Ganz neu: CreateCamp Klagenfurt 2011

Die BarCamp-Bewegung (Wikipedia-Link) ist großartig. An einem Wochenende wird voneinander in Form von Vorträgen gelernt. Seit 2006 auch in Österreich, in Klagenfurt fand das zweite heimische BarCamp statt – seither jeweils am ersten Wochenende im Februar.

Auch vom 4. bis 6. Februar 2011 wird es wieder ein BarCamp in Klagenfurt geben und wir möchten damit neue Wege beschreiten. Der beste Hinweis darauf ist schon der Name: CreateCamp 2011.

Noch ist der BarCamp-Wiki nicht aktualisiert und die Location (hoffentlich wieder an der Uni Klagenfurt) angefragt. Updates folgen hier am Blog, in der Facebook-Gruppe BarCamp Klagenfurt, auf Twitter unter @barcampklu sowie am Wiki barcamp.at

Was ist neu?

Anstelle eines reinen Session-Programms mit zwei oder mehreren Tracks, sollen die Teilnehmer ein Wochenende an etwas arbeiten, schöpferisch tätig sein und so voneinander lernen.

Learning by doing, sich während einem Projekt möglichst viel voneinander abschauen und das Gelernte selbst in einem Projekt zur Anwendung beitragen.

JEDER, der sich dabei einbringen will, kann sich einbringen. Es wird KEIN NerdCamp, bei dem nur PHP-, iPhone- oder C++-Entwickler etwas davon haben. So ein Projekt braucht auch Leute, die es konzeptionieren, Wünsche und Anregungen einbringen, testen, das Design gestalten oder ganz einfach darüber berichten. SocialMedia-Know-how wird dabei ebenso nachgefragt (und erlernbar) sein wie Wissen über Objective C.

x Projekte plus 1 Session-Track

Auch wenn von der Projektarbeit niemand abgeschreckt sein soll, werden wir auch einen Session-Track auf die Beine stellen. Bei diesem ist – BarCamp-typisch – alles möglich, was die Teilnehmer interessiert.

Welches Projekt wird’s?

Weil es für alle Organisatoren Neuland ist, gibt es auch andere Probleme als bei einem „konventionellen“ BarCamp zu lösen. Welches Projekt kommt zum Zug? Sollen mehrere Projekte angegangen werden? Welche Infrastruktur müssen wir zur Verfügung stellen? Wie können wir die Teilnehmer möglichst gut bei der Zusammenarbeit unterstützen?

Folgende Voraussetzungen sollte ein Projekt erfüllen:

  • Es sollte an einem Wochenende zustande gebracht werden können,
  • es sollte einen größeren Nutzen stiften und
  • die Ergebnisse sollten unter einer möglichst freien Lizenz veröffentlicht werden.

All diese Fragen werden wir noch andiskutieren müssen. Quasi als Probelauf in kleinem Rahmen organsiert das BarCamp-Klagenfurt-Team (an der Spitze Martin Gratzer – siehe sein Blogeintrag) das

CodeCamp Klagenfurt 2010

Der Termin ist derzeit auf 17. bis 19. Dezember 2010 festgelegt, die Location wird noch diese Woche fixiert. Weitere Infos und Links zu GitHub, Presently und all das andere Entwicklerzeugs (von dem ich nix verstehe) gibt’s am Blog von Martin: www.topmind.eu/blog.

Das CodeCamp-Projekt

Als Beispiel-Projekt fürs CodeCamp haben wir eine Idee von Daniel Gollner aufgegriffen. Arbeitstitel: „Fix my City“. Ganz nach dem britischen Vorbild von Fix my Street können Bürger Schandflecken auf Spielplätzen oder Straßenlöcher aufzeigen. Mit dabei werden neben der Webplattform auch mobile Apps (iPhone, Android, Nokia, Windows Phone – wofür immer es Know-how geben wird) sein.

Kleine Zeitung @ ORF

Tageszeitungen und der ORF – in Österreich ist das nicht immer ein friktionsfreies Verhältnis. Allerdings streiten da eher die Chefetagen untereinander. Wenn es um eine gute Sache geht, scheint es unter Kollegen keine Probleme zu geben.

