pingeb.org | Das Stahlbad ist vorbei

Die Anspannung der letzten Wochen war bei mir (Georg) enorm. Gut möglich, dass Bruno abgebrühter ist als ich …

Mit jedem Tweet unseres Systems, der „Wien“ enthielt, wussten wir eines: Die Jury des Bank Austria Kunstpreises setzt sich aktiv mit unserem Projekt Ingeborg auseinander. Insgesamt acht bis zehn Mal gab es Kontakt von Jurymitgliedern und virtuellen Stickern in unserer Präsentation. Und bei jedem Mal zitterte und bangte ich, dass wohl alles funktionierte. Gerade an der E-Book-Usability müssen wir noch arbeiten.

Wien-Tweet

Das war übrigens kein Jury-Stalking … das macht unser Plugin mit jeder Location.

Eben kam eine Entscheidung, auf die wir lange gewartet haben: Projekt Ingeborg war zwar auf der Shortlist beim Bank Austria Kunstpreis, doch gewonnen haben wir nicht. Die Enttäuschung ist einerseits groß, andererseits ist die Nominierung für die Shortlist bei einem der angesehensten und best dortierten Kunstpreise Europas ein Riesenerfolg … nur wer will schon Zweiter (in dem Fall Dritter oder schlechter) werden?

Wir gratulieren den am 15. Februar 2013 verkündeten Siegern schon jetzt recht herzlich!

Wer wissen will, wie unsere (in kürzester Zeit zusammengestellten) Unterlagen aussahen … wir teilen die gerne mit euch.

Rechts unten klicken zum Vergrößern oder PDF ansehen.

Wir teilen sie auch deshalb gerne mit euch, weil wir euch sagen wollen, wie die Idee entstand und wohin die Reise mit dem Projekt noch gehen wird. Wir wollen mit euch teilen, was wir vorhaben und wo es Herausforderungen gibt, für die wir eventuell auch die eine oder andere kleine Hilfe brauchen könnten.

Der Traum

Hätten wir gewonnen, wäre das die Ankick-Investition für ein noch viel größeres Projekt geworden. Ich hätte die cleversten Leute dieser Welt (die zufällig auch an dem Projekt mitarbeiten) eingepackt und nach New York City verfrachtet. Wir hätten an großartigen mobilen Apps gearbeitet und in ein paar Monaten wäre es wohl das heißeste Start-up im Kunstbereich geworden.

Soweit der Traum. Auch wenn dieser nun wie eine Seifenblase zerplatzt ist, werden wir an den Apps arbeiten, wie wir sie im Kopf haben und pingeb.org zu einer großartigen mobilen Experience machen. Es wird nur länger dauern, wir werden Kompromisse machen müssen und die Hoffnung, dass sich so manche Türe leichter öffnen lässt, muss weiter durch harte Arbeit neben dem Job wettgemacht werden.

Die nahe Zukunft

Projekt Ingeborg wird auf jeden Fall das bleiben, was es ist: ein nettes regionales Kulturprojekt, das aber dennoch über sich hinauswachsen wird.

  • In Graz gibt es ein wunderbares Team, das theoretisch bald starten könnte.
  • In Wien gibt es immerhin schon eine Facebook-Gruppe an Interessenten, die schon 16 (!) Mitglieder zählt.
  • Im Jänner startet zudem ein kleines Projekt in Saalfelden.
  • Heute ging der pingeb.org-Finder von Christian Fessl als iPhone-App in Version 2.0 im iTunes App Store online.
  • Wir wollen mit dem ORF-Kärnten in Sachen Bachmannpreis 2013 zusammenarbeiten und – so dies möglich ist – allen Klagenfurterinnen und Klagenfurtern die vorgelesenen Texte zeitnahe zugänglich machen.
  • Der Test in New York City wird wohl bis dahin verschoben, da wir jene mobile Experience bieten können, die wir im Kopf haben.
  • und vieles mehr … schaut einfach ins eingebettete PDF.

Vieles wird nicht so leicht, für manches müssen wir Sponsoren suchen (und wir alle wissen, wie „einfach“ das für mich ist). Leicht wird’s nicht. Aber auch eine Niederlage kann uns nicht davon abhalten, in pingeb.org die großartigste Idee von allen zu sehen.

Danke euch!

PS: Das ist ein Cross-Posting mit pingeb.org

Der größte Marketing-Stunt aller Zeiten

Der Stratosphärensprung von Felix Baumgartner reiht sich nahtlos in die ganz großen Medienereignisse des Jahres 2012 ein: die Olympischen Spiele in London, die Fußball-EM 2012, die US-Präsidentschaftswahl oder die Landung des Curiosity-Rovers am Mars.

Keine Frage: Es war eine tollkühne Leistung, die der Österreicher und das Team da vollbrachten. Je nach Medienbericht wurden dafür fünf bis sieben Jahre an Vorbereitung und rund 50 Millionen Dollar (39 Mio. Euro) aufgewendet. Geld und Mühen, die sich letztendlich gelohnt haben, denn das Ereignis wird wohl als Fallstudie für die erfolgreichste Marketing-Aktion aller Zeiten in die Geschichte eingehen.

