Video: Die Alpen glühen …

Logo Alpenglühen… zwar noch auf Sparflamme, aber sie glühen. Social Networks sind ja bekanntlich der letzte Schrei und jetzt kommt noch ein weiteres dazu. Alpengluehen.com nennt sich ein Startup aus Österreich, das mehr Beachtung finden sollte.

Es ist eines von ganz wenigen Web 2.0-Startups aus Österreich und das einzige, das ich näher kenne.

Was ist Alpenglühen?

Xing: Business-Kontakte
Facebook: Freundesnetzwerk
StudiVZ: Studienkollegen
Alpenglühen: Freizeit und Sport in den Alpen

Damit ist eigentlich schon fast alles gesagt. Es soll ein soziales Netzwerk rund ums Thema Freizeit und Tourismus sein. Es richtet sich an alle, die sich zum Gipfelsturm, Schifahren, Wandern, Raften oder ähnlichem verabreden und Gleichgesinnte treffen wollen.

Die Nutzerzahlen:
Eben waren laut der Site 194 Nutzer online, insgesamt gibt es erst 568 registrierte Mitglieder.

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Winzige, fast mikrige Zahlen, wurde Alpenglühen doch schon vor mehr als einem Monat (am 1. Oktober) gelauncht. Damals legte die Site aber einen schlimmen Start hin – nichts klappte in den ersten paar Stunden. Auch wenn die meisten Bugs mittlerweile beseitigt sind, das könnte einige Nutzer abgeschreckt haben. Zudem ist der Launch ziemlich still – beinahe unter Ausschluss der Blogosphäre – vor sich gegangen. Niemanden hat’s scheinbar interessiert und auch ich blogge erst jetzt zum ersten Mal drüber. Spät, sehr spät.

Was kann Alpenglühen?
Wie gesagt: Es ist ein Social Network und entsprechend steht das Vernetzen der Nutzer im Vordergrund.

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Wer will, kann eingeben, wofür er sich interessiert und aufgrund der Interessen in den Profilen anderer Nutzer nach interessanten Leuten suchen. Klar, dass da auch eine Mini-Partnerbörse nicht fehlen darf. Praktisch, die Leute-Suche lässt sich auf einen Umkreis von X Kilometern um den eigenen Wohnort oder das Urlaubs-/Schi-/Wander-Ressort einschränken.

Daneben will man auch noch zum Informations- und Bewertungsportal rund um Outdoor-Aktivitäten werden. Nutzer können von Schihütten bis zu Seilbahnen alles bewerten, was ihnen unterkommt. Eine kleine Redaktion darauf schaut, dass nicht geschummelt wird. Außerdem gibt es allerlei Insidertipps (zu Kulinarik, Kultur, Nightlife, Familie und mehr) von Nutzern oder der Redaktion.

Wer will, kann einen Freizeit-Blog mit Einträgen füttern, Fotos und Videos hochladen.

Genial finde ich die Wetterinformationen, die optisch die besten in Österreich sind. Einzigartig ist auch der Lawinenwarndienst. Laut den Gründern ist Alpenglühen die einzige Site in Österreich, wo man einen Komplettüberblick über die Lawinensituation bekommt.

Das Angebot variiert zwischen Sommer- und Wintersaison. Im Herbst und Winter stehen Schifahren oder Thermen im Vordergrund, im Frühjahr und Sommer sind es das Wandern und die Seen.

Das Geschäftsmodell:
Werbung wird es auf der Site nicht viel geben, stattdessen setzt man auf Premium-Dienste. Die Benutzung der Site – inklusive Schreiben von Nachrichten unter Nutzern – ist kostenlos. Allerdings gibt es einiges, das man nur mit der Platinum-Mitgliedschaft machen kann. So wird man zwar auf Wunsch per Mail über Besucher am Profil benachrichtigt – wer diese waren, erfährt man aber nur, wenn man bezahlt. Insgesamt ist die Site aber – anders als etwa Xing (Bezahlen fürs Nachrichtenschreiben ist für mich schon fast Nötigung!!!!) – gratis absolut benutzbar.

Das Platinum-Upgrade kostet ab 2,95 Euro pro Monat (bei jährlicher Zahlung), kann aber auch durch Erstellung von Content (durch Punktesammeln) verdient werden.

Dafür soll man einige Ermäßigungen bekommen. Welche das sein werden ist noch nicht klar, weil das Programm erst startet. Denkbar wären aber ermäßigte Eintritts- oder Liftkarten, Freizeit-Versicherungen und vieles mehr.

Das ist für mich der wichtigste Punkt des Ganzen: Touristiker suchen – oft mehr oder weniger verzweifelt – den Kontakt zur Freizeit-Community. Den können sie bei den Alpenglühern bekommen. Je schneller man eine vernünftige Nutzerzahl bekommt, umso interessanter wird’s für die Wirtschaft.

Alpenglühen Platinum

Offenheit:
Derweil ist Alpenglühen gleich verschlossen wie Xing, Facebook, MySpace und all die anderen Social Networks. Allerdings ist man offen für APIs. Als erstes will man einen Weg anbieten, die Lawinen-Infos einfach allen anderen Sites anzubieten, die das wollen. Mal sehen, was da in Zukunft noch kommen wird.

Mein Fazit:
Ich muss vorwegnehmen, dass ich kein großer Social Networker bin. Gut möglich auch, dass ich das mit einer zu rosaroten Brille sehe. Die Alpenglüher kommen aus meiner Stadt, wo im Web sonst so gut wie nichts passiert. Würde dieses Startup abheben, gäbe es einen kleinen Ruck durchs Land. Zudem sind mir die Gründer sympatisch, weil – selten genug – in Kärnten einmal etwas ohne Zuschüsse des Steuerzahlers passiert.