Vergangene Woche sind meine vier „Fit am PC“-Büchlein für die Kleine Zeitung erschienen und Mike Diwald von Radio Kärnten gab mir prompt die Möglichkeit, diese in seiner Morgenshow vorzustellen.

Die Sendung möchte ich hiermit auch allen Kärntnern empfehlen. Danke an Mike auch für die Zusendung des MP3-Mitschnitts, den man hier anhören kann:

[audio:https://georgholzer.at/wp-content/uploads/2010/11/WSK_HOLZER.MP3.mp3]

Meine Büchlein sind da!

Von August bis Oktober habe ich vier Büchlein geschrieben. Kompakt sollte der Leser das Knowhow bekommen, das man heutzutage braucht.

Die vier Büchlein sind in der Edition Kleine Zeitung als Paperback erschienen und kosten jeweils 4,90 Euro, alle vier im Set gibt’s um nur 12,90 Euro (zzgl. 3 Euro Versand). Bestellen kann man meine Werke hier online. Leider gibt es die Büchlein exklusiv für  Abonnenten der Kleinen Zeitung. Aber zumindest in Kärnten und der Steiermark kennt jeder irgendwen, der ein Abo hat.

*

Warum hat mir das viel Spaß gemacht? Es geht darum, Leute zu Computer und Internet heranzuführen. Es gibt auch in Österreich noch erschreckend viele, die damit gar nichts anfangen können. Das Wissen um Computer und Internet ist heute gleich bedeutend mit Lesen und Schreiben. Wer hier nicht mitkommt, hat verloren.

Kostenlos wird’s auf der Facebook-Seite dazu eine Menge Tipps & Tricks als Kostprobe geben – nicht nur für Kärntner und Steirer 🙂

Tipps, wie diesen hier:

Worum geht es?

  • Buch1 – Grundlagen, Windows & Internet
    Lernen Sie eine Kaufentscheidung für einen Computer zu treffen und erfahren Sie, was ein PC heute alles können sollte. Eine kurze Einführung zeigt Ihnen, wie Sie mit Windows 7 umgehen, wie Sie Programme installieren und stets auf der sicheren Seite bleiben. Sie erfahren, welche Dienste Ihnen das Internet leisten kann und wie man mit E-Mails umgeht. Zu guter Letzt telefonieren Sie auch noch über das Internet.
  • Buch 2 – Word, Excel & PowerPoint
    Das tägliche Arbeiten am Computer – Erledigen Sie mehr in kürzerer Zeit und erstellen Sie in Windeseile toll aussehende Dokumente.
    Sie lernen, Office 2010 auf Ihrem Computer selbst zu installieren und effektiv zu nutzen. Sie lernen, binnen Minuten professionelle Briefe in Word zu verfassen, einfache Kalkulationen zu berechnen, umfangreiche Listen zu führen und Daten mit wenigen Mausklicks als Grafiken zu visualisieren. Beeindrucken Sie Ihr Publikum mit professionell gestalteten Präsentationen.
  • Buch 3 – Foto, Video & Podcasts
    Visuelle und akustische Erlebnisse am Computer – Die ersten Gehversuche in der digitalen Foto- und Videowelt.
    Viele Tipps & Tricks zum Thema „Digitalfotografie“ zeigen nicht nur Anfängern sondern auch Fortgeschrittenen, wie man noch bessere Bilder schießt und geniale Videos dreht. Außerdem erfahren Sie, wie man Bild- und Filmmaterial bearbeitet, so noch mehr herausholt und wie Sie Ihre Meisterwerke im Internet präsentieren. Zum Schluss geht es darum, den unendlich großen Schatz an kostenlosen Hörbüchern aus dem Internet zu heben.
  • Buch 4 – Facebook, Twitter, Google & Co.
    Kommunikation im Internet – Soziale Netzwerke werden immer bedeutender.
    Dieser Ratgeber informiert Sie über den Nutzen und weist auch auf Gefahren hin, die bei Facebook & Co. lauern. Die in diesem Buch abgebildeten Tipps & Tricks zeigen Ihnen wie Sie von sozialen Netzwerken profitieren können und wie man sicher in darin lebt. Lernen Sie zudem mehr über zwei Webdienste, die Ihnen helfen sollen, produktiver und effizienter zu arbeiten.

