10 Tipps & Tricks für Kindle und Sony Reader

2011 war der Kindle der meistverkaufte Artikel bei Amazon.de. Vielfach lag heuer ein Christ-Kindle oder ein anderer E-Reader unterm Weihnachtsbaum. Egal, ob Kindle oder Sony Reader – mit ihnen kann man weit mehr machen, als nur Bücher lesen. Auch wenn sie nicht so viel können wie in iPad, sind sie dennoch vollgepackt mit Funktionen, die das Lesen darauf einfacher und den Lesestoff vielfältiger machen. Die nachfolgenden Tipps beziehen sich zwar auf den Kindle, gelten aber in vielen Fällen auch für andere Reader.

ModellKindleKindle KeyboardKindle Keyboard 3G
Preis99 Euro119 Euro159 Euro
MP3/AudioOKOK
BrowserOKOKOK
WlanOKOKOK
3GOK
Display6 Zoll/15 cm E-Ink6 Zoll/15 cm E-Ink6 Zoll/15 cm E-Ink
Akkulaufzeit1 Monat2 Monate2 Monate
Speicherplatz1400 Bücher2 GB3500 Bücher4 GB3500 Bücher4 GB
Abmessungen114 x 165 x 8,6 mm190 x 123 x 8,5 mm190 x 123 x 8,5 mm
Gewicht170 g241 g247 g
MenüDeutsch, Englisch …EnglischEnglisch
BedienungCursorpadTastatur & CursorpadTastatur & Cursorpad

Das Lesen mit dem Kindle ist in Summe weit angenehmer als mit einem hintergrundbeleuchtetem LCD-Bildschirm. Allerdings gibt’s auch zwei Haken:

  • Es braucht Licht, nachts im Bett geht das nur mit Leseleuchte.
  • Typografisch gibt die elektronische Tinte nicht viel her. Deutlich zu sehen ist dies an den unterschiedlichen Wortabständen am Titelbild. Wer also auf die feine Typo eines Buchs steht, sollte beim Papier bleiben.

Spannend sind die E-Reader von Sony und Amazon, weil sie sich nicht nur mit Inhalten vom Hersteller befüllen lassen. Hieraus ergibt sich eine ganze Reihe von Tipps & Tricks.

Die aktualisierte Fassung dieser (teilweise schon steinalten) Tipps & Tricks gibt’s auf der Futurezone zu lesen.

Technik-Vorhersagen für ZwanzigZwölf

(c) Kirsty Pargete/iStockPhoto.com

Das neue Jahr steht vor der Türe und das ist auch für mich wieder Zeit für eine äußerst fundierte Analyse der Zukunft einen gewagten Blick in die Kristallkugel.

Ich möchte mich mit dieser Vorschau wie jedes Jahr bei allen Leserinnen und Lesern für die Treue bedanken.

ZwanzigZwölf soll ein großartiges Jahr für euch werden!
Alles Gute, viel Liebe, Leidenschaft, Gesundheit und Spaß mit dem, was ihr macht!

Aber nun zum Thema: Was wird sich 2012 in der Technik und im Web tun? Was werden die wichtigsten Trends und prägnantesten Produkte sein? Was wird kommen und was (sicher) nicht? Wer sind die Gewinner und Verlierer 2012?

1. Internet by Google

Die wohl gewagteste Vorhersage: Google wird zum globalen Internet-Provider (ISP). Der Internetkonzern nahm bereits mehrere Anläufe, um zu einem Wireless ISP zu werden. Allerdings wird das 2012 nicht über herkömmliche Leitungen oder eigene Frequenzen geschehen: Mit Hilfe von Millionen Google Nutzern könnte ein weltumspannendes Wlan entstehen, das eine kritische Größe hat, um in manchen Gegenden sogar den Mobilfunkanbietern das Leben schwer zu machen.

Google verkauft dazu (über Drittanbieter) ganz günstige Router, die sich ins DSL oder Kabel einklinken. Wer so einen Google-Accesspoint betreibt, darf das (Fast-)Überall-Internet von allen Nutzern konsumieren. Klingt wie Fon? Stimmt, aber Google hätte die Größe, die Fon fehlt, um Roamingkosten den Garaus zu machen. Der Google-Account würde so an der Simkarte nagen.

Darüber hinaus bietet der Google-Router einige Zusatznutzen, die sonst kaum ein anderes Gerät aufweist oder die höchstens Nerds vorbehalten sind. Auch Dienste wie Google Voice, Google TV, CloudPrint oder das ominöse GDrive (Festplatte am Google-Router) könnten davon profitieren. Und wenn Wlans über ganze Städte gespannt sind, wären noch weitere (anzeigenbasierte) Geschäftsmodelle möglich.

Das Knowhow hätte man im Haus, denn Motorola Mobilty baut neben Smartphones und Tablets auch Kabel- und DSL-Modems sowie Router. Auch könnte Google, Fon in einem Handstreich übernehmen. Einziger Haken an der Vorhersage: So reizvoll so ein Riesennetz auch ist, so gering sehe ich die Chance, dass sich Google mit Internet- und Mobilfunkanbietern anlegt.

Weitere Google-Vorhersagen:

  • Google Voice sollte endlich in Europa aufschlagen.
  • Ein iPad-Killer, der keiner sein wird: Durch die wohl bald abgeschlossene Übernahme von Motorola Mobility könnte Google nicht nur bessere Karten im Patent-Wahnsinn haben, sondern (hoffentlich) auch Android-Hardware vorantreiben. Eric Schmidt deutete erst unlängst ein eigenes Tablet (Nexus Tab?) von „höchster Qualität“ an. An die Verkaufszahlen von Apples iPad werden Android Tablets aber auch 2012 bei weitem nicht herankommen.
  • Weil Google auch das Fernsehgeschäft forcieren will, halte ich ein eigenes Nexus TV für sehr wahrscheinlich, da Motorola Mobility auch Settop-Boxen baut. Auch die Übernahme von SageTV im Vorjahr deutet darauf hin.
  • Googles ChromeBooks dürften dagegen ebenso wie CloudPrint auch 2012 niemanden wirklich vom Hocker hauen. Der heißeste Tipp für den nächsten eingestellten DienstGoogle FriendConnect.
  • Google+ wird zwar auch 2012 nicht zum echten Facebook-Killer, aber Google wird es nicht wagen, das Scheitern einzugestehen. Zudem dürfte der Dienst eine Größe haben, die in vielen Bereichen seinen Zweck erfüllt: Signallieferant für den Suchalgorithmus. Gut möglich ist auch, dass Orkut früher oder später eingestellt und nach Google+ migriert wird.
  • Android: Hier sieht die Welt für den Internetkonzern am rosigsten aus. Eben erst wurde die Marke von 700.000 aktivierten Geräten pro Tag geknackt. Über das Weihnachtswochenende waren es 3,7 Millionen. Mitte 2012 könnten es täglich schon eine Million sein. Nachdem man Android 4.0 als absolut gelungen bezeichnen kann, muss es nur noch in die Masse getragen werden.
    Apropos Updates: Um die auf 2011er-I/O angekündigte Update-Allianz ist es sehr leise geworden. Das Problem mit verspäteten oder gar nicht erscheinenden Aktualisierungen wird Google nur selbst in den Griff bekommen müssen. Auf die OEMs ist hier kein Verlass.

2. Kein Apple TV-Fernseher

Fünf Sätze in Walter Isaacsons Biografie von Steve Jobs versetzten Apple-Fans in den größten Hype seit der Spekulation rund um das iPad:

‚I’d like to create an integrated television set that is completely easy to use,‘ he told me. ‚It would be seamlessly synced with all of your devices and with iCloud.‘ No longer would users have to fiddle with complex remotes for DVD players and cable channels. ‚It will have the simplest user interface you could imagine. I finally cracked it.‘

Seitdem wird wild drauflos geraten. Digitimes, dessen Geschäftsmodell das Verbreiten von Gerüchten zu sein scheint, will sogar schon die korrekten Größen – 32 und 37 Zoll – wissen. Und alle Medien rund um den Erdball schreiben brav ab.

Apple TV, Konzept von Guilherme Schasiepen @_guims

Bedient soll das übrigens mit dem digitalen Assistenten Siri werden. Dabei wird übersehen, dass Jobs mit der Entwicklung von Siri recht wenig zu tun hatte, wie ein weiteres Zitat aus der Biografie belegt.

Jobs grabbed the phone in the middle of the demo and proceeded to see if he could confuse it. ‚What’s the weather like in Palo Alto?‘ he asked. The app answered. After a few more questions, Jobs challenged it: ‚Are you a man or a woman?‘ Amazingly, the app answered in its robotic voice, ‚They did not assign me a gender.‘ For a moment the mood lightened.

Wie konnte Jobs also das Bedienungsproblem mit Fernsehern mit Hilfe von Siri geknackt haben, ohne zu wissen, wozu es genau in der Lage wäre? Gegen eigene Apple-Fernseher sprechen noch weitere Faktoren:

  • Ein TV-Gerät kauft man nicht wie ein Smartphone oder Tablet alle paar Jahre neu. Eine Hundert-Euro-Box dagegen wird schneller ersetzt.
  • Geld wird eher mit Diensten und Content-Angeboten verdient als mit Hardware. Das Gesetz unendlich kopierbarer Bits gilt auch für Apple.
  • Kaum jemand wird einen Fernseher kaufen, der nur in einem Ecosystem unterwegs ist und der Piratenfilme aus dem Netz nur nach einem umständlichen Hack abspielt.

