An meine Abgeordnete!

Allzu oft geben wir unsere Stimme ab und tun vier oder fünf Jahre gar nichts. Wieso eigentlich schreiben wir nicht öfters unseren Abgeordneten? Fast scheint es so, als würden bei diesen lediglich Lobbyisten milliardenschwerer Konzerne ein- und ausgehen. Wieso werden wir kleinen Bürger nicht selbst einmal zu Lobbyisten?

Hier mein Brief an Kärntens EU-Parlamentarierin, indem ich ihr Argumente gegen das Acta-Abkommen und für ein freies Internet übermittle. Die endgültige Abstimmung im EU-Parlament erfolgt erst im Mai oder Juni. Ein ablehnendes Votum würde das Handelsabkommen wohl noch kippen – und dafür gibt es gute Gründe.

Wer ebenso „seinem“ Abgeordneten schreiben will, findet hier übrigens eine Liste mitsamt Kontaktinformationen.

Sehr geehrte Frau Elisabeth Köstinger!
Sehr geehrte Frau Abgeordnete zum Europäischen Parlament!

Ich erlaube mir, diesen offenen Brief an Sie zu schreiben, um meine Ablehnung zum Acta-Abkommen (Anti-Counterfeit Trade Agreement) auszudrücken. Ich möchte damit in gewisser Weise auch Lobbying betreiben und Ihnen gute Gründe dafür nennen, warum man Acta einfach ablehnen muss.

Ich meine, dass nicht nur Lobbyisten großer (US-)Konzerne an Abgeordnete wie Sie herantreten, sondern auch besorgte Bürger (von denen Sie nicht zuletzt wiedergewählt werden wollen) Wort ergreifen sollen.

Acta ist ein zu tiefst undemokratisch zustande gekommenes Handelsabkommen, das (für Handelsabkommen eigentlich untypisch) zudem in strikter Geheimhaltung ausverhandelt wurde und dessen Inhalt in seiner vollen Tragweite noch niemandem wirklich zugänglich ist. Acta enthält viele vage oder (bewusst) schwammige Formulierungen, deren Sinn sich nur dem erschließt, der die dazugehörigen Verhandlungsprotokolle einsehen darf. Haben Sie diese sehen und studieren dürfen? Wenn nicht, möchte ich Sie bitten, dies vor der Abstimmung im Europäischen Parlament noch zu tun. Geben Sie Ihre Zustimmung nur, wenn Sie mit ruhigem Gewissen behaupten können, damit Europa und seinen Bürgern einen guten Dienst zu tun. Lehnen Sie Acta ab, wenn Sie meinen, lediglich Mickey Mouse und Hollywood zu einem Extra-Körberlgeld zu verhelfen!

Man muss an dieser Stelle dem kanadischen Rechtsprofessor Michael Geist danken, dass durch ihn das Abkommen öffentlich und das Europäische Parlament hellhörig wurde. Erst durch die Veröffentlichung eines Geist zugespielten Verhandlungsstands gab es eine globale Diskussion darüber. Auch wenn im Letztstand einige wenige Grauslichkeiten nicht mehr enthalten sind, ist das Dokument dennoch abzulehnen. Hier meine wichtigsten Kritikpunkte daran:

