Podcasts – die Radio-Zukunft

Es ist ganz schön lange her, dass ich wieder einmal zum Bloggen kam. Einerseits liegt’s an xamoom, dem Startup, das mich seit April 2014 ganz schön beschäftigt hält. Andererseits bin ich immer mehr zum Konsum-Typen geworden. Ich konsumiere jede Menge Audio. Audio in Form von Hörbüchern und Podcasts oder auch „On Demand Audio“, denn darum geht’s bei Podcasts: Ich höre was ich will, wann ich will.

Radio? Kaum, und wenn nur Ö1 sowie ein wenig FM4 und auf der Straße hin und wieder Ö3. Auf keinen Fall jedoch höre ich den Stumpfsinn, den so manches Antennen-Privatradio in den Äther bläst. Während Live-Radio immer öfter ziemlich alt wirkt, sind Podcasts Anfang 2016 frischer denn je!

Die drei Gründe, warum ich Podcasts liebe?

  1. Wer – so wie ich – wenig Zeit hat, kann Sendungen abonnieren und bei Bedarf hören.
  2. Wer zu speziellen Themen am Laufenden bleiben will, findet speziell in der englischsprachigen Auswahl garantiert etwas.
  3. Und dann gibt’s da noch meine Lieblings-Kategorie namens „Serendipity“ – also glückliche Zufälle, nach denen man nie selbst suchen würde.

Mit Qualität in die Zukunft

Während Privatradios mit Spotify oder den Streaming-Diensten von Google wie Apple zu kämpfen haben, sind die öffentlich-rechtlichen Radiosender längst daraufgekommen, ihre hochwertig produzierten Inhalte zu recyclen. Die Auswahl an deutschsprachigen Sender-Podcasts ist enorm. Hier eine kleine Auswahl der Übersichtsseiten:

Geboten wird alles – von Kultur und Geschichte über Wissenschaft bis hin zu Nachrichten oder Sport.

Noch größer ist die Auswahl, wenn man in den englischen Sprachraum blickt. Alleine die BBC hat 488 (!) Podcasts im Angebot. Daneben gibt’s noch jede Menge Privatpersonen, die über online abonnierbares Audio ebenfalls eine Stimme bekommen.

Enormes Niveau von Privaten

Wer sich ein wenig durch die obigen Links klickt, könnte schnell zur Meinung kommen, dass sich nur die Öffentlich-Rechtlichen mit ihren Gebühren solch aufwendige Produktionen leisten könnten.

Weit gefehlt! Es ist ihre hohe Produktionsqualität, die so manchen US-Podcasts ein Publikum von mehreren Millionen Abonnenten beschert. Wie viel Aufwand in eine einzige Episode fließt, überraschte mich: Es sind oft Monate, die für einen Beitrag von 30 Minuten oder einer Stunde draufgehen, wie Alex Blumberg, CEO und Gründer von Gimlet Media erst unlängst in einem hörenswerten Beitrag verriet:

Wer Radio macht, sollte sich das unbedingt anhören!

Das Qualitätsniveau von Produktion und Storytelling der weltweiten Top 10 ist beeindruckend. Von Mediensterben ist keine Rede. Clevere Vermarktung, hohe Reichweiten und neue Vertriebswege (eigene Apps) sorgen für einen On-Demand-Audio-Boom in den USA. National Public Radio (NPR) wird heuer einen Spendenrekord einfahren, das Podcast-Startup Gimlet Media kam eben mit einer respektablen Bewertung von 30 Millionen Dollar durch seine Serie-A-Finanzierungsrunde. Und mit Netzwerken wie 5by5, Radiotopia, The Nerdistrainmaker.fm oder twit.tv entstehen ganz neue Medienriesen für oft gar nicht so kleine Nischen.

Kompromisslose Qualität und hoher journalistischer Ethos – das sind die Erfolgsrezepte dieser neuen Medienmacher und sie werden offenbar vom Markt honoriert.

Der einfachste Weg zum Hören

Apple hat sich mit iTunes schon ins Zug geworfen, als Podcasting noch ein ausschließliches Thema von Geeks und Nerds war. Das Verzeichnis ist umfassend und bequem, wenngleich iTunes nicht mein Fall ist.

Wie sehr On Demand Audio zuletzt an Fahrt aufgenommen hat, zeigen die Vorstöße von Google und Spotify. Beide Streaming-Riesen werden demnächst Podcasts in ihre Musikangebote integrieren. Das Podcast-Verzeichnis Stitcher wurde zuletzt von Deezer übernommen.

Trotz aller Anstrengungen von Google, Apple & Co. – meine erste Wahl zum Podcast-Hören ist die App Pocket Casts, die für iOS (3,99 Euro), Android (2,99 Euro) und Windows Phone (2,99 Euro) verfügbar ist. Selbst eine Web-Version (einmalig 9 US-$) gibt’s.

Pocket Casts für Android

Pocket Casts bietet neben einem übersichtlichen Player mit allen nötigen Features und einem umfassenden Verzeichnis auch die Synchronisation über mehrere Geräte und sogar Plattformen. Was man am iPad oder im Web-Player gehört wurde, wird einem am Android-Phone nicht mehr vorgeschlagen.

Einzig auf eine Verbindung mit meinem Sonos-System muss ich verzichten. Vorerst noch …

Pocket Casts Web-Player

Am Smartphone sind Podcasts mit Apps immer dabei, sie werden ohne extra Kosten im Wlan heruntergeladen und stehen somit auch als Bluetooth-Stream für Stereoanlagen oder das Autoradio bereit. Mühsames Anstecken und lästiges Kabel-Fummeln sind schon längst passé!

Meine Lieblings-Podcasts

Ich habe schon 2005 meine Hit-Liste veröffentlicht. Allerdings ändern sich Interessen und Geschmäcker mit der Zeit – erst Recht, wenn es so ein enormes Angebot gibt. Daher hier ein Update der Liste, deren Titel ihr in jedem Verzeichnis findet. Ohne diese Podcasts könnte ich nicht sein:

  • This American Life
  • NPR Planet Money
  • NDR Zeitgeschichte
  • Ö1: Betrifft Geschichte, Digital Leben, Wissen Aktuell
  • FM4 Science Busters
  • Stuff You Should Know
  • This Week in Google
  • Useful Science
  • WordPress Weekly
  • Triangulation
  • StartUp by Gimlet
  • Limetown

Frage: Was sind eure Lieblings-Podcasts?
Ich brauch immer wieder neues Hör-Futter und freue mich auf eure Kommentare!