Aufbau der Büchlein:

Alle Bücher sind 144 Seiten stark und in einer kompakten Größe. Alles ist so einfach wie möglich gehalten – mit vielen Screenshots und detailreichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Feedback

Ich würde mir wünschen, wenn diejenigen, die meine Büchlein kaufen, mir auch ihre Meinung dazu sagen. georg.holzer@gmail.com. Es wäre mir eine große Hilfe für weitere Projekte. DANKE!

* Ja, hier ist eine Mac-Tastatur drauf. War nicht meine Idee, aber zumindest argumentieren kann man’s: Im Sinne der Definition ist auch ein Mac ein PC 🙂

Wo bleibt die Fairness?

Ok, seit einiger Zeit bin ich der Meinung, dass in diesem – unseren – System etwas nicht ganz rund läuft. Heute hab ich in der aktuellen Folge von Twit ein sehr gutes Beispiel dafür gehört, was mir seit langem übel aufstößt.

Im Detail ist es auf orf.at nachzulesen.

  1. Google hat eine Tochterfirma in Irland. Größter Vorteil: Dort gibt es keine Unternehmenssteuern. Also transferierten die Amerikaner alles geistige Eigentum in die Tochter auf dem Inselstaat.
  2. Jahr für Jahr bezahlt die Zentrale in den USA Lizenzgebühren nach Irland für das eigene Knowhow. Alleine 2009 waren es 5,4 Milliarden Dollar.
  3. Eine weitere Konstruktion über die Niederlande und die Bermudas sorgt dafür, dass fast überhaupt keine Steuern mehr bezahlt werden müssen. Und das Geld kann dennoch fröhlich wieder zurück in die USA.

Der US-Steuerzahler fiel so in den letzten Jahren wohl um zig Milliarden Dollar um. Auch Microsoft und andere Firmen nutzen solche Steuerschlupflöcher, die im übrigen (von der Politik gewollt?) völlig legal sind.

Auch in Österreich dürfte die Praxis des Steueroptimierens weit verbreitet sein. Anfang September „schockte“ Buchautor Hans Weiss mit einer Aussage in seinem Buch „Schwarzbuch Landwirtschaft“. Demnach soll der Raiffeisen-Konzern mit einem Steuersatz von einem Prozent davon komme.

Disclaimer: Die im Standard-Bericht aufgelisteten Zahlen kann ich nicht verifizieren. Auch geht daraus nicht hervor, ob die Zahlen für den ganzen Sektor, einzelne Institute oder die RZB gelten. Das Buch ist aber bestellt.

Im Falle von Google oben wurde ein Steuersatz von 2,4 Prozent errechnet. Einzelfälle sind das alles nicht. Speziell Österreich mit seiner Gruppenbesteuerung dürfte ein wahres Paradies der Steuer-Optimierer sein. Solche Steuerschlupflöcher sind wohl auch gängige Praxis in der Klientelpolitik gegenüber Konzernen. Wenn nicht: Warum redet niemand drüber und wie argumentiert die Politik deren Fairness?

Ein Witz? Ein Witz!

Mich verwundert, dass niemand lauter gegen diese schiefe Ebene aufschreit. Ich bin kein Kommunist! Firmen und auch Kapital sollten möglichst viele Freiheiten haben – allerdings nicht auf Kosten anderer.

Kleine Steuerrechnung: 1 Prozent angeblich bei Raiffeisen. Mein Steuersatz liegt – auswendig weiß ich es nicht – irgendwo zwischen 35 und 45 Prozent.

Ist das eine Neid-Debatte?

Hell, Yeah! Warum darf man nicht neidisch auf solche Steuersätze schauen? Überhaupt sollte man diesem Wort den negativen Touch nehmen. Es wird allzu oft als Killer-Phrase der Ewig-Gestrigen-Lobbyisten missbraucht.