Insgesamt glaube ich an den Erfolg von Alpenglühen, weil …

  • … Freizeit und Urlaub den Leuten immer mehr an Wert gewinnen. Warum es dafür bislang keine gutes, umfassendes Web-Angebote gab, ist mir rätselhaft.
  • … Alpenglühen für mich einzigartig ist. So etwas wie das kenne ich noch nicht.
  • … weil das Geschäftsmodell aufgehen könnte. Die Verzahnung von On- und Offline stimmt und die Tourismus-Regionen in Österreich sind budgetär recht gut bedient. Zudem werden gerade im Tourismus Online-Aktivitäten immer wichtiger.
  • … die Gründer das Web und seine Eigenheiten verstehen.

Ich habe aber auch Kritikpunkte:

  • Ich sehe wenig Internationalisierungs-Potenzial, auch wenn Österreich eines der touristisch bedeutsamsten Länder der Welt ist. Nach der Schweiz und Südtirol ist vermutlich auch schon Schluss. Wichtig wäre es, die vielen Deutschen ins Boot zu holen, die hier auch urlauben. Ihnen könnte man damit eine „virtuelle Heimat in Österreich“ geben.
  • Der Launch: Vermutlich wäre es klüger gewesen, nicht mit allen Features zugleich zu starten, sondern diese nachzuschieben. So wären möglicherweise einige Bugs beim Start zu vermeiden gewesen.
  • Die Aufmachung müsste noch vereinfacht werden. Wie, das weiß ich auch nicht so ganz – aber vieles muss offensichtlicher werden.
  • Offenheit: APIs, Integration von OpenSocial etc. werden noch kommen, fehlen wir aber derzeit.
  • Kommunikation: Warum die beiden Gründer (Marcus Bitter und Michael Gutternig) noch keinen Blog haben, weiß ich nicht.

So, und jetzt zum – im Titel versprochenen – Video-Interview mit den Gründern. Dauer: 42:35 Min.

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Mein Produktivitäts-Tief

Wie ja schon einige erraten haben, gehört mir nun ein nagelneues Macbook Pro. Ich bin also seit genau einer Woche ein Umsteiger, auch Switcher genannt. Das hat weniger damit zu tun, dass ich mit Windows ganz unzufrieden wäre. Vielmehr war ich wieder einmal neugierig und ein neues Notebook war nach vier Jahren ohnehin fällig. Für den Fall, dass alles daneben geht, kann ich immer noch Windows drauf laufen lassen – und das auch noch schnell!

MacBook Pro

Ich habe die ganzen 90er Jahre durch Macs genutzt, bin dann trotz oder gerade wegen MacOSX 10.0 wieder zurück zum PC gewechselt. Der Umstieg fiel mir also gar nicht schwer, war aber teuer (ein paar Software-Lizenzen, neue Datenkarte etc.). Aber: Die ganze Fanboy-Diskussion ist völlig fehl am Platz, weil man die meiste Zeit ohnehin in Applikationen verbringt und die sind da wie dort meist dieselben. Es geht um Produktivität und nicht um Kult!

Derweil bin ich aber in einem echten Produktivitätstief. Ich habe ein Problem und bitte dabei euch inständig um Hilfe! Nichts ist mehr „in sync“. Womit hält man einen PC, ein Macbook und ein Windows Mobile 6-Handy stets aktuell? In der reinen Windows-Landschaft ist das easy: Du besorgst dir einen Exchange-Zugang und alles läuft rund. Am Mac gibt’s halt nur Entourage und das ist … (ohne Worte).

Meine Idee: Es müsste doch auch mit Gmail/Google Calendar klappen. Habt ihr Erfahrungen damit? Womit synct ihr diese Inhalte? Adressbuch, iCal und Mail könnte auch Zimbra abgleichen. Kennt sich damit wer aus? Was gäbe es für Alternativen?

Was ist euer Outlook-Ersatz am Mac? Ich kenn mich einfach nimmer aus. Danke euch!!!

gPhone: Handy aus dem Baukasten

Auch wenn die Gerüchte zum Schluss gestimmt haben: Google hat wieder einmal alle überrascht. Anstatt ein gPhone auf den Markt zu werfen, greift man Microsoft und Nokia frontal an. Und nebenbei ändert man auch noch die Spielregeln der Mobilfunkbranche.

Das sagenhafte Google-Phone ist kein Handy, sondern ein Baukasten namens Android. Anstatt sich mit einem einzigen Handset-Hersteller zusammen zu tun, holte man mit HTC, Motorola, LG und Samsung gleich vier Schwergewichte an Bord. Google will nicht ein gPhone, sondern tausende, meinte denn auch CEO Eric Schmidt heute bei der Präsentation der Mobilfunkstrategie. Recht hat er.

Android ist – sehr vereinfacht gesagt – eine Art Baukasten mit Empfehlungen für Hardware und kostenloser Software sein. Größter Vorteil: Es ist eine Plattform, die günstige und rasche Entwicklungen ermöglicht. Man besorgt sich einfach ein paar Leiterplatten, passt die Software an und baut ein ansprechendes Plastikgehäuse rundherum. Erste Handys sollen bereits im ersten Halbjahr 2008 erscheinen. Der SDK soll schon kommende Woche (vermutlich als Beta) untes Volk gebracht werden.

