert das und in einem Monat darauf wird sie billiger. Das muss sie auch, denn Sony verliert immer mehr an Boden. Nintendos Wii liegt nach wie vor auf Platz eins, gefolgt von Microsofts Xbox 360. Weit abgeschlagen am dritten Platz liegt die PS3.
    Dabei ist sie ein toller Media Player und somit auch für all jene interessant, die keine Zeit mit Spielen vergeuden wollen.
    Und noch einen Fehler macht Sony: Das Ding muss offener werden. Wie wäre es etwa mit Widgets oder einer Online-Videothek auch für Europa?
  • Haushaltsroboter boomen:
    iRobot zeigt vor, wie man das Staubsaugen denen überlassen kann, die sich nicht über die Arbeit beklagen. Die Preise sind mit 300 Euro auch durchaus leistbar. Im kommenden Jahr werden wir solche Geräte auch von Herstellern wie Siemens, Philips oder Miele sehen.
  • Fernseher:
    Der absolute Tiefpunkt ist auch mit 350 Euro für einen 32-Zoll-LCD-Fernseher wohl noch nicht erreicht. Aber ich denke wir sind ganz nahe an der Talsohle. Für Sony, Philips & Co. stellt sich die Frage, wie man sich differenzieren kann.
    Ganz einfach: Fernseher werden intelligenter und bekommen einen Ethernet-Anschluss. YouTube, Flickr & Co. kommen Ende 2009 bei jedem Gerät über 700 Euro auf die Mattscheibe.
  • Blu-ray ist tot:
    Der Beginn der Vernetzung von TV-Geräten ist gleichzeitig auch das Ende der Blu-ray-Scheiben. Ein HD-Film bei Online-Videotheken wie Apples iTunes kostet nur vier bis fünf Dollar – kein Vergleich zu 20-40 Euro für einen hochauflösenden Blu-ray-Film, den man ohnehin nur ein paar Mal anschaut.
    Eigentlich hat uns Steve Jobs schon für 2008 versprochen, dass er diesen Dienst in Europa anbieten wird, doch noch immer sind wir auf Tricks mit US-Gutscheinen angewiesen.
    Der Filmindustrie sei hier eines gesagt: Es gibt ein Mittel gegen die Piraterie – es sind dies legale Angebote!

Wie weit liege ich daneben? Was sind eure Vorhersagen?

PDC08: Bits und Goods

Normalerweise gibt es auf einer Microsoft-Konferenz für die Teilnehmer immer aktuelle “Bits” — sprich Vorab-Software zum Testen. Aufgrund der Fülle an Ankündigungen, wäre der DVD-Stapel wohl etwas höher geworden, als geplant. Daher verschenkte man gleich eine ganze Festplatte: Eine WD Passport mit 160 GB-Kapazität (sehr nettes Teil, weil es kein extra Netzteil braucht!) und drei DVDs (Windows 7 32Bit, 64 Bit und Windows Server 2008 R2).

PDC-Bits

Was ist auf der USB-Festplatte alles drauf? Für allle die nicht dabei waren, gibt’s hier Info- und Download-Links, soweit auffindbar:

Update: Alle Videos zu den einzelnen Sessions sind online verfügbar: channel9.msdn.com/pdc2008

Windows 7 und Multimedia

Bunter, hochauflösender, vernetzter und vielfältiger. So könnte man die Medienfunktionen von Windows 7 zusammen fassen. Tatsache ich, dass wir nicht nur immer mehr Medien konsumieren, sondern auch produzieren. Wie trägt Windows 7 dem Rechnung?

Windows Media Player:
Die erste Enttäuschung war groß: Vergebens suchte ich im aktuellen Build des Windows Media Players 12 nach einer Möglichkeit des Abonnierens von RSS-Feeds für Podcasts. Ob das noch nachgeliefert wird, oder der Zune-Software vorbehalten bleibt, konnte oder wollte in Los Angeles niemand von Microsoft sagen. Hier die Kompaktansicht des WMP12:

Lightweight Windows Media Player

Dafür hat sich unter der Haube beim WMP einiges getan: Er bringt nun eine Menge Codecs. Von Haus aus spielt er nun auch AAC-Audiofiles ab und gibt Videos in h.264 oder DivX und XviD wieder – alles ohne manuelles Nachinstallieren von Codecs.