Facebook: Grenzen des Wachstums?

Für ein Buch wollte ich heute mal das Wachstum bei Facebook recherchieren. Und ich stieß dabei auf Erstaunliches. Eigentlich wollte ich ein Wachstumschart erstellen, bei dem eines herauskommt: Das Wachstum bei älteren Nutzern ist höher als bei jungen.

Meine Annahme wurde bestätigt, aber die Zahlen haben mich überrascht. Es sieht aus, als gäbe es eine Flucht junger Zielgruppen von Facebook. Zwar gibt es bei den Unter-30-Jährigen noch immer Marktanteile zwischen 50 und 90 Prozent. Aber viele scheinen das soziale Netzwerk zu verlassen.

Facebook leidet unter Nutzer-Schwund

Die Entwicklung im Detail: Nach Altersgruppen (13 bis 64 Jahre von links nach rechts). Die Zahlen spiegeln die Differenz zwischen 7. Juli und 5. Oktober 2010 wieder – eine Zeitspanne von genau 90 Tagen. Insgesamt verließen in dieser Zeit rund 34.000 Nutzer das soziale Netzwerk.

Facebook: Nutzer-Schwund in Österreich

Weil ich mir keinen rechten Reim auf die Zahlen machen kann, stelle ich die Rohdaten auch online. Wer will, kann mit den Zahlen „spielen“ und vielleicht gibt es ja – abseits der Ungenauigkeit der Facebook-Zahlen – ja eine Erklärung. Eure Deutungen bitte in die Kommentare.

Die Daten sind sehr umfangreich und beinhalten detaillierte Zahlen zu Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie eine grobe Statistik für alle Staaten. Online bei Google Docs: goo.gl/tfvI

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Icons (cc) Andrea Austoni und Ivan Boyko

Kärnten hat für immer verloren

Sechs aus meinem engsten Freundeskreis verlassen gerade Kärnten. Zwei zieht es gerade nach Wien, zwei gehen nach demnächst nach Salzburg, einer will so bald wie möglich nach Berlin und eine siedelt nach Graz.

Danke an Franz Miklautz für die Videogelegenheit! Und sorry für die Sonnenbrille. Die Sonne ist in Kärnten NICHT vom Himmel gefallen. Ganz im Gegenteil – sie stach ganz schön vom Himmel.

In den letzten 15 Jahren sah ich mehrere Dutzend Schulkolleginnen und -kollegen, Freunde oder Bekannte ihre Sachen packen und nach Wien, Graz, Innsbruck, Salzburg oder ins Ausland abwandern. Für immer. Bis auf ganz wenige Ausnahmen galt: Wer ging, kam nie wieder zurück.

Der Aderlass an geistiger Kapazität, den dieses Land erleiden muss, ist nicht nur schlimm. Er ist existenzgefährdend.

Die Gründe sind ebenso vielfältig wie verständlich: Es mangelt einerseits an Zukunftsperspektiven sowie an guten und gut bezahlten Jobs. Wer an einer TU oder WU studiert hat, dem hilft es nichts, wenn hier der Tourismus gefördert wird. Andererseits sind die unendliche intellektuelle Leere und der geistige Stillstand tatsächlich zum Kotzen. Die nicht enden wollende Vereinnahmung des ganzen Landes durch eine gierige und machtbesessene Kaste an Politikern – gemeint sind Politiker jeder Couleur – für die Ihren tut ihr weiteres.

Die Politik erkennt nicht einmal die Tragödie, die hinter dieser Abwanderungswelle steckt. Landeshauptmann Gerhard Dörfler meinte etwa im Juli dazu:

„Da sieht man, wie tüchtig Kärntner sind, wenn sie Weltkonzerne leiten. Dass sie international tätig sind, das ist – wie soll ich sagen? Die österreichische Nationalmannschaft spielt so lange gut, wie sie Legionäre hat – was weiß ich – Prohaska in Italien, Krankl bei Barcelona und so weiter und so fort. Es ist doch positiv für den Standort Kärnten, dass es auch Kärntner gibt, die international im Bereich der Wirtschaft tätig sind.“

Übersetzt: Dörfler findet es gut, wenn möglichst viele gute Leute außer Landes tätig sind.