Anders als bei anderen Gadgets, könnten die Hobby-Designer diesmal gar nicht so falsch gelegen sein. So könnten die gPhones alias Andoiden tatsächlich aussehen:

gPhone “Designstudien”

Und was wird das gPhone denn können:

  • Es wird viele verschiedene Versionen geben – vom „dummen“ Smartphone bis hin zu voll ausgestattenten PDAs mit 3G-Datenfunk, GPS-Navigation und Multimedia-Features.
  • Es wird – nona – auf Linux basieren, der SDK und alle anderen Tools sollen unter GPL V2 freigegeben werden.
  • Alle möglichen Google-Dienste sollen drauf laufen. Sollen, denn wie sehr Google die Hersteller dazu verpflichten kann, steht noch auf keinem Blatt.
  • Es werden wohl sehr innovative Geräte dabei rauskommen. Geräte deshalb, weil es ja nicht immer nur Mobiltelefone sein müssen. Wer weiß, was man mit der Plattform alles anstellen kann …

Noch interessanter sind die Auswirkungen, die Android-Handys auf die Mobilfunkbranche haben könnten.

  • Die Mobilfunkbetreiber werden immer unwichtiger:
    Es ist klar, dass Google im Vordergrund stehen wird und nicht die T-Mobile & Co. Was auf sie zukommt, werden sie erahnen. Dabei sein ist alles … was sie noch tun können. In Hinkunft werden sie zu Datenspediteuren, wie es heute schon die Internet-Provider sind. Auch dort sorgen Google, Yahoo und Microsoft für den Mehrwert und die Mehreinnahmen in Form von Werbung.
  • Location Based Walled Gardens:
    Wenn es etwas gibt, das Mobilfunkbetreiber hüten, wie den Augapfel, dann sind das die Positionsdaten ihrer Kunden. Es könnte ja sein, dass damit jemand – mit Zustimmung des Endkunden – Geld verdient. Wenn, dann sollte es der Betreiber selbst sein.
    Mit diesem Mauern hat man sich selbst zuzuschreiben, dass es auch heute noch kaum location based Services gibt.
    Dass das Google Phone den Maps-Dienst mitbringt, ist so sicher wie das Amen im Gebet. Bei immer günstigeren Preisen wird auch immer öfter GPS mit an Bord sein.
    Über definierte Schnittstellen und hoffentlich auch der Zustimmung des Kunden könnten Das ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sich ein Walled Garden selbst ad absurdum führt.
  • Werbung wird sich ändern:
    Keine Frage, AdSens wird dabei sein – nona! Google ist längst schon keine Suchmaschine, sondern ein Riesen-Werbeunternehmen. Und mobil soll die ja noch besser wirken als stationär.
    Nicht nur im Mobilfunk wird sich einiges tun, auch auf den Rest der „Old Economy“ kommen große Veränderungen zu. So steigt der Druck auf alle, online und mobil Werbung zu schalten.
    Fragt sich der Nutzer wo denn die nächste Pizzeria ist, wird wohl nur zu der geleitet, die dafür auch bezahlt. Ob das auch die nächstgelegene ist, werden viele Kunden gar nicht wissen. Welche Pizzeria kann sich da erlauben, nicht mit dabei zu sein.
  • Breitseite gegen Microsoft:
    Ich getrau mich jetzt, zu wetten. Es ist nur noch eine Frage, bis Gmail, dessen Kontaktverwaltung und Google Calendar integriert werden. Das wäre ein Frontalangriff auf Microsofts Exchange-Server. Bis dann noch ein Sharepoint-Clone (Wiki) kommt, wird wohl nicht mehr viel Zeit vergehen. Google Docs wird vermutlich mit der Zeit auch nicht schlechter.
    Google positioniert sich somit auch in der Enterprise als wesentlicher Player. Für KMUs dürfte es nicht mehr lange dauern, wenn sie beim Suchmaschinenbetreiber eine passende Alternative finden.
  • Andere Handset-Hersteller:
    Sie müssen sich schon seit dem iPhone anstrengen, besser zu werden. Nokia oder SonyEricsson werden sich beeilen müssen, ihre Handsets noch netztauglicher zu machen und eventuell Partnerschaften (mit Yahoo?) einzugehen.
  • Der Preisdruck steigt:
    Wenn stimmt, was Google und seine Partner von der OpenHandsetAlliance heute in einer Telefonkonferenz verkündet haben, werden Handys in Zukunft deutlich billiger.
  • Werbung macht’s kostenlos:
    Denkt man ein wenig weiter, könnte Gratis-Mobiltelefonie absolut eine Zukunft haben.

Google in jeder Tasche, das ist mächtiger als alles, was es bislang gab. Man stelle sich vor, dass in vielen Ländern das Handy der erste Kontakt mit dem Internet darstellt. Wenn jemand mit Google aufwächst, warum soll jemand noch Yahoo oder erst recht Microsoft brauchen?

Noch mehr zum Thema/Worth reading:

Gesucht: Die Gadget des Jahres 2007

Ich schreib ja auch die Technik-Seiten einiger österreichischer Tageszeitungen. Dabei brauch ich euren Rat: Was waren die Produkte des Jahres 2007 für Euch? Es können aber auch Zukunftstechnologien sein, die heuer aufgekommen oder abgehoben sind. Oder freakige Dinge, die heuer erschienen sind.

Danke für Eure Mithilfe!