Titelfoto: AdobeStock/lesnoj

Pressestunde-Neuauflage nach vier Jahren? [Voting]

Seit nunmehr über einem Jahr mache ich mir vermehrt Gedanken, was man online machen könnte/müsste/sollte. Erstaunlich, dass ich erst vorgestern daran gedacht habe, um wie viel einfacher Produktion und Distribution digitaler Inhalte (speziell Podcasts) in den letzten Jahren wurde.

Hintergrund ist der Pressestunde-Podcast – eine halb- bis dreiviertelstündige Zusammenfassung des Technik-Geschehens, die ich gemeinsam mit Gerald Reischl vor vier Jahren begonnen habe. Ein halbes Jahr haben wir durchgehalten, dann wurde das aus Zeitmangel (und auch ob vermeintlich zu geringem Erfolg) wieder eingestellt. Pro Episode gab es 500 bis 700 Downloads, die Spitze markierte die letzte Episode mit deutlich über 1000 Downloads.

Rückblickend betrachtet, waren das für damalige Verhältnisse eigentlich keine schlechten Zahlen. Dazwischen hat sich eine ganze Menge getan:

  • Publikum:
    Soziale Netzwerke wie Facebook und zum Teil auch Twitter sind massentauglich geworden. Inhalte lassen sich leichter teilen, selbst wenn etwas nicht aus einem Medienkonzern, kann es rascher eine größere Zuhörermenge erreichen als noch 2008.
  • Verbreitung:
    Zugegeben: Podcasting ist immer noch kein Thema für die breiten Massen. Aber Smartphones führten dazu, dass es heute deutlich mehr und bequemere Möglichkeiten gibt, Podcasts zu abonnieren und herunterzuladen. Mit Apps wie Downcast für iOS oder BeyondPod für Android (meine beiden Favoriten) ist es nicht einmal mehr nötig, das Gerät mit dem Mac oder PC zu verbinden. Dazu kommen Dienste wie TuneIn, die Podcast-Episoden als Radiobeiträge behandeln und einfach auf vernetzte Heimsysteme wie jene von Sonos, Autoradios und Smartphones bringen. Die Abhängigkeit von Apple schrumpft damit zusehends.
  • Mobilität:
    Bandbreiten und Tarifmodelle sind zwischenzeitlich auf ein Niveau gesunken, bei dem der regelmäßige Download von 100 – 500 Megabyte pro Woche egal ist. Und sogar Geralds DSL-Leitung sollte aus dem tiefen niederösterreichischen Natschbach mehr Bandbreite haben, damit es weniger Störungen gibt 🙂
  • Website:
    Wordpress als Basis wurde in den letzten Jahren nicht nur besser, auch das Ecosystem rundherum wucherte geradezu. Heute gibt es deutlich hübschere (Premium-)Themes (gratis oder für ein paar Euro), die in 1-2-3 implementiert sind und die Podcast-Plugins wurden besser. Das führte unter anderem dazu, dass die Usability für den Nutzer besser wurde.
  • Hosting:
    Mit SoundCloud gibt es eine Art YouTube für Audio, die das Hosting von Audiodateien besser macht. Gut, Traffic war bei dieser Abonnentenzahlen auch 2008 kein Problem. Aber die Fähigkeit, Audiofiles einfacher einbinden, teilen und an gewissen Stellen kommentieren zu können, ist ein großer Schritt nach vorne. Dazu kommt, dass nicht wenige Drittanwendungen (wie etwa Flipboard) SoundCloud-Streams anbieten können.
  • Tools:
    Die Werkzeuge zur Erstellung von Podcasts sind mit guten USB-Mikrofonen sowie einfacherer Software ein wenig besser geworden.
  • Teamwork:
    Die  Themenliste mussten wir vor vier Jahren noch mühsam als Word-Datei hin- und hermailen. Große Dateien mussten mittels FTP zwischen Kärnten und Niederösterreich hin- und hergeschupft werden. Heute geht das mit Dropbox, Google Docs & Co. viel einfacher.
  • Video, Live und Interaktion:
    An die Möglichkeiten, die Google+ mit Hangout bietet, wagten wir 2008  nicht einmal zu träumen.
  • Kickstarter-Funding:
    Klar könnte ich mir die 500 Euro für das SoundCloud-Premium auch selbst leisten. Ich überlege aber, ob man nicht einen Aufruf über Kickstarter machen könnte. Gibt’s überhaupt Interesse, das über Lippenbekenntnisse hinaus geht? Darf man sich als Journalist auf diese Weise überhaupt etwas „zusammenschnorren“?
    Mich interessiert das Kickstarter-Funding schon aus Eigeninteresse, weil ich es einmal ausprobieren möchte.
Nur eines blieb gleich: Geld wird man damit nie machen können. Aber darum ging es ohnehin nie.

Eure Meinung zählt!

Soll es eine Neuauflage (mit neuem Namen, ich hab schon eine Idee) geben? Wollt ihr eine Tech-Wochenzusammenfassung überhaupt oder hört ihr das alles ohnehin aus den USA?

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Ich für meinen Teil höre kaum deutschsprachige Technik-Podcasts, weil diese meist staubtrocken sind. Das soll sich ändern. Die Neuauflage wäre unterhaltsamer als die letzten Episoden der „Ur-Pressestunde“. Außerdem sollten künftig verstärkt Gäste eingeladen werden. Es gibt genug Geeks, Nerds, Technikjournalisten und Gründer von Start-ups, die enorm viel beizutragen haben.

Also: Wollt ihr’s? Welche inhaltlichen Vorschläge habt ihr? Wen müsste man zu so etwas als Gast unbedingt einladen? Ich bitte um eure Kommentare. Danke!

Windows 7 Theme: Curiousity Mars Rover

Ich bin ein großer Fan der Raumfahrt und nichts wäre cooler als ein Modell von einem der Mars-Rover. Curiousity, so der Name des nächsten Rovers, ist bereits am Weg zum roten Planeten. Am 6. August soll das Mars Science Laboratory landen und dort mit der Suche nach Spuren von Leben und Wasser beginnen.

Und wenn man schon kein Modell haben kann, dann sollte man es zumindest am Desktop öfter sehen können. Ich habe schon einmal ein Desktop-Themepack für Windows 7 (und vermutlich auch Windows Vista) gebastelt, hier der zweite Versuch mit 17 Nasa-Bildern von Curiousity. Mehr als die Hintergrundbilder, die nacheinander rotieren, gibt es leider nicht, für Icons und Sounds bin ich zu patschert 🙂

Installationshinweis:

  1. Hier herunterladen: Download 8,1 MB
  2. Download-Ordner aufsuchen
  3. Nach dem Ausführen öffnet sich automatisch die Systemeinstellung. Fertig!