Viel wahrscheinlicher ist daher, dass Apple TV weiterhin eine Box bleibt. Aus der Hobby-Abteilung von Apple kommt dafür mit Sicherheit die eine oder andere Innovation. So wäre es vorstellbar, dass irgendein „magischer Trick“ mit dem HDMI-Kabel das Teamwork mit dem Fernseher verbessert und eine Fernbedienung entfallen könnte. Auch eine Integration mit Siri ist durchaus vorstellbar. Und iOS-Apps am Fernseher sind längst überfällig, mit Spielen könnte man am Erfolg von Xbox und Playstation nagen.

Weitere Apple-Vorhersagen:

  • Das iPad 3 könnte gerüchteweise nicht wie üblich Ende Jänner, sondern erst am 24. Februar vorgestellt werden. An Neuerungen dürfte vor allem das Retina-Display (2048×1536 Pixel bei zehn Zoll) hervorstechen. Es gibt auch Quellen, die von mehreren Formfaktoren ausgehen: Die Rede ist dabei von fünf über sieben bis zehn Zoll Bildschirmdiagonale. Meine Vorhersage: Eine Größe, gleich viel Speicher (16/32/64 GB) wie bisher und 100 Euro billiger.
  • Beim iPhone 5 sollte sich deutlich mehr tun, als beim Schritt vom iPhone 4 zum 4S – alle zwei Jahre gibt es ein immer ein gröberes Update. Während die Größe gleich bleibt oder höchstens minimal zunimmt, sollte das Design die größte Neuheit darstellen. Was neue Funktionen angeht, dürften das Machbare bei Mobiltelefonen ohnehin ausgereizt sein. Daher wird’s höchstens hier ein wenig schneller, da ein wenig raffinierter.
  • iPhone nano: Die gewaltigen Verkaufszahlen von Android dürften Apple sauer aufstoßen. Eine Verbreiterung der Angebotspalette würde all jenen ansprechen, die gerne ein iPhone hätten, aber nicht willens sind, über 600 Euro dafür auszugeben. Und das sind viele!
    Wie bei dieser Designstudie aus dem Jahr 2009, könnte man zudem bei einem günstigeren Modell mehrere Farbvarianten anbieten – etwas, das auch schon beim iPod gut funktionierte.
  • Bei iOS6 sollte Apple endlich ein Remake der mitgelieferten Apps (Maps, Notizen etc.) angehen. Auch Widgets wie bei Android oder Icons mit Funktion (wie die Live-Tiles bei Windows Phone) wären denkbar.
  • iTunes Store: Apple kam zuletzt beim Content stark unter Druck. Flatrates wie jene von Spotify oder Netflix wird es daher 2012 auch bei Apple geben.
  • Ein MacBook Air mit 15 Zoll wird eine Angebotslücke schließen und wohl viele begeistern.

3. Schicksalsjahr für Microsoft

Auch wenn Steve Ballmer im Herbst beim Aktionärstreffen mit 92 Prozent das Vertrauen ausgesprochen wurde, brennt der Hut. Das Wachstum der Microsoft-Aktie ist seit langem nicht existent, im Fünfjahresvergleich gar negativ. In dem Wertpapier steckt gleich viel Fantasie wie in einer europäischen Schuhfabrik.

Auch wenn die Umsatzzahlen je nach Sparte solide bis exzellent sind, als Anleger würde man sich weit mehr wünschen als nur Geduld. So ist es absehbar, dass das Vertrauen schon bald deutlich unter den Marktanteil von Windows absackt. Steve Ballmer könnte nun wirklich bald Geschichte sein.

Für mehr Wachstum brauchen die Redmonder dringend eine komplett neue Unternehmenskultur. Es gibt mit Sicherheit mehr Innovationen, als wir sie zu sehen bekommen – nur muss man diese auch zulassen und nicht durch jede Menge Produktmanager und Marketinggremien schon im Keim ersticken. Zudem kommt der Wettbewerbsdruck zwischen den Sparten, der oft Innovation verhindert, um bestehende Produkte zu schützen. Um das (und noch viel mehr) zu verändern, braucht es eine neue Führungsriege.

2012 wird für Microsoft in vielerlei Hinsicht ein Schicksalsjahr sein:

  • Mit Windows 8 und Office 15 stehen zwei – für Microsoft lebenswichtige – Produkte vor neuen Versionen. Ob die revolutionären Bedienungskonzepte (Metro-Design mit den Metro-Style-Apps) ankommen oder nicht, ist völlig offen. Eine Revolte der Nutzer ist ebenso wenig auszuschließen wie ein gigantischer Wurf.
  • Eine brandneue Ausgabe der Spielkonsole Xbox 360 (Vorstellung vermutlich bei der E3 im Juni, erhältlich nicht vor 2013) könnte Einfluss auf das – ohnehin nicht grandiose – Standing im Consumer-Bereich beeinflussen. Hier muss sich auch zeigen, ob es Microsoft mit dem Tempo und der Schlagkraft von Apple und Google im Kampf ums Wohnzimmer aufnehmen kann. Noch fehlen die TV-Geräte, denen Microsoft gerne einen Kinnect Sensor verpassen würde.
  • Windows Phone 7 ist grundsätzlich nicht schlecht, sein Verkaufserfolg allerdings eher bescheiden – oder wie Ballmer es bezeichnete: „Wir sind von sehr klein zu sehr klein gewachsen.“ Zwar soll es schon mehr als 50.000 Apps geben, in vielen Nischen herrscht aber gähnende Leere. So wird jeder immer irgendetwas vermissen, das es anderswo (bei Apple und Google) gibt. Ein wirkliches Kaufargument für Windows Phones schaut trotz guter Hardware von Nokia & Co. anders aus.
  • An der Entwicklung bei Skype, Windows Live (oder wie die Onlinedienste jetzt heißen) und Bing könnte sich entscheiden, ob es eine Zukunft im Web gibt. Und zu guter Letzt gibt es große Ungewissheit über die Zukunft beim größten Online-Partner Yahoo. Fällt er – etwa durch einen chinesischen Käufer – in fremde Hände, wären das Suchmaschinen-Geschäft Microsofts endgültig marginalisiert.

Eine lange Debatte über die Führungsqualität an der Spitze könnte den Konzern in dieser wichtigen Zeit gleich lähmen wie seinerzeit das Kartellverfahren. Gut möglich auch, dass man Ballmer noch Zeit gibt. Aber er hat ein Ablaufdatum.

4. Facebook sucht sich zum Börsen-Crash

Im Frühjahr könnte Facebook – das bereits mit bis zu 100 Milliarden Dollar bewertet ist, an die Börse gehen. Doch selbst die Aussicht auf eine Milliarde Nutzer im kommenden Jahr spiegelt einen so hohen Wert nicht wieder. Der Börsengang könnte wie jener von Zynga, Groupon oder LinkedIn hinter den hochgeschraubten Erwartungen zurückbleiben.

Offen ist, ob damit eine neue Tech-Blase platzt und die Branche wie kurz nach dem Millennium erneut um Jahre zurückgeworfen wird.

Bis zum Börsegang sollte es aber noch eine gravierende Neuerung geben: eine völlig überarbeitete Suche. Diese verdiente derzeit ihren Namen kaum, findet man damit praktisch nur Personen, Seiten und Gruppen. Künftig sollte sie deutlich besser werden. Beiträge und Statusmeldungen von Freunden sollte man damit leichter aufspüren können.

Gut möglich, dass auch alle Websites per Crawler durchsucht werden, die Social Plugins eingebaut haben. Ich sehe schon Seminare von Social Media Experten: „Wie schreibt man FB-SEO-freundliche Beiträge?“

Außerdem wird Facebook weitere Geodienste bringen, die insbesonders für Unternehmen interessant sein könnten. Im Herbst übernahm man dazu das Team von Gowalla.

Weitere Social Network-Vorhersagen:

  • StudiVZ stirbt … das ist nur noch eine Frage der Mathematik.
  • Soziale Netzwerke werden auch abseits von Computer und Smartphone eine Rolle spielen. Sie erobern beispielsweise immer mehr den Fernseher. So könnte man 2012 am Satellitenreceiver jene Sendungen aufnehmen, die auch ausgewählte Freunde programmiert haben. Von Freunden geteilte Videoclips werden (wie jetzt schon bei Boxee) übersichtlich auf der Mattscheibe präsentiert.

5. OpenStreetMap schafft Jobs

Google Maps ist mit Abstand die Nummer eins unter den Kartendiensten im Web und die Taktik des Internetkonzerns ging eindeutig auf: Erst macht man ein gutes Angebot und macht es kostenlos für alle nutzbar. Hat man eine beinahe Monopolsituation geschaffen, kassiert man ab. 2012 ist es soweit: Die Nutzung von Google Maps wird für Entwickler größerer Webangebote kostenpflichtig.

Angebote wie willhaben.at mit seinen über 320 Millionen PageImpressions werden dies am ärgsten spüren – es sei denn, sie bauen um. Ein Nutznießer könnte das freie Kartenprojekt OpenStreetMap (OSM) sein.