Ob Stratos von großem wissenschaftlichem Wert war oder sein wird, ist umstritten. Ob der Nachrichtenwert die kolossale globale Berichterstattung rechtfertigt, mögen andere beurteilen. Spannende Unterhaltung war’s allemal. Die OÖ-Nachrichten brachten das Ereignis (zumindest für mich) sehr zutreffend mit einer Karikatur auf den Punkt:

(c) OÖ Nachrichten

Fakt ist: Red Bull und letztendlich auch Österreich genossen am vergangenen Sonntag globales Ansehen. Dietrich Mateschitz gehört Respekt gezollt, seine Marketing-Strategie war schon vor diesem Stunt genial. Die gestern gebrochenen Marketing-Rekorde scheinen für die Ewigkeit betoniert zu sein. Zu toppen wird das höchstens durch einen RedBull-A(u)stronauten am Mond oder Mars.

Österreichs Tageszeitungen:

Bei einem habe ich mich getäuscht. Am Sonntag wollte ich wetten, dass zumindest alle heimischen Tageszeitungen den „Sprung von der Baumgartnerhöhe“ auf der Titelseite haben werden. Ich erinnere mich noch an Baumgartners Überquerung des Ärmelkanals. Am 1. August 2003 machten 100 Prozent aller alpenrepublikanischen Tageszeitungen mit demselben Foto auf.

Heute? Auch aus Mangel an anderen großen Themen brachten 13 von 14 Blätter den Sprung auf ihr Titelblatt, lediglich das Wirtschaftsblatt hatte Baumgartner nicht auf der Einser. Durch den späten Sprung sprachen hier womöglich produktionstechnische Gründe dagegen.

Zeitungen international:

Auch international waren Druckerpressen wie Journalisten damit beschäftigt, Bilder Sprunges unters Volk zu bringen – vielfach auf Seite 1. Aufgrund der Zeitverschiebung sollte morgen noch ein Schwung in Asien und Ozeanien folgen. Magazine sonder Zahl dürften sich in den nächsten Wochen und Monaten ebenfalls dem Thema widmen.

Buenos Aires Herald, ArgentinienEl Mercurio, ChileEl Tiempo, Kolumbien
El Univesal, KolumbienLe Parisien, FrankreichBild, Deutschland
Augsburger Allgmeine, DeutschlandPassauer Neue Presse, DeutschlandThe Irish Times, Irland
The Jerusalem Post, IsraelMaariv, IsraelLa Stampa, Italien
Corriere dello Sport, ItalienIl Messaggero, ItalienKuwait Times, Kuwait
The Daily Star, LibanonVolksblatt, Liechtenstein24, Luxemburg
The Times, MaltaThe Independent, MauritiusAlgemeen Dagblad, Niederlande
Dziennik Polski, PolenKurier Polanny, PolenJurnal, Rumänien
The Witness, SüdafrikaAra, Katalonien, SpanienDario, Spanien
El Correo Gallego, SpanienLa Vanguardia, SpanienHoy, Spanien
El Pais, SpanienAftonbladet, SchwedenExpressen, Schweden
Tagesanzeiger, SchweizMilliyet, TürkeThe National, Vereinigte Arabische Emirate
The Herald, UKThe Scotsman, UKThe Guardian, UK
The Independent, UKThe Times, UKNew York Times, USA
Washington Post, USAWallstreet Journal, USAUSA Today, USA

YouTube:

Mehr als acht Millionen waren zeitweise zugleich am YouTube-Livestream dabei. Der bisherige Rekord für einen einzelnen Stream von „mehr zwei Millionen“ gleichzeitigen Zusehern während der königlichen Hochzeit von Prinz William und Catherine Middleton im Jahr 2011 wurde geradezu zertrümmert.

Die 90-Sekunden Zusammenfassung wird wohl schon am Tag nach der Veröffentlichung die Millionen-Marke an Views knacken:

Dazu kamen noch einige weitere Livestreams. Alleine auf ServusTV.com durfte man gestern 720.000 Besucher zählen, die für drei Millionen Seitenaufrufe sorgten.

Facebook:

Das von einem RedBull-Fotografen geschossene Foto unmittelbar nach Baumgartners Landung bekam auf den beiden Facebook-Seiten des Unternehmens (Red Bull und Red Bull Stratos) binnen zwölf Stunden 944.348 „Likes“, erhielt 34.349 Kommentare und wurde 112,942 Mal geteilt.

Auch sonst wurde geteilt und diskutiert, als gäbe es nichts anderes. Bei keinem anderen Ereignis gingen in der Welt von Social Media die Wogen derart hoch.

Twitter:

Die Gratulation der NASA wurde 14.398 Mal retweetet und 2305 Mal favorisiert. Die Erfolgsmeldung von @RedBullStratos wurde bei einem Zwölftel der Follower-Zahl (240.527 vs. 3.033.956 bei der NASA) 8660 Mal retweetet.

Dass es der Hashtag #stratos in die Trending Topics schaffte, war von Anfang an klar.

Fernsehen:

Der Sprung fand in Europa zur Primetime statt, in den USA am Sonntagnachmittag – also auch zu einer sehr guten TV-Zeit. Es würde mich nicht wundern, wenn dies ein Allzeit-Rekord für ein singuläres Ereignis wäre – und das bei einem vergleichsweise sehr langem TV-Event. Servus TV verbuchte mit bis zu 910.000 Zusehern eine Rekordquote.