Meine Top drei seien hier natürlich auch verraten:

  1. Das iPhone:
    Ich weiß, es wird ohnehin genug gehypt und erst Version 1.0. Es ist ein Mobiltelefon, das nicht alles hat, alles kann und auch die Texteingabe ist zumindest gewöhnungsbedürftig. Aber Apple hat es geschafft, dass sogar mein Großvater und meine Mutter hier mitreden können.
    Es hat auch Auswirkungen auf andere Hersteller: Durch das iPhone stieg der Druck, besser werden zu müssen. Es zeigt, wie ein Mobiltelefon sein kann – bislang waren viele Geräte für eine breite Zielgruppe höchstens zum Telefonieren nutzbar.
    Außerdem veränderte es die Nutzungsgewohnheiten, mobile Dienste wie Maps, E-Mail oder Webbrowsen kamen erst durch das iPhone – zumindest in den USA – ins kollektive Bewusstsein.
    Und schlussendlich: Kein anderes Gadget hat es geschafft, in so kurzer Zeit eine so hohe emotionale Bindung bei seinen Nutzern (auch in Klagenfurt gibt es welche) zu erreichen.
    Das Geschäftsmodell von AT&T/T-Mobile/Apple würde eigentlich einen Punkteabzug bringen, aber zum Glück gibt’s ja Mittel und Wege drum herum.
  2. Social Networks:
    Im Mai 2007 setzte sich meine beste Freundin vor meinem Laptop und wollte sich „diese komische VZ-Seite“ ansehen, von der sie ständig Einladungen bekommt. Sie blieb sitzen. Über drei Stunden war sie nicht mehr ansprechbar, sondern im Banne ihres neuen und alten Freundeskreises.
    Zwar sind Sites wie StudiVZ, Facebook, Xing & Co. keine Innovationen von anno 2007 (und manchmal auch gar nicht innovativ), doch zumindest in meinem Freundeskreis haben diese Sites heuer abgehoben. Das Web gehört nicht mehr den Geeks alleine.
    Interessant in diesem Zusammenhang ist aber auch, dass nirgendwo so viel übertrieben wird, wie beim Thema „Social Web“. Bei Google, Yahoo und Microsoft wohl auch gibt’s eigene Leute, die nur drüber nachdenken, wie man selbst E-Mail mit Komponenten des Social Networkings anreichern kann. Man braucht nur was Soziales einbauen und schon läuft’s. Scheinbar.
  3. Die Blu-ray-Disk:
    Ich könnte auch HD-DVD schreiben. Warum soll das toll sein? Ganz einfach, weil es eine Lektion sein wird, die Elektrofirmen deutlich spüren werden. Sie werden lernen, dass es nichts bringt, gegen den Konsumenten und nur fürs eigene Lizenzgeschäft zu arbeiten. Je länger diese Formate parallel bestehen, umso eher müssen deren Proponenten selbst Einbußen hinnehmen.
    Zu allererst verlieren sie durch immer höhere Bandbreiten, die HD-Filme auf Abruf im Web ermöglichen.
    Andererseits werden die großen Player (Toshiba vs. Sony/Philips) wohl niemals Player des jeweils anderen Lagers verkaufen – auch wenn das schlussendlich gewinnt. Und selbst bis dahin werden sie nicht viel Geld verdienen, weil der Preiskampf zwischenzeitlich mörderisch wurde. In den USA gab’s letzte Woche einen Toshiba HD-DVD-Player für 98 Dollar …

Daneben gäb’s noch viel mehr, das mir grad einfällt: Etwa den Zune (ja, ich stehe dazu) oder Microsofts Surface, das MacBook Pro als schnellstes Windows-Notebook, das Nokia 6110 und der N95 sowie Wii und PS3, die ebenfalls heuer ihren Europa-Start hatten.

Und eure Top 3 des Jahres 2007? Ich bin gespannt, wie ein Regenschirm!

Die 10 größten Vista-Sünden

Microsoft kann einem wirklich leid tun: Es gibt niemanden, der Windows Vista nicht als größten Flopp aller Zeiten bezeichnet. Man erntet Beifall von allen Seiten, wenn man nur sagt, dass Vista schei.e sei. Verbraucherorganisationen rufen gar zum Vista-Boykott auf. Und nicht einmal Microsoft-Mitarbeiter verteidigen ihr OS und weisen in Diskussionen auf deren Vorzüge hin.

Ich trau mich zu sagen, Vista ist gar nicht so schlecht, wie alle tun. Es ist das stabilste Betriebssystem, das ich je genutzt habe. Seit Beginn der Betaphase an der ich teilnahm, hatte ich keinen einzigen Systemabsturz – und das in fast zwei Jahren! Es ist zweifelsfrei auch das sicherste Windows aller Zeiten und deren Neuerungen tragen dazu bei, produktiver zu arbeiten sowie schnell und einfacher zum Ziel zu kommen. All das ist derzeit unpopulär.

Durch das ständige und immer lauter werdende verbale Einschlagen auf Vista sind mehr und mehr ganz normale Konsumenten verunsichert. Entweder warten sie mit einem Computerkauf ab oder sie suchen nach Alternativen. Alternativen, die Apple für viele bietet.

Was Microsoft wirklich beängstigen muss, sind Bilder wie dieses:

Journalismus-Lehrgang an der Uni Missouri, Herbst 2007

Die letzte Horror-Meldung: Der Vista-Absatz soll von monatlich 10 Millionen Kopien im Sommer auf nunmehr 9,3 Millionen im September gesunken sein.

