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Creative Commons explodiert

Die Zahl derjenigen Kreativen, die ihre Inhalte unter eine Creative Commons-Lizenz stellen, wächst jeden Tag – und zwar exponentiell. Am besten kann man diese am Fotodienst Flickr ablesen.

Am 24. Jänner 2006 hab ich mir angeschaut, wie viele CC-Bilder es auf Flickr gab. Hier das Ergebnis

 Nur Namensnennung: 869.989 Fotos
  Namensnennung, jedoch keine Veränderung gestattet: 250.487
   Namensnennung, keine Veränderung gestattet, nicht kommerzieller Gebrauch: 2.588.115
    Alle andere Kombinationen dieser Lizenzmodelle brachten es zusammen auf fast vier Millionen
Fotos

Von Oktober 2005 bis Jänner 2006 hatte sich die Zahl verdoppelt.

Und wo stehen wir jetzt?
Bei 22 Millionen CC-Bildern alleine auf Flickr.com und das bei rund 7,7 Millionen per Ende Jänner.

 Nur Namensnennung: 2.641.478 Fotos
  Namensnennung, jedoch keine Veränderung gestattet: 770.955
   Namensnennung, keine Veränderung gestattet, nicht kommerzieller Gebrauch: 7.652.734
    Alle andere Kombinationen dieser Lizenzmodelle bringen es zusammen auf über 11,5 Millionen
Fotos

Und auch abseits von Flickr scheint das CC ordentlich Dampf zu geben. Gab es vor einem Jahr nur 40 Millionen Links auf die Lizenz, sind es jetzt insgesamt schon 140 Millionen.

Mehr dazu: Mediashift-Post

Noch einmal HDR

Hab ja gerade über HDR-Fotos geschrieben und mir danach noch einige HDR-Fotos auf Flickr angeschaut. Hier mein Favorit – dieses Bild zeigt wie wohl kaum ein anderes, was uns erwartet.

HDR-Image (c) Realitydream

Und es zeigt noch eines: Kein Medium ist bis jetzt an seinen Grenzen gestoßen. Weder Text und schon gar nicht Audio, noch Video. Alles entwickelt sich weiter. Gibt es in unserer digitalen Welt überhaupt Grenzen für die Kreativität?

Mehr gibt’s in der HDR-Group von Flickr.

Mehr Dynamik

Wie geht es bei Digitalkameras weiter? Megapixel alleine werden wohl bald kein Verkaufsargument sein. Viel zu tun gibt es hingegen bei der Bildqualität.

An die „Bildqualität“ unserer Augen kommen die Digis noch lange nicht mit – erst recht, wenn es keine optimalen Lichtverhältnisse gibt. Bald schon könnte sich das ändern und dazu habe ich unlängst einen spannenden Artikel in der Technology Review gelesen. Es geht um High Dynamic Range, oder kurz HDR.

Dabei wird der Kontrastumfang von Bildern erweitert. Wenn man im Schnee eine Hütte fotografiert, so hat man bei der Belichtung die Wahl des Fokuspunktes. Ist der Fokus auf der Hütte, gibt es im Schnee kaum Kontraste. Umgekehrt ist die Hütte zu dunkel. Ebenfalls deutlich sichtbare Probleme gibt es bei Aufnahmen von Wolken.

Je größer der Kontrastumfang ist, desto mehr kann man Details und feinste Nuancen zwischen den Farbtönen erkennen. Hier ein paar Beispiele für HDR-Fotos:

     
  

Weitere Beispiele hat natürlich Flickr. Manche – das sei auch gesagt – sehen schrecklich aus. Den Unterschied zwischen einem „normalen“ und einem HDR-Foto sieht man am Besten hier:

Unterschied Digi HDR (CC|PeterForret)

Man achte besonders auf helle Flächen wie die Lichtkuppel und dunkle Flächen. Der Unterschied ist hier besonders offensichtlich.

Wie kommen nun HDR-Fotos zustande?

Laut Heise hat sich einzig Fuji mit seiner Finepix S3 hier vorgewagt. Alle anderen Hersteller dürften allerdings bereits eifrig daran arbeiten. Bis dahin muss man manuell Hand anlegen. Mit Hilfe der richtigen Software werden Bilder mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen zusammen gebaut.

Eine Anleitung dazu gibt’s hier.

Sony Center in Berlin

Am Nachmittag komme ich endlich dazu, die restlichen IFA-News zu posten. Einstweilen ein paar Eindrücke aus Berlin. Wenn ich nicht BWL studiert und anschließend Journalist geworden wäre, ich hätte mich wohl für Architektur entschieden.

Berlin ist, was Architektur betrifft, eine der Hochburgen in Europa. Kein Wunder, hatten die doch in den 90er Jahren genug Platz, sich etwas hinzustellen. Jeder, der einmal nach Berlin kommt, sollte sich unbedingt das Sony Center geben. Gestern machte ich eine kleine Foto-Session darin. Das Ergebnis ist ein Flickr-Set mit 154 Fotos. Enjoy.