Darüber hinaus wirkt er schneller und performt auch bei einer großen Anzahl an Songs in seiner Bibliothek noch gut. Auch das Auffinden von Titeln über die integrierte Suche geschieht schnell von der Hand.

Wie bereits in Vista kann man beim MouseOver in der Startleiste das Video sehen. Neu ist, dass man nun auch Playcontrols zu Gesicht bekommt.

Windows Media Player - Taskbar Thumbnail

Netzwerkfunktionen:
Der WMP kann auch Multimedia-Bibliotheken anderer Rechner im Netzwerk öffnen und wiedergeben, wie das etwa schon bei iTunes der Fall war. Weil der WMP kopiergeschützte Dateien mit anderem DRM als dem von Microsoft (etwa Apples Fairplay) nicht abspielen kann, werden diese in den Bibliotheken erst gar nicht angezeigt. Microsoft erspart sich so den Ärger von Nutzern, für den es nichts kann.

Erkannt werden auch Streaming-Devices, die Multimedia-Files wiedergeben können. Mit der rechten Maustaste versorgt man diese mit einzelnen Titeln oder ganzen Playlists.

Play To

Von diesen Streaming-Devices gibt es bereits eine ganze Menge, angesprochen werden auch Geräte nach dem DLNA-Standard – also auch Playstation 3, Handys & Co. Aber auch andere PCs können so mit Musik „beschickt werden“. Ein Rechtsklick auf „Play to“ reicht aus, Windows 7 listet alle möglichen Devices auf. Wirklich cool!

Fotos:
Fotos auf externen Displays im Haus werden eine immer größere Rolle spielen. Über den Synchronisationsdienst Mesh.com und ein eigenes – noch anzukündigendes Live-Fotoportal – werden künftig auch Bilderrahmen über Wlan bespielt. 7 wird diese Funktionen schon fix eingebaut haben. Fraglich ist noch, welche Hardware-Hersteller sich dem anschließen.

Über die Windows Live Photo Gallery wird man nicht nur auf lokale Bilder zugreifen können, sondern Bilder auch mit Freunden, Kollegen oder der Familie teilen können. Hierzu reicht ein rechter Mausklick und die Live-ID des anderen.

Windows Live Photo Gallery

Neben rudimentären Bearbeitungsfunktionen wie dem Entfernen von roten Augen oder grober Farbkorrektur kann man auch Panoramen zusammenfügen. Interessant ist die Gesichtserkennung, die beim Taggen von Personen hilft. Die Windows Live Photo Gallery ist nicht Teil von Windows 7, sondern kann schon jetzt als Beta herunter geladen werden.

Blu-ray-Support:
Microsoft war ja einer der Verfechter des HD-DVD-Konsortiums von Toshiba. Nach dem Sieg von Blu-ray ist nun klar, dass die hochauflösende Disk auch in Windows 7 unterstützt werden muss. Die neue Version wird von Haus aus Unterstützung dafür mitbringen. Abgespielt werden die Filme wahlweise im Windows Media Player oder im Media Center.

Wie weit die Unterstützung geht, wurde in Los Angeles aber noch nicht verraten. Diese Frage bleibt aber spannend, weil ja Microsoft einerseits kein großer Freund von Java ist, BD-Java aber andererseits ein integraler Bestandteil von Blu-ray ist.

Windows Media Center:
Einer der Gründe, warum ich das bislang kaum genutzt habe, war dessen Performance. Mit Windows 7 soll das aber schneller gehen (soll, wie gesagt). Außerdem soll noch mehr Online-Content eingebunden werden.

Windows Movie Maker:
Mit Vista wurde der Movie Maker noch mitgeliefert, in Windows 7 wird sich das ändern. Als Teil einiger Live-Tools kann man die Beta des neuen Videoschnittprogramms schon jetzt herunterladen. Ein vollwertiges Videotool für hochqualitative Filme darf man sich zwar nach wie vor nicht erwarten, für die meisten Heimvideos sollte das Gebotene aber reichen.