Das Kartenmaterial von OSM ist nicht nur kostenlos verfügbar, sondern in wichtigen Ballungszentren von weit höherer Qualität als jenes von Google. In Berlin etwa ist jeder Alleebaum kartiert.

Der verstärkte Einsatz von OSM-Daten werden der Community (die Karten werden nach dem Wikipedia-Prinzip erstellt) enormen Auftrieb geben. Weil es aber einen gewissen Aufwand bedeutet, solche Karten selbst zu hosten und Schnittstellen dafür anzubieten, könnte dies nicht zuletzt auch neue Jobs und Geschäftsmodelle in Europa (und nicht nur in den USA) schaffen. Es braucht Leute, die mit dem enormen Datensatz umgehen und ihn entsprechend rendern können.

Weitere Web-Vorhersagen:

  • Keyboard-Surfen: Immer mehr Websites integrieren Tastatureingaben. Wie bei Google Reader wird man per Tastendruck artikelweise vor- und zurückspringen können.
  • Speicherplatz im Web wird knapper. Zwar wird der durch die Überflutungen in Thailand hervorgerufene Engpass an Festplatten nicht direkt spürbar – doch der eine oder andere Webdienst wird zum Launch das Angebot kleiner dimensionieren als geplant. Sind die Kapazitäten wieder hochgefahren und die letzten Angebotslücken bedient, könnte der Speicherpreis auch durch immer günstigere SolidStateDrives (SSD) ins Bodenlose fallen. Die Folge wäre, dass es bei einzelnen Anbietern „Flatrates“ für Online-Speicher geben könnte.
  • Das mobile Web gewinnt im Mainstream an Fahrt: Wer eine Website hat, sollte diese auch Handy-tauglich machen. Bei einigen Content Management-Systemen reicht dazu ein einfaches Plugin und auch Web-Agenturen dürfen sich immer öfter über ein Zubrot freuen.
  • Die Nutzung von Twitter wird 2012 nicht zuletzt aufgrund des Konkurrenzkampfs zwischen Google+ und Facebook über immer neue Features signifikant (um 15 bis 20 Prozent) zurückgehen.
  • Browserkrieg: Microsoft wird zwar mit dem Internet Explorer 10 einen ganz passablen Browser herausbringen, dennoch werden sich selbst Mainstream-Nutzer in Scharen abwenden. Der Gewinner heißt Chrome. Ende des Jahres sollte der Chrome in einigen Ländern bereits zur Nummer eins avanciert sein.
  • WebFonts werden 2012 von fast allen Websites (kleine Blogger wie große Medien) eingesetzt, die neu gestaltet werden.

6. Ads mindern Inhalt und Einnahmen

Eigentlich schaut es für die Medienwelt im Web rosig aus. Anzeigenetats werden schon seit einiger Zeit massenweise von Print ins Web verschoben. Dort ist Werbung nicht nur messbar, sondern derzeit auch vergleichsweise billig zu bekommen. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille.

Weil es viele Werbetreibende schlichtweg übertreiben, plärrt und poppt es überall im Web. Das nervt die Nutzer und degradiert den Inhalt selbst renommierter Onlineangebote. Konzentriertes Lesen wird neben solchen Werbebannern zunehmend unmöglich.

Wer so wirbt, riskiert, seine Botschaft irgendwann gar nicht mehr an die Frau oder den Mann bringen zu können. Selbst nicht technik-affine Nutzer installieren immer häufiger AdBlocker. Sollte dies einigen zu umständlich sein, werden Plugins und Dienste wie Evernote Clearly, der Reader-Modus in iOS/Safari oder Instapaper verhindern, dass Werbung durchkommt. Solche Browserfeatures werden Dank der tscheppernden und erschreckenden Flash-Anzeigen eher mehr als weniger!

Die Folge: So manche Werbung sorgt dafür, dass es gibt immer weniger lebensfähige Portale gibt.

Doch es gibt auch einen Lichtblick und man muss wirklich hoffen, dass dieser die Diskussion um übertriebene Werbung anfeuert: Ein Anbieter, AdBlock Plus, will standardmäßig „akzeptable Anzeigen“ durchlassen. Somit sollte der Druck auf die Werbetreibenden steigen, nicht mehr zu aufdringliche Display-Ads zu schalten.

Weitere Medien-Vorhersagen:

  • derstandard.at: Relaunch & Web only ab 2013
    Dass Zeitungen es in Zukunft nicht leicht haben werden, liegt auf der Hand. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die erste Tageszeitung in Österreich online-only gehen wird. Der heißeste Kandidat dafür ist derStandard. Im Vergleich zur Printausgabe ist derStandard.at in Österreich eine echte Größe und innovativ genug, um dieses Kunststück zu schaffen.
    Zuvor braucht es aber noch einen Relaunch – die letzte große Renovierung ist schon eine ganze Weile her. Gut möglich, dass sich die Wiener ein kleines Stück von einem guten Vorbild aus den USA abschauen …

  • E-Reader gewinnen 2012 enorm an Bedeutung – nicht nur, weil Verlage mehr Bücher dafür anbieten, sondern weil immer mehr Inhalte abseits von Literatur dafür erstellt und angeboten werden. Auf einem E-Reader lesen sich auch lange Artikel aus dem Web viel einfacher.
  • 3D am Fernseher juckt noch weniger Käufer als 2011, weshalb selbst Elektromärkte nur noch untergeordnet mit dieser Funktion werben werden.
  • Die US-Online-Videothek Netflix sollte an den Handy- und Kabelbetreiber Verizon verkauft werden, was ein Ende für eine mögliche globale Expansion bedeutet. Apple und Amazon kommen aber mit Flatrate-Angeboten für das Streaming auch nach Europa.

7. Polit-GAU in Österreich: das Mega-Leak

Das Kollektiv der Internet-Aktivisten von Anonymous Austria deckte heuer gleich eine ganze Reihe von Datenleaks auf: Persönliche Daten Hunderttausender Versicherten der Tiroler GKK wie von GIS-Zahlern tauchten ebenso im Netz auf Adressen von Polizisten.

Dass die Korruption in Österreich fröhliche Urstände feiert, wird sich nicht so schnell ändern. Aber: 2012 wird es ein größeres Datenleck geben und es wird die Politik mehr in Rage bringen als alles andere zuvor. Es könnte Korruption aufdecken, geheime (!) Förderungen öffentlich machen oder Spendenlisten an Parteien betreffen.

Weitere Politik-Vorhersagen:

  • OpenData: Die jüngst angekündigte Richtlinie der EU für mehr Transparenz der Staaten gegenüber ihren Bürgern wird in Österreich 2012 so lange wie möglich ausgesessen. Um möglichst lange und möglichst wenig preisgeben zu müssen, könnte die Bundesregierung sogar ein Vertragsverletzungsverfahren riskieren.
  • Sowohl SOPA (Stop Online Privacy Act) als auch PIPA (Protect IP Act) werden in den USA Gesetz. Bisherigen Beispielen folgend, werden beide umstrittenen Materien zur Vermeidung von Online-Piraterie wohl auch in den Rechtsbestand der EU übernommen.
  • Die Vorratsdatenspeicherung kommt. Auch wenn massiv Widerstand geäußert wird, wird der Gesetzgeber mit der Eisenbahn drüber fahren. Schließlich kann jeder Bürger ein Terrorist sein …
  • Crowdsourcing von Journalismus und die Organisation von Demonstrationen über das Internet wird Wladimir Putin das Leben auch nach der Präsidentenwahl im März schwer machen.

8. Luftbrücke für Kameras

Es ist schlichtweg unverständlich, dass es im Jahre 2011 noch immer keine Spiegelreflex-Kamera mit eingebautem Wlan und GPS gibt. Dabei nagen Smartphones ob ihrer passablen Bildqualität und ständiger Internetverbindung schon länger an den Umsätzen der Kamerahersteller. Noch unverständlicher ist, dass selbst es im unteren Preissegment kaum Angebote in diese Richtung gibt.

Zwar fressen beide Bausteine am Akku, doch dies lässt sich mit Schaltern effektiv kontrollieren.

2012 wird sich das ändern. Canon fehlt noch im Reigen der Hersteller von Systemkameras und könnte als erster diese Lücke schließen. So hätte das Konzept auch bei uns mehr Freunde:

  1. Man schießt ein Foto.
  2. Während dem Durchschauen der Schnappschüsse kann man einzelne Bilder zu einer App am Smartphone übertragen.
  3. Dort wird es mit ein paar Fingergesten bearbeitet.
  4. Vom Smartphone aus kann man es auf Facebook, Flickr & Co. teilen.

Klingt so simpel und 2012 wird es kommen. Wenn nicht, darf man offen an der Innovationsbereitschaft der Branche zweifeln und auf ein Ende der System-/Kompaktkameras wetten.