Auch der ORF war – nach Dienstag zum zweiten Mal mit einer rekordverdächtig langen Sondersendung – on air und verzeichnete mit 2,28 Millionen Zuseher ebenfalls rekordverdächtige Zahlen. Zum Vergleich: Die bisher meist gesehene Sendung im Österreichischen Rundfunk („Zeit im Bild 1“ zur Nationalratswahl am 24. November 2002) brachte es auf 2,6 Millionen Zuschauer. In Summe brachte dies um 20 Uhr einen Marktanteil von 80 Prozent.

In Deutschland übertrug n-tv das Ereignis live. In Schnitt waren 2,24 Millionen Zuschauer dabei, beim Rekordwert von sieben Millionen Bundesdeutschen wurde während des Sprunges erreicht.

40 TV-Netzwerke mit 130 Sendern in 50 Ländern übernahmen den Live-Feed von Stratos. Die (möglicherweise) Milliarden Menschen, die das Spektakel live verfolgten, sind noch längst nicht alles. Jetzt folgen erst die Dokumentationen – unter anderem von National Geographic und der BBC. Das Material von 15 Kameras alleine in der Kapsel wird für weitere spektakuläre und „noch nie zuvor gezeigte“ Bilder sorgen.

NFC als Schlüssel

Ich pack grad mein Fahrradschloss aus und entdecke: Ich habe unzählige Schlüssel im Haus. Ja sogar mein NAS hat Schlüssel. Können die nicht alle ersetzt werden? Etwa durch Smartphones mit NFC (Near Field Communication)?

Dabei handelt es sich um eine Technik zur Übertragung von Daten über ganz kurze Distanzen (etwa bei Berührung des Handys). Also Handy dazuhalten, PIN eingeben und es öffnet sich etwas!

Die Frage ist nur: Wie kann sich NFC so breit durchsetzen, dass selbst die Hersteller von Fahrradschlössern oder Netzwerkgeräten auf den Zug aufspringen? Apple muss ran! Ich bin mir sicher, dass das nächste iPhone NFC können wird und Apple für seine Entwickler APIs bereitstellen wird. Zu viel ist mit NFC möglich, als dass NFC von Apple ignoriert werden könnte.

Warum Apple? Viele andere Smartphones haben das ja auch schon?
Die Kalifornier haben gezeigt, dass sie (und nur sie) in der Lage sind, ein riesiges Ecosystem an Zubehörherstellern um sich zu scharren. Man muss hoffen, dass die iPhone-Company nicht einen proprietären Quasi-Standard schafft und dass es Interoperabilität mit Android und anderen (mobilen) Betriebssystemen gibt.

Alleine bei Projekt Ingeborg haben wir gelernt, dass mit NFC gewaltig viel auf beinahe triviale Art und Weise möglich ist.

pingeb.org sucht Filesharing-Locations

Wenn am 4. Juli der Bachmann-Wettbewerb startet, wird „Projekt Ingeborg“ (Web: pingeb.org, Facebook: fb.me/pingeb.org) hoffentlich schon in aller Munde sein. Hoffentlich, denn bis zum Start gibt es noch jede Menge Probleme, die es zu lösen gilt.

pingeb.org ist Filesharing der etwas anderen Art. Anfang Juli sollen 70 Sticker (siehe obige Montage) über ganz Klagenfurt verteilt werden. Auf dem Sticker befindet sich ein QR-Code, dahinter ein NFC-Tag.

Hält der Nutzer ein NFC-fähiges Smartphone auf das X oder fotografiert er den QR-Code, gelangt er auf eine Webseite, wo man ein E-Book herunterladen kann. In der Startphase werden 70 Literaturklassiker (von Christian Morgenstern über Friedrich Nietzsche und William Shakespeare bis Selma Lagerlöf) kostenlos angeboten, die vom Projekt Gutenberg bzw. Amazons Kindle Store bereitgestellt werden.

Geboren wurde die Idee im April bei einem Treffen mit Bruno Hautzenberger, als wir überlegten, was man mit NFC machen könnte. Starten soll das Projekt am 2. Juli, also kurz vor den Tagen der deutschsprachigen Literatur – auch bekannt als Ingeborg-Bachmann-Preis. pingeb.org ist übrigens eine Non-Profit-Aktion, an der noch einige andere (ich weiß nicht, ob ich deren Namen nennen darf) ehrenamtlich mitarbeiten. Update folgt.

Die Botschaft von pingeb.org

  • NFC ist spannend:
    Wer es einmal ausprobiert hat, liebt es: Man berührt einen NFC-Tag und beeep … es tut sich etwas. Die in Österreich entwickelte Technik ist zwar schon seit Jahren da, führte aber bis zuletzt aufgrund fehlender Geräte und Anwendungen ein Schattendasein. pingeb.org könnte eine Anwendungen sein, die auf breiteres Interesse stoßen könnte.
  • Zu langes Urheberrecht:
    pingb.org möchte darauf aufmerksam machen, dass das Urheberrecht erst 70 Jahre nach dem Tod des Autors erlischt. Eine verdammt lange Zeit, die weder dazu dient, Kreativität zu fördern noch im Sinne einer gesellschaftlichen Entwicklung sein kann. Zu viele Werke sind buchstäblich verwaist und verschollen bzw. kommen erst wieder an die Oberfläche, wenn der Autor bereits 70 Jahre tot ist. Daher 70 Filesharing-Locations.
  • Klagenfurt vs. Stadtbibliothek:
    Nicht nur Josef Winkler macht immer wieder darauf aufmerksam, dass Klagenfurt die einzige Stadt Mitteleuropas ohne eigene Stadtbibliothek sei. Mit diesem Projekt macht pingeb.org ganz Klagenfurt (symbolisch) zur Bibliothek.

