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RSS: Beginnt das Umdenken?

Die Möglichkeit, Websites oder Blogs mit relativ einfachen Mitteln (RSS und einem Feedreader) zu abonnieren, ist immer noch nicht Mainstream. Während das noch ein wenig dauern wird, bietet so gut wie jede neue Website, Feeds an.

Die Medienhäuser haben aber – wie es scheint – ein wenig Angst davor. Es gibt zwar keine Online-Niederlassung eines Offline-Medienunternehmens, das auf Feeds verzichtet. Nur kommen die unisono so daher:

fuzo kleine heise

Verkrüppelt, verkürzt, auf den Titel und höchstens noch einem kurzen Teaser reduziert.

Man kann es den Medienhäusern nicht verübeln: Ihre Währung sind immer noch Page Impressions oder Klicks. Erst vorgestern habe ich mit jemandem aus einem großen Online-Medienunternehmen darüber gesprochen. Sie meinte, das sei nicht einfach. Ihre Zielvorgaben würden keine Strategien erlauben, die auf weniger Page Impressions hinaus laufen würde.

Das ist kurzfristiges Denken – gleich aus mehreren Gründen.

Leider erst nach dem Gespräch habe ich erfahren, dass der britische Guardian seit einem Monat Fulltext-Feeds für alle Ressorts und Rubriken anbietet.

guardian

Es ist die Usability, die Feeds auszeichnet. Das Auge muss sich nicht bei jeder Website an neue Fonts, ein neues Layout gewöhnen. Ohne Fulltext-Feeds wären auch so manche NewMedia-Konkurrenten der traditionellen Medienhäuser nie auf hohe sechsstellige Abonnentenzahlen gekommen. Techcrunch, ReadWriteWeb oder Ars Technica stechen mit wenigen Redakteuren gewachsene Medienhäuser wie Heise.de aus. Auch dank der von ihnen angebotenen Full-Text-Feeds.

Zweitens – auch das kündigt der Guardian an – wird es in den Feeds demnächst Werbung geben. Welch bessere Methode kann es geben, um mehr Ad-Impressions zu generieren?

  • Wenn nicht mehr angezeigt wird, als eine Überschrift die mich nicht interessiert, werde ich die Ad auf der eigentlichen Seite nicht sehen. Ich werde die Seite NIE besuchen.
  • Wenn der ganze Feed aber mitsamt Anzeigen ausgeliefert wird, sehe ich JEDE Anzeige.

Klingt logisch, doch die Medienhäuser verstehen das nicht. Warum? Weil sie blind den falschen Währungen nachlaufen. Sie denken an PageImpressions und nicht in Euro.

RSS eignet sich auch hervorragend, Offline-Zugang zu Nachrichten zu bieten. Doch dabei – werden jetzt die Kritiker sagen – werden keine Ads eingeblendet. Auch das muss nicht stimmen, denn Bilder lassen sich als Enclosures mitschicken. Noch beherrschen das nicht alle Feedreader. Aber auch das wird noch …

Zurück zum Guardian: Warum macht er so etwas? Antwort im Blog: „Damit der Leser die Nachrichten in jedem Kontext lesen kann.“

Ein gutes Argument, denn mir schreibt doch auch niemand vor, ob ich eine Zeitung nur am Klo oder bei Tisch lesen darf. Digitale Informationen sind nicht an einen physischen und nicht einmal an einen virtuellen Ort gebunden. Die Medienmacher täten gut daran, RSS als das zu sehen, was es ist: Eine Methode, Inhalte auszuliefern – und zwar gleichberechtigt mit dem Web. Man müsste einfach nur die Furcht abwerfen und die Chancen erkennen.

PS: Eines habe ich noch vergessen: Wenn schon Ads, dann keine, die blinken! Dann hilft nämlich das ganze RSS-Zeugs nicht, weil man den eigentlichen Text dann schwerer lesen kann.

"A gigantic compliment for The Times"

Normalerweise kostet die New York Times, eine meiner Lieblingszeitungen, etwas. Gestern gab es sie gratis. Allerdings nicht die echte, sondern eine täuschend echt aussehende Kopie derselben.

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In der Ausgabe wurde das Ende der Kriege im Irak und in Afghanistan ebenso verkündete wie die Schließung des Gefangenenlagers in Guantanamo Bay oder einen UNO-Bann für alle Waffen. Geschaffen wurde die “unauthorisierte Ausgabe von liberalen Witzbolden”, wie es in einem Blogeintrag der echten Times heißt.