Bewusstsein oder gar Lösungskompetenz für die Probleme der Zukunft zu erwarten, ist – angesichts einer Landespolitik, die sich ausschließlich mit der Vergangenheit zu beschäftigen scheint – hoffnungslos.

Was ist von Leuten zu erwarten, die Millionen für Eigenwerbung ausgeben müssen, weil sie so uninteressant geworden sind, dass niemand freiwillig über sie berichtet? Wenn Kärntens Politiker Innovationskraft beweisen, dann mit der Einführung der kaufbaren Demokratie. Die ist hierzulande spätestens seit dem 1. März 2009 Realität. Angesichts der Menge an – auf Kosten der Allgemeinheit bezahlten – Inserate musste der Eindruck entstehen, dass lediglich Gerhard, Uwe und Harald überhaupt Arbeit für das Land leisteten.

Inserate, geschalten im LT-Wahlkampf 2009. Kleine Zeitung, 1.1. - 25.2.

Eine Mischung aus Ideenlosigkeit, Machthunger und Ausbeutung von Ressourcen der Allgemeinheit für sich selbst oder höchstens das eigene Klientel ist gefährlich, weil sie in einer Spirale aus geistiger Armut und wirtschaftlicher Stagnation nur einen Weg kennt: den nach unten.

Was darf man von Personen erwarten, die jahrzehntelang mutwillig Konflikte (Ortstafeln) schüren, nur um damit politisches Kleingeld waschen zu können? Den gelernten Kärntner wunderte es nur wenig, als Landtagspräsident Josef Lobnig in Zusammenhang von einer Nordkorea (!) verherrlichenden Fotoausstellungen im Landhaus die Freiheit der Kunst betonte, kurz darauf auf die Verleihung des Europäischen Bürgerpreiseses für die Konsensgruppe im Wappensaal des Landhauses untersagt.

Wenn der Politik alles zugetraut und die Hemmschwelle des Wunderns Tag für Tag nach unten nivelliert wird, hat die Zivilgesellschaft versagt. Widerstand? Der ist längst gebrochen.

„Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht“, heißt es im Volksmund. Es hat einen Grund, dass in diesem Land alles Neue erst einmal als Bedrohung angesehen wird. Diese Angstkultur wird in Kärnten seit Jahrzehnten gehegt und gepflegt. Es soll nur ja keiner auf die Idee kommen, etwas Neues auszuprobieren. Verdächtig wird, wer sein Blickfeld über den Tellerrand hinaus ausdehnt.

Subtil macht ein Cocktail aus Technologiefeindlichkeit und bewusster Manipulation die Massen trunken. Zahlen und Statistiken, die ein angebliches Technologie- und Wirtschaftswunder beweisen und von der wahren Situation ablenken sollen, sind sehr schnell entzaubert.

Kärnten erstarrt zusehends zum Brauchtums-Museum mit täglichem Freibier für die eigene Clique. Es scheint, als könne nichts diesen Trend aufhalten oder gar umkehren. In Wien leben bereits mehr Kärntner als Villach Einwohner hat. Warum wohl?

Statt Heimatherbste, Dirndln und Kärntner-Anzüge bis zum Exzess zu subventionieren, sollte jener Beton aus den Köpfen der Leute gekratzt werden, der jahrzehntelang in diese gegossen wurde. Statt Fahnen zu verschenken, Dauerreklame zu buchen oder mit Werbegeschenken um sich zu werfen, sollten Büchereien eingerichtet, Schulen adäquat ausgestattet oder Datenautobahnen verlegt werden.

Was fehlt, sind Signale einer dringend nötigen und tiefgreifenden Erneuerung des Landes. Es gibt niemanden, der ein größeres Bild, eine Vision, hätte, wohin dieses Kärnten steuern soll.