Image Credit: NASA/JPL-Caltech
PS: Ich finde es großartig, dass es auf Inhalte der Nasa kein Copyright gibt!

10 Tipps & Tricks für Kindle und Sony Reader

2011 war der Kindle der meistverkaufte Artikel bei Amazon.de. Vielfach lag heuer ein Christ-Kindle oder ein anderer E-Reader unterm Weihnachtsbaum. Egal, ob Kindle oder Sony Reader – mit ihnen kann man weit mehr machen, als nur Bücher lesen. Auch wenn sie nicht so viel können wie in iPad, sind sie dennoch vollgepackt mit Funktionen, die das Lesen darauf einfacher und den Lesestoff vielfältiger machen. Die nachfolgenden Tipps beziehen sich zwar auf den Kindle, gelten aber in vielen Fällen auch für andere Reader.

ModellKindleKindle KeyboardKindle Keyboard 3G
Preis99 Euro119 Euro159 Euro
MP3/AudioOKOK
BrowserOKOKOK
WlanOKOKOK
3GOK
Display6 Zoll/15 cm E-Ink6 Zoll/15 cm E-Ink6 Zoll/15 cm E-Ink
Akkulaufzeit1 Monat2 Monate2 Monate
Speicherplatz1400 Bücher2 GB3500 Bücher4 GB3500 Bücher4 GB
Abmessungen114 x 165 x 8,6 mm190 x 123 x 8,5 mm190 x 123 x 8,5 mm
Gewicht170 g241 g247 g
MenüDeutsch, Englisch …EnglischEnglisch
BedienungCursorpadTastatur & CursorpadTastatur & Cursorpad

Das Lesen mit dem Kindle ist in Summe weit angenehmer als mit einem hintergrundbeleuchtetem LCD-Bildschirm. Allerdings gibt’s auch zwei Haken:

  • Es braucht Licht, nachts im Bett geht das nur mit Leseleuchte.
  • Typografisch gibt die elektronische Tinte nicht viel her. Deutlich zu sehen ist dies an den unterschiedlichen Wortabständen am Titelbild. Wer also auf die feine Typo eines Buchs steht, sollte beim Papier bleiben.

Spannend sind die E-Reader von Sony und Amazon, weil sie sich nicht nur mit Inhalten vom Hersteller befüllen lassen. Hieraus ergibt sich eine ganze Reihe von Tipps & Tricks.

Die aktualisierte Fassung dieser (teilweise schon steinalten) Tipps & Tricks gibt’s auf der Futurezone zu lesen.

10 heiße Tipps & Tricks für Spotify | Update

Updated: 4. März 2012

Es ist soweit: Spotify ist in Österreich und der Schweiz aufgeschlagen. Zum Start gibt’s eine offizielle Hallo-Austria-Hier-Spotify-Playlist (hier meine Hallo-Spotify-Hier-Georg-Playlist).

Der Musikstreaming-Dienst gilt als der heißeste im Web. Auf der Website der Kleinen Zeitung gibt’s das Launch-Interview, das ich mit Europachef Jonathan Forster führen durfte.

Was ist Spotify?

Wie bei allen Streaming-Dienste müssen Songs nicht erst heruntergeladen, damit man sie abspielen kann. Unmittelbar nach dem Drücken des Play-Knopfs startet die Wiedergabe. Spotify hat rund 15 Millionen Titel in seinem Katalog. Diese werden über die Suchfunktion gefunden und in Abspiellisten (Playlists) organisiert.

Bei Revision3 entstand zum US-Start ein gutes Tutorial-Video:

Die Benutzung von Spotify ist in der Grundversion kostenlos, gegen ein Entgelt gibt es weitere Funktionen.

Spotify Premium

Spotify Unlimited

Spotify Free

Monatlicher Preis9,99 Euro4,99 EuroGratis
Suchen und Abspielen von MusikOKOKOK
Soziale FunktionenOKOKOK
Nutzung im AuslandOKOK14 Tage
Radio-ModusOKOK
AnzeigenfreiOKOK
Mobile NutzungOK
Offline-NutzungOK
Exklusive TracksOK
Nutzung auf der StereoanlageOK

Die Nutzung des kostenlosen „Free-Accounts“ ist auf zehn Stunden pro Monat limitiert (ca. 200 Songs). Zudem gibt es noch eine Einschränkung hinsichtlich der Abspielhäufigkeit: Songs können in der Gratisversion nur fünf Mal abgespielt werden. Aber zum Testen des Angebots und für geringen Musikkonsum am Computer sollte das reichen.

Was macht Spotify besser als andere Dienste?

Mit diesen drei Merkmalen setzt sich Spotify meilenweit vor die Konkurrenz wie Napster, Simfy oder auch Groovshark.

10 Tipps & Tricks: Mehr mit Spotify machen

Plattform ist sehr offen und daher kann man auch weit mehr rausholen als etwa aus Simfy. Es gibt jede Menge Tricks, wie man mehr mit Spotify machen kann.

10. Musik teilen und Freunden zugänglich machen

Der Erweiterungsmöglichkeit von Spotify liegt ein Prinzip zugrunde: Alle Elemente – seien es nun Songs, Abspiellisten oder selbst Freunde – sind referenzierbar. Man kann einen Link auf all diese Elemente erstellen, in dem man mit der rechten Maustaste darauf klickt.

Ein HTTP-Link öffnet das jeweilige Element im Browser, wodurch es auch für Nicht-Spotify-Nutzer anzusehen ist. Beispiel: 2raumwohnung – Wir trafen uns in einem Garten
Klickt man in Skype oder im Browser auf eine Spotify-Url, wird automatisch das Windows- oder Mac-Programm geöffnet. Beispiel: 2raumwohnung – Wir trafen uns in einem Garten

Wie ist das hilfreich? Songs oder Abspiellisten kann so per Email an Freunde weiterschicken, die allerdings auch einen Spotify-Account besitzen müssen. Man kann solche HTTP-Links auch auf Facebook oder Twitter teilen bzw. diese in Webartikeln verlinken. Zum Teilen wählt man allerdings besser gleich den oben gezeigten Menüpunkt „Teilen mit…“.

Es gibt eine Reihe von Webangeboten, die sich dieses Link-Prinzip zu Nutze machen, um bei der Entdeckung neuer Künstler behilflich zu sein. Stellvertretend für viele Dienste seien hier fünf erwähnt, die sich auf Spotify-Playlists spezialisiert haben:

Dort kann man nicht nur fremde Playlisten entdecken, sondern auch bewerten oder eigene teilen.