Erkennbar ist die 14-seitige Fälschung lediglich am Datum (4. Juli 2009) und an dem Spruch in der Titelleiste: “All the News We Hope to Print”.

Rund 30 Mitarbeiter (drei davon angeblich von der Times selbst) sollen daran sechs Monate lang gearbeitet haben. 1,2 Millionen Exemplare wurden über Nacht gedruckt und mit rund 1000 Freiwilligen in sechs Städten der USA verteilt. Sogar eine täuschend echte Kopie der Website der NYT wurde eingerichtet: www.nytimes-se.com. Die Parodie habe “weniger als 100.000 Dollar gekostet”, wird ein Sprecher der Gruppe in der Washington Post zitiert. Aufgetrieben wurde das Geld durch Spenden.

Bei der New York Times will man den Vorfall untersuchen, glaubt aber selbst nicht an rechtliche Schritte. Die Aktion würde als “fair use” sogar im Copyright-Gesetz der USA durchgehen.

Die New York Times war bereits mehrmals “Ziel” von gefälschten Witzausgaben. 1978 und 1999 wurden ähnliche Ausgaben jeweils am 1. April verteilt.

Der bereits erwähnte Blog der NYT sprach dazu auch mit Alex S. Jones. Der Leiter des Joan Shorenstein Center on the Press in Harvard und ehemalige Times-Mitarbeiter meint zur ganzen Sache:

“I would say if you’ve got one, hold on to it,” Mr. Jones, a former Times reporter, said of the fake issue. “It will probably be a collector’s item. I’m just glad someone thinks The New York Times print edition is worthy of an elaborate hoax. A Web spoof would have been infinitely easier. But creating a print newspaper and handing it out at subway stations? That takes a lot of effort.”

He added, “I consider this a gigantic compliment to The Times.”

Die ganze Sache brachte mich auf eine Frage: Wie würde eine Parodie-Ausgabe der Kleinen Zeitung aussehen? Vielleicht so?

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Im Prinzip ist es nicht schwer, eine gefälschte Zeitungsausgabe zu machen. Alles was man dazu braucht, sind InDesign, ein paar PDFs, um die Seiten nachzubauen. Die richtigen Schriften sind hilfreich und natürlich viele gute, täuschend echt geschriebenen Geschichten …

Getrieben von einem Geburtstag

Medien haben ein Problem: Sie sind ständig Getriebene. Wenn ein paar Konkurrenten heute eine Geschichte hat, muss die auch im eigenen Blatt oder am eigenen Sender ihren Niederschlag finden. Sonst glaubt der Leser/Zuseher/Zuhörer vielleicht noch, man habe etwas verschlafen. Ganz egal, ob der Grund für die Geschichte stimmt oder gar das eigentliche Datum falsch ist.

So geschehen bei der Berichterstattung für den „heutigen“ 10. Geburtstag von Google. An die 350 redundante Geschichten liefert Google News zu dem – aus meiner Sicht – Nicht-Ereignis. Kein Wunder, dass man als Medium ganz schön alt ausschaut, wenn man diese Geschichte erst in 20 Tagen bringt. Der Gruppenzwang ist gewaltig.

Stellt sich die Frage, wann Google eigentlich den wie vielten Geburtstag hat. Kein leichtes Unterfangen, der 7. September 1998 ist aber definitiv nicht der Geburtstag der Suchmaschine. Was wären die alternativen Party-Termine?

  • Jänner 1996:
    Larry Page und Sergey Brin beginnen ihre Zusammenarbeit am gemeinsamen Projekt BackRub, was später zu Google wurde.
  • 15. September 1997:
    An diesem Tag wurde die Domain google.com angemeldet. Auch im Vorjahr nutzten unzählige Medien, über Googles 10. Geburtstag zu berichten. Aber feiern tut man ja gerne.
  • 4. September 1998:
    Am 4. und nicht am 7. September wurde die Eintragung der Firma Google eingereicht. Zumindest sagt das eine offizielle Website des Bundesstaates Kalifornien. Was sonst am 7. September 1998 hätte los sein können, ist mir unbekannt.
  • 27. September 1998:
    Auf jeden Fall ändert Google selbst das Datum seines Geburtstagsfestes ständig. Als Gründungsdatum führt die Site ohnehin nur „September 1998“ an. Eine Übersicht über alle Geburtstags-Doodles (geschalten abwechselnd am 7. und 27. September) gibt es bei SearchEngineLand.