Weitere mögliche Innovationen:

  • BitCoin-Nachfolger: Die Idee von virtuellem Geld außerhalb der Kontrolle von (Noten-)Banken ist äußerst reizvoll, hat aber auch deutliche Schwächen. Gerade bei BitCoins hat sich gezeigt, dass es nicht funktioniert, wenn nichts nachvollziehbar ist. Einbrüche in BitCoin-Banken, enorme Deflation und dunkle Kanäle sind wahre Killer für solche Konzepte. 2012 sollte es ein neues, noch besseres Modell geben.
  • Heimautomation: Die Steuerung von Heizungen lässt sich noch enorm optimieren und zu gröberen Einsparungen beim CO2-Ausstoß führen. Thermostate wie jene von Nest werden 2012 breit adaptiert. Ausgeklügelte Systeme zur Heimsteuerung werden beim Hausbau einen Boom erleben.
  • Akku-Innovation: 2012 wird es eine Erfindung geben, mit der Smartphones und Notebooks mehrere Tage ohne Steckdose überleben können. Zu irgendetwas müssen die Milliarden ja gut sein, die gerade in die Autobatterie-Forschung gebuttert werden.

9. Verlierer des Jahres: Research in Motion

Dass man Waterloo mit vernichtenden Niederlagen gleichsetzt, ist kein gutes Omen für Research in Motion (RIM) – der Blackberry-Hersteller hat seinen Firmensitz im kanadischen Waterloo. Nicht erst 2011 ging es rasant bergab. Stark geschrumpfte Absatzzahlen, peinliche Netzausfälle, verfehlte Produktpolitik (welcher Business-Typ spricht auf ein Playbook an?) und nicht zuletzt Skandale um randalierende und betrunkene Manager setzten dem ehemaligen Business-Liebling arg zu.

Mit Nokia, Microsoft und Amazon prüften gleich drei Schwergewichte den Kauf des einstigen Smartphone-Primus. Alle winkten ab, niemand will RIM … Dass CEO Jim Balsillie und sein Kompagnon Mike Lazaridis gerade einmal einen Dollar im Jahr verdienen beweist eines: You get what you pay.

2012 wird die Talfahrt weiter fortsetzen. Am Ende könnten ein dubioser Investor (Nähe zu einem Staat) oder arabische Scheichs zuschlagen und dadurch auch die letzten verbliebenen Kunden vertreiben.

Weitere Verlierer des Jahres:

  • Aktionäre und Staaten: Die Krise geht wohl nicht so schnell vorrüber.
  • Mobilfunker: EU-Kommissarin Neelie Kroess wird noch im ersten Halbjahr 2012 die Mobilfunkbetreiber per EU-Richtlinie zu maßvollen Roaming-Tarifen verdonnern.

10. Georg 2012

Auch Ende 2012 werde ich noch mit einem iPhone telefonieren, weil keiner der vielen Androiden mich restlos begeistert. Dann werde ich womöglich nicht mehr in Klagenfurt leben und woanders neue Herausforderungen angehen. Und ich werde den Großteil meines Einkommens nicht mehr mit Papier-Produkten (Zeitungen, Zeitschriften, Bücher etc.) bestreiten. Who knows …

Was sind eure Vorhersagen? Wo stimmt ihr mit mir (nicht) überein?

Und: Wenn dir gefällt, was du hier list … teile es 🙂 Danke!

Meinung: Populismus, der nur Übelkeit bringt

Populismus hält dieses Land immer stärker im Würgegriff. Ausnahmsweise wird von Österreichs Politikern nicht blindlings verbal auf Ausländer eingeschlagen, sondern diesmal gegen die globale Hochfinanz agitiert. Und noch einen Unterschied gibt es: Diesmal werben Politiker mit zwei Themen nicht für die Wiederwahl, sondern täuschen über eigene Versäumnisse hinweg.

Politiker (egal, welcher Couleur) lügen oft deshalb, weil sie die Wahrheit für unzumutbar erachten oder weil kein Politiker seine Fehlbarkeit eingestehen möchte. Der tägliche Konsum an Nachrichten erregt bei mir zuletzt immer öfter Übelkeit. Ich kann schlichtweg nicht so viel essen, wie ich bei den Begriffen Schuldenbremse und Reichensteuer raufkotzen möchte. Schauen wir uns doch diese zwei „Trend-Schlagwörter“ einmal näher an.

Schuldenbremse

Wikipedia versteht darunter eine

… konstitutionelle Selbstbindungen und zwischenstaatliche Vereinbarungen […], durch die Staaten ihren Regierungen und Parlamenten einerseits die Möglichkeit nehmen, im Übermaß Verschuldungen einzugehen sowie auch die Verpflichtung auferlegen, eventuell bestehende übermäßige Verschuldungen zurückzufahren.

Im Klartext: ein Verfassungsgesetz, das Grenzen der (Neu)verschuldung festlegt.

Haben wir so etwas nicht schon?
Antwort: Ja, die Maastricht-Kriterien. Diese sehen einen maximalen Schuldenstand von 60 Prozent und eine jährliche Nettoneuverschuldung von nicht mehr als drei Prozent des BIP vor.

Wozu also ein Gesetz, für etwas, wofür wir ohnehin schon Regeln haben?
Antwort: Keine Ahnung. Vielleicht will man damit Ratingagenturen beruhigen. Politiker könnten so auch der Bevölkerung zeigen, dass sie irgendetwas getan haben.

Wie lange wird die Schuldenbremse halten?
Antwort: So lange Rot und Schwarz dies wollen. Das US-Fiasko vom Sommer diesen Jahres wird es in Österreich nicht geben, weil es (wie es ausschaut) gar kein Verfassungsgesetz geben wird. Jede nachfolgende Regierung kann das Gesetz mit einfacher Mehrheit aufheben.

Wird die Schuldenbremse funktionieren?
Antwort: Mit Sicherheit nicht, es sei denn es gibt wirklichen Willen zum Sparen. Das würde bedeuten, dass man tabulos die Diskussion über (dringend nötige) Strukturreformen eröffnet oder zulässt. Echtes sparen würde auch bedeuten, dass alle Parteien auch bei ihrem eigenen Klientel kürzen müssten. Wer beides glaubt, wird selig.

Muss überhaupt gespart werden?
Antwort: Kranksparen bringt uns freilich genauso wenig weiter wie endloses Geld ausgeben und das weitere Anhäufen von Schulden. Aber dass der Staat ohne Einbußen beim Dienst am Bürger deutlich schlanker werden könnte, steht außer Zweifel.

Fassen wir zusammen:

  • Es gibt keine Notwendigkeit für eine Schuldenbremse, weil wir schon eine haben.
  • Eine Schuldenbremse ist das unausgesprochene Eingeständnis der Politik, eigene Regeln ständig gebrochen zu haben.
  • Wenn Ratingagenturen diese Schuldenbremse ohne weitere Strukturreformen abkaufen, sind sie völlig ahnungslos.

Reichensteuer

Es ist allzu leicht auf den Klassenfeind einzudreschen. Sogar aus Teilen der ÖVP heißt es populistisch: „Her mit dem Zaster! Her mit der Marie!“

Fakt ist: Der Faktor Arbeit (mitsamt Lohnnebenkosten) wird in Österreich so hoch belastet wie sonst nirgendwo auf der Welt und Österreich ist ob des weitgehenden Fehlens an Kapital- und Vermögenssteuern ein Mekka für (Super-)Reiche. Ebenso unbestritten dürfte sein, dass man ob des strengen Bankgeheimnisses als Steuersünder hier recht wenig zu befürchten hat. Wären nicht diverse Ermittlungen in anderen Causen am Laufen, wären die Geldtransfers von KHG, Meischi und Hochegger über Zypern und/oder Guernsey in geheime liechtensteinische Stiftungen ebenso entdeckt worden wie Herbert Scheibners vermeintliche Geldwäsche über die Vereinigten Arabischen Emirate. In allen Fällen gilt die Unschuldsvermutung.

Und wer mir weißmachen kann, dass ein paar Strizis die einzigen sind, die unversteuertes Geld in Stiftungen parken, der glaubt auch ans Christkind!

Fassen wir abermals zusammen:

  • Wieso hinterfragt nicht jemand, wem das strenge (und im Übrigen oft gerügte) Bankgeheimnis wirklich nützt? Den vielen kleinen Selbständigen oder der Billa-Kassierin sicher nicht.
  • Wieso kaufen wir nicht aktiv DVDs mit Daten von Steuersündern wie etwa Deutschland? Auch in Österreich wären solchermaßen beschaffte Beweise jederzeit in Finanzstrafverfahren verwendbar.
  • Wieso gibt’s so unsäglich komplizierte Steuergesetze in Österreich mit so unsäglich vielen Ausnahmen und Schlupflöchern, die ohnehin nur „den G’stopften“ vorbehalten sind?
  • Würden in Österreich alle ihre Steuern bezahlen, hätten wir kein Problem.

Wer sich mit diesen Fragen auseinandersetzt, weiß: Es braucht keine Reichensteuer, sondern nur ein effizientes Steuersystem, bei dem keiner auskommt.

Und warum ist die Politik so aufgeschreckt?
Antwort: Weil es ihnen erst jetzt schön langsam dämmert, dass sie das nächste Globalisierungsopfer ist. Entschieden wird längst nicht mehr am Ballhaus- oder Arnulfplatz. Entschieden wird längst schon in der Chefetage von Goldman Sachs oder in Brüssel, wo man bewusst die falschen Leute (schwache EU-Kommissare wie Baroso vs. starke Nationalstaaten wie DE oder FR) hingesetzt hat. Nur ist diese Wahrheit dem Bürger tatsächlich nicht verkaufbar.