Da ist so viel schief gelaufen, dass man unzählige Case-Studies füllen könnte. Hier meine Liste der zehn größten Fehler bei Windows Vista:

  1. Timing:
    Vista kam einfach zu früh. Tatsache ist, dass Vista mit jedem Update besser wird. An jedem Patchday werden nicht nur Lücken gestopft, sondern auch Fehler ausgebessert. Microsoft wurde mit dem hochkomplexen Betriebssystem einfach nicht rechtzeitig fertig. Statt das einzugestehen und sinkende Aktienkurse zu riskieren, machte man erste Nutzer einfach zu Betatestern. Mittlerweile – das traue ich mich zu sagen – ist es aber reif für den Markt.
    Dass viele meinen, auf das Service Pack 1 warten zu müssen, kann ich nicht verstehen. Soviel man davon bis jetzt hört, ist es größtenteils eine Sammlung von Patches und bringt keine neuen Features mit. So gesehen habe ich derzeit Vista SP 0.7 installiert.
  2. Hardware-Voraussetzungen:
    Warum ist man nicht einfach ehrlich und sagt, dass man für Vista einen Dual-Core-Prozessor, zwei Gig Arbeitsspeicher und eine Riesen-Festplatte braucht? Als Mindestvoraussetzung wird ein 1GHz-Prozessor, 512 MB Ram und 20 GB Festplattenplatz genannt. Ein Witz!
    In der mangelnden Performance könnte der Grund für den größten Frust von Vista-Nutzern liegen. Bei mir ist das jedenfalls der Fall. Von versprochen kürzeren Bootzeiten merke ich jedenfalls nichts. Während eine nackte XP-Installation mit allen Patches gerade einmal 256 MB braucht, kratzt Vista am Gigabyte. Wofür der so gestiegene Ressourceneinsatz da ist, sehe ich nicht wirklich.
  3. Windows XP:
    In der Meinung vieler ist XP noch lange „gut genug“. Und Microsoft unterstützt sie auch in dieser Meinung. Mit dem Service Pack 3 für XP liefern die Redmonder eine Menge der Sicherheitstechnik von Vista nach. Welchen Grund kann es dann noch geben, Geld fürs Upgrade auszugeben? Fehlt nur noch, dass die systemweite Suche und die grafischen Effekte nachgereicht werden.
  4. Versions-Wahn:
    Wie viele Versionen gibt es von MacOSX? Genau: in einer. Wie viele Versionen gibt es für Windows Vista?
    – Starter
    – Home Basic
    – Home Premium
    – Business
    – Enterprise
    – Ultimate
    Dann gibt’s noch mehrere „N-Versionen“, also Pakete ohne Windows Media Player.
    Wer kennt sich da aus? Kann man nicht einfach nur die Ultimate verkaufen? Alles andere sehe ich als reine Abzocke Umsatz-Optimierungspolitik.
  5. Nicht gehaltene Versprechen:
    Wer kaufte sich gleich am ersten Tag die Ultimate-Version von Vista? Das waren wohl nur die größten Fanboys, weil sie hofften, so in den Genuss von Goodies zu kommen. Dem Versprechen, Ultimate-Extras nachzuliefern ist man auch nachgekommen – etwa mit einem animierten Bildschirmhintergrund (DreamScene), Sprachpaketen (etwa für Chinesisch, Schwedisch, Ungarisch, Griechisch oder Lettisch) sowie dem Spiel Texas Hold’Em’Poker. Ob das den Erwartungen der treuesten Fans gerecht wurde?
  6. Sicherheit, die auf die Nerven geht:
    Eingangs habe ich bereits erwähnt, dass ich Vista für das sicherste Windows aller Zeiten halte. Ist ein Gefühl von mir, diverse – mehr oder weniger unabhängige – Statistiken können das vielleicht belegen.
    Mit ein Grund dafür ist etwa die Benutzerkontensteuerung. Wann immer man etwas tut, das Auswirkungen aufs System haben könnte, wird man mit einem halb-abgedunkelten Bildschirm zur Bestätigung genötigt. Allerdings oft auch unnötig – etwa beim Hinzufügen von Fonts. Das führt schnell dazu, dass der Nutzer so genervt ist, dass er dieses Feature abschaltet – so er es überhaupt findet.
    Grundregel Nr. 1: Sicherheit darf nie auf Kosten des Nervenkorsetts gehen!
  7. Falsches Marketing:
    Kann sich jemand noch an die Kampagne für den Vista-Launch erinnern? Nein? Es war der „Wow-Effekt“. Über Wochen hindurch wurden Bushaltestellen damit tapeziert, ohne, dass irgendein Busfahrer etwas damit anzufangen wusste.
    Wie machte Apple Marketing für Leopard? Es zeigte all die Features in einem mehr oder weniger gut gemachten Video. User Education – das hat Microsoft noch nie verstanden.
    Ich habe darüber auch mit Microsoft Österreich geredet. Dort verweist man mit vorgehaltener Hand auf „die in Redmond, die alles besser wissen.“
  8. Der iPod-Faktor:
    Apples trojanisches Pferd am IT-Markt ist der iPod. Kaum jemand kennt nicht die Einfachheit und Unbeschwertheit, mit der sich der Kultplayer bedienen lässt. Auch das UI des iPhone trug dazu bei, dass viele von den mobilen Playern auf das Betriebssystem schlossen und sich einen Mac gaben.
    Microsoft dagegen tut alles, um nur ja nicht cool zu sein.
  9. Eigene Hardware:
    Gerade bei Micrsofots Partnern zeigte sich in letzter Zeit immer wieder: Sie versagen, wenn es darum geht, Innovationen zu bringen.
    Beispiel UMPC: Die Versprechungen waren groß, mit denen Microsoft an die Öffentlichkeit ging. Der ultramobile PC sollte alles können, was ein normaler Rechner auch kann, nur sollte er eben mobil und leistbar sein. Die Entwickler peilten einen Preis von unter 1000 US-Dollar an. Herausgekommen sind Geräte, die keiner braucht und die bis zu 3500 Euro kosten.
    Zweites Beispiel: Windows Sideshow. Wie viele Notebooks habt ihr schon gesehen, die Gebrauch von einem zweiten Display am Deckel machen? Eines, zwei? Irgendwo im Prospekt oder in der Zeitung? Egal, wie man dazu steht – es geht nix weiter.
    Microsoft schafft es nicht, seine Ideen am Markt zu platzieren, weil seine Partner eine andere Denke haben als Bill Gates. Wie man das ändern könnte? Es müsste einfach nur Microsoft-PCs geben, die der PC-Konkurrenz einheizen würden. Mit einer Referenzserie würde man zwar einige OEMs verärgern, in Summe aber den Markt beleben und ihn für weitere Käuferschichten vergrößern.
    Auch könnte man vorzeigen, wie es wirklich geht: OEMs tendieren dazu, Windows mit so unendlich viel Müll zu beladen, dass einem das Graußen kommt. Redmond muss irgendeinen Weg finden, wie man Vista-Nutzer von diesem Schrott befreit, denn das fällt alles auf den Hersteller zurück. Niemand gäbe Dell die Schuld, wenn Vista zickt – auch wenn irgendein kleines Testprogramme plötzlich den Geist aufgibt. Nur wenige denken an den Kauf eines Antiviren-Programms, wenn die 30-Tage-Testversion auch noch aggressiv beworben wird.
  10. Lagerhallen-Experience:
    Wer jemals nach San Francisco kommt, sollte sich die Kreuzung Market St./Stockton St. ansehen. Dort finden sich neben einander der Apple-Store und ein CompUSA-Laden. Trotz der Nachbarschaft liegen nicht nur Welten, sondern Galaxien dazwischen. Auf der einen Seite adrette Burschen und Mädels, die Technik cool finden und dir jedes Feature auf Mac, iPod und iPhone erklären. Auf der anderen Straßenseite ein Kellerloch mit schlechtem Licht, wo Hardware zwischen Stapeln von leeren DVDs herum gammelt. Das Personal dort: ungebildet und unfreundlich.
    Auch hierzulande ist die „PC-Shopping-Experience“ nur für Geeks ein Hit. Für unbedarfte Nutzer ist nichts vom Einkaufserlebnis übrig.