9. Freunde suchen

Spotify selbst bietet eine weitere Möglichkeit, Musik mit Freunden zu teilen. Dies ist bestimmt die bessere Variante als das Teilen via Facebook oder Twitter, da dort nicht alle Freunde Spotify nutzen und ein Account die Voraussetzung für das Abspielen ist. Wer ohne Account auf einen solchen Link klickt, ärgert sich vielleicht nur.

Freundschaften bei Spotify knüpft man beispielsweise durch das Verbinden des Dienstes mit Facebook. Die Option dazu wird gleich beim Start des Programms prominent angezeigt. Achtung! Wenn man Spotify mit Facebook verbindet, werden dort (im so genannten Ticker) alle Songs angezeigt, die man so hört. Das ist zwar nicht schlimm, aber man kann dies auch abdrehen – etwa, wenn man Zweifel am eigenen Musikgeschmack (Stichwort: Britney Spears oder Justin Bieber) hat.

Dazu klickt man unten auf das Feld „Public“ oder „Öffentlich“ und wählt „Custom“ oder „Benutzerdefiniert“ aus. Dort kann man festlegen, dass man diese Einträge nur selbst sieht. Nachträglich kann man dies unter Facebook unter den Privatsphäre-Einstellungen ändern, indem man auf „Anwendungen und Webseiten“ klickt und danach Spotify auswählt.

Hat man Spotify-Freunde gemacht, kann man in der Folge Songs und auch Playlists ganz einfach teilen: Man packt sie mit der Maus an und zieht sie auf den jeweiligen Freund.

Danach geht ein kleines Fenster auf, wo man einen kurzen Begleittext hinzufügen kann.

8. Tastatur überholt Maus

Oft  ist man schneller, wenn man die Hände nicht von der Tastatur nehmen muss. Hier die wichtigsten Shortcuts für die Spotify-App:

Funktion

Windows

Mac

Neue Abspielliste erstellenStrg-NCmd-N
Ausschneiden (Song aus einer Abspielliste löschen, um diesen in eine neue einzufügen)Strg-XCmd-X
Kopieren (Song aus einer Abspielliste in die andere kopieren und Link für das Web oder Email kopieren)Strg-CCmd-C
EinfügenStrg-VCmd-V
LöschenEntfBackspace
Alles markierenStrg-ACmd-A
Alle Markierungen aufhebenStrg-Shift-ACmd-Shift-A
Play/PauseLeertasteLeertaste
Nächster SongStrg-Pfeil nach rechtsStrg-Cmd-Pfeil nach rechts
Vorheriger SongStrg-Pfeil nach linksStrg-Cmd-Pfeil nach links
Lautsärke +Strg-Pfeil nach obenCmd-Pfeil nach oben
Lautsärke –Strg-Pfeil nach untenCmd-Pfeil nach unten
StummStrg-Shift-Pfeil nach untenCmd-Shift-Pfeil nach unten
Hilfe anzeigenF1Cmd-?
Ins Suchfeld springenStrg-LCmd-L
EinstellungenStrg-PCmd-,

7. Songtexte zum Mitsingen

Im Dezember stellte Spotify eine App-Plattform vor. Eine der Apps, die  innerhalb von Spotify laufen ist TuneWiki. Zu fast jedem Song werden hier Songtexte dargestellt, die mit dem Song mitscrollen.

6. Besser suchen und Ohrwürmer finden

In der Spotify-Anwendung kann man auch komplexer suchen als bloß einen Song oder einen Künstler.

Die Suchergebnisse lassen sich nach Künstler, Song, Erscheinungsdatum und weiteren Kriterien einschränken. Die genaue Syntax listet Spotify auf dieser Hilfe-Seite auf.

Weil das aber mühsam sein kann, gibt es SpotifySuperSearch. Die Website bietet eine komfortablere Suche, die Ergebnisse werden darunter als Link präsentiert. Klickt man darauf, öffnet sich die Spotify-Anwendung und stellt alle Treffer als Liste dar.

Eine weitere Suchmöglichkeit bietet die Firefox-Erweiterung Spotify Search. Mir ihr kann man markierten Text einfach zur Suche verwenden.

Eine weitere – noch genialere – Methode, um Musik zu finden, ist die Smartphone-App Shazam, die es für alle Plattformen (iOS, Android, Blackberry, Nokia, Windows Phone, Windows Mobile) kostenlos (und zur unlimitierten Nutzung für ein paar Euro) gibt.

Wer Shazam noch nicht kennt, sollte sich die App unbedingt anschauen! Die Idee ist ebenso simpel wie genial:

  1. Man hört einen Song im Radio oder im Pub.
  2. Man startet die Shazam App und hält sie zur Tonquelle.
  3. Nach etwa 15 Sekunden werden die Töne konvertiert und zu den Servern von Shazam geschickt.
  4. Als Ergebnis kommen Songtitel und Interpret zurück.

Shazam bietet daraufhin nicht nur Links zu YouTube oder in den iTunes Store an, sondern auch einen Link, um den gespielten Song in der Spotify-App zu öffnen (Anmerkung: Das sollte zum Start in Österreich oder kurz darauf auch hier möglich sein.).

Nach dem gleichen Schema funktioniert auch SoundHound, das ebenfalls eine Spotify-Integration bietet. Hier reicht es in manchen Fällen sogar, den Song ins Handy-Mikro zu summen.

5. Playlisten und Hitparaden im Abo

Abspiellisten ändern sich mit der Zeit – man fügt neue Titel hinzu, löscht andere wieder heraus. Wenn man eine Playlist eines Freundes nutzen will, werden auch spätere Änderungen berücksichtigt. Dazu stöbert man einfach in öffentlichen Playlisten von Freunden und klickt in der Folge auf den Button „Abonnieren“.

So bleiben Playlists immer „up to date“. Dieses Prinzip machen sich Websites wie topsify.com oder hotspotify.com zunutze. Dort werden ständig aktuelle Charts (UK, US, SE) als abonnierbare Playlists veröffentlicht. Ein Klick reicht, um immer am Laufenden zu bleiben und sich gleichzeitig nervende Radiowerbung zu sparen.

4. Spotify als Party-MTV

Kostenlose Musik gibt’s nicht nur als illegale Downloads, fast jeder Mainstreamsong findet sich auch auf YouTube. Zwar ist die Tonqualität oft alles andere als perfekt, aber für die Partybeschallung am Fernseher reicht das in den meisten Fällen.

Ein wahrlich genialer Dienst ist tubufy.com. Er erstellt aus einer Spotify-Playlist eine YouTube Playlist.

Dazu klickt man mit der rechten Maustaste auf eine Playlist der Wahl und wählt „Spotify-URL kopieren“. Auf der Website von Tubufy fügt man diese ein und klickt auf „Load videos!“. Alternativ kann man noch weitere Präferenzen wählen.