Heute habe ich weder auf google.com noch auf google.at oder .de einen Geburtstags-Doodle gesehen. Aber vielleicht kommt der ja erst in drei Wochen 🙂

Wieder frei

Vor ziemlich genau einem Jahr, machte ich einen wichtigen Schritt: Die Tätigkeit in der Wirtschaftsredaktion der Kleinen Zeitung tauschte ich gegen Dasein als freier Journalist. Mit allen Freiheiten, aber auch allen Risken wurde ich Mikro-Unternehmer, eine kleine Ich-AG.

Im März lies ich mich breitschlagen, fünf Monate für eine Kollegin einzuspringen, die ein Baby erwartete. Heute war mein letzter Arbeitstag! Endlich wieder mehr Zeit, keine Doppel- und Dreifachbelastungen und ein Plus Lebensqualität. Auch wenn eigentlich dringend ein Urlaub fällig wäre, habe ich nun wieder Zeit für neue Projekte wie etwa SiliconAlps.tv, diesen Blog und meine Freunde 🙂

Nicht, dass die Arbeit in einem Medienhaus nicht toll wäre … ich liebe es selbständig und eigenverantwortlich zu arbeiten. Die Selbständigkeit ist großartig! Cheers!

Podcasting-Goodness

Gespräche via Skype zu führen, ist einfach. Sie als Podcast aufzunehmen, dagegen nicht unbedingt. Hab grad eine tolle, Anleitung gefunden, die ich unbedingt mit euch teilen will. Füllt meinen iPod! Macht tolle Inhalte.

Ich muss meinen Podcast übrigens auch wieder mal Aktivieren! So habe ich wenigstens schon einen guten Vorsatz für 2008 🙂

via Podcasting News

Ed und Twitter bringen Reichweite

Pfoah, grad war ich baff! Stefan hat mich früher gefragt, wer denn eigentlich twitter.com/senzaconfini angemeldet habe. Meine Antwort: „Ich, glaub ich.“ Zur Erklärung: Mit dem Twitter-Account wollen wir – sobald es konkrete Infos gibt – die Teilnehmer am BarCamp SenzaConfini (2. und 3. Februar 2008, Uni Klagenfurt) am Laufenden halten.

Also schau ich mal rein, ob wir schon zwei oder drei Follower haben. Doch es sind mittlerweile 195 Follower – wohl mehr als das BarCamp Teilnehmer haben wird.

Die Erklärung dafür lieferte BarCamp-Mitstreiter Ed Wohlfahrt: „Ja stimmt. Ich hab ein paar Leute dazu eingeladen.“

Wow, ich bin baff und beeindruckt. Warum? Weil es scheinbar möglich ist, mit relativ geringem Aufwand und in sehr kurzer Zeit, große Reichweiten im Longtail zu bekommen. Ich muss mich dem mehr widmen und auch Medienhäuser in Österreich sollten endlich auch bei Twitter was machen. Die BBC, CNN, ZDNet, Focus oder Die Zeit zeigen, wie’s gehen kann.

BTW: Mich gibt’s unter twitter.com/georgholzer. Werde den Kanal in Zukunft mehr nutzen und mich auch schlau machen, ob man in der Kleinen Zeitung oder in der Tiroler Tageszeitung damit machen könnte.

PR sucks

Es gibt Firmen, die überdurchschnittlich viele Presseaussendungen ausschicken. Nokia Siemens Networks ist so ein Beispiel, allerdings nicht das einzige. Hier einige der letzten Aussendungen:

  • Nokia Siemens Networks enhances Telkomsel’s convergent charging solution in Indonesia
  • Norway railway communications integrated into one dedicated system
  • Nokia Siemens Networks to acquire Carrier Ethernet specialist ATRICA
  • Com hem launches first commercial IMS in Sweden
  • Nokia Siemens Networks und Deutsche Telekom unterzeichnen strategische Partnerschaft für Managed Services und Netzwerkmodernisierung

und so weiter, und so fort. Nur Jubelmeldungen. Ich frage mich, warum nicht auch Meldungen verbreitet werden, die nicht so rosig sind: Am 23. November etwa hatte die Financial Times Deutschland eine Story über das Unternehmen – Nokia Siemens Networks geht Großauftrag durch die Lappen.