Eure Meinung zu Vista? Was läuft hier noch schief?

Langes Warten …

Auf was ich warte und warum ich es gekauft hab – darüber mehr, wenn ich mal Zeit habe. Dazu muss ich ausholen, things are changing.

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Freu!

iTunes austricksen

latest_downloaditunes_20070905Amerikaner haben’s immer ein wenig besser – zumindest wenn es um digitale Unterhaltung geht. Bei iTunes können sie nicht nur Podcasts herunter laden und Songs kaufen. Seit Anfang 2007 werden dort auch T-Serien und Spielfilme gegen einen geringen Obulus zum Download angeboten. Und glaubt man den Gerüchten, so wird iTunes in Kürze auch zur Online-Videothek.

Europäer werden ausgebremst, nur wer eine US-Kreditkarte hat, wird dazu vorgelassen. Aber es gibt einen Workaround. Ob der allerdings legal ist, weiß ich nicht – legaler als der illegale Download ist’s auf jeden Fall.

Dazu braucht man allerdings iTunes-Gutscheine (Gift Certificates), die man beim nächsten US-Aufenthalt oder auch über Ebay kaufen kann. Hier die Anleitung dazu:

  1. iTunes-Store ganz unten auf die USA umstellen:
    itunes3
  2. Oben rechts auf „Redeem“ klicken, um den Gutschein einzulösen.
    itunes2
  3. Einen neuen Account einrichten.
  4. Eine Adresse mit dem Wohnsitz in den USA eingeben.
  5. Bei Kreditkarte „None“ wählen.
  6. Fertig!

So kommt man nicht nur in den Genuss von viel mehr Content, den man kaufen kann, sondern erhält auch Freebies, die US-Bürgern vorenthalten sind.

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Und nicht zuletzt spart das angesichts des aktuellen Dollar-Kurses eine Menge Geld: 0,99 US-Cent sind nämlich nur 69 Euro-Cent.

Wenn sich bei Apple jemand an diesem Posting stößt, so braucht man nur darüber nachdenken, wann der Store endlich auch in Europa erweitert wird.

Via Funkstille und MacManiacs.

Offenes Kartenmaterial: OpenStreetMap

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Ich hab mir grad ein neues Handy mit GPS-Navi gekauft. Beim Rumsuchen nach neuen Möglichkeiten auf ein wirklich interessantes OpenSource-Projekt gestoßen: Open Street Map. Google Maps, Yahoo Maps, Virtual Earth und andere dominieren die Webkartografie, Navteq (jetzt Nokia) und Teleatlas teilen sich den Markt für Nativationsgeräte und Handys auf. Daneben wächst aber still und leise das offene Kartenprojekt heran.

10.000 Nutzer haben seit Juli 2004 bei OpenStreetMap bereits neun Millionen Geopunkte zusammen getragen. Seit Juli 2006 hat sich dabei die Datenmenge verzehnfacht.