10 heiße Tipps & Tricks für Spotify | Update

Updated: 4. März 2012

Es ist soweit: Spotify ist in Österreich und der Schweiz aufgeschlagen. Zum Start gibt’s eine offizielle Hallo-Austria-Hier-Spotify-Playlist (hier meine Hallo-Spotify-Hier-Georg-Playlist).

Der Musikstreaming-Dienst gilt als der heißeste im Web. Auf der Website der Kleinen Zeitung gibt’s das Launch-Interview, das ich mit Europachef Jonathan Forster führen durfte.

Was ist Spotify?

Wie bei allen Streaming-Dienste müssen Songs nicht erst heruntergeladen, damit man sie abspielen kann. Unmittelbar nach dem Drücken des Play-Knopfs startet die Wiedergabe. Spotify hat rund 15 Millionen Titel in seinem Katalog. Diese werden über die Suchfunktion gefunden und in Abspiellisten (Playlists) organisiert.

Bei Revision3 entstand zum US-Start ein gutes Tutorial-Video:

Die Benutzung von Spotify ist in der Grundversion kostenlos, gegen ein Entgelt gibt es weitere Funktionen.

Spotify Premium

Spotify Unlimited

Spotify Free

Monatlicher Preis9,99 Euro4,99 EuroGratis
Suchen und Abspielen von MusikOKOKOK
Soziale FunktionenOKOKOK
Nutzung im AuslandOKOK14 Tage
Radio-ModusOKOK
AnzeigenfreiOKOK
Mobile NutzungOK
Offline-NutzungOK
Exklusive TracksOK
Nutzung auf der StereoanlageOK

Die Nutzung des kostenlosen „Free-Accounts“ ist auf zehn Stunden pro Monat limitiert (ca. 200 Songs). Zudem gibt es noch eine Einschränkung hinsichtlich der Abspielhäufigkeit: Songs können in der Gratisversion nur fünf Mal abgespielt werden. Aber zum Testen des Angebots und für geringen Musikkonsum am Computer sollte das reichen.

Was macht Spotify besser als andere Dienste?

Mit diesen drei Merkmalen setzt sich Spotify meilenweit vor die Konkurrenz wie Napster, Simfy oder auch Groovshark.

10 Tipps & Tricks: Mehr mit Spotify machen

Plattform ist sehr offen und daher kann man auch weit mehr rausholen als etwa aus Simfy. Es gibt jede Menge Tricks, wie man mehr mit Spotify machen kann.

10. Musik teilen und Freunden zugänglich machen

Der Erweiterungsmöglichkeit von Spotify liegt ein Prinzip zugrunde: Alle Elemente – seien es nun Songs, Abspiellisten oder selbst Freunde – sind referenzierbar. Man kann einen Link auf all diese Elemente erstellen, in dem man mit der rechten Maustaste darauf klickt.

Ein HTTP-Link öffnet das jeweilige Element im Browser, wodurch es auch für Nicht-Spotify-Nutzer anzusehen ist. Beispiel: 2raumwohnung – Wir trafen uns in einem Garten
Klickt man in Skype oder im Browser auf eine Spotify-Url, wird automatisch das Windows- oder Mac-Programm geöffnet. Beispiel: 2raumwohnung – Wir trafen uns in einem Garten

Wie ist das hilfreich? Songs oder Abspiellisten kann so per Email an Freunde weiterschicken, die allerdings auch einen Spotify-Account besitzen müssen. Man kann solche HTTP-Links auch auf Facebook oder Twitter teilen bzw. diese in Webartikeln verlinken. Zum Teilen wählt man allerdings besser gleich den oben gezeigten Menüpunkt „Teilen mit…“.

Es gibt eine Reihe von Webangeboten, die sich dieses Link-Prinzip zu Nutze machen, um bei der Entdeckung neuer Künstler behilflich zu sein. Stellvertretend für viele Dienste seien hier fünf erwähnt, die sich auf Spotify-Playlists spezialisiert haben:

Dort kann man nicht nur fremde Playlisten entdecken, sondern auch bewerten oder eigene teilen.

9. Freunde suchen

Spotify selbst bietet eine weitere Möglichkeit, Musik mit Freunden zu teilen. Dies ist bestimmt die bessere Variante als das Teilen via Facebook oder Twitter, da dort nicht alle Freunde Spotify nutzen und ein Account die Voraussetzung für das Abspielen ist. Wer ohne Account auf einen solchen Link klickt, ärgert sich vielleicht nur.

Freundschaften bei Spotify knüpft man beispielsweise durch das Verbinden des Dienstes mit Facebook. Die Option dazu wird gleich beim Start des Programms prominent angezeigt. Achtung! Wenn man Spotify mit Facebook verbindet, werden dort (im so genannten Ticker) alle Songs angezeigt, die man so hört. Das ist zwar nicht schlimm, aber man kann dies auch abdrehen – etwa, wenn man Zweifel am eigenen Musikgeschmack (Stichwort: Britney Spears oder Justin Bieber) hat.

Dazu klickt man unten auf das Feld „Public“ oder „Öffentlich“ und wählt „Custom“ oder „Benutzerdefiniert“ aus. Dort kann man festlegen, dass man diese Einträge nur selbst sieht. Nachträglich kann man dies unter Facebook unter den Privatsphäre-Einstellungen ändern, indem man auf „Anwendungen und Webseiten“ klickt und danach Spotify auswählt.

Hat man Spotify-Freunde gemacht, kann man in der Folge Songs und auch Playlists ganz einfach teilen: Man packt sie mit der Maus an und zieht sie auf den jeweiligen Freund.

Danach geht ein kleines Fenster auf, wo man einen kurzen Begleittext hinzufügen kann.

8. Tastatur überholt Maus

Oft  ist man schneller, wenn man die Hände nicht von der Tastatur nehmen muss. Hier die wichtigsten Shortcuts für die Spotify-App:

Funktion

Windows

Mac

Neue Abspielliste erstellenStrg-NCmd-N
Ausschneiden (Song aus einer Abspielliste löschen, um diesen in eine neue einzufügen)Strg-XCmd-X
Kopieren (Song aus einer Abspielliste in die andere kopieren und Link für das Web oder Email kopieren)Strg-CCmd-C
EinfügenStrg-VCmd-V
LöschenEntfBackspace
Alles markierenStrg-ACmd-A
Alle Markierungen aufhebenStrg-Shift-ACmd-Shift-A
Play/PauseLeertasteLeertaste
Nächster SongStrg-Pfeil nach rechtsStrg-Cmd-Pfeil nach rechts
Vorheriger SongStrg-Pfeil nach linksStrg-Cmd-Pfeil nach links
Lautsärke +Strg-Pfeil nach obenCmd-Pfeil nach oben
Lautsärke –Strg-Pfeil nach untenCmd-Pfeil nach unten
StummStrg-Shift-Pfeil nach untenCmd-Shift-Pfeil nach unten
Hilfe anzeigenF1Cmd-?
Ins Suchfeld springenStrg-LCmd-L
EinstellungenStrg-PCmd-,

7. Songtexte zum Mitsingen

Im Dezember stellte Spotify eine App-Plattform vor. Eine der Apps, die  innerhalb von Spotify laufen ist TuneWiki. Zu fast jedem Song werden hier Songtexte dargestellt, die mit dem Song mitscrollen.

6. Besser suchen und Ohrwürmer finden

In der Spotify-Anwendung kann man auch komplexer suchen als bloß einen Song oder einen Künstler.

Die Suchergebnisse lassen sich nach Künstler, Song, Erscheinungsdatum und weiteren Kriterien einschränken. Die genaue Syntax listet Spotify auf dieser Hilfe-Seite auf.

Weil das aber mühsam sein kann, gibt es SpotifySuperSearch. Die Website bietet eine komfortablere Suche, die Ergebnisse werden darunter als Link präsentiert. Klickt man darauf, öffnet sich die Spotify-Anwendung und stellt alle Treffer als Liste dar.

Eine weitere Suchmöglichkeit bietet die Firefox-Erweiterung Spotify Search. Mir ihr kann man markierten Text einfach zur Suche verwenden.

Eine weitere – noch genialere – Methode, um Musik zu finden, ist die Smartphone-App Shazam, die es für alle Plattformen (iOS, Android, Blackberry, Nokia, Windows Phone, Windows Mobile) kostenlos (und zur unlimitierten Nutzung für ein paar Euro) gibt.

Wer Shazam noch nicht kennt, sollte sich die App unbedingt anschauen! Die Idee ist ebenso simpel wie genial:

  1. Man hört einen Song im Radio oder im Pub.
  2. Man startet die Shazam App und hält sie zur Tonquelle.
  3. Nach etwa 15 Sekunden werden die Töne konvertiert und zu den Servern von Shazam geschickt.
  4. Als Ergebnis kommen Songtitel und Interpret zurück.

Shazam bietet daraufhin nicht nur Links zu YouTube oder in den iTunes Store an, sondern auch einen Link, um den gespielten Song in der Spotify-App zu öffnen (Anmerkung: Das sollte zum Start in Österreich oder kurz darauf auch hier möglich sein.).

Nach dem gleichen Schema funktioniert auch SoundHound, das ebenfalls eine Spotify-Integration bietet. Hier reicht es in manchen Fällen sogar, den Song ins Handy-Mikro zu summen.