  • Umgehung demokratisch legitimierter Gremien:
    Nach wie vor wissen wir nicht, wie, in welchem Wortlaut und mit welchen Maßnahmen diese Materie zum Teil europäischen Rechtsbestands wird. Wissen Sie das? Sind hierzu nicht auch Erläuterungen und Protokolle nötig? Kennen Sie diese?
    Warum Acta im Geheimen (und nicht im Rahmen der dafür zuständigen WIPO, World Intellectual Property Organization) verhandelt werden musste, ist für viele Beobachter klar: Öffentlich ging es wohl nicht. Die von Rechteinhabern geforderten Maßnahmen zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche sind drastisch und verletzen Grundrechte wie jene auf Privatsphäre oder Meinungsfreiheit.
    Europa muss man zu Gute halten, dass hier zumindest ein demokratisch legitimiertes Gremium, nämlich Ihres, darüber abstimmen lässt. Hier gibt es womöglich noch Hoffnung, einzelne Abgeordnete vom blanken Irrsinn dieses Abkommens zu überzeugen. In den USA wird Präsident Barack Obama – trotz Widerstände aus dem Senat – Acta einzig mit seiner Unterschrift durchpeitschen.
  • Umfangreiche Überwachung:
    Acta sieht beispielsweise zur Überwachung von Urheberrechtsverstößen eine Förderung von Vertragsabschlüssen zwischen privaten Partnern vor. Hier sieht man deutlich, wie vage Acta ist. Was heißt das? Dies könnte bedeuten, dass sich Rechteinhaber mit Internetprovidern einigen (müssen), um Verstöße gegen das Urheberrecht erkennen und ahnden zu können. Was außer einer totalen Überwachung bedeutet dies? Wie soll ein Internetprovider erfahren, ob ein Nutzer einen illegalen Film aus dem Netz lädt, außer dass dieser den kompletten Internetverkehr all seiner Kunden überwacht? „Deep Packet Inspection“ nennt man dies im Fachjargon. Das Verfahren wird bereits in totalitären Regimen „erfolgreich“ gegen Andersdenkende eingesetzt. Kann es im Sinne Europas sein, unter dem Deckmantel von Urheberrechten die Errichtung einer globalen Überwachungs-Infrastruktur zu legitimieren oder gar zu fördern?
    Dass die EU-Kommission mangelnde Privatsphäre von Facebook-Nutzern beklagt, klingt da wie blanker Hohn.
  • Massen-Kriminalisierung und ihre Folgen:
    Solch drakonische Überwachungsmaßnahmen sollte es nach geltenden Rechtsgrundsätzen nur beim Verdacht auf schwere Verbrechen geben. Ist das Herunterladen eines Films für Sie so ein schweres Verbrechen? Jetzt vermutlich noch nicht, denn Acta sieht (bzw. sah in der letzten von mir angesehenen Fassung) vor, dass es Strafverschärfungen für Online-Piraterie geben sollte.
    Als Vorgriff auf Acta wurden in einigen Ländern so genannte „Three-Strikes-And-Out-Regelungen“ per Gesetz verankert (und soweit angefochten von Höchstgerichten wieder aufgehoben). Solche Gesetze sehen vor, dass Raubkopierern der Internetzugang für Jahre entzogen wird. Abgesehen davon, dass es im Wiederholungsfall auch andere Strafen gäbe – wie soll heute jemand ohne Internet leben und arbeiten können?

An Acta gäbe es noch weit mehr zu kritisieren und das Abkommen hat möglicherweise auch gute Seiten (etwa beim Vorgehen gegen Arzneimittel-Fälschungen – nicht bei Generika!). Ich muss zugeben, dass mein Wissen darüber nicht umfassend ist/sein kann. Ich würde mich freuen, wenn Sie diesbezüglich das Gespräch mit Ihrem Kollegen Christian Engström (MEP der schwedischen Piratenpartei) suchen würden, der Acta mit einer Reihe guter Argumente sehr ablehnend gegenüber steht. Wenn Ihnen die Ansichten der Piratenpartei in diesem Thema zu fremd sind, sprechen Sie vielleicht mit Organisationen wie Reporter ohne Grenzen, die sich weltweit für Presse- und Meinungsfreiheit einsetzen. Auch dort werden Sie wenig Gutes über und viel Besorgnis ob Acta erfahren.

Eine Woche bevor Acta von 22 Gesandten europäischer Staaten unterzeichnet wurde, gelang mit der Operation gegen Megaupload ein großer Schlag gegen das organisierte Raubkopieren. Dies beweist, dass bereits geltende Gesetze ausreichen, um dem Problem Herr zu werden. Der Fall zeigt auch ganz klar, dass die grenzüberschreitende Strafverfolgung (Neuseeland, USA, Hongkong) hinweg möglich ist. Wozu also weitere Einschnitte in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Einschränkungen der Freiheit im Netz? Haben wir davon seit 9/11 nicht bereits genug?

Dass diese meist nur wenig wirksam sind, möchte ich Ihnen anhand der Vorratsdatenspeicherung kurz demonstrieren. Die Speicherung von Verbindungsdaten (Wer ruft wen und wo an? Wer schickt wem ein E-Mail? etc.) wurde geschaffen, um Terroranschläge verhindern zu können. Während davon jeder Normalbürger betroffen ist, finden jene, die dies wollen, immer einen Weg herum. Es ist das Wesen des Internets, dass man auch in der EU einen Mail-Server in Somalia nutzen kann. Wer noch dazu ein (ausländisches) Prepaid-Handy im Roaming hierzulande benutzt, kann terroristische Umtrieben aller Art nachgehen, ohne dass die Vorratsdatenspeicherung jemals helfen könnte.