In diesem Land wird eine Kultur gepflegt, die gewaltige Chancen – wie sie etwa in der Zweisprachigkeit liegen würden -nicht nur nicht erkennt, sondern schon im Keim erstickt, weil sie Fremdes enthalten könnten. Es wird ein Klima geschürt, in dem selbst die liberalsten Menschen (dazu zähle ich mich) zu Intoleranz erzogen werden. Ja, ich gebe zu, hinter jeder Trägerin und jedem Träger eines Kärntenhemds einen BZÖler oder FPKler zu sehen.

Gut, dass ich es gerade noch rechtzeitig erkannt habe. Ich versuche, diese Vorurteile abzubauen.

Denjenigen, die kommen wollen, werden mit aller Gewalt daran gehindert. Ihnen werden Steine in den Weg gelegt, sie werden missachtet, an der Integration gehindert oder gar – dazu reicht der bloße Verdacht auf Straffälligkeit – in die Einöde auf die Saualm verbannt.

Niemand käme auf die Idee, schon Ausweisungen beim bloßen Korruptionsverdacht auszusprechen. Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet in Gebieten mit dem geringsten Ausländeranteil diejenigen den größten Zulauf haben, die vor diesen warnen.

Meine Erwartungen? Null. Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken und es wäre hoch an der Zeit, die Köpfe auszutauschen.

Politiker wie Valentin Inzko oder Christoph Zernatto würden dieses Land wieder zum Blühen bringen. Die geistige Nahrung Intellektueller wie Peter Turrini oder Josef Winkler wäre ebenso dringend nötig wie das eine oder andere (häufiger ausgesprochene) mahnende Wort von Wirtschaftstreibenden wie Herbert Liaunig oder Monika Kircher-Kohl. Selbst einem Udo Jürgens müsste man nach der Lektüre seiner Interviews Gewicht geben.

Ich wage, zu behaupten, dass fast jeder andere Kärntner mit ein wenig Demut, Hausverstand und Ehrlichkeit besser wäre als die vielen Petzners, Tauschitze, Scheuchs, Dörflers, Dobernigs, Martinze, Holubs oder Kaisers, die dieses Land geradewegs in den Abgrund fahren und sogar nach der Klippe noch aufs Gaspedal drücken.

Alternativen wird es aber auch zur nächsten Wahl 2014 nicht geben. Mit brutalem Mitteleinsatz – freilich auf Kosten der Steuerzahler – werden Land und Leute weiterhin in Geiselhaft genommen. Die Politik wird so weiterhin sehr effizient dafür sorgen, dass mehr und mehr Denkende das Land (fluchtartig) verlassen.

Dieses Land hat wahrlich Besseres verdient. Zur Mittelmäßigkeit verdammt zu sein, ist in der derzeitigen Lage und bei den aktuellen Perspektiven noch ein Kompliment.

Ich sehe diesen Artikel als meinen Beitrag zum 10. Oktober an. Das ist mein Denkanstoß für Kärnten.

Und ja: Ich bleibe hier! Das ist eine (gefährliche) Drohung an alle, die ihre Macht in diesem Land gegen das Wohl seiner Bürger einsetzen.

Offener Brief an die nöm

Sehr geehrte Marketing-Menschen der nöm!

Schon bisher kaufte hin und wieder gerne ein FruFru (Super-Joghurt, übrigens). Heute griff ich auch wieder ins Milchregal, diesmal aus umso größerer Überzeugung. Warum? Weil ich die Geschichte über zweisprachig beschriftete Milchpackungen gelesen habe.

Erst war ich schockiert von den empörten Stellungnahmen unter diversen Artikeln in Österreichs Online-Medien. Es legte in drastischer Weise die Dummheit mancher Argumente offen.

Dann habe ich nachgedacht und muss Ihnen gratulieren. Sie haben als privates Unternehmen nicht nur einen Beitrag zu Verständigung sondern wohl zum verstärkten Verkauf heimischer Produkte geleistet (zumindest bei mir). Ich muss Ihnen gratulieren zur Aufmerksamkeit, die Sie so bekommen haben. Welches Medium schreibt heute noch über Milchpackerln? Wie sonst wären Sie auch auf diesen Blog gekommen?