Windows Live Movie Maker

Die auffälligste Neuerung ist der Ribbon – bekannt von Office 2007 und überaus praktisch. Außerdem akzeptiert der Movie Maker nun auch hochauflösende AVCHD-Videos von Festplatten-Camcordern. Die fertigen Videos werden entweder auf der Festplatte gespeichert oder direkt ins Web geschickt. Dafür gibt es eine Schnittstelle, in die sich diverse Anbieter einklinken können. So wird nicht nur die hauseigene Soapbox unterstützt, sondern auch YouTube & Co.

Was fehlt?
Mir geht eine Anwendung zur Bearbeitung von Audio-Dateien ebenso ab, wie eine Bildbearbeitung, die mehr bietet als etwa die Korrektur von roten Augen.

Windows 7 und die Hardware

Die Qualität eines Betriebssystems zeigt sich auch daran, wie gut es mit der Hardware umgeht. Das betrifft nicht nur die Qualität der Treiber, sondern auch die Systemanforderungen oder etwa die Usability. Wie geht Windows 7 mit Hardware und Zubehör um?

Fakt ist, dass die überwiegende Mehrheit der Nutzer das Potenzial ihrer Hardware bei weitem nicht ausschöpft. Beispiel Handy: Nur wenige verbinden ihr Handy mit dem PC und synchronisieren Kalender und Kontakte. Warum?

  • Sie wissen oft nicht über die Möglichkeiten Bescheid.
  • Trivial, aber logisch: Der Hersteller legt kein Sync-Kabel bei.
  • Zusatz-Software zu installieren, ist für viele zu mühsam.

Das soll sich nun mit „Device Stage“ ändern. In einem Untermenü der Systemsteuerung – genannt „Printers und Devices“ – findet sich der gesamte angeschlossene Gerätpark des Nutzers – nicht nur als Icon, sondern ein realistisches Abbild (ähnliches gibt es etwa bei MacOSX mit Druckern schon länger).

Ein Doppelklick auf ein Gerät führt zu folgender Seite.

device-stage

Hier findet sich alles, was man mit einem Gerät anstellen kann. Beispiele:

  • Ein Handy bietet hier Sync-Einstellungen, einen Klingelton-Editor, Programme zum Kopieren von Fotos, Videos oder Musik. Obiges – fiktives – Beispiel zeigt auch, dass je nach Gerät noch eine ganze Reihe von Informationen (Ladezustand, freier Speicher, etc.) angezeigt werden kann.
  • Ein Multifunktionsdrucker bietet hier Dienstprogramme zum Drucken, Scannen, Faxen, einen Systemcheck oder Weblinks zum Nachbestellen von Toner oder Tinte.
  • Eine Kamera kann hier ein Transferprogramm für Fotos oder Videos anbieten, einen Shopping-Link für Objektive oder ein Link zum Download von Firmware-Updates.
  • Für einen tragbaren Multimedia-Player fände sich hier etwa ein Sync-Programm für Musik, Fotos und Videos sowie ein Link zum Einkaufen von Musik.

Was hier gezeigt wird, hängt vom Hersteller ab. Der obere Teil erscheint in dessen Branding (Farbe, Logo, Gerätebild), über Art und Anzahl der unten angebotenen Programme und Links entscheidet Hersteller. Die Umsetzung ist recht einfach: Für jedes Gerät reicht eine XML-Datei (Aktualisierungen via Windows Update), die Links zu Programmen oder ins Web enthält. Gibt es von dem Hersteller nichts, gibt Microsoft dem Gerät generische Dienstprogramme und Links mit.

Ich finde, das Zusammenfassen aller Möglichkeiten, ist absolut der richtige Weg. Alleine schon deshalb, weil jeder Hersteller mit seinen Installern unendlich viel Schrott installiert, der dann irgendwo im System steckt. Device Stage sollte den Umgang mit Zusatz-Hardware sehr erleichtern.

Gerade weil die Hersteller viele Möglichkeiten zum Branding und zur Bewerbung von Online-Angeboten haben, sollten sie rechtzeitig zum 7-Launch einiges dafür bereit haben.