Ist die Playlist fertig, kann man durch Doppelklick auf das Video die Liste im Fullscreenmodus abarbeiten. Solchermaßen erstellte Playlisten lassen sich auch auf Facebook, Twitter und vielen anderen Diensten teilen.

Natürlich kann man auch auf YouTube Playlists erstellen, allerdings ist der Playlist-Editor bei weitem nicht so mächtig wie jener der Spotify-Anwendung. Der Vorteil dieser Methode: Es ist einfacher und geht schneller von der Hand.

3. Spotify im Party-Mode

Will man mit ein paar Freunden gemeinsam Musik hören, geht das am besten mit spartify.com. Die sehr spartanisch aussehende Website ermöglicht das Bearbeiten und Abspielen einer Playlist in Echtzeit. Alles, was man dazu braucht, sind Freunde und der ober der Suchbox angezeigte „Party Code“.

Alle „Partygäste“ können nun Songs suchen und diese durch Drücken von „+1“ in die Abspielliste hinzufügen. Gibt es keine Songs mehr, fügt Spartify automatisch ähnlich klingende Titel der „Queue“ hinzu.

2. Einstellungen am PC und Mobile

Auch wenn die Spotify-Anwendung sehr einfach zu bedienen ist, an ein paar Einstellungen sollte man denken.

Eine Facebook-Anbindung schadet nicht, um neue Musik zu entdecken oder zu sehen, was die Freunde so hören. Wer das automatische Teilen von Inhalten auf Facebook nicht will, kann dies in den Einstellungen unterbinden.

Auch eine Reihe weiterer Einstellungen dreht sich um das Thema Privatsphäre.
Übrigens: Entgegen den Gerüchten ist für Spotify kein Facebook-Account nötig! 
Update: In Österreich ist zur Registrierung ein Facebook-Account nötig. Dies war beim Start in den USA nötig, wurde dann jedoch fallen gelassen.

Am Handy interessant sind noch die Einstellungen für die Qualität des Streamings und der Downloads. Weil dabei – je nach Nutzung – auch größere Datenmengen zusammenkommen, empfiehlt sich die Synchronisierung im Wlan oder per USB-Anschluss.

Apropos Handy: Wer Spotify am Laptop mittels mobilem Internet betreibt, sollte einen Aspekt der Funktionsweise kennen: Der Dienste funktioniert auf Basis von Peer to Peer (P2P). Genauso wie Skype Gespräche nicht über eigene Server leitet, kommen auch bei Spotify nicht alle Songs aus der eigenen, zentralen Infrastruktur. Vielmehr kann ein Titel auch vom Computer eines anderen Spotify-Nutzers in der Nähe kommen. Und möglich ist auch, dass andere Nutzer die Musik von Ihnen bekommn. Daher gilt:

  1. Den Datenverbrauch im Auge behalten.
  2. Wenn man keine Musik hören will, sollte das Programm komplett geschlossen werden.

Auf Anfrage bei Spotify hieß es dazu:

Our smartphone clients do not do any P2P.
Regarding our desktop client, our desktop clients use P2P regardless of their connection, so if you connect your desktop/laptop computer with a 3G dongle or via your phone, that’ll do P2P traffic. However, Spotify has a carefully designed network protocol, so even with P2P, we’re very good to the network, and Spotify does not use very much data volume anyway.
There are also independent scientific papers published on this showing that we’re good to the network even when users are on excellent connections (fiber-to-the-home): bit.ly/sbuuD5.

1. Spotify auf der „alten“ Stereoanlage

Musik will man nicht nur am PC oder mit Smartphone-Ohrstöpseln anhören, sondern auch auf der Stereoanlage. Allerdings können nur ganz neue Stereoanlagen (und hier nicht alle) Musik drahtlos empfangen bzw. direkt mit Spotify zusammenarbeiten. Die gute Nachricht: Mit relativ wenig Geld kann man jede Stereoanlage vernetzen und so ins 21. Jahrhundert katapultieren.

Im Juni 2010 stellte Apple eine Technik vor, mit der sich Medieninhalte vom iPhone, iPod touch oder iPad bzw. PC oder Mac (via iTunes) auf anderen Geräten ausgeben lassen. Bei AirPlay bieten Audio-Apps einen speziellen Button an (siehe rechts), mit dessen Hilfe man das Ausgabegerät für einen Song oder eine Podcast-Episode auswählt. Zwar beherrschen mit Apples Segen immer mehr Audiogeräte diese Technik, doch die gute Stereoanlage bleibt außen vor. Doch es gibt Mittel und Wege, wie man auch andere, von Apple nicht autorisierte, Geräte bespielen kann.

Am einfachsten geht das mit der Stereoanlage, für die Apple mit AirPort Express (rund 100 Euro bei Amazon) selbst ein Zubehör anbietet. Die Wlan-Basisstation agiert auch als AirPlay-Empfänger und gibt Musik mittels Klinkenkabel an den AUX-Eingang (auch „Line-In“ genannt) der Stereoanlage weiter. Die Einrichtung ist einfach. Wichtig ist nur, dass man dem AirPort Express einen möglichst klaren Namen (z.B. Küchenradio, Stereoanlage Wohnzimmer) gibt, um ihn später leichter identifizieren zu können. Um die Musik vom iPhone anhören zu können, muss man allerdings stets auf AUX umschalten. Auf diese Art und Weise werden auch günstige Aktivboxen zur echten Konkurrenz für teure Audiosysteme wie jene von Sonos, die für eine Wohnung schnell mehr als 1000 Euro kosten. Nachteil: AirPort Express ist ein wahrer Stromschlucker.

Leider kann die Spotify-Anwendunge weder vom Mac noch vom PC aus Töne an AirPort-Geräte schicken. Bis dies in späteren Versionen möglicherweise folgt, lässt sich dieses Manko mit einem kleinen Programm namens Airfoil umgehen. Die 25 Dollar teure Software leitet den Audio-Datenstrom zu beliebigen AirPort-Empfängern in der Wohnung um.

Wer kein fan des Apple-Universums mit seinen proprietären Standards ist, findet diverse DLNA-Adapter wie etwa den DG H100 von HTC (100 Euro bei Amazon). Auch damit lässt sich eine Menge anstellen.

Noch ein paar weitere Kleinigkeiten

  • Kurz-Urls (etwa zum Twittern) erstellt man bei spo.tl
  • Eine ganze Menge Websites sind im Bilde, wenn Spotify neue Musik hinzufügt. Die Urls dafür gibt es u.a. in diesem Spotify Blogeintrag.
  • Um eine Spotify-Anwendung bequem vom Handy aus zu steuern gibt es einige Remote Apps für Smartphones.