Grobplanung der Standorte.

Viele der Bücher haben übrigens einen Bezug zum jeweiligen Ort. So möchten wir Arthur Schnitzlers „Der Mörder“ in der Nähe der Bundespolizeidirektion „anbringen“. „Max und Moritz“ soll vor einer Bäckerei auf Leserschaft warten. Es gibt sogar schon eine Idee, wo man Ferdinand Raimunds „Der Verschwender“ finden wird …

pingeb.org kann viel mehr

Wenn man E-Books auf diese Art und Weise verteilen kann, dann lässt sich das mit jedem digitalen Inhalt machen.

Sobald Interesse besteht, würden wir die Infrastruktur von pingeb.org jungen Autorinnen und Autoren sowie Nachwuchsbands und anderen Kreativen zur Verfügung stellen. Sie können dann ihre E-Books oder MP3-Demotapes zu Promotionzwecken in ganz Klagenfurt verteilen.

Die Laufzeit von pingeb.org ist übrigens mit der Haltbarkeit der NFC-Tags und Sticker begrenzt. Test zeigten aber, dass die verwendete Lösung recht zäh ist.

So funktioniert pingeb.org

Als Basis für die Inhalte dient das CMS WordPress, die einzelnen E-Books werden auf Seiten verlinkt sein. Auf den NFC-Tags und den QR-Codes befinden sich jeweils unterschiedliche URLs, die zum gleichen Inhalt führen. So wollen wir die Verwendung der Technologie (über den Zeitverlauf) messen.

Die URLs sind absichtlich kryptisch (z.B. pingeb.org/2Tqu6H) gefasst um einerseits möglichst wenig Aussagekraft über den Inhalt zu geben. Andererseits wird Google von den Inhaltsseiten ausgesperrt und die WordPress-Suche (in Kürze) deaktiviert. Die digitalen Inhalten nach Möglichkeit ausschließlich vor Ort mit Smartphone und den Stickern heruntergeladen werden. Es geht uns mehr um das verspielte Erlebnis, als um größtmögliche Verbreitung.

Die Inhaltsseiten leiten zu den Inhalten bei Projekt Gutenberg (.epub-Dateien für E-Reader und Smartphone-Apps) sowie Amazon (Kindle E-Reader & -Apps) weiter. pingeb.org soll auch detailliert dokumentiert werden, alle unsere Inhalte stehen unter einer sehr freien CC Lizenz (BY/SA). Nachahmer in anderen Städten sind ausdrücklich erwünscht.

Locations gesucht

Das größte technische Problem wurde bereits gelöst. Die zuerst verwendeten NFC-Tags von NXP versagen ihren Dienst auf Metall (Straßenlaternen). Die neuen Tags kommen aus Finnland und scheinen stark im Nehmen zu sein.

Das Problem dabei: In Klagenfurt wacht die Bergwacht (!!) über die Ortsbildpflege. Aufgeklebte Sticker von Straßenlaternen werden nicht nur entfernt, sondern womöglich auch teuer zur Anzeige gebracht.

pingeb.org sucht daher dringend nach Orten/Alternativen zu Laternenmasten: Wo dürfen wir solches Sticker (99 x 139 mm) anbringen? Es könnte für den einen oder anderen durchaus ein Frequenzbringer sein. Wenn es so eine Location gibt … bitte schreibe uns einfach ein kurzes E-Mail mitsamt einem Handyfoto der Location: email@georgholzer.at. Danke!!

Welche Voraussetzungen müssten gegeben sein?

  • frequentierter Ort
  • öffentlich zugänglich (z.B. außen Auslage- oder Fensterscheibe oder Gartenzaun)

Copyright-Conundrum

Bei pingeb.org geht es zwar um Filesharing aber ALLES (ausdrücklich ALLES) soll dabei im legalen Rahmen bleiben.

Und dabei mussten wir etwas lernen: Das mit dem Urheberrecht ist gar nicht so einfach, wie sich das alle vorstellen. Am Bild ganz oben zu erkennen ist am Hintergrundbild ein Foto von Ingeborg Bachmann. Für die Nutzungsrechte dafür zu bezahlen, scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Das Problem: Der Fotograf, Wolfgang Kudrnofksy, verstarb leider 2010.