Ein Plädoyer für ein freies Internet

Alle Bürgerinnen und Bürger Europas werden früher oder später massiv von Acta und möglichen Folgemaßnahmen betroffen sein. Leider sind es wieder nur wenige, die sich dagegen äußern und für ein offenes und freies Internet Partei ergreifen. Sagen wir es wie’s ist: Die meisten erwarten sich vom Internet bloß, dass Facebook und Amazon funktionieren. Viele verstehen nicht, welches enorme Potenzial für gerecht verteilten Wohlstand oder mehr Bildung in offenen Netzen steckt.

Ich hoffe, Sie erkennen die gewaltigen Chancen, die erst zu einem kleinen Teil ausgeschöpft sind. Das Internet ist eben nicht nur ein Ort, wo illegale Machenschaften stattfinden und Filme getauscht werden. Das Internet ist der Ort, wo Zukunft gemacht wird. Auch unsere Kinder und Kindeskinder sollen Unternehmen gründen, gleiche Chancen wie Google oder Facebook vorfinden und große Ideen in die Tat umsetzen können.

Offene Netze fördern

Die Europäische Union förderte seit Jahrzehnten den Ausbau von Verkehrsinfrastruktur zwischen ihren Mitgliedsländern (Transeuropäische Netze – TEN). Wo es Wege für Menschen und Güter gibt, findet zwangsläufig mehr Völkerverständigung statt. Dort wird Wohlstand geschaffen und gefestigt. Die EU hat eine lange Tradition darin, Grenzen abzureißen. Warum soll nun eine Überwachtungs-Infrastruktur in Position gebracht werden, die ein zentrales Netz der Zukunft der Zensur unterwerfen könnte? Autobahnen werden auch nicht überwacht, weil Räuber sie zum Transport ihrer Beute nutzen (könnten).

Es gibt zwar kleinere Programme, aber im Moment vermisse ich groß angelegte Initiativen, um das Potenzial offener Netze (im Sinne des Internets) für Europas Bürger zu heben. Ein perfektes Beispiel dafür ist für mich eine Regelung im Bereich des Mobilfunks aus dem Jahr 1998. Die „3G Patent Platform Partnership“ ging nicht nur auf eine EU-Richtlinie zurück, sondern sorgte (bis zum iPhone 2007) für die Vormachtstellung Europas im Mobilfunk. Patente für die dritte Mobilfunkgeneration (UMTS) müssten, so die simple Vorgabe, von ihren Inhabern zu fairen und vernünftigen Bedingungen sowie nicht diskriminierend auch an Wettbewerber lizenziert werden.

So einfach kann eine Regelung sein, die Europas Bürgern und der Wirtschaft enorm geholfen hat. Anstatt alle Energie in mehr Überwachung zu stecken, sollte man über ähnliche Maßnahmen beraten, die in die Zukunft weisen.

Maßnahmen gegen Urheberrechtsverstöße

Eine Idee gegen die Piraterie hätte ich auch: eine Vereinheitlichung der Rechteverwertungs-Gesellschaften. Ja, ich halte Urheberrechte für wichtig, schließlich verdiene ich mein Geld mit Inhalten, die abgedruckt oder elektronisch publiziert werden. Und nein: Es ist nicht hinzunehmen, dass die Rechte von Kreativen, Musikern, Schauspielern oder Autoren völlig ignoriert werden.

Kennen Sie Spotify? Der schwedische Musikdienst ist mittlerweile ein globaler Erfolg, weil er Konsumenten günstig ein sehr attraktives Angebot macht: Für 4,99 Euro pro Monat kann man so viel Musik hören, wie man will. Für 9,99 Euro kann man seine Lieblingssongs auch unterwegs am Handy oder iPod genießen. Selbst der Dachverband der Musiklabels, die IFPI (International Federation of the Phonographic Industry), erkannte, dass man durch solche Angebote die Piraterie effektiv eindämmen kann. Derzeit ist Spotify wegen der komplizierten Rechtslage nur in einigen wenigen EU-Ländern nutzbar.

Das Problem dabei: Unternehmen, die Dienste wie Spotify in Europa anbieten wollen, werden unglaubliche Schranken in den Weg gestellt. In 27 Ländern gibt es jeweils 27 Verwertungsgesellschaften für alle denkbaren Medienformen (Film, Text, Musik etc.). Wer diesen Wildwuchs beseitigt sowie für faire und einheitliche Lizenzierung von Inhalten sorgt, trägt mehr zur Lösung des Piraterieproblems bei als mit der Zustimmung zu Acta! Sehr viele Konsumenten sind bereit, für Inhalte zu bezahlen – man muss sie nur lassen.