5. Playlisten und Hitparaden im Abo

Abspiellisten ändern sich mit der Zeit – man fügt neue Titel hinzu, löscht andere wieder heraus. Wenn man eine Playlist eines Freundes nutzen will, werden auch spätere Änderungen berücksichtigt. Dazu stöbert man einfach in öffentlichen Playlisten von Freunden und klickt in der Folge auf den Button „Abonnieren“.

So bleiben Playlists immer „up to date“. Dieses Prinzip machen sich Websites wie topsify.com oder hotspotify.com zunutze. Dort werden ständig aktuelle Charts (UK, US, SE) als abonnierbare Playlists veröffentlicht. Ein Klick reicht, um immer am Laufenden zu bleiben und sich gleichzeitig nervende Radiowerbung zu sparen.

4. Spotify als Party-MTV

Kostenlose Musik gibt’s nicht nur als illegale Downloads, fast jeder Mainstreamsong findet sich auch auf YouTube. Zwar ist die Tonqualität oft alles andere als perfekt, aber für die Partybeschallung am Fernseher reicht das in den meisten Fällen.

Ein wahrlich genialer Dienst ist tubufy.com. Er erstellt aus einer Spotify-Playlist eine YouTube Playlist.

Dazu klickt man mit der rechten Maustaste auf eine Playlist der Wahl und wählt „Spotify-URL kopieren“. Auf der Website von Tubufy fügt man diese ein und klickt auf „Load videos!“. Alternativ kann man noch weitere Präferenzen wählen.

Ist die Playlist fertig, kann man durch Doppelklick auf das Video die Liste im Fullscreenmodus abarbeiten. Solchermaßen erstellte Playlisten lassen sich auch auf Facebook, Twitter und vielen anderen Diensten teilen.

Natürlich kann man auch auf YouTube Playlists erstellen, allerdings ist der Playlist-Editor bei weitem nicht so mächtig wie jener der Spotify-Anwendung. Der Vorteil dieser Methode: Es ist einfacher und geht schneller von der Hand.

3. Spotify im Party-Mode

Will man mit ein paar Freunden gemeinsam Musik hören, geht das am besten mit spartify.com. Die sehr spartanisch aussehende Website ermöglicht das Bearbeiten und Abspielen einer Playlist in Echtzeit. Alles, was man dazu braucht, sind Freunde und der ober der Suchbox angezeigte „Party Code“.

Alle „Partygäste“ können nun Songs suchen und diese durch Drücken von „+1“ in die Abspielliste hinzufügen. Gibt es keine Songs mehr, fügt Spartify automatisch ähnlich klingende Titel der „Queue“ hinzu.

2. Einstellungen am PC und Mobile

Auch wenn die Spotify-Anwendung sehr einfach zu bedienen ist, an ein paar Einstellungen sollte man denken.

Eine Facebook-Anbindung schadet nicht, um neue Musik zu entdecken oder zu sehen, was die Freunde so hören. Wer das automatische Teilen von Inhalten auf Facebook nicht will, kann dies in den Einstellungen unterbinden.

Auch eine Reihe weiterer Einstellungen dreht sich um das Thema Privatsphäre.
Übrigens: Entgegen den Gerüchten ist für Spotify kein Facebook-Account nötig! 
Update: In Österreich ist zur Registrierung ein Facebook-Account nötig. Dies war beim Start in den USA nötig, wurde dann jedoch fallen gelassen.

Am Handy interessant sind noch die Einstellungen für die Qualität des Streamings und der Downloads. Weil dabei – je nach Nutzung – auch größere Datenmengen zusammenkommen, empfiehlt sich die Synchronisierung im Wlan oder per USB-Anschluss.

Apropos Handy: Wer Spotify am Laptop mittels mobilem Internet betreibt, sollte einen Aspekt der Funktionsweise kennen: Der Dienste funktioniert auf Basis von Peer to Peer (P2P). Genauso wie Skype Gespräche nicht über eigene Server leitet, kommen auch bei Spotify nicht alle Songs aus der eigenen, zentralen Infrastruktur. Vielmehr kann ein Titel auch vom Computer eines anderen Spotify-Nutzers in der Nähe kommen. Und möglich ist auch, dass andere Nutzer die Musik von Ihnen bekommn. Daher gilt:

  1. Den Datenverbrauch im Auge behalten.
  2. Wenn man keine Musik hören will, sollte das Programm komplett geschlossen werden.

Auf Anfrage bei Spotify hieß es dazu:

Our smartphone clients do not do any P2P.
Regarding our desktop client, our desktop clients use P2P regardless of their connection, so if you connect your desktop/laptop computer with a 3G dongle or via your phone, that’ll do P2P traffic. However, Spotify has a carefully designed network protocol, so even with P2P, we’re very good to the network, and Spotify does not use very much data volume anyway.
There are also independent scientific papers published on this showing that we’re good to the network even when users are on excellent connections (fiber-to-the-home): bit.ly/sbuuD5.

1. Spotify auf der „alten“ Stereoanlage

Musik will man nicht nur am PC oder mit Smartphone-Ohrstöpseln anhören, sondern auch auf der Stereoanlage. Allerdings können nur ganz neue Stereoanlagen (und hier nicht alle) Musik drahtlos empfangen bzw. direkt mit Spotify zusammenarbeiten. Die gute Nachricht: Mit relativ wenig Geld kann man jede Stereoanlage vernetzen und so ins 21. Jahrhundert katapultieren.

Im Juni 2010 stellte Apple eine Technik vor, mit der sich Medieninhalte vom iPhone, iPod touch oder iPad bzw. PC oder Mac (via iTunes) auf anderen Geräten ausgeben lassen. Bei AirPlay bieten Audio-Apps einen speziellen Button an (siehe rechts), mit dessen Hilfe man das Ausgabegerät für einen Song oder eine Podcast-Episode auswählt. Zwar beherrschen mit Apples Segen immer mehr Audiogeräte diese Technik, doch die gute Stereoanlage bleibt außen vor. Doch es gibt Mittel und Wege, wie man auch andere, von Apple nicht autorisierte, Geräte bespielen kann.

Am einfachsten geht das mit der Stereoanlage, für die Apple mit AirPort Express (rund 100 Euro bei Amazon) selbst ein Zubehör anbietet. Die Wlan-Basisstation agiert auch als AirPlay-Empfänger und gibt Musik mittels Klinkenkabel an den AUX-Eingang (auch „Line-In“ genannt) der Stereoanlage weiter. Die Einrichtung ist einfach. Wichtig ist nur, dass man dem AirPort Express einen möglichst klaren Namen (z.B. Küchenradio, Stereoanlage Wohnzimmer) gibt, um ihn später leichter identifizieren zu können. Um die Musik vom iPhone anhören zu können, muss man allerdings stets auf AUX umschalten. Auf diese Art und Weise werden auch günstige Aktivboxen zur echten Konkurrenz für teure Audiosysteme wie jene von Sonos, die für eine Wohnung schnell mehr als 1000 Euro kosten. Nachteil: AirPort Express ist ein wahrer Stromschlucker.

Leider kann die Spotify-Anwendunge weder vom Mac noch vom PC aus Töne an AirPort-Geräte schicken. Bis dies in späteren Versionen möglicherweise folgt, lässt sich dieses Manko mit einem kleinen Programm namens Airfoil umgehen. Die 25 Dollar teure Software leitet den Audio-Datenstrom zu beliebigen AirPort-Empfängern in der Wohnung um.

Wer kein fan des Apple-Universums mit seinen proprietären Standards ist, findet diverse DLNA-Adapter wie etwa den DG H100 von HTC (100 Euro bei Amazon). Auch damit lässt sich eine Menge anstellen.

Noch ein paar weitere Kleinigkeiten

  • Kurz-Urls (etwa zum Twittern) erstellt man bei spo.tl
  • Eine ganze Menge Websites sind im Bilde, wenn Spotify neue Musik hinzufügt. Die Urls dafür gibt es u.a. in diesem Spotify Blogeintrag.
  • Um eine Spotify-Anwendung bequem vom Handy aus zu steuern gibt es einige Remote Apps für Smartphones.

Nicht nur Licht, auch Schatten

Nicht alle Künstler haben mit Spotify große Freude. Es gibt auch große Kritik daran, dass sie für Rechte bei Streaming-Diensten lausig entlohnt werden. Eine eindrucksvolle Grafik darüber gibt es bei informationisbeautiful.net.

Und der Facebook-Zwang ist auch nicht gut.

Medien: Transparenz ist die neue Objektivität

Medien fordern zu Recht von der Politik Transparenz und legen manchmal nicht einmal ihre Eigentumsverhältnisse offen. Wie weit die Transparenz bei manchen Medien gehen kann, beweist der Guardian ab jetzt.

Es war im Jänner 2000, als ich den Journalismus für mich entdeckte und im Wirtschaftsressort der Kleinen Zeitung anfing. Eine der ersten Dinge, die mir gesagt wurden: „Worüber in der Redaktion gesprochen wird, ist Geheimsache. Was morgen in der Zeitung steht, ist absolut vertraulich.“

An diesem Prinzip rütteln nicht nur die Online-Ausgaben der Zeitungen sowie Facebook oder Twitter heftig. Die Geheimniskrämerei wird sich ändern (müssen), Transparenz wird sogar bei den „Themen für morgen“ zum Alltag. Den Anfang machen der britische Guardian und die schwedische Zeitung Norran. Transparenz zum Selbstzweck bringt aber auch nichts. Warum machen das die beiden Zeitungen?