  • Das Foto liegt zwar bei der Österreichischen Nationalbibliothek, diese hat jedoch nach eigenen Aussagen keine Nutzungsrechte. Wer die Verwertungsrechte habe, sei in der ÖeNB nicht bekannt.
  • Erben lassen sich für mich schwer bis gar nicht ausfindig machen – zumindest im Wiener Telefonbuch gibt es bei Herold.at keinen Eintrag zum Namen Kudrnofksy.
  • Seine Rechte werden nicht von der „Verwertungsgesellschaft Bildender Künstler“ (VBK) vertreten.
  • Anfragen laufen, ob die Wiener Galerie Faber oder der P.E.N.-Club Verwertungsrechte besitzen. Bei der erstgenannten taucht eine Kudrnofksy-Collage mit Bachmann auf, dem P.E.N.-Club gehörte er an. Beide Tipps kamen per Facebook oder Twitter. Sollten wir von beiden nichts hören, spende ich 30 Euro im Namen Kudrnofksy an eine gemeinnützige Einrichtung (etwa Creative Commons).
  • Update: Auf Facebook könnte sich eine heiße Spur aufgetan haben …

Es ist gar nicht so leicht, legal zu sein …

Verlosung: Meine zwei neuen Ratgeber

Es ist soweit: Büchlein sechs und sieben sind erhältlich!

Für die Edition Kleine Zeitung schrieb ich zwei neue Ratgeber zu iPhone & iPad sowie Android. Sie sollen einen unkomplizierten Einstieg in das Feld der Smartphones geben. Wie man schon am Bild sieht, habe ich mir einiges angetan, um die 144 Seiten aussagekräftig zu illustrieren. Damit sollte sich selbst der ungeübte Anfänger einigermaßen schnell zurechtfinden.

Kleiner Hinweis an die Handy-Profis: Die Büchlein sind auch ein ideales kleines Geschenk für Mama, Papa, Oma, Opa, Tante, Onkel oder Freunde.

Erhältlich sind sie exklusiv für Abonnenten der Kleinen Zeitung zum Preis von nur 4,90 Euro (zzgl Porto, sollte man es nicht selbst abholen). Die Bestellung erfolgt online oder telefonisch unter 0820/820 101. Leider werden sie nicht frei vertrieben, aber es gibt vier Lösungen:

  • Zumindest in Kärnten und der Steiermark sollte jeder jemanden kennen, der Mitglied des Vorteilsclubs der Kleinen Zeitung ist.
  • Oder man könnte sich für kurze Zeit ein Abo anmelden. Es gibt einige Probe-Angebote.
  • Man meldet sich bei einem der beiden Smartphone-Seminare in Graz an (siehe unten, die Teilnehmer bekommen jeweils ein Büchlein geschenkt).
  • Ein wenig Glück: Für alle Nicht-Abonnenten gibt es ein Gewinnspiel. Ich verlose 5 x 2 Büchlein unter allen, die entweder auf Facebook auf der Seite von Fit am PC „Gefällt mir“ drücken. Wer keinen Facebook-Account hat, kann hier einen Kommentar hinterlassen und nimmt ebenfalls daran teil.

Teilnahmeschluss ist Sonntag, 24. Juni 2012. Ich werde versuchen, das so fair wie möglich zu verlosen.
Ich bekomme insgesamt 2 x 10 Büchlein vom Verlag. Ein paar meiner engsten Freunde bekommen sowieso eines und sollten daher nicht mitmachen. Sonst kommen womöglich noch Schiebung-Gerüchte auf 🙂

Damit ihr euch ein Bild von dem bekommt, das euch erwartet …

Inhalt iPhone & iPad

  • Vor dem Start: Sie erfahren nicht nur, was ein iPhone oder iPad überhaupt ist und welche Konkurrenten es gibt, sondern auch worauf es beim Kauf eines Smartphones ankommt, welches Zubehör es gibt und was Sie erwarten dürfen.
  • Erste Schritte: Von der Inbetriebnahme über die Grundregeln der Bedienung und den Umgang mit Text bis hin zum ersten Anruf und der ersten SMS. Sie lernen, das iPhone oder iPad mit iTunes zu aktivieren und Daten auf das Gerät zu kopieren.
  • Perfekt organisiert & vernetzt: Hier lernen Sie den effizienten Umgang mit dem Kontaktverzeichnis und dem Kalender. Außerdem sehen Sie hier die vielfältigen Online-Funktionen.
  • Multimedia: Musik, Videos und Fotos – darum dreht sich alles in diesem unterhaltsamen Kapitel.
  • Unterwegs mit Navi & Co.: Wie Sie schneller und stressfreier von A nach B gelangen, ist hier ebenso ein Thema wie das Auffinden von Restaurants und Sehenswürdigkeiten im Urlaub.
  • Mehr machen mit Apps: Hier erfahren Sie, wie man mit Apps die Funktionalität eines iPhones oder iPads erweitert. Plus: Wir haben eine Liste von Apps zusammengestellt, die nicht fehlen dürfen.
  • Lexikon: Die wichtigsten Fachbegriffe einfach und kompakt erklärt.