Und dennoch: im Vergleich zur kommerziellen Konkurrenz ist die Datenbasis noch mehr als dürftig. Sieht man von Wien, Graz und Innsbruck ab, ist keine österreichische Stadt noch kartografiert. Und auch in den genannten Städten gibt es teilweise noch viele Lücken

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Österreichweit gibt es darüber hinaus nur noch Autobahnen und die wichtigsten Bundesstraßen.

Europaweit zeigt sich, dass vor allem Deutschland, Benelux und Großbritannien ganz passabel kartografiert sind. Abseits des „Mainstream“ – etwa in Osteuropa gibt es nicht viel mehr als weiße Flecken auf der Landkarte.

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Es stellt sich natürlich die Sinnfrage nach dem doch gewaltigen und laufendem(Straßen verändern sich ja ständig) Aufwand. Die von den Nutzern mittels GPS-Geräten gewonnen Daten stehen unter der Creative Commons Attribution/Share Alike-Lizenz zur Verfügung. Das bedeutet, dass sie jeder ohne Einschränkungen und Lizenzgebühren nutzen darf.

Zwar muss man heute auch nichts für das Einbinden von Google Maps & Co. bezahlen – allerdings nur bis zu gewissen Höchstgrenzen der Nutzerzahlen. Und niemand kann sicher sein, was in Zukunft alles auf der „eigenen“ Web-Karte an Werbung eingeblendet wird.

Zweitens werden so Navigationsdienste einfacher umzusetzen, weil keine Lizenzgebühren fällig werden. Ein Beispiel dafür ist die freie Software GPS-Drive. Müsste Jörg Ostertag voll für das Kartenmaterial bezahlen, gäbe es die Navi-Software für Linux, Mac und Windows Mobile wohl nicht.

Die Geodaten von OpenStreetMap lassen sich übrigens auch in „echte“ Navi-Geräte einspielen.

Geo-Daten gewinnen immer mehr an Bedeutung und in diesem Kontext könnte die Community einen wichtigen Baustein liefern. Die Zukunft könnte auch bunt werden. So denkt man gerade darüber nach, wie Satelliten-Bilder von Landsat 7 – sie stehen im öffentlichen Eigentum (Public Domain) – integriert werden könnten. Außerdem wurde ein Abkommen mit Yahoo geschlossen. Damit ist es möglich, Satelliten- und Luftbilder zum Erfassen neuer Straßen zu nutzen.

Schon in den nächsten Monaten sollen die kompletten USA im offenen, virtuellen Atals abgebildet werden. Möglich wird das, weil die so genannten Tiger-Daten vom United States Census Bureau eingespielt werden.

Lange dürfte es nicht mehr dauern, bis auch die komplette EU erfasst ist. Die Inspire-Richtlinie zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft schreibt vor, dass bis 2007 alle EU-Staaten ihre Geodienste der Öffentlichkeit zugänglich machen müssen. Einschränkungen oder Entgelte sind zwar erlaubt, müssen jedoch von Fall zu Fall argumentiert werden.

Hat Nokia mit 5,7 Milliarden Euro zu viel für Navteq bezahl?

Inspiration: 3Sat Neues (Podcast)

Zum Google-Handy durch Großeinkäufe

Stefan hat’s grad getwittert: Google kauft den Microblogging-Dienst Jaiku.

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Jaiku ist ein Service wie Twitter: Man schreibt in knappen Sätzen, was man tut oder was einem gerade durch den Sinn kommt. Anders als Twitter ist die API eingeschränkter, es gibt weniger offene Andockmöglichkeiten. Das merkt man schon an der Liste von Drittsoftware, die sich bei Jaiku auf einige Nokia-Modelle beschränkt. Die Programm-Liste des „Originals“ ist dagegen meterlang.

Typisch für Google: Nach jedem Kauf ist die Anmeldemöglichkeit für normale User geschlossen. Bis der Dienst komplett im Google-Design umgebaut ist braucht eine der wenigen Einladungen.

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Es ist auf jeden Fall ein weiterer Schritt zum Google Phone.

Die Liste mobiler Anwendungen, die schon jetzt unter dem Google-Banner firmieren, wird immer länger. Das gibt’s schon:

  • Die mobile Suche ist simpel und durchaus brauchbar.
  • Gmail kommt als toller mobiler Java-Client auf fast jedes Handy.
  • Google Calendar bietet eine mobil-optimierte Website, allerdings noch stark ausbaufähig.
  • Die mobilen Google Maps sind einfach ein Hit. Damit bringt man unbedarfte Freunde immer noch in ungläubiges Staunen.
  • Den Bilderdienst Picasa gibt’s jetzt auch als mobile Variante.
  • Das mobile YouTube gibt’s es nicht nur am iPhone.
  • Google Reader am Handy ist unter der gleichen URL erreichbar und stets „in sync“ mit der Web-Version.
  • Obwohl es die tragbare Version von Google News offiziell bei uns noch gar nicht gibt, funktioniert sie schon prächtig.

Was fehlt noch? Was bietet ein „normales Handy“, das Google noch nicht kann?