Open Government

Einen weiteren Impuls für Wirtschaft und Demokratie könnte die umfassende Einführung von Informationsfreiheitsgesetzen bedeuten. In einigen Ländern Europas werden öffentliche Daten (unter Wahrung von Persönlichkeitsrechten einzelner) zur Verwendung aller bereitgestellt. So entstanden etwa im Vereinigten Königreich Tausende Anwendungen, die dem Bürger Auskunft über Orte hoher Unfallhäufigkeit geben oder das Abstimmungsverhalten seiner Abgeordneten transparent machen. Die Wertschöpfung (nicht nur für die lokale IT-Industrie) aus diesen Daten wird alleine in Großbritannien auf über sieben Milliarden Euro geschätzt.

Und wie schaut es in Österreich aus? Neben mir liegen mehrere KWF-Förderberichte der Jahre 2003 bis 2009. Sie wurden mir zugespielt und enthalten in Summe fast 400 Millionen Euro, die alleine in Kärnten an Wirtschaftsförderung ausbezahlt wurden. Warum ich sie nicht veröffentliche? Weil dies eigentlich das bestgehütete Geheimnis des Landes ist und ich Klagen fürchte. Meine letzte Zeit in Kärnten will ich nicht vor Gericht verbringen. In der Steiermark sind übrigens alle Wirtschaftsförderungen auf den Cent genau abrufbar.

Wie kann man auf der einen Seite dem Bürger immer mehr Überwachung auferlegen und auf der anderen Seite ihm nicht einmal sagen, wohin sein Steuergeld fließt? Eine andere Frage wäre weit besser: Wie kann ich das Internet nutzen, um Bürgern mehr Transparenz zu bieten? Darf man so etwas von Österreichs Politikern (auch Ihnen) in Zukunft vermehrt erwarten?

Zum Schluss

Es gäbe noch zahlreiche andere Dinge – von der Netzneutralität bis hin zum grundsätzlichen Infragestellen des Urheberrechts im digitalen Zeitalter -, die man in diesem Zusammenhang ansprechen müsste. Alleine fehlt mir im Moment die Zeit dafür. Ich hoffe dennoch, dass zumindest die Kritik an Acta auf fruchtbaren Boden fiel.

Lassen Sie es mich zu gegebener Zeit wissen, wie Sie abstimmen werden.

Beste Grüße
Georg Holzer

Mobilfunk: Hauptsache billig und perfekt!

Der große Glanz des Mobilfunks ist längst matt geworden. Telefonie und mobiles Internet wurden zum Commodity – vergleichbar mit einer Wasserleitung. Entweder sie funktioniert, oder sie funktioniert nicht. Wasser ist Wasser und Bits sind Bits. Mal kommt das eine mit höherem Druck aus der Leitung, mal das andere in geringerer Bandbreite über den Äther. Bits haben genauso keine Farbe wie der Strom kein Mascherl hat.

Daraus kann man schließen: Wer nicht gebunden ist, für den sind Mobilfunkbetreiber beliebig austauschbar.

Markenvorteile schwinden

Jahrelang galt in Österreich: A1 hat das beste Netz. Der heurige Test des deutschen Magazins Connect sieht jedoch den kleineren Betreiber 3 an der Spitze. Das Premium, das der „Innovationsführer“ bislang verlangen konnte, sollte somit dahin sein.

Vertragsfesseln für Kunden in alten und teuren Verträgen sind eine beliebte Methode, mehr aus ihnen rauszuholen. Ich staunte vor zwei Wochen nicht schlecht, als man in einem Handyshop erklärte:

„Wenn Sie eine Datenoption zum bestehenden Vertrag haben wollen, kostet das 10 Euro pro Monat für ein Gigabyte. Zusätzlich verpflichten Sie sich für 24 weitere Monate.“

Ein erstauntes „Wie bitte?“ wurde mit Achselzucken erwidert. Die betroffene Freundin wechselt nun den Anbieter. „Bonusprogramme“, die ihren Namen eigentlich nicht verdienen, und der Wucher beim Datenroaming tun ihr übriges, dass sich Kunden immer mehr vom einigen Mobilfunkern angewidert fühlen.

Billigst-Angebote ohne Bindung

Dazu kommt die aktuelle Preisschlacht am österreichischen Handymarkt, die seltsame Blüten  treibt. Sie belohnt Kunden, sich nicht zu binden und das Handy selbst mitzubringen. Den jüngsten Tiefpunkt markierte Orange im Weihnachtsgeschäft, jetzt folgte 3.