Inhalt Android

  • Vor dem Start: Sie erfahren nicht nur, was Android überhauptist und welche Konkurrenten es gibt, sondern auch worauf es beim Kauf eines Smartphones ankommt und was Sie erwarten dürfen.
  • Erste Schritte: Von der Inbetriebnahme über die Grundregeln der Bedienung und den Umgang mit Text bis hin zum ersten Anruf und der ersten SMS.
  • Perfekt organisiert & vernetzt: Hier lernen Sie den effizienten Umgang mit dem Kontaktverzeichnis und dem Kalender. Außerdem sehen Sie hier die vielfältigen Online-Funktionen.
  • Multimedia: Musik, Videos, Fotos – darum dreht sich alles in diesem unterhaltsamen Kapitel.
  • Unterwegs mit Navi & Co.: Wie Sie schneller und stressfreier von A nach B gelangen, ist hier ebenso ein Thema wie das Auffinden von Restaurants und Sehenswürdigkeiten im Urlaub.
  • Mehr machen mit Apps: Hier erfahren Sie, wie man mit Apps die Funktionalität eines Smartphones erweitert. Plus: Die besten Apps, die nicht fehlen dürfen.
  • Für Fortgeschrittene: Sie lernen, wie man vorinstallierte Funktionen ersetzen kann. Außerdem wird angerissen, wie man die Original-Software durch eine neue Version austauscht.
  • Lexikon: Die wichtigsten Fachbegriffe einfach und kompakt erklärt.

Android- und iPhone-Seminare

Die Kleine Zeitung veranstaltet im Rahmen ihrer neuen Akademie seit einiger Zeit Seminare zu einer Vielzahl an Themen. Mit dabei sind auch zwei vierstündige Schulungen am 27. und 29. Juni in Graz zu iPhone & iPad sowie Android. Die Kosen dafür sind mit 42 Euro überschaubar. Auch mit so einem Geschenk kann man sich ordentlich einhauen.

Die Kleine Zeitung Akademie sollte im Herbst 2012 auch in Kärnten starten, weitere Termine werden folgen.

PS: Im Spätsommer/Frühherbst erscheint mein nächster Ratgeber für die Edition Kleine Zeitung: die PC-Pannenhilfe für Windows.

Pressestunde-Neuauflage nach vier Jahren? [Voting]

Seit nunmehr über einem Jahr mache ich mir vermehrt Gedanken, was man online machen könnte/müsste/sollte. Erstaunlich, dass ich erst vorgestern daran gedacht habe, um wie viel einfacher Produktion und Distribution digitaler Inhalte (speziell Podcasts) in den letzten Jahren wurde.

Hintergrund ist der Pressestunde-Podcast – eine halb- bis dreiviertelstündige Zusammenfassung des Technik-Geschehens, die ich gemeinsam mit Gerald Reischl vor vier Jahren begonnen habe. Ein halbes Jahr haben wir durchgehalten, dann wurde das aus Zeitmangel (und auch ob vermeintlich zu geringem Erfolg) wieder eingestellt. Pro Episode gab es 500 bis 700 Downloads, die Spitze markierte die letzte Episode mit deutlich über 1000 Downloads.

Rückblickend betrachtet, waren das für damalige Verhältnisse eigentlich keine schlechten Zahlen. Dazwischen hat sich eine ganze Menge getan:

  • Publikum:
    Soziale Netzwerke wie Facebook und zum Teil auch Twitter sind massentauglich geworden. Inhalte lassen sich leichter teilen, selbst wenn etwas nicht aus einem Medienkonzern, kann es rascher eine größere Zuhörermenge erreichen als noch 2008.
  • Verbreitung:
    Zugegeben: Podcasting ist immer noch kein Thema für die breiten Massen. Aber Smartphones führten dazu, dass es heute deutlich mehr und bequemere Möglichkeiten gibt, Podcasts zu abonnieren und herunterzuladen. Mit Apps wie Downcast für iOS oder BeyondPod für Android (meine beiden Favoriten) ist es nicht einmal mehr nötig, das Gerät mit dem Mac oder PC zu verbinden. Dazu kommen Dienste wie TuneIn, die Podcast-Episoden als Radiobeiträge behandeln und einfach auf vernetzte Heimsysteme wie jene von Sonos, Autoradios und Smartphones bringen. Die Abhängigkeit von Apple schrumpft damit zusehends.
  • Mobilität:
    Bandbreiten und Tarifmodelle sind zwischenzeitlich auf ein Niveau gesunken, bei dem der regelmäßige Download von 100 – 500 Megabyte pro Woche egal ist. Und sogar Geralds DSL-Leitung sollte aus dem tiefen niederösterreichischen Natschbach mehr Bandbreite haben, damit es weniger Störungen gibt 🙂
  • Website:
    Wordpress als Basis wurde in den letzten Jahren nicht nur besser, auch das Ecosystem rundherum wucherte geradezu. Heute gibt es deutlich hübschere (Premium-)Themes (gratis oder für ein paar Euro), die in 1-2-3 implementiert sind und die Podcast-Plugins wurden besser. Das führte unter anderem dazu, dass die Usability für den Nutzer besser wurde.
  • Hosting:
    Mit SoundCloud gibt es eine Art YouTube für Audio, die das Hosting von Audiodateien besser macht. Gut, Traffic war bei dieser Abonnentenzahlen auch 2008 kein Problem. Aber die Fähigkeit, Audiofiles einfacher einbinden, teilen und an gewissen Stellen kommentieren zu können, ist ein großer Schritt nach vorne. Dazu kommt, dass nicht wenige Drittanwendungen (wie etwa Flipboard) SoundCloud-Streams anbieten können.
  • Tools:
    Die Werkzeuge zur Erstellung von Podcasts sind mit guten USB-Mikrofonen sowie einfacherer Software ein wenig besser geworden.
  • Teamwork:
    Die  Themenliste mussten wir vor vier Jahren noch mühsam als Word-Datei hin- und hermailen. Große Dateien mussten mittels FTP zwischen Kärnten und Niederösterreich hin- und hergeschupft werden. Heute geht das mit Dropbox, Google Docs & Co. viel einfacher.
  • Video, Live und Interaktion:
    An die Möglichkeiten, die Google+ mit Hangout bietet, wagten wir 2008  nicht einmal zu träumen.
  • Kickstarter-Funding:
    Klar könnte ich mir die 500 Euro für das SoundCloud-Premium auch selbst leisten. Ich überlege aber, ob man nicht einen Aufruf über Kickstarter machen könnte. Gibt’s überhaupt Interesse, das über Lippenbekenntnisse hinaus geht? Darf man sich als Journalist auf diese Weise überhaupt etwas „zusammenschnorren“?
    Mich interessiert das Kickstarter-Funding schon aus Eigeninteresse, weil ich es einmal ausprobieren möchte.
Nur eines blieb gleich: Geld wird man damit nie machen können. Aber darum ging es ohnehin nie.