Nicht nur Licht, auch Schatten

Nicht alle Künstler haben mit Spotify große Freude. Es gibt auch große Kritik daran, dass sie für Rechte bei Streaming-Diensten lausig entlohnt werden. Eine eindrucksvolle Grafik darüber gibt es bei informationisbeautiful.net.

Und der Facebook-Zwang ist auch nicht gut.

Firesheep und was man dagegen tun kann

Sicherheit? Wer kümmert sich schon darum? Ich muss zugeben, dass mir das alles bislang auch immer recht mühsam erschien. Aber jetzt eben war ich wahrhaftig

GESCHOCKT!

Seit Monaten höre ich hin und wieder von Firesheep, einem der Buzzwords aller Security-Leute der letzten Zeit. Gekümmert hat es mich nicht wirklich … an Sicherheit denkt man leider viel zu selten. Auch ich!

Was mir gerade eben am CreateCamp gezeigt wurde, machte mir tatsächlich Angst.

Dass offene Wlans ein Problem sind, wusste ich schon lange. Dennoch hab ich mich regelmäßig in ein solches Netz eingebucht, um dem Roaming-Wucher zu umgehen.

Betroffen sich aber NICHT NUR offene Wlans – beispielsweise ohne WPA-Verschlüsslung. Dieses Problem besteht auch, wenn etwa mehrere Nutzer in einem abgesicherten Wlan das Internet nutzen.

Neu war für mich bis vor wenigen Minuten, wie einfach das ist: eine Firefox-Erweiterung namens Firesheep reicht aus, um alle offenen Sessions in einem öffentlichen Wlan zu sehen. Siehe Screehshot – klick für volle Auflösung.

Ein Klick reicht aus, um die Facebook-Seite von allen Anwesenden zu sehen, Bilder auf Flickr eines fremden Accounts zu posten oder einfach in irgendeinem Blog etwas diskreditierendes zu schreiben.

Ein Klick reicht! Keine besonderen Kenntnisse nötig! Georg ist schockiert! Bislang war dies freilich auch möglich – nur eben nicht so supersimpel.

Woran liegt’s?

Im Internet ist nichts verschlüsselt. Erst IPv6 bringt Verschlüsselungsmöglichkeiten von Haus aus mit. Und was im Kabel mit einer kleinen Klemme möglich ist, geht im Wlan eben immer – auch, wenn man nicht in Sichtweite ist. Man ist schlichtweg immer „nackert“, wenn man keine zusätzliche Verschlüsselung einführt.

Diese Verschlüsselung ist über https möglich, allerdings bieten derzeit noch längst nicht alle Sites diese Möglichkeit an. Mit dem ersten großen Aufschrei im letzten Jahr führten Google oder Twitter das im letzten Jahr für seine Dienste sukzessive ein. Facebook soll nun bald folgen und das als Standard anbieten.

Was kann man dagegen tun?

Erst einmal sollte man sich in ein offenes Wlan begeben und dort die Firesheep-Erweiterung für Firefox ausprobieren. Wer das gesehen hat, ist erstmal schockiert und denkt dann wohl rasch um.

Ist das Bewusstsein da, schreitet man zur Tat. Nur: Einfach ist es nicht, seinen gesamten IP-Verkehr sicher zu „tunneln“.

1. Immer mit https Verwenden!
Dienste wie Gmail bieten in den Einstellungen an, den http-Verkehr ständig zu verschlüsseln. Ein Hakerl reicht, um sicher zu sein!

Wird das nicht angeboten, lohnt es sich, nachzufragen oder sich öffentlich drüber zu beschweren. Nutzer haben mit Twitter und Facebook mächtige Sprachrohre.

Für Facebook gibt es hier eine kurze Anleitung:

Update: Ist noch nicht bei allen möglich. SSL bei Facebook wird erst langsam an alle Nutzer ausgerollt.

2. Immer abmelden!
Die Sessions laufen noch weiter, auch wenn man nicht mehr im Wlan eingebucht ist. Und zwar solange sie getimed sind oder bis man sich abmeldet. Daher: Immer von allen genutzten Sessions abmelden!

3. Internet-Verkehr tunneln!
VPN-Tunnel geben ebenfalls Sicherheit. Dabei wird der komplette Internet-Verkehr am Gerät gebündelt, verschlüsselt und erst an einem sicheren Punkt ins Internet übergeben.

Firmen bieten ihren Mitarbeitern VPNs an, die jedoch vielfach nur dann genutzt werden, wenn man in der Firma etwas machen muss – etwa, um über den Remotedesktop im Redaktionssystem zu arbeiten oder etwas aus dem CRM-System zu holen.

Wer das Glück hat, einen Account an einer Uni zu haben, sollte diesen auch außerhalb nutzen. Anleitungen dazu gibt es am jeweiligen ZID.

Es schadet sicher nicht, diese VPN-Netze auch fürs „normale Surfen“ zu nutzen.

Nachteil all dieser Lösungen: Die Verschlüsselung kostet Rechenleistung und macht die Internetnutzung langsamer. Aber besser langsamer als gefährlich.

Weiterer Nachteil: Auf vielen bis gar allen mobilen Endgeräten ist gar keine einfache Lösung für dieses Problem möglich.

Und wer ist Schuld dran?

Die Nachlässigkeit im großen Stil kann man wohl kaum dem Nutzer ankreiden. Wieso hier die Netzbetreiber, Geräte- und Softwarehersteller nicht schon längst aktiv geworden sind, ist mir ein Rätsel. Was habt ihr getan, liebe Leute von Microsoft, Apple, Cisco, Facebook, Flickr, Foursquare, Twitter oder Google? Was habt ihr getan?

Weder wurden die Nutzer gewarnt, noch wurde an der – dringend notwendigen – Überarbeitung von Standards gearbeitet! „What the fuck?“, möchte man sich dabei nur fragen.

Zehnmal mehr machen mit Evernote

Ich habe mitunter viele Geistesblitze, die ich mir immer aufschreiben muss, damit ich sie nicht gleich vergesse. Seit einiger Zeit nutze ich ein Art „virtuelles Gedächtnis“. Jahrelang nutzte ich deshalb Microsoft OneNote. Doch die Office-Anwendung hat einen Nachteil: Sie war bis vor kurzem auf Windows-Desktops beschränkt. Mittlerweile gibt es auch eine App für Windows Phone 7 sowie eine Web-App.