Erfahrung mit Transparenz in Schweden

Norran begann bereits 2009 damit, die tägliche Themenliste unmittelbar nach der Redaktionskonferenz mitsamt dem Sitzungsprotokoll online zu stellen. Tagsüber können sich Leser einbringen, die Themen im Chat diskutieren, Fragen dazu stellen und Tipps zur Recherche geben.

Für Norran-Chefredakteurin Anette Novak war das Experiment extrem erfolgreich: Man hätte so die Marke durch die Einbeziehung von Lesern stärken können. „Transparenz ist die neue Objektivität“, meinte sie im Juni in einem Interview mit dem Blog von Journalism.co.uk.

Montag startet der Guardian

Heute, Montag, öffnet der britische Guardian seine „Newslist“. In einem Versuch, ermöglicht der Guardian seinen Lesern – über die „Newslist“ und Twitter (Hashtag #OpenNews) – Kontakt zu den Journalisten, die an bestimmten Themen arbeiten. Anfangs sind die Ressorts Nationales, Internationales und Wirtschaft dabei. Exklusive Geschichten will auch der Guardian ebenso bis zum Druck geheim halten wie sensible Stories, die besonderen Schutz bedürfen.

Beim Guardian erhofft man sich Hilfe bei der Recherche sowie Ideen für Fragen bei Interviews. Es gäbe auch viele Experten, die ständig Berichte kritisieren würden. Nun könnten diese sich schon vorab einbringen.

Außerdem würde die Recherche solchermaßen selbst zur Nachricht werden. Die meistgeklickten Seiten wären beim Online-Guardian derzeit schon Liveblogs von Breaking-Events. Dabei  käme es nicht selten vor, dass in „brutaler Offenheit“ geschildert werde, was der bearbeitende Journalist noch nicht weiß oder ihn brennend interessieren würde.

Laut Dan Roberts vom Guardian sei die Recherche einer der interessantesten Teile der Arbeit des Journalisten und die sollte man nicht vor Lesern verstecken. Und in Zeiten, wo Journalisten ohnehin ein schlechtes Image hätten (Stichwort: Abhöraffäre von News of the World), sei Transparenz das beste Rezept zur Trendumkehr.

Transparenzprobleme

In Österreich ist das grundsätzlich auch nicht neu: Armin Wolf fragt seine Follower auf Twitter hin und wieder nach Fragen an seine Studiogäste. Allerdings ist Wolf damit die löblich Ausnahme unter den Austro-Journalisten. Die meisten würden soziale Medien und Netzwerke als reinen Broadcast-Kanal ohne jegliche Interaktion missverstehen. Wikis oder Etherpad sind leider für die meisten höchstens Fremdwörter.

Beim Guardian ist die Sache als temporärer Versuch angelegt. Sobald man bemerkt, zu viele Geheimnisse an Wettbewerber preiszugeben und bei Lesern auf taube Ohren zu stoßen, will man umgehend „die Stecker ziehen“. Man will auch genau darauf achten, dass Zwischenrufe von PR-Agenturen eine Geschichte nicht in die eine oder andere Richtung manipulieren können.

In Österreich kommen tausende weitere Probleme dazu: die Kommentartrolle auf den Zeitungs-Websites. Vielfach im Schlepptau politischer Parteien, kann man sich oft nur wundern, was durch sie so alles abgesondert wird. Da helfen auch Benimmregeln für respektvollen Umgang wie hier bei Narran vermutlich wenig.

Und dann gibt es noch (die mit Sicherheit auftauchenden) Drohungen alpenländischer Politiker, die mit dem Entzug von Regierungsinseraten versuchen werden, Geschichten aus dem Blatt hinaus- und hineinreklamieren würden.

iTV – das logische "Next Big Thing" von Apple

Auch nach dem Tod von Steve Jobs sieht die Apple-Produktpalette ganz passabel aus. Die enge Verbindung von Geräten und Diensten verspricht noch länger sprudelnde Gewinne. Doch mittel- und langfristig bracht es neue Wachstumspotenziale. Apples Aktienkurs preist nicht nur aktuelle Erfolge ein, sondern auch Erwartungen an ein prosperierendes Morgen. Und diese Erwartungen sind höher als bei anderen Firmen. Viele fragen sich daher: Was kommt als nächstes?

Eigene Fernsehgeräte sind das nächste Ziel in Cupertino. Die Apple-TV-Box, von Steve Jobs nur als „Hobby“ bezeichnet, bietet einen Vorgeschmack darauf. Der Markt für TV-Geräte weist enorme Parallelen mit dem von Handys anno 2007 auf.

  • Es gibt viele austauschbare Hersteller, die dazu noch über sinkende Margen klagen.
  • Kein Gerät macht es dem Nutzer ansatzweise einfach, alle Möglichkeiten auszunützen. Das Internet nutzt sich am besten TV-Gerät genauso kompliziert wie vor vier Jahren auf einem „Smartphone“ des Marktführers Nokia.
  • Die zahllosen Modelle in Elektromärkten sind so wenig differenzierbar wie damals Handys von Samsung oder SonyEricsson.
  • Bei Apps kocht jeder sein eigenes Süppchen, sodass es sich für Entwickler nicht lohnt. Für Fernseher gibt es jetzt gleich viele Betriebssysteme und Programmierumgebungen wie vor ein paar Jahren bei „Smartphones“.
  • Apple hat zudem die nötigen Inhalte bereits in der Hand: iTunes ist nicht nur ein Musikladen, sondern die weltgrößte Onlinevideothek. Und wer sagt, dass wir iPhone-Fotoalben nicht bald mehrheitlich am Fernseher ansehen werden?

Widersprüche bitte in die Kommentare …

Stay hungry, stay foolish.

Einer der größten Visionäre unserer Zeit ist nicht mehr. Steve Jobs starb 56-jährig – viel zu früh – an den Folgen seiner schweren Krankheit. Er wird nie mehr dazu raten können, „hungry and foolish“ zu bleiben.

Jobs sorgte dafür, dass Computer „persönlich“ wurden. Er wälzte ganze Branchen um, war am Erfolg von Desktop Publishing ebenso beteiligt wie bei der Revolution in der Musikbranche. Er baute eine der erfolgreichsten Firmen der Welt buchstäblich aus seiner Garage heraus auf. Sein Perfektionismus prägte nicht nur Apple und all seine Produkte, sondern setze Standards für alle.

Er glaubte daran, dass Technologie die Welt verbessern könnte. Und er tat dies.

Steve Jobs war der Johannes Gutenberg unserer Zeit.

Let's co-work!

Life sucks at Georg’s Schreibstube! Schon seit einiger Zeit denke ich an Veränderung. Ich muss raus! Es fehlt manchmal an Motivation und sehr oft an sozialem Kontakt. Zu Hause zu arbeiten hat zweifelsohne seinen Reiz – vor allem dann, wenn man hektische und laute Zeitungsredaktionen kennt. Aber es gibt eben auch die erwähnten Schattenseiten.

Georgs Schreibstube anno 2007

Es gibt noch eine kleine Unsicherheit, ob ich mich geografisch verändere. Sollte ich aber in Klagenfurt bleiben, muss ein CoWorking-Space her! Schon lange von der Idee begeistert, hat eine kleine Gruppe in meinem Freundeskreis bereits öfter darüber diskutiert.

Am Wochenende fand ein Start-Europe-Event in Kärnten statt, bei dem es ebenfalls um Gründung eines solchen CoWorking-Spaces ging. Ich versuche grad einen Draht zu dem Team zu finden, halte euch hier am Laufenden.

Freistehende Büroflächen in guter Lage und mit toller Infrastruktur gibt es in Klagenfurt massenweise. Als erstes fiel mir etwa das Telekom Center Mitte ein, das zu einem großen Teil leer stehen muss. Parkplätze gäbe es ausreichend, die Verkehrsanbindung ist ob des nahe gelegen Heiligengeistplatzes sehr gut und das Internet dürfte recht schnell sein 🙂

Frage: Wer wäre noch interessiert, wenn es tatsächlich so einen CoWorking-Space geben sollte? Antworten in die Kommentare oder an mich per Email.

[Update 1]
Ich habe das Team vom Wochenende ausfindig gemacht. Wir treffen uns am Mittwoch, 7. September, um 18:00 Uhr im Sunset neben dem Strandbad Klagenfurt. Wer will, ist herzlich eingeladen!

[Update 2]
Ein erster CoWorking-Space in Klagenfurt wird demnächst eröffnet: Der Hafen11 am Lendhafen dürfte aber – laut dem, was ich in Erfahrung bringen konnte – bereits ausgebucht sein. Im Oktober soll er an den Start gehen.

Hafen11: Foto von Steffka Feodorow

Der Korruptions-Oasen-Song

Die Liste der Korruptionsfälle und Skandale in Österreich wird länger und länger. Und weil sich vor kurzem  Billy Joels „We Didn’t Start the Fire“ bei mir als Ohrwurm festsetzte, kam ich auf die Idee: Man müsste genau diesen Song ummünzen.