Eure Meinung zählt!

Soll es eine Neuauflage (mit neuem Namen, ich hab schon eine Idee) geben? Wollt ihr eine Tech-Wochenzusammenfassung überhaupt oder hört ihr das alles ohnehin aus den USA?

[poll id=“3″]

Ich für meinen Teil höre kaum deutschsprachige Technik-Podcasts, weil diese meist staubtrocken sind. Das soll sich ändern. Die Neuauflage wäre unterhaltsamer als die letzten Episoden der „Ur-Pressestunde“. Außerdem sollten künftig verstärkt Gäste eingeladen werden. Es gibt genug Geeks, Nerds, Technikjournalisten und Gründer von Start-ups, die enorm viel beizutragen haben.

Also: Wollt ihr’s? Welche inhaltlichen Vorschläge habt ihr? Wen müsste man zu so etwas als Gast unbedingt einladen? Ich bitte um eure Kommentare. Danke!

Sportfreunde Stiller

Am Mittwoch hatte ich zum allerersten Mal die Gelegenheit, ein Konzert zu fotografieren. Und was für eines! Sportfreunde Stiller gaben im Klagenfurter ((Stereo)) einen ziemlich exklusiven Gig vor nur 400 Fans.

Das komplette Set befindet sich auf Flickr.

Das Fotografieren war für mich eine gewaltige Herausforderung. In so kurzer Zeit – knipsen durfte man nur während der ersten drei Songs – so viele Fotos wie möglich zu schießen, ist nicht ohne … erst recht, wenn man mit der Technik heillos überfordert ist. In solchen Lichtsituationen und in so einem Gedränge habe ich schließlich noch nie fotografiert.

Aber es war cool! Megacool! Für mein Halbwissen über Fotografie und Lightroom sind einige Bilder gar nicht so schlecht geworden.

Wie man auf Terror reagieren kann

Binnen eines Jahres gab es zwei entsetzliche und offenbar terroristisch motivierte Taten, die Europa in den Bann zogen. Am 22. Juli 2011 tötete der als bekennende Rechtsextreme Anders Behring Breivik in Oslo und auf der Insel Utøya insgesamt 77 Menschen. Am 11., 15. und 19. März 2012 tötete Mohamed Merah, ein mutmaßliches Mitglied von al-Qaida, mehrere Menschen in und um das französische Toulouse.

Die Reaktion der beiden Regierungschefs könnte unterschiedlicher gar nicht sein.

Nikolas Sarkozy, 22. März 2012Jens Stoltenberg, 24. Juli 2011

„Jede Person, die regelmäßig im Internet Webseiten konsultiert, die den Terrorismus predigen, die zu Hass und Gewalt aufrufen, wird bestraft.“

„Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.“

Die zunehmende Radikalität der Politik (ja, der Politik) schockiert mich mehr, als die (absolut verabscheuungswürdigungen) Taten eines Einzeltäters. Am Ende haben die Terroristen gewonnen und wir im Westen sind unserer Freiheit beraubt.

Dieser Artikel soll einen Beitrag dazu liefern, dass Jens Stoltenbergs Worte nicht vergessen werden.

Fotos: Wikimedia Commons, Kjetil Ree & aleph

Ad ACTA: Wasser zu Wein = Strom zu Bytes

Wer den am 1. März stattgefundenen Workshop des EU-Parlaments zu ACTA mitverfolgt hat, bemerkte schnell, wer noch fast kompromisslos für das umstrittene Anti-Piraterie-Handelsabkommen ist: die Europäische Volkspartei (EVP). Zumindest musste man dies den Wortmeldungen und Fragen einiger EVP-Abgeordneter an die Experten entnehmen.

Da kam mir eine Analogie, die besonders Christdemokraten verstehen sollten (obwohl auch sie es mit dem Urheberrecht selbst nicht immer ernst nehmen). Sie stammt aus der Bibel (ja, ich kann mich dunkel an den Religionsunterricht erinnern). Bei Johannes 2, 1-12 geht es um die Hochzeit von Kana:

Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es.

Piraterie von vorgestern?

In der Szene verwandelte Jesus Wasser in Wein – also etwas von geringerem Wert, in etwas mit höherem Wert.