Orange
All in 15 SIM only
3
SuperSIM Comfort
Freiminuten 1.000 1.000
SMS 1.000 1.000
Datenvolumen 1 GB 1 GB
Danach Drosselung auf 64k Drosselung auf 64k
Taktung 60/60 60/60
Servicepauschale  19,90 Euro/Jahr  –
Anmeldung/Sim  49,90 Euro  10,00 Euro
Info www.orange.at www.drei.at
Preis  7,50 Euro/Monat   7,00 Euro/Monat 

Bei anderen Betreibern kommt man mitsamt bescheidener Handystützung auf 25 Euro pro Monat.

Wer also in Maßen telefoniert, auf teure MMS verzichtet, keine Mehrwertnummern anruft und nicht ins Ausland fährt, bezahlt nur sieben Euro im Monat. Dazu gibt es – anders als bei Diskontern wie Bob oder Yesss! – Kundendienst mit kostenloser Hotline. Das 3-Angebot lässt sogar meinen bisherigen BigBob alt aussehen: minus 45 Prozent oder ganze 70 Euro weniger im Jahr.

Wie kommt es überhaupt zu einem solchen Preis-Dumping?
Mobilfunker sind in hohem Maße Skaleneffekten ausgesetzt. Das sorgt für eine relativ simple Rechnung: Die „Produktion“ von 1000 Telefonminuten oder einem GB verursacht nur sehr geringe variable Kosten. Der Rest sind Fixkosten. Je größer ein Betreiber ist, umso besser geht es sich aus. 3 und Orange wollen offenbar sehr schnell wachsen.

Die Nummer wird egal

Für die erwähnte Austauschbarkeit sorgt auch, dass die Telefonnummer längst nicht mehr wichtig ist. Heutzutage wird sie ohnehin in aller Regel aus dem Kontaktverzeichnis gewählt, wo man sie gar nicht mehr zu Gesicht bekommt.

Zudem kann sie binnen Stunden von Betreiber A nach B mitgenommen werden. Wenn eine SMS-Nachricht an die Personen im Kontaktverzeichnis nicht reicht, dann erledigt das der Datenabgleich mit Facebook. Und zu guter Letzt aktiviert man bei der letzten Simkarte noch eine Rufweiterleitung für die restliche Vertragslaufzeit. Fertig!

Qualitätsmessung durch Crowdsourcing

Die Gesprächsqualität liegt heute weit mehr am Handy als am Netz und da lässt sich ohnehin kaum meckern. Wichtiger erscheint mir daher die Differenzierung hinsichtlich des Datenverkehrs.

Weil 3 schon wegen des Roam Like Home (Gratis-Roaming in Italien, Großbritannien, Irland, Schweden, Dänemark, Australien oder Hongkong) sympatisch ist und ein ganz passables Netz zu haben scheint, habe ich eine 3-Simkarte angeschafft. Der erste Speedtest war (im Vergleich zu meinem Festnetz-DSL) ganz passabel. Durchgeführt wurde er nacheinander mit der App am gleichen Handy – einem iPhone 4S.

Netz Zeitpunkt Standort Betreiber Ping in ms Download Upload
bob 21.01. 14:22 Ljubljana Si.mobil 49 5141 2527
3 21.01. 14:10 Ljubljana Si.mobil 99 4842 3083
bob 21.01. 14:21 Graz EDIS * 49 5769 3429
3 21.01. 14:08 Graz EDIS * 97 4931 2239
bob 21.01. 14:19 Wien 3 49 5649 2063
3 21.01. 14:12 Wien 3 109 4842 3077

* Tests wurden nicht korrekt beendet.

In meiner Wohnung hat also die Mobilkom mit bob klar die Nase vorne. Weil die Qualität von Mobilfunknetzen nach Standort und Uhrzeit stark variiert kann, lassen solche Test keine echten Schlüsse zu. Außerdem ist mir mobiles Internet zu Hause relativ egal, weil ich ohnehin ständig im Wlan hänge. Wie’s anderswo ist, werden die nächsten Wochen zeigen. Noch bin ich nicht fix gewechselt.

Weil selbst noch so genaue Tests immer eine Momentaufnahme sind, stellen kontinuierliche Tests wie jene der vielen Speedtest.net-Nutzer eine wertvolle Datenbasis dar. Wären sie öffentlich, könnten sie den objektivsten Aufschluss über die Qualität aller Mobilfunknetze geben.