   
   
   
   

Geotagging, Copyright und Gratis-Musik

In diesem Sommer gab’s so viele Tech-News wie shcon seit Jahren nicht mehr. Weil ich hier die – für mich – wichtigsten behandle, bin ich schon wieder weit hinten. Hier also gleich ein paar Stories, um aufzuholen.

Flickr macht Geotagging:
Vor einer guten Woche habe ich darüber geschrieben, wie praktisch es wäre, Geodaten an Fotos anzufügen. Nun: Flickr wird sein neuestes Feature wohl nicht aufgrund meiner Anregung gemacht haben – aber hauptsache es ist da. Die wohl beste Fotosharing-Site unterstützt seit ein paar Tagen Geotags. Und so kann man auf Yahoo!-Maps ansehen, wo wie viele Fotos geschossen wurden.

zoom-flickr-geotagging.jpg

Es scheint, als wäre der Bedarf daran wirklich da. Binnen 24 Stunden gab es bereits über 1,2 Millionen „geogetaggte“ (welch Wort …) Fotos. Weil Flickr auch die Programmierschnittstelle offen gelegt hat, werden wir wohl schon bald einige super-aufregende Dienste sehen.

Sony bekommt Copyright-Probleme:
Man kann Youtube mögen oder nicht. Eines ist jedoch fix: Auf der Videosharing-Site gibt es unzählige Copyright-Verletzungen. Sei es nun Musik, die illegal in Videos geschnitten wurde oder Schnipsel aus TV-Programmen, die kreativ vermantscht werden. Beim kleinen Bruder Grouper wird es wohl nicht anders sein. Pikant ist aber, dass Sony die Videosite gekauft hat.

Die Japaner bauen aber nicht nur Camcorder, sondern sind auch unte den größten Playern der Content-Industrie (Sony Pictures, MGM, SonyBMG Music etc.). Man darf gespannt sein, wie so ein Konzern in diesem Spannungsfeld agiert. Der Ausweg: Creative Commons!

Gratis Musik – ganz legal!
Spiralfrog.com könnte eine heiße Sache werden. Noch gibt es dort nicht viel zu sehen, aber schon bald wird dort eine kostenlose, werbefinanzierte Musiksite entstehen. Dahinter steht niemand geringerer als Universal Music.

Von der Firma selbst gibt es bislang keinen Kommentar, außer, dass die Sache stimmt. Techcrunch hat die ganze Geschichte dazu. Man darf gespannt sein.

Flickr als Kamera-Berater

Die aktivsten Fotografen bei Flickr, der wohl weltgrößten Foto-Community, sind Spiegelreflex-Fans. Das zumindest kann man aus der Hitliste der Flickr-Kameras entnehmen, die Fotodoto bereit stellt. Kompakt-Kameras sind da gar nicht vertreten und scheinbar teilen sich zwei Hersteller den Markt der ambitionierten Fotografen voll auf: Canon und Nikon.

(c) Photodoto

Wie die zu den Daten kommen? Über die Flickr-APIs werden jeden Tag 10.000 Fotos stichprobenartig rausgezogen und deren Exif-Daten analysiert.

Jedes Foto enthält in solche Meta-Daten, die neben Blende, Aufnahmezeit auch den Kameratyp verraten. Diese Tatsache ist übrigens auch die beste Kaufhilfe für Digicams. Hier habe ich schon einmal geschrieben, wie man Fotos für jeden Kameratyp findet. Einfach ausprobieren, bevor man die Katze im Sack kauft.

Das ist das Schöne am Web und all den neuen Dienste (ich mag den Ausdruck 2.0 nicht): Es gibt immer mehr Transparenz. Ein Hersteller kann einfach keine schlechte Ware mehr auf den Markt werfen, ohne aufgeklatscht zu werden.

QuickTake, die Zweite

Das ist ja interessant … Wie Engadget berichtet, lädt Apple Journalisten zur Photokina nach Köln. Das heißt, dass man dort wohl etwas präsentieren wird. Aber, was ist da im Busch? Darüber kann man nur spekulieren. Ich tippe einmal auf eine Digitalkamera für Consumer.

 

Apple Quicktake, die erste

 

Sowas hatte Apple ja schon einmal. Die Quicktake war eine der ersten Consumer-Digicams überhaupt. Sie wurde aber bald wieder eingestellt. Kommt nun die zweite? Oder bekommt der iPod eine Cam? Würde mich auch nicht wundern, so hebt man sich vom bald erscheinenden Microsoft Zune-Player ab. Allerdings dürfte da die Konkurrenz zu Handys doch recht stark sein. An das iPhone glaube ich übrigens nicht wirklich – der Markt ist dafür einfach zu eng und erwachsen.

Die Kosten von Bandbreite

Eigentlich wollte ich ja nur einen Kommentar bei smi hinterlassen, aber bei den Twoday-Blogs muss man sich dafür registrieren … Also poste ich selbst drüber.