Wird PR so nicht unglaubwürdig? Warum soll ich allen weiteren Aussendungen eines solchen Unternehmens noch Glauben schenken? Diskreditiert sich eine ganze Branche durch solche (Nicht-)Aussendungen? Warum ist die PR-Branche nicht ehrlich? Hält sie Journalisten für dumm? Dient PR ausschließlich dem Zwecke der Verschleierung?

Es gibt Ausnahmen, aber das Gros der 50+, die täglich bei mir eintrudelnden Pressemitteilungen sind wertlos, unehrlich, leeres Geschwätz und selbst deren Löschung ist manchmal pure Zeitverschwendung. Wie gesagt: Es gibt Ausnahmen und diejenigen werden sich schon angesprochen fühlen.

Aber es ist leider trauriger Fakt, dass kaum etwas in meiner Mailbox brauchbar ist. Und wenn ich auf die letzten acht Jahre als Journalist zurück blicke – es ist nicht besser, sondern eher schlechter geworden.

Dazu passt auch folgendes Video. Ein Journalist von Channel 4 traute sich eine Frage zu stellen, die der Apple-PR nicht gefiel. Es ging um monopolistische Fragen rund um die Bündelung von iTunes und dem iPod/iPhone – das Ergebnis, gibt’s hier zu sehen:

[youtube 44w-RYurbN4]

Einfach zum Nachdenken

Robert hat vor ein paar Tagen eine Aktion (mit)initiiert. Am heutigen Tage soll die gesamte Blogosphäre noch einmal die Brutalität des Regimes in Myanmar/Burma in Erinnerung rufen. Allzu schnell gehen Ereignisse wie diese in den Medien auch wieder unter, sobald nichts mehr davon hört.

Durch die rigorose Nachrichtensperre dringen immer weniger Nachrichten, Bilder und Videos aus der asiatischen Diktatur nach außen. Die Gefahr ist daher groß, dass schnell wieder vergessen wird, dass zehntausende Mönche festgenommen werden. Sie befinden sich derzeit im Hungerstreik, werden gefoltert oder regelrecht abgeschlachtet. So die wenigen Berichte, die in den letzten Tagen nach außen drangen.

Alles begann mit einem Aufstand der Verzweiflung, weil selbst Lebensnotwendiges nicht mehr leistbar ist – und das obwohl Myanmar/Burma reich an Bodenschätzen ist. Ein korruptes Regime aus baut sich derweil eine prunkvolle Hauptstadt ins Niemandsland.

Ist es schwer, von hier aus etwas dagegen zu tun? Ich fürchte, Ja. Aber zumindest kann man dafür sorgen, dass nicht allzu schnell vergessen wird.

Stellvertretend hier eines der vielen Opfer des verzweifelten Aufstandes.

Und hier noch ein, aus dem Land geschmuggeltes Video. Es zeigt, wie wahllos in Rangoon Protestanten deportiert werden. Wer weiß, wie viele Lastwagen unterwegs sind und was mit den Hunderten passiert, die mit damit abtransportiert werden. Viel Gnade ist diesem Regime wohl nicht zuzutrauen.

Mehr Informationen:

Free Burma! Petition WidgetName: (required)

Email:

Web:

Country:

Fernsehen online

Ich muss mal beim ORF fragen, was der so im Internet vor hat. Der österreichische Staatsfunk betreibt zwar eine sehr gute News-Seite und ein paar Spartenangebote im Web. Viel mehr gibt’s aber nicht.

In Deutschland ist man aber schon weiter: Seit einiger Zeit hab ich die ZDF Mediathek im Hinterkopf, heute bin ich endlich dazu gekommen, das Ding auszuprobieren. Eigentlich dachte ich ja, dass das Angebot auf Deutschland begrenzt ist, schließlich sperrt auch die BBC bei ihrem iPlayer nicht britische Webnutzer aus.

Mein Resümee?
Wow! Genial! Unbedingt anschauen!

mediathek

Was gibt’s dort?
Praktisch alle Eigenproduktionen des ZDF gibt es online zum Abruf – zeitversetzt, sodass man sie ansehen kann, wann immer man Zeit hat: von A wie Abenteuer Wissen oder Auslandsjournal bis Z wie Zeitgeschehen findet jeder etwas. Von spannenden (Kurz-)Dokumentationen über Bilder von seichten Serien bis hin zu aktuellen Nachrichten. Einiges davon kann man sogar als Podcast abonnieren.