  • Längst überfällig ist eine mobile Version von Gtalk. Vor einem Jahr würde über ein OpenSource-Projekt berichtet, von dem man allerdings nichts mehr hört. Vielleicht ebnet der Jaiku-Kauf den Weg dazu …
  • Dass schon eifrig an Gmail 2.0 gearbeitet wird, ist bekannt. Ein wichtiger Punkt dabei soll das Kontaktmanagement sein, das man wohl auch mobil nutzen kann.
  • Auch eine echte Kalenderapplikation würde nicht schaden. So gut der Dienst im Webbrowser funktioniert, so sehr hat er im Handybrowser noch Verbesserungspotenzial.
  • Sollte Google irgendwann einen mobilen Browser bringen, wird dieser bestimmt auf der Mozilla-Plattform basieren, die man finanziell und mit Ressourcen kräftig unterstützt.
  • Der Content-Upload: Bei YouTube ist es schon möglich, Videos am Handy zu drehen und online zu stellen. Bei Picasa ist man derzeit noch auf Drittdienste wie Shozu angewiesen.
  • Social Network: Zwar gibt’s mobile Versionen von Facebook & Co und Google’s eigenes Orkut dümpelt vor sich hin. Allerdings will Google in Zukunft verstärkt mitspielen. Vor zwei Wochen übernahmen die Kalifornier Zingku. Die Firma mit dem unaussprechlichen Namen entwickelte eine Social Network fürs Handy.
  • Werbung: Also ich hab zum Glück noch keine mobile Werbung gesehen. Aber das wird wohl nicht lange auf sich warten lassen.
  • Bezahlen: Was hindert Google dran, seinen Bezahldienst Checkout an SMS zu knüpfen? Das wäre wohl der nächste logische Schritt.
  • Google Docs: Es scheint, dass bald auch eine Handy-Version des Web-Officepakets kommt.
  • Google Transit: Wäre es nicht genial, bald Fahrplanauskünfte öffentlicher Verkehrsmittel via mobiler Google-Maps zu bekommen?

gmn

Google und die Konkurrenz:
Alles in allem sind das viele kleine Puzzlestücke, die für sich gesehen noch wenig Relevanz haben, weil sie allesamt unabhängig voneinander arbeiten, Insellösungen sind. Somit stellt das noch keine große Gefahr für Microsoft, Nokia & Co. dar. Im Gegenteil: Derzeit sind es noch nette Gimmicks, die auf deren Handys ganz gute Dienste verrichten.

Man stelle sich aber vor, Google bietet auf einmal volle Synchronisation an. Kalender, Kontakte, Mails sind auf allen Plattformen und in allen möglichen Clients „in sync“. Wozu würde man dann noch Lotus Notes, Microsoft Exchange usw. brauchen? Außerdem: Man vergleiche obige Feature-Liste mit den Funktionen des eigenen Handys. Ist nicht alles ersetzbar?

Die Anwendungs-Zusammenarbeit ist noch lange nicht perfekt. Man stelle sich vor man hat aus der Kalender-Anwendung vollen Zugriff auf Maps oder man könnte direkt aus dem Adressbuch zu einer Adresse navigieren …

Die Richtung ist klar – die Frage ist, ob Google ein eigenes Handy baut. Gerüchte werden ja immer wieder laut. Derweil ist’s wieder ein bisserl leise. Auch wenn HTC scheinbar schon daran bastelt – muss das überhaupt sein? Reicht nicht auch ein voll integriertes, synchronisierbares Paket von Anwendungen, das nach dem Modell von Google-Pack für den PC am Handy installiert wird?

Und dann gibt es noch die Geschichte, wonach Google bald zum Mobilfunkbetreiber werden könnte. In den USA will man unter bestimmten Voraussetzungen für die alten TV-Frequenzen mitbieten, die dann Handy-Dienste transportieren würden.

Die derzeitigen Mobilfunkbetreiber verkommen derweil immer mehr zu „dummen“ Datenspediteuren. Echte, einen Mehrwert bringenden, Dienste am Bitstream bieten längst schon andere wie Google, Yahoo oder Microsoft an.

Einfach zum Nachdenken

Robert hat vor ein paar Tagen eine Aktion (mit)initiiert. Am heutigen Tage soll die gesamte Blogosphäre noch einmal die Brutalität des Regimes in Myanmar/Burma in Erinnerung rufen. Allzu schnell gehen Ereignisse wie diese in den Medien auch wieder unter, sobald nichts mehr davon hört.

Durch die rigorose Nachrichtensperre dringen immer weniger Nachrichten, Bilder und Videos aus der asiatischen Diktatur nach außen. Die Gefahr ist daher groß, dass schnell wieder vergessen wird, dass zehntausende Mönche festgenommen werden. Sie befinden sich derzeit im Hungerstreik, werden gefoltert oder regelrecht abgeschlachtet. So die wenigen Berichte, die in den letzten Tagen nach außen drangen.

Alles begann mit einem Aufstand der Verzweiflung, weil selbst Lebensnotwendiges nicht mehr leistbar ist – und das obwohl Myanmar/Burma reich an Bodenschätzen ist. Ein korruptes Regime aus baut sich derweil eine prunkvolle Hauptstadt ins Niemandsland.

Ist es schwer, von hier aus etwas dagegen zu tun? Ich fürchte, Ja. Aber zumindest kann man dafür sorgen, dass nicht allzu schnell vergessen wird.

Stellvertretend hier eines der vielen Opfer des verzweifelten Aufstandes.

Und hier noch ein, aus dem Land geschmuggeltes Video. Es zeigt, wie wahllos in Rangoon Protestanten deportiert werden. Wer weiß, wie viele Lastwagen unterwegs sind und was mit den Hunderten passiert, die mit damit abtransportiert werden. Viel Gnade ist diesem Regime wohl nicht zuzutrauen.

Mehr Informationen:

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