Youtube.com ist eine Videowebsite, bei der jeder seine Camcorder-Filme raufladen kann. Nach dem Motto „Broadcast Yourself liefert die Site jeden Tag 100 Millionen Videos aus. Mittlerweile ist Youtube zur Site mit dem höchsten Traffic im Web geworden. Meiner Meinung nach eine irre Konkurrenz fürs Fernsehen (hab drüber auch schon geschrieben), aber ich sehe kein Geld.

Youtube wurde sehr wahrscheinlich – wie derzeit viele andere Web-Startups im Silicon Valley – mit nur einem Ziel gegründet worden: Um es so teuer wie möglich an Google, Yahoo oder Microsoft zu verkaufen. Nur, dass die Käufer mittlerweile vorgewarnt sind. So viel kann man mit Werbung gar nie einnehmen, wie an Bandbreite für die Videos zu bezahlen ist. Bei Yahoo! ist die Euphorie über den Kauf der Foto-Website Flickr längst der Ernüchterung gewichen. Die Kosten für das Datenvolumen sind selbst bei Fotos nicht zu verdienen.

Der Hintergrund: Kontextuelle Werbung (z.B. Autohersteller wirbt neben dem Foto eines Autos) lässt sich nur dann machen, wenn die Nutzer ihre Fotos beschlagworten. Nur passiert das bei der Mehrheit der Fotos nicht. Und die paar, die ihre Bilder taggen, haben ohnehin einen Pro-Account und bekommen gar keine Werbung zugestellt.

Fotos mit Geodaten

Schon lange habe ich mir so etwas gewünscht: Ein GPS-Extra für Digitalkameras. Nun kommt es endlich auf den Markt – leider gibt es das Sony GPS-CS1 vorerst nur in den USA für 150 Dollar zu kaufen.

 Sony GPS-CS1 

Aber warum braucht man so was überhaupt?
Wäre es nicht toll, wenn man stets wüsste, wo die Urlaubsfotos aufgenommen wurden? An welchem Strand war doch noch die tolle Strandbar? Wie finde ich jemals wieder den Weg zur Almhütte eines Freundes, wo wir letztes Jahr Silvester gefeiert haben? Es gibt viele Anwendungen dafür. Eine weitere könnte auch das gestern beschriebene Photosynth oder ein geografisch zugeordnetes Fotoalbum sein.

Sony GPS-CS1 Software

Wie funktioniert’s?
Leider haben Digitalkameras noch keinen eingebauten GPS-Empfänger, so wäre dieses Sony Zubehör obsolet. Es gibt zwar einen Aufsatz für die Nikon D2x, doch die dürfte außerhalb jeden Budgets liegen.

Den GPS-Empfänger führt man ständig mit sich herum. Das 9 cm große Ding hängt man am Besten am Karabiner auf die Badetasche, den Rucksack oder einen Schlüsselanhänger. Alle 15 Sekunden speichert er die aktuellen Positionsdaten. Weil die Uhrzeit mit den Satelliten-Signalen kommt, ist immer die exakt richtige Zeit eingestellt. Das Ganze funktioniert nur, wenn auch auf der Kamera eine möglichst exakte Zeit eingetragen wird.

So weiß der GPS-CS1 jederzeit, wo er zu welcher Zeit war. Digitalkameras speichern neben den Pixeln auch andere, sogenannte Exif-Daten – etwa Belichtungsdauer, Blende, Zoom und die Aufnahmezeit.

Im PC werden nun die Daten aus dem GPS-Teil mit einer speziellen Software auf die Bilder übertragen. Fertig. Auch wenn Sony sagt, dass das eigentlich nur mit deren eigenen Kameras funktioniert, sollte es mit jeder halbwegs neuen Digicam funktionieren. Einzige Voraussetzung, sie muss Exif nach dem Standard 2.1 beherrschen.

Bin schon gespannt, wann Canon, Nikon & Co. kontern und das Teil gleich fix in die Cams einbauen. Zeit wird’s!

Update: Bin drauf gekommen, dass es sowas schon von Ricoh gibt.

Zwei Videos, ein Experiment

Vor gut zwei Wochen haben die Microsoft Live Labs eine Technologie namens Photosynth vorgestellt. Es ist einfach unglaublich und atemberaubend, was man mit Software und den Daten anstellen kann. Weil Videos mehr sagen, als langwierige Beschreibungen, habe ich hier zwei Videos, die die Technik erklären.

Und jetzt zum Experiment: Im Herbst kommt eine Betaversion von Photosynth heraus. Wer ist dabei, wenn wir die ganze Klagenfurter Innenstadt dreidimensional darstellen? Ich schätze, wir brauchen zwischen 10.000 und 15.000 Fotos um wirklich dreidimensional durch die Stadt zu gehen. Die Aufgabe wäre recht einfach: möglichst viele Fotos schießen und die dann ins Web stellen. Wie das genau geht, weiß ich noch nicht, aber ich melde mich am Blog noch einmal mit einer genauen Anleitung, wenn es soweit ist.