Das Beste: Alles gratis – zumindest für Österreicher! Die Deutschen müssen dafür mit der Rundfunkgebühr (dort heißt das GEZ) bezahlen. Die wird nämlich – so man keinen Radio oder Fernseher angemeldet hat – auch für breitbandige Internetzugänge eingehoben.

Ein Problem haben damit vor allem private Rundfunkveranstalter. Die Öffentlich-Rechtlichen können es sich dank der verpflichtenden Gebühren leisten, hochqualitative Inhalte selbst zu produzieren. Das können Sie dann auch im Web ohne große Zusatzkosten veröffentlichen. Wird alles Material zugekauft, ist das nicht mehr so einfach möglich. Auch wenn das Angebot von ZDF (und wohl bald auch der ARD) werbefrei ist, nagen sie dennoch an den Privaten. Wer gerade die Mediathek im Internet ansieht, kann nicht gleichzeitig RTL oder ProSieben sehen. Marktanteile geht vom Fernsehen ins Web und von Privaten zu öffentlich-rechtlichen Anstalten – und das mit Hilfe der Finanzierung aus Pflichtbeiträgen.

In Österreich gibt’s derzeit nichts Vergleichbares. Das IP-TV vom ORF beschränkt sich auf ein paar kurze Newsclips ohne Moderation und irgendwas. Wie gesagt: Ich muss mal nachfragen, ob und was da in diese Richtung geplant ist.

Als jemand der selbst keinen Fernseher hat, kommen solche Angebote grad recht. Grad gute Dokus oder das Auslandsjournal sind mir schon abgegangen …

vTap: Killerapp fürs Handy

Das iPhone freut AT&T auch, obwohl seine Simkarten-Sperre mittlerweile schon mehrfach geknackt wurde. Es sorgt dafür, dass ganz normale Leute nun auch mobiles Internet nutzen: Sie checken E-Mails, surfen mit einem tollen Browser, das iPhone holt sich unbemerkt Börse- und Wetterdaten aus dem Web und zeigt YouTube-Videos.

Allerdings hat Letzteres einen Haken: Genau wie bei Apple-TV können nur solche Videos angezeigt werden, die serverseitig bereits auf den Videocodec h.264 umgerechnet wurden. Ein Großteil aller Videos im Web basiert auf Adobes Flash. Weder das iPhone noch alle anderen cleveren Handys von Nokia, SonyEricsson oder HTC können damit etwas anfangen.

Doch es gibt eine Lösung und die kommt von vTap! Gestern hab ich mir wieder einmal ein Interview von Robert Scoble angeschaut und da hat er die Firma vorgestellt. Die haben eine echte Killerapplikation!!!!

Was macht vTap?
Flash-Videos werden on the fly transcodiert, sodass man von fast jedem Handy Zugriff auf Millionen Web-Videos hat. Es gibt eigene Applikationen für Java-fähige Endgeräte, Windows Mobile und das iPhone bzw. später dann auch für den iPod touch.

Das Auffinden der zahllosen Clips macht Spaß: Die Suche springt sofort an, schon während man tippt, bekommt man erste Ergebnisse. Sogar T9 wird bei der Texteingabe unterstützt. So kann man statt askaninja auch 2752… eintippen.

Sinn macht das nur mit Mobiletelefonen, die in schnellen HSDPA-Netzen funken können oder über Wlan verfügen. Ich hab das gestern mit meinem zwei Jahre alten Windows Mobile ausprobiert. Genial!

Wie kommt man dazu?
Einfach im Handy-Browser auf http://vtap.com surfen und das kleine Applet installieren. Es ist kostenlos und man muss sich dazu nicht einmal registrieren!

Welche Auswirkungen hat das?

  • Kreative können sich auf neue Auslieferungswege für ihre Videos freuen
  • Noch bevor DVB-H überhaupt am Anfang steht, hat das traditionelle Fernsehen schon eine mobile Konkurrenz.
  • Mobile Datenflaterates werden mehr nachgefragt. Mit dem steigenden Kundenwunsch werden Flatrates auch eher dem Preiskampf unterworfen, als wenn niemand danach fragen würde.
  • Weil fast jedes Handy in der Lage ist, Videos zu zeigen, verliert das iPhone zumindest ein Alleinstellungsmerkmal.

Übrigens: Als kleines Extra bietet vTap auch noch eine Handysuche in Wikipedia.