64Bit:
Zwar wird es weiter 32- und 64-Bit-Versionen von Windows 7 geben, allerdings ist man sich in Redmond sicher, dass 64-Bit-Rechner bald Standard sind. Weniger im Büro dafür umso mehr zu Hause. Und diese Annahme könnte richtig sein. Laut Microsoft wurden im dritten Quartal bereits 25 Prozent aller Windows-Rechner in den USA standardmäßig mit der 64-Bit-Version von Vista ausgeliefert.

Und auch ein Blick zu BestBuy & Co. bestätigt diese Zahlen. Dort werden immer mehr Gaming-PCs mit vier oder acht Gigabyte Ram angeboten – kein Wunder bei diesen Speicherpreisen.

Netbooks:
Ein weiterer Megatrend passt Microsoft derzeit so ganz und gar nicht – die Netbooks. Auf den kleinen, abgespeckten Notebooks läuft derzeit Linux oder Windows XP. Vista braucht dafür einfach zu viele Ressourcen. Speziell für Netbooks soll es aber eine spezielle Version von 7 geben.

Das wäre beispiellos in der Softwaregeschichte: Ich habe noch nie eine neue Version eines Betriebssystems gesehen, die tatsächlich weniger Ressourcen braucht als sein Vorgänger. Mindestvoraussetzung sollen dafür 512 MB Ram sein. Wie sehr abgespeckt das Netbook-7 ist und auf welche Funktionen man verzichten muss, verrät Microsoft allerdings noch nicht.

Allgemein gibt sich Windows 7 sehr genügsam. Im Rahmen des Reviewer-Workshops wurden den etwas über 100 Teilnehmern Test-Notebooks gegeben („MS Asset'“, geht nach Auslieferung von Windows 7 retour und ist nur zum Testen da). In dem Lenovo X300 läuft ein 1,2 GHz ULV-Prozessor und ich muss sagen, dass es darauf tadellos läuft. Selbst rechenintensive Software wie Lightroom macht keine Probleme.

Multitouch:
Neu ist auch die Unterstützung von Touch-Screens. Bislang brauchte man dafür extra Treiber und Zusatzanwendungen, jetzt wird das vom Betriebssystem von Haus aus erledigt. Ich persönlich brauch so etwas ja nicht wirklich (schmutzige Finger am Display), aber einigen wird das sicher gefallen.

Projektoren:
Apropos Display — einfacher kann der Umgang mit zwei Monitoren oder Beamern nicht mehr sein. Einfach [Windows]+[P] drücken und man erhält alle Display-Optionen blitzschnell.

Akkulaufzeit:
Hier soll sich viel getan haben. Soll, wie gesagt, weil ich keine exakten Vergleichswerte habe. Dafür kann ich mich an Vista-RTM erinnern, das den Akku in Rekordzeit ausgetrocknet hat. Das wurde allerdings mit der Zeit (mit Updates wie SP1) besser. Das X300 läuft derweil ohne große Belastungen gut drei Stunden. Auch wenn ein Vergleich der Beta-Version nicht zulässig ist, scheint 7 schon jetzt genügsamer als Vista am Start zu sein.

Battery Life Indicator

Praktisch: Die Energieeinstellungen können nun schneller gewechselt werden.

Multi-Cores:
Die Anzahl der Prozessorkerne wächst zwar munter weiter, hilfreich wird das allerdings erst, wenn Anwendungen das auch nutzen. Bis zu 256 Kerne soll Windows 7 unterstützen und dabei die Aufteilung eizelner Rechenaufgaben auf CPU-Cores wesentlich vereinfachen. Wie, das hab ich allerdings nicht so recht verstanden, sorry 🙂
Mary Joe Foly hat darüber mehr.

Kompatibilität:
Erklärtes Ziel von Microsoft ist es, ein ähnliches Deseaster wie bei Vista zu vermeiden. Daher wird alles getan, um die OEMs dazu zu bringen, rechtzeitig zum Launch alle Treiber beisammen zu haben.

Größter Vorteil von 7: Anders als beim Wechsel von XP auf Vista, werden wohl fast alle Treiber weiter funktionieren. Getestet: Beim Lenovo X300 verrichten vom Fingerscanner bis zur Grafikkarte alle Vista-Treiber problemlos ihren Job.