Gesagt getan: Ein für alle bearbeitbares Google Doc wurde angelegt, ein paar Stichwörter hinzugefügt und die Idee per Twitter, Google+ und Facebook in die Welt geschickt.

Am Abend hab ich erfahren, dass schon etwas Anhörbares rausgekommen ist. Das Linzer LifeRadio (Facebook) hat das aufgegriffen und es noch am Nachmittag für eine Comedy-Nummer eingesungen:

Noch ist der Song aber noch nicht wirklich fertig. Wer will, kann sich das Google Doc  mal ansehen oder selbst daran arbeiten und Vorschläge für Strophen einbringen.

Und wer weiß … vielleicht kommt’s ja in die Charts 🙂

Danke an Michael Kraml (@michalaki), dass er die Sache als erster aufgegriffen hat.

Von Sümpfen und sauren Wiesen

Weil wir gerade von Korruption reden – hier noch etwas, das ich gerne teilen möchte:

Es ist dies ein Ausschnitt einer Rede von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger im August 1980 am Höhepunkt des AKH-Skandals.

5 Android-ToDos für Google

Am Donnerstag musste ich einfach zuschlagen: Ein Nexus S im Sonderangebot ohne Simlock und Vertrag für nur 242 Euro. Als Technik-Journalist sollte man schließlich immer Bescheid wissen, was sich tut und darf nicht auf einem Auge „iPhone-blind“ sein. Zudem ist mein altes Android-Handy (ein Motorola Milestone) nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit.

Vor kurzem teste ich hier ein LG-P990 mit dem Fazit, dass ich mir dieses nicht  kaufen werde. Beim Nexus S hat man – im Gegensatz zu den OEMs – die volle Google Experience. Es gibt keine Zwangsbehübschung des Betriebssystems. Sobald es Updates gibt, kommen die auf das aktuelle Google-Flaggschiff. Bei LG muss man ebenso wie bei Samsung, Motorola, HTC & Co. manchmal eine Ewigkeit warten.

Mein Android-Fazit jetzt: Super! Werde ich jetzt ganz wechseln und das iPhone 4 einmotten? Nein, aber viel fehlt nicht mehr. Das Entwicklungstempo bei Google und den App-Entwicklern ist hoch. Man kann förmlich zuschauen, wie Android und seine Apps immer besser werden.

Meine fünf ToDos an Google und Android-Entwickler

Android-Handys sind für mich noch kein iPhone-Ersatz. Es sind aber mittlerweile nur noch fünf Dinge, die Android braucht, um mich ganz zu bekommen.

1. Erweitertes Medien-Playback

Immer mehr Unterhaltungselektronik kommt mit Netzwerk- und Internetzugang. Damit lässt sich eine schier unendliche Vielfalt an Unterhaltung drahtlos im Heim verteilen. Apple hat dies mit AirPlay wirklich perfekt umgesetzt.

In allen Audio-Anwendungen (welche diese APIs unterstützen), kann man mit zwei Fingertippsern festlegen, wo der Audio-Datenstrom ausgegeben werden soll. Bei mir zu Hause wäre dies etwa die Sonos-Anlage. Auch bei aktiviertem Bluetooth gibt es eine durchgängige Benutzerführung für das Abspielen am Autoradio.

Es gibt zwar einzelne Anwendungen, die das beherrschen, aber generell fehlt so etwas Android komplett. Dabei hätte Google hier eine große Chance, weil es mit UPnP und DLNA offene Standards gibt, die eine Vielzahl von Geräteherstellern bereits jetzt nutzen. Wäre dies Teil der Android-APIs, können Entwickler mit überschaubarem Aufwand all ihre Apps schnell aktualisieren und einen echten Mehrwert bringen.

Diese Techniken könnte schon das im Herbst erscheinende Android 4.0 mitbringen. Und wie Google auf der I/O 2011 angekündigt hat, will man mit seinem mobilen Betriebssystem den Markt für Heimautomation kräftig aufrollen.

2. Docks

Es ist einfach mühsam, ein Handy dauernd an ein Kabel anstecken zu müssen. Beim iPhone benötigen das An- und Abstecken an ein Dock zwei Handgriffe – für Audio und zum Aufladen. Bei einem Android-Handy muss man das Gerät in die Hand nehmen und das USB-Kabel anstecken. Will man auch Musik abspielen, braucht man zwei weitere Handgriffe, um den Klinkenstecker in die Kopfhörerbuchse zu stecken.

Es gibt zwar für einige Geräte Docks (siehe rechts), doch liefern diese nur Strom und nehmen kein Audio-Signal vom Smartphone entgegen. Schade!

Google lässt den Endgeräteherstellern fast freie Hand beim Design ihrer Geräte. Aber ein paar kleine Vorgaben oder Empfehlungen würden absolut nicht schaden. So könnte man allen empfehlen, den Micro-USB-Stecker stets an die gleiche Stelle zu setzen. Das Ergebnis wäre eine Vielfalt an Zubehör, die es locker mit der Dominanz von Apple aufnehmen könnte.

3. Bessere Akku-Performance

Seit meinen ersten Gehversuchen mit Android (T-Mobile G1) hat sich beim Stromverbrauch enorm viel getan. Jede neue Version hat die Akkulebensdauer spürbar verlängert. Was am Anfang enttäuschend war, ist jetzt trotz immer mehr Apps erträglich geworden. Dennoch: Beim Stromverbrauch gibt es sicher noch weiter Potenzial für Verbesserungen.

Im „puren“ Android von Nexus S wird – wie bei den meisten Android-Handys ein Energie-Widget mitgeliefert, bei dem man einzelne Stromfresser schnell aus- und einschalten kann. Nutzt man das Rom von Cyanogenmod, gibt (wie etwa auch bei Samsung) ein Widget im Benachrichtigungsbereich.

Ein Wischer von oben nach unten reicht, um dazu zu kommen. Davon träumen auch alle iPhone-Nutzer, denn es ist recht umständlich, Bluetooth einzuschalten.

Cyanogenmod Energie Widget

Als nachinstallierbare Applikation ist so etwas derzeit leider nicht im Android Market zu finden. Google sollte das fix in alle Android-Versionen einbauen.

4. Aktualisierbarkeit

Selbst Apple kann sich etwas abschauen, wie sich Apps seit einiger Zeit auf Android-Handys automatisch aktualisieren lassen.

Beim Betriebssystem schaut es dagegen noch zappenduster aus: Wenn der Gerätehersteller nicht will, geht gar nichts. Und so gibt es nach wie vor noch Android-Geräte, die mit 1.x betrieben werden. Und selbst wenn man schon auf 2.2 ist, stehen die Chancen auf Aktualisierungen nicht gut.

Auch wenn Google daran prinzipiell etwas ändern will, ist das für den Käufer noch längst keine Garantie. Samsung, LG, HTC & Co. wollen schließlich eher neue Geräte verkaufen als alte zu aktualisieren.

Zum Glück gibt es eine unglaubliche Community, die Android auf alle weiter verbreiteten Geräte selbst portiert und nicht selten sogar bessere ROMs bereit stellt, als sie die Hersteller selbst anbieten. Allerdings ist das Rooten der Geräte wie das Flashen neuer Android-Varianten keineswegs trivial.

5. Kleinigkeiten

Und dann wären da noch ein paar Kleinigkeiten, die ich mir wünsche.

Instagram:
Ich liebe Instagram am iPhone! Mit einfachsten Mitteln hat es ein kleines Start-up geschafft, eine feine Foto-Community auf die Beine zu stellen. Die App ist super, die Filter so genial, dass sie aus schlechten Fotos echte Hinschauer machen. Der Grund, dass die Android-App auf sich warten lässt: Bei Instagram kommt man scheinbar ob des Ansturms beim Nachstecken der Server nicht mehr nach.

Emoji-Font:
Von iPhone zu iPhone kann man SMS-Mitteilungen und andere Nachrichten mit Hilfe von Emoji-Symbolen schreiben. Gleich mehrere kostenlose Apps schalten eine weitere Tastatur frei und fertig! Angezeigt können diese Symbole auch ohne zusätzliche Installation werden.

Leider geht das unter Android nicht bzw. höchstens mit Krücken. Die eine App (Emoji Codec free) installiert zwar eine Tastatur, beim Lesen empfangener Texte stößt man ob vieler Vierecke schnell an die Grenzen. Eine andere App (Emoji Font Updater) installiert zwar einen Font dafür, dieser ist allerdings nur schwarz-weiß und setzt zudem ein gerootetes Handy voraus.

Update:
Es gibt Emoji-Icons aber nur im WhatsApp Messenger – und da fehlt die unterste Reihe [!?#].

Design-Guide:
Manchmal hat man den Eindruck, als würde jeder Entwickler einfach drauflos programmieren – an einheitliches Design oder Bedienung denken längst nicht alle. Es müssen ja nicht gerade so strenge Style-Guides wie bei Apple sein, aber ein paar Vorgaben Empfehlungen könnte Google durchaus aussprechen.

Was ist eure ToDo-Liste für Google?

Links, sachdienliche Hinweise, Wünsche, Anregungen und Kritik an Android bitte in die Kommentare.