Anmerkung: Ich finde es schade, dass Österreichs IT-Medien den Test der heimischen Mobilfunknetze ganz einem deutschen Magazin überlassen. Vielleicht sind solche Tests in Zukunft aber ohnehin nicht mehr nötig und eine kontinuierliche und noch objektivere Beobachtung möglich.

Man darf sich daher wünschen, dass OpenSignalsMap an Bedeutung gewinnt.

Damit werden Netze in Echtzeit von Nutzern getestet und die Ergebnisse anonymisiert online gestellt. Derzeit gibt es dazu lediglich eine Android-App, aber die Idee ist vielversprechend.

Update: Vielversprechend ist auch das Projekt openBmap.org – „a free and open map of wireless communicating objects“.

Windows 7 Theme: Curiousity Mars Rover

Ich bin ein großer Fan der Raumfahrt und nichts wäre cooler als ein Modell von einem der Mars-Rover. Curiousity, so der Name des nächsten Rovers, ist bereits am Weg zum roten Planeten. Am 6. August soll das Mars Science Laboratory landen und dort mit der Suche nach Spuren von Leben und Wasser beginnen.

Und wenn man schon kein Modell haben kann, dann sollte man es zumindest am Desktop öfter sehen können. Ich habe schon einmal ein Desktop-Themepack für Windows 7 (und vermutlich auch Windows Vista) gebastelt, hier der zweite Versuch mit 17 Nasa-Bildern von Curiousity. Mehr als die Hintergrundbilder, die nacheinander rotieren, gibt es leider nicht, für Icons und Sounds bin ich zu patschert 🙂

Installationshinweis:

  1. Hier herunterladen: Download 8,1 MB
  2. Download-Ordner aufsuchen
  3. Nach dem Ausführen öffnet sich automatisch die Systemeinstellung. Fertig!

Image Credit: NASA/JPL-Caltech
PS: Ich finde es großartig, dass es auf Inhalte der Nasa kein Copyright gibt!

10 Tipps & Tricks für Kindle und Sony Reader

2011 war der Kindle der meistverkaufte Artikel bei Amazon.de. Vielfach lag heuer ein Christ-Kindle oder ein anderer E-Reader unterm Weihnachtsbaum. Egal, ob Kindle oder Sony Reader – mit ihnen kann man weit mehr machen, als nur Bücher lesen. Auch wenn sie nicht so viel können wie in iPad, sind sie dennoch vollgepackt mit Funktionen, die das Lesen darauf einfacher und den Lesestoff vielfältiger machen. Die nachfolgenden Tipps beziehen sich zwar auf den Kindle, gelten aber in vielen Fällen auch für andere Reader.

Modell Kindle Kindle Keyboard Kindle Keyboard 3G
Preis 99 Euro 119 Euro 159 Euro
MP3/Audio OK OK
Browser OK OK OK
Wlan OK OK OK
3G OK
Display 6 Zoll/15 cm E-Ink 6 Zoll/15 cm E-Ink 6 Zoll/15 cm E-Ink
Akkulaufzeit 1 Monat 2 Monate 2 Monate
Speicherplatz 1400 Bücher2 GB 3500 Bücher4 GB 3500 Bücher4 GB
Abmessungen 114 x 165 x 8,6 mm 190 x 123 x 8,5 mm 190 x 123 x 8,5 mm
Gewicht 170 g 241 g 247 g
Menü Deutsch, Englisch … Englisch Englisch
Bedienung Cursorpad Tastatur & Cursorpad Tastatur & Cursorpad

Das Lesen mit dem Kindle ist in Summe weit angenehmer als mit einem hintergrundbeleuchtetem LCD-Bildschirm. Allerdings gibt’s auch zwei Haken:

  • Es braucht Licht, nachts im Bett geht das nur mit Leseleuchte.
  • Typografisch gibt die elektronische Tinte nicht viel her. Deutlich zu sehen ist dies an den unterschiedlichen Wortabständen am Titelbild. Wer also auf die feine Typo eines Buchs steht, sollte beim Papier bleiben.

Spannend sind die E-Reader von Sony und Amazon, weil sie sich nicht nur mit Inhalten vom Hersteller befüllen lassen. Hieraus ergibt sich eine ganze Reihe von Tipps & Tricks.

Die aktualisierte Fassung dieser (teilweise schon steinalten) Tipps & Tricks gibt’s auf der Futurezone zu lesen.