Weil ich aber Windows PCs wie Macs gleichermaßen nutze, ein iPhone habe und nicht mit dem Internet Explorer surfe, war OneNote immer nur eine Lösung mit Krücken. Fündig bin ich vor gut einem Jahr bei Evernote (www.evernote.com) geworden. Leser der Kleinen Zeitung und der Tiroler Tageszeitung wissen, dass ich den Dienst bei jeder Gelegenheit empfehle. Warum? Es ist einfach nur GENIAL. Anmerkung: Ich bin nicht von Evernote bezahlt oder sonst in irgendeiner Weise verbunden.

Neben der exzellenten Website gibt es auch native Anwendungen für Windows, Macs (Link in den Mac AppStore) und alle wichtigen Handybetriebssysteme.

OneNoteEvernote
Native Windows-AppOKOK
Native Mac-App OK
WebOKOK
App für Windows Phone 7OK
App für Windows Mobile 6.xOKOK
App für iPhone/iPod touchOK
App für iPadOK
App für AndroidOK
App für BlackberryOK
App für PalmOSOK
Browser-ErweiterungenOK

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Neben der Plattform-Unabhängigkeit gibt es noch andere Gründe für Evernote:

  • Alles ist immer und überall in sync.
  • Man kann von allen Geräten aus neben Texten auch Fotos und Audionotizen (geht auch bei OneNote) in seine Notizbücher stellen.
  • Suche: Es gibt eine hervorragende Texterkennung, man kann sogar nach Text in Bildern suchen.
  • Dank offener APIs gibt es zahllose Erweiterungen und Drittanwendungen.

Preis:

Der Dienst ist wie die Programme kostenlos – allerdings nur bis zu einer gewissen Grenze. Doch nur die allerwenigsten Nutzer werden mehr als 60 MB pro Monat an Notizen reinstopfen. Ich nutze Evernote in letzter Zeit wirklich exzessiv und komme auf gerade einmal 20 MB – trotz einiger PDFs.

Rund zwei Prozent der Nutzer bezahlen den Premium-Zugang (rund 35 Euro pro Jahr), der mehr Speicher (1 GB pro Monat) bietet und die Suche in PDF-Dokumenten möglich macht, die man in die Notizbücher ziehen kann. Darüber hinaus kann man Notizbücher auch zur Bearbeitung mit anderen teilen. In der kostenlosen Version können andere nur lesen.

Ich bezahle den Premium-Zugang – allerdings ist es eher eine Art Spende für die geniale Arbeit des Start-ups.

Kurzer Rundgang durch Evernote:

Die WebApp sowie die Programme für Mac und PC sind allesamt sehr ähnlich aufgebaut:

  1. Liste der Notizbücher
  2. Notizzettel in einem Notizbuch, Liste der Suchergebnisse oder Trefferliste für Tags
  3. Listen von Schlagworten, gespeicherten Suchen etc.
  4. Inhaltsbereich mit WYSIWYG-Editor – auch Bilder lassen sich hier einbauen und anzeigen
  5. Metadaten- und Formatierungsleiste für die Notizen

10 Tipps & Tricks für Evernote

Notizen sind der Rohstoff für meine Arbeit. Auch all jene, die mit Information zu tun haben, sollten das so sehen. Mit Evernote kann jeder viel mehr als Notizen herausholen. Hier meine zehn besten Tipps & Tricks:

1. Sprachaufzeichnungen

Gerade, wenn man unterwegs ist, fällt einem das Tippen nicht immer leicht. Der Startbildschirm der mobilen Apps (linkes Bild) ist so gestaltet, dass man einfach nur auf das große Icon tapsen muss und schon kann man mit dem Diktat (rechter Screenshot) beginnen. Genial!

Evernote zeichnet in WAV auf und geht mit dem Speicherplatz sehr sparsam um. Eine knappe Stunde verständliches Audio belegt gerade einmal vier Megabyte.

Anwendungen hierfür wären:

  • Die schnelle Notiz beim Autofahren. Ich weiß: das sollte man nicht machen. So ist es aber immer noch besser als einen Text zu tippen.
  • Interviews
  • Vorlesungen mitschneiden

2. Texterkennung in Fotos

Über die App oder am Desktop bzw. der Website lassen sich auch Bilder hochladen. Befindet sich darin Text, wird dieser per OCR automatisch erkannt. Bislang habe ich damit nur gute Erfahrungen gemacht, es klappt alles zuverlässig. Manchmal kann es jedoch ein paar Minuten dauern, bis die Zeichenerkennung drüber gegangen ist.

Anwendungen hierfür wären:

  • Gescannte Unterlagen aller Art
  • Schilder aller Art
  • Erinnerung an die gute Weinflasche bei der Party

3. Orte für Notizen

So manche Notiz ist leichter zu finden, wenn man weiß, wo man sie begonnen hat. Evernote ergänzt die Notizen – so man dies will – um die aktuelle Position. Auf Smartphones wird dafür das GPS genutzt, am Desktop lässt sich die Position manuell hinzufügen.

Anwendungen hierfür wären:

  • Konferenz-Notizen kann man so leichter nachvollziehen.
  • Wohnungs-Besichtigungen: Wo war die Wohnung noch einmal, wo man Fotos und Notizen gemacht hat?
  • Urlaubserinnerungen und -notizen sind gleich einem Ort zuzuordnen.

4. Hilfreiche Webschnipsel

Während OneNote nur den Internet Explorer unterstützt, gibt es bei Evernote Erweiterungen für jeden Browser. Bei der Installation wird das Plugin für den IE unter Windows und den Safari am Mac bereits eingerichtet. Erweiterungen für Firefox und Chrome gibt es zum Download. Wird ein Browser nicht unterstützt, kommt ein Javascript-Bookmarklet zum Einsatz.

Ein Klick auf die Symbolleiste reicht aus, um die Seite zu „bookmarken“. Will man nur einen Teil der Seite, kann man vorher den entsprechenden Abschnitt markieren und nur dieser wird übernommen.

Anwendungen hierfür wären:

  • Ausführliche Internet-Recherchen
  • Alternativen für Bookmarking-Dienste wie das von der Sperre bedrohte del.icio.us von Yahoo.

5. Mit der Power von Google

Was nützen Notizen, wenn man nicht danach suchen könnte. Zwar bietet Evernote von sich aus (in der App, am Handy und im Web) einen hervorragenden Suchdienst an. Allerdings ist einem oft gar nicht bewusst, welche Schätze sich im Notizbuch überhaupt befinden.

Die Browserplugins bieten eine so genannte „Parallelsuche“ an. Gibt man etwas in die Suchbox von Google ein, bekommt man auch Treffer aus dem Evernote-Notizbuch geliefert. Das bedeutet nicht, dass die Daten von Google indiziert werden. Das Browserplugin durchsucht gleichzeitig die Notizbücher am Evernote-Server und liefert nur eine Trefferzahl zurück. Ein Link führt dann zur Evernote Web-Anwendung, wo die betreffenden Notizen angezeigt werden.