Analog dazu kann man heutige Internet-Piraterie erklären: Hier läuft nicht jemand in einen Mediamarkt und klaut eine CD oder DVD. Hier wird mit Hilfe von Computern eine idente Kopie erstellt. Wenn man so will wird Strom in einen Film oder einen Song verwandelt. Hier wird nichts gestohlen, sondern lediglich etwas vervielfältigt (, das nach den Lizenzbestimmungen nicht vervielfältigt werden darf). Es ist dies auch ein kleines Wunder.

Und der Schaden? Mit absoluter Sicherheit wäre nicht jede vervielfältigte Datei auch verkauft worden. Und dennoch multiplizieren Medienkonzerne den Schaden.

Welcher gläubige Christ denkt bei der Schilderung eines Wunders von Jesus Christus an den theoretisch möglichen Schaden für Winzer oder Weinhändler in Galiläa? Gab es den überhaupt? Wenn ja, wie hoch war er?

Geheimrezept gegen Piraterie

Freilich: Internet-Piraterie ist nicht gut zu heißen! Aber sie ist deutlicher Ausdruck eines Mangels: Dem Mangel an Mut in Medienkonzernen, gute Angebote für den Kunden zu machen.

You cannot compete on price! Das beste Mittel im Kampf gegen Online-Piraterie ist nicht die Einschränkung von Bürgerrechten, sondern die Schaffung attraktiver Angebote. Was bei der Musikpiraterie hilft, sind bequeme und leistbare Angebote wie jene von Apples iTunes Store oder (für mich noch besser) Spotify.

Ja, ich gebe es zu: Ich hab mir schon die eine oder andere Episode von US-TV-Serien aus dem Netz besorgt. Warum? Hollywood will mein Geld nicht, die TV-Studios pfeifen auf ihre Kunden. Gäbe es Dienste wie Netflix oder Hulu in Österreich, könnte ich mit Vergnügen Geld in die Richtung von Kreativen werfen. Nur man lässt mich nicht. Das spärlich vorhandene (und ausschließlich deutschsprachige) Angebot, haut mich nicht vom Hocker.

Die EU sollte vielmehr daran arbeiten, dass EU-weite Lizenzierung von Inhalten einfacher wird, anstatt ein von Hollywood aufs Aug gedrücktes Abkommen durchzudrücken.

Mehr zu ACTA

Wer sich näher zu ACTA informieren will, dem möchte ich u.a. den Blog politisieren.at von Florian Machl nahelegen. Dort gibt es beispielsweise Artikel über Rechtsgutachten der USA und der EU.

Und schlussendlich soll auch noch der zehnminütige Vortrag von Professor Michael Geists vor dem EU-Workshop einige Einblicke bringen.

Was wurde aus … StudiVZ, MySpace & Co.?

Nutzerschwund beim VZ-Netzwerk

Die oben abgebildete Grafik dürfte wohl einige ziemlich deprimieren: Die VZ-Netzwerke (StudiVZ, SchülerVZ, MeinVZ) haben schwer unter der gewaltigen Dominanz von Facebook zu kämpfen – das ist nichts Neues. Neu sind die Zahlen, die ich gestern bei der ÖWA entdeckt habe. Seit April 2010 ist das soziale Netzwerk Mitglied bei der Österreichischen Webanalyse, weshalb es nun auch zuverlässliches Zahlenmaterial über das soziale Netzwerk gibt.

Auch wenn sich die Kurve zuletzt abflachte, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis man auf StudiVZ nicht mehr gruscheln kann. Interessant ist der überproportionale Anteil an VZ-Nutzern in Österreich zu Beginn der Messung sowie das starke Nachlassen desselben innerhalb des Messzeitraums.

Update: Der ÖWA kann man im Allgemeinen trauen. Weil die Zahlen arg sind, habe ich dennoch bei der VZ-Gruppe um Bestätigung und Stellungnahme gebeten. Die Antwort wird hier ergänzt.

Diese Zahlen sind international – die ÖWA weißt Seitenaufrufe (PI) jedoch auch für Österreich separat aus. Ist die Verteilung von Seitenaufrufen und -besuchen (PI bzw. VI) in Österreich ähnlich mit jener des Gesamtnetzwerks, dürften die VZ-Netzwerke hierzulande nur noch rund 13.000 Mitglieder bzw. Uniqe Clients (UC) haben.

Zum Vergleich: Laut Facebook gibt es in Österreich aktuell 2.705.860 Mitglieder, in Deutschland sind es 22.601.200 und in der Schweiz 2.751.080.

Nutzerschwund bei MySpace in Österreich

Unter der Last von Facebook leidet auch MySpace in Österreich. Nicht nur dass die Zahl der Nutzer zurück geht. Sie kommen auch seltener und rufen dabei immer weniger Seiten auf.

Nutzer von Xing in Österreich

Seit Oktober 2011 ist auch das Business-Netzwerk Xing.com Mitglied der ÖWA, allerdings gibt es erst seit Dezember 2011 eine Freigabe für die Veröffentlichung. Die beiden Datensätze sind daher hinsichtlich eines möglichen Wachstums oder eine Schrumpfung nur sehr wenig aussagekräftig.

Gar keine Zahlen gibt es hingegen zu Google+.