Ich hätte aber auch eine Idee, die Sie auf diesem Bild schon erkennen können. Wie wäre es mit zweisprachigen (slowenisch-deutsch) Milchpackerln in Kärnten? Rund um den 10. Oktober – den Feiertag der Volksabstimmung – könnten Sie so mit uns das Gemeinsame in Kärnten feiern.

Wie wär’s damit? Die Aufregung in Kärnten wäre garantiert 🙂

Ihr Georg Holzer

OpenGov am World Blogging Forum 2010

Am 13. November findet das World Blogging Forum Vienna 2010 statt. Das heurige Thema ist „The Future of Digital Media“.

Ein Track soll sich ausschließlich mit dem Thema OpenGovernment/OpenData beschäftigen und mir wurde die Ehre zuteil, diesen Track inhaltlich zu gestalten.

Mich freut ganz besonders, dass das Thema Transparenz auch in der Wirtschaft als immer wichtiger angesehen wird. Hauptsponsor des WBF 2010 ist die A1 Telekom Austria und auch von dieser Seite kam der Wunsch für diesen Track. Dabei ist es keine drei Wochen her, dass die seinerzeitige Teilprivatisierung der Telekom (Stichworte Meischberger, Hochegger, Grasser) selbst für wilde Gerüchte und politische Diskussionen sorgte.

Gesucht sind nun zwei internationale Blogger. Kennt ihr Blogger, die sich mit dem Thema Transparenz, Politik, OpenData beschäftigen? Vorschläge bitte in die Kommentare. Danke!

Daten von Facebook-Admins benötigt

Gerade habe ich mir das neue Statistik-Panel von Facebook angeschaut und war erstaunt. Bei allen Seiten, die ich betreue gibt es einen – teils eklatanten – Männer-Überhang.

Gefragt sind alle Facebook-Seiten-Admins: Könnt ihr mir einen Screenshot wie den unten schicken? Dazu einfach auf http://facebook.com/insights gehen, dort „View Insides“ drücken und dann unter „Nutzer“ auf „Einzelheiten anzeigen“ klicken. Bitte gebt auch die Url der Facebook-Seite an, damit ich sie mir anschauen kann. Die Daten brauche ich nur für die Auswertung – sie werden nicht einzeln, sondern nur aggregiert veröffentlicht!

Mich interessiert nur der Teil mit der Prozent-Verteilung wie unten. Folgenden Fragen will ich damit auf den Grund gehen:

  • Drücken Frauen oder Männer öfter auf „Gefällt mir“?
  • In welchen Altersgruppen werden Seiten am häufigsten genutzt?

Bitte an die E-Mail-Adresse: email@digirati.eu. DANKE! Die kumulierten Ergebnisse werden selbstverständlich hier für alle veröffentlicht.

Angst vor bewaffneten Irren

Eben kam ich nach Hause und während meine Begleitung vor dem Haus noch schnell telefonierte, schaute ich in die Auslage des Waffengeschäfts im Nachbarhaus. Was ich da sah, erschreckte mich im Mark.

Nach jedem Amoklauf will man Computerspiele verbieten. Aber automatische Waffen kann jeder frei kaufen? Österreich als Paradies der Waffennarren und Waffenlobby?

Als ich mich etwas eingelesen habe, stellte ich fest, dass dies nicht tatsächlich eine Heckler & Koch MP5 ist. Es ist eine Replika des ehemaligen Maschinengewehrs der GSG9, der Navy Seals und (möglicherweise) der RAF (siehe Logo). Es ist „nur“ eine Gaswaffe, die aussieht wie ein Maschinengewehr.

Angeblich kann man mit dem 4,5 mm-Stahlgeschoss niemanden töten, lese ich weiter im Web. Angeblich. Dass ein Irrer damit aber zweifellos Menschen schwer verletzen kann, scheint allen relativ egal zu sein. Der Preiszettel verrät nämlich: „FREI VERKÄUFLICH“. Im Klartext: Jeder Irre kann sich so ein Teil besorgen und mit Stahlkugeln um sich ballern.

Übrigens: Aus einem Kommentar auf Facebook lese ich, dass es weit Schlimmeres – etwa Schrotflinten – auch frei zu kaufen gibt.