Dazu sind ein paar Einstellungen nötig – vier Klicks um genau zu sein: Rechte Maustaste auf das Plugin-Icon » Optionen » Haken bei „Parallel Suche verwenden“ setzen » Sichern. Fertig!

Wer an einem Thema intensiv arbeitet, wird oft nach den gleichen Schlagwörtern suchen. Auch wer hin und wieder komplexere Abfragen macht, wird sich über die Speichermöglichkeit davon freuen.

Rechts neben der Suchbox befindet sich ein Dreieck. Klickt man auf dieses, öffnet sich die untenstehende Sucherweiterung. Mit einem Klick auf die Diskette wird die Suchfrage gespeichert und steht in der linken Spalte mit einem Mausklick immer bereit.

6. ToDo-Listen

Zugegeben: Am Anfang war ich skeptisch, als ich die ToDo-Listen erkundete. Auch wenn für ToDo-Listen im eigentlichen Sinne immer noch Spezialisten besser sind, gibt es dennoch Anwendungen dafür.

Am Ort, wo eine Checkbox hin soll, klickt man auf das Icon am rechten Rand der Formatierungsleiste. Alternativ kommt man auch mit Tastaturkürzeln zum Ziel: Strg+Shift+C beim Windows, cmd+Shift+T am Mac.

Welche Anwendungen wären damit möglich?

  • Einkaufslisten, die man abhaken kann
  • Packliste für den Urlaub. So weiß der bürokratische Urlauber stets, was er im Gepäck hat drinnen hat.
  • Checklisten für Veranstaltungen
  • „Normale“ ToDo-Listen – auch wenn es dafür bessere Lösungen gibt.

7. Gemeinsam statt einsam

Manchmal muss man gemeinsam an Notizen arbeiten. Wie bereits erwähnt: In der Gratis-Version kann man Notizbücher nur Read-Only anderen zugänglich machen. Beim Premium-Account ist auch ein Bearbeiten möglich.

Das Freigeben von Notizbüchern ist kinderleicht: Rechte Maustaste auf das Notizbuch » Eigenschaften » Optionen für Sharing und Zusammenarbeit anklicken.

Danach hat man zwei Möglichkeiten:

  1. Veröffentlichen (siehe Screenshot unten): Man wählt die Freigabe-Url aus und fügt eine Beschreibung hinzu. Fertig.
  2. Zusammenarbeit: Hier gibt man die E-Mail-Adresse des Kollegen ein, wählt die Freigabe art (nur ansehen oder ändern) aus und fügt eine Nachricht hinzu. Fertig!

Freigegebene Evernote-Notizbücher kann man auch der Allgemeinheit zugänglich machen. Hier könnte man das Wordpress-Plugin EverPress nutzen.

Anwendungen dafür:

  • Alle Arten der Zusammenarbeit an Texten. Als Alternative dazu (man spart sich den Premium-Account) bietet sich Google Docs an.
  • Reisetagebücher, die man bequem vom Handy aus oder in der App führen kann.

8. WordPress und Evernote

Als Blogger will ich meine Inhalte soweit wie möglich verbreiten. Praktisch finde ich daher die Möglichkeit, Webseiten als Clipping für Evernote automatisch bereit zu stellen. Auf dieser Website etwa gibt es links unter jedem Artikel ein kleines Evernote-Clip-Icon:

Klickt ein Evernote-Nutzer darauf, öffnet sich der Import-Dialog auch dann, wenn das Browserplugins nicht installiert ist. Mit einem weiteren Klick ist der Blogbeitrag im Notizbuch. Praktisch! Verantwortlich dafür ist hier hier das WordPress-Blugin WP Evernote Site Memory.

9. Von Twitter & E-Mail nach Evernote

Neben der direkten Art, Notizen einzugeben, gibt es noch zwei alternative Methoden.

Jeder Evernote-Nutzer bekommt eine @m.evernote.com-Mail-Adresse. Schickt man an diese eine Mail, kommen die Daten im Notizbuch an. Der Text im Betreff ist der Name der neuen Notiz, das @ bestimmt in welches Notizbuch es kommen soll und mit den Hashtags legt man die Schlagwörter (Tags) fest.

Achtung! Der E-Mail-Dienst streikt bei mir gerade (6.1.2011, 16:59 Uhr).

Notizen kann man auch per Twitter schicken oder weiterleiten:

  1. Man folgt dem Account @myEN
  2. Dieser folgt einem gleich zurück, was ein paar Minuten dauern kann
  3. Danach schickt man eine beliebige Direktnachricht – z.B.: „d myen hello“
  4. Als Antwort bekommt man einen Link, den man anklickt. Fertig!
  5. Fortan kann man Direktnachrichten an @myEN schicken und der Inhalt kommt in der Evernote-Inbox heraus.

10. Inbox als Standard-Notizbuch

Fügt man Inhalte in seine Notizensammlung (über Browser, E-Mail oder Twitter) hinzu, kommen alle neuen Einträge im Standardnotizbuch an. Idealerweise wählt man vorher eine Art Inbox, aus der man diese Info-Fetzen dann weiter verteilt.

Und so geht’s: Man legt ein neues Notizbuch an und wählt die Option „Als Standardnotizbuch verwenden“. Fertig!

Bonus-Tipp: Papierkorb und Versionierung

Zwei Funktionen dienen als Rettungsanker, wenn einmal etwas schief geht. Einerseits wäre da einmal der Papierkorb – erreichbar links unter den Notizbüchern. Hier kommt alles rein, was man löscht und bleibt dort so lange, bis man den Papierkorb leert.

Und es gibt eine Versionierung, man kann also immer wieder zurück zu einer alten Version der Notiz. Erreichbar ist dies über die „Notiz-Historie“.

What’s missing?

Eine rundum perfekte Sache? Fast. Ein paar Dinge gehen mir ab:

  • Passwortgeschützte Notizen, einfach zur Sicherheit.
    Update: Verschlüsselung wurde zwischenzeitlich eingeführt: Weitere Infos dazu in der Evernote Knowledgebase. Danke an Stephanie Messner für den Tipp.
  • Liste von Notizen, die man am meisten oder ganz selten angesehen hat. Das wäre eine große Hilfe beim Ausmisten, was bei Notizen von Zeit zu Zeit nötig ist.
  • Geo IP: Auch am Desktop oder Notebook wäre es fein, wenn man (so man das will) nicht manuell den Ort eingeben müsste.
  • Umwandlung von Sprachaufzeichnungen in Text
  • Tabellen im Text wären auch nett

Wer nutzt sonst noch Evernote